Meine Frau die Autorin
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Ich beichte dass ich mich heimlich in ihr Büro schleiche, weil sie den Laptop meistens anlässt wenn sie kurz einkaufen geht oder kocht, und das neuste der Geschichte ausdrucke und während der Arbeit lese, weil ich nicht genug davon kriegen kann und unbedingt wissen will wie es weiter geht. Es ist eine total geniale Fantasiegeschichte in einer ganz eigenen, leicht Futuristischen Gesellschaft und ich erkenne sogar wie sie total viele Sachen aus unserem Alltag und sogar Persönlichkeiten von Freunden und sowohl sich selbst wie auch mich mit eingearbeitet hat.
Ich fühle mich schuldig dass ich in der so privaten Gedankenwelt meiner Freundin herum schnüffle, weil es fast so privat ist wie ein Tagebuch, aber ich bin geradezu süchtig nach der Geschichte und außerdem bietet mir die Geschichte einen beeindruckenden Blickwinkel auf privatere Seiten über die wir zwar auch reden, aber nie so im Detail und auf so eine Art und Weise. Zum Beispiel hat sie eine große Vorliebe für etwas kräftigere Männer, sie liebt meinen Waschbärbauch und das ist auch kein Geheimnis, aber erst seit ich die Geschichte gelesen habe verstehe ich, dass das für sie weniger etwas körperliches ist, sondern vielmehr mit dem Gefühl verbunden ist sich gut um einen Mann gekümmert und ihn verwöhnt zu haben. Und jetzt weiß ich auch, dass es viel mit ihrem Suchtkranken (und verstorbenen) Ex zu tun hatte der immer abgemagert war und den Schuldgefühlen, die sie hat, weil sie ihm nicht helfen konnte. Ich dachte immer nur sie steht halt auf ein bisschen Speck, ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht wie und wieso. Und jetzt weiß ich dass es sie beruhigt wenn ein Mann gut genährt ist weil es in ihr die Assoziation weckt dass er stark und gesund ist und das Leben genießt. Meine Frau ist nicht naiv, natürlich weiß sie das gut genährt sein nicht immer gleich bedeutet, dass alles perfekt ist, aber ich kann nachvollziehen, dass nach 4 Jahren Sex mit einem Speed-abhängigen Skelett ein kleiner Waschbärbauch etwas ganz Beruhigendes sein kann.
Außerdem weiß ich jetzt dass sie meinen Vater nicht leiden kann weil er in ihrer Story ein geiziger, misstrauischer alter Sack ist und ständig die Pläne der Protagonistin sabotiert, aber damit komm ich klar. Sie hat es sogar ganz lustig umgesetzt und was die Persönlichkeit angeht die sie beschreibt muss ich ihr sogar irgendwie recht geben. Auch wenn ich das jetzt nicht so dramatisch finde wie sie vielleicht. Es ist nicht so, dass wir nie reden, wir reden viel und gerne, aber die Geschichte zu lesen ist als würde ich das durch ihre Augen sehen und das ist was anderes. Selbst wenn sie nie wollte das jemand das so direkt sieht. Außerdem bewahre ich die ganzen Seiten die ich Ausdrucke in meinem Büro-Safe auf, aus Angst dass sie irgendwann mal alles löscht, genauso wie sie manche Bilder wegschmeißt oder sogar in den Kamin schmeißt nur weil sie es nicht (mehr) mag oder nicht mehr sehen kann.
Ich werde es ihr aber definitiv nicht verraten, weil sie dann sauer wird (weniger schlimm, das ist nach ein paar Wochen spätestens vergessen), und weil sie dann natürlich nicht mehr den Laptop offen liegen lässt und ich nicht mehr mitkriege wie es weiter geht - falls sie dann überhaupt weiter schreibt. Noch dazu beichte ich, dass ich mir aus der Geschichte Ideen fürs Schlafzimmer hole, wenn ich gerade selber keine großen Ideen habe.