Alle schauen, niemand hilft

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Engherzigkeit Ekel Hochmut Gesellschaft Last Night Bremen Hauptbahnhof Gleis 5

Letzes Wochenende, Samstagabend. Ich hatte Feierabend und wollte so schnell wie möglich nach Hause und musste dafür den Zug vom Hauptbahnhof Bremen nehmen. Schnell bin ich zur Straßenbahnhaltestelle gerannt, um meine S-Bahn zu kriegen, die mich zum Hauptbahnhof fährt. Die S-Bahn fuhr pünktlich ab und ich erreichte den Bahnhof, doch mein Zug war leider schon weg und am Gleis standen keine weiteren Menschen, außer einem heruntergekommenen Penner, der mit einem Stoffbeutel und seinem letzten Hab und Gut sowie ein paar Bierflaschen auf der Bank vor sich hin döste. Der nächste Zug würde erst in 45 Minuten kommen. Nach einer Weile kamen ein paar Menschen zum Gleis hinzu und somit war ich nicht mehr ganz alleine, doch alle standen viele Meter entfernt. Ich war somit immer noch die, die am nächsten in der Nähe des Mannes saß. Plötzlich kam eine Gruppe von Teenagern ausländischer Herkunft, einen kannte ich sogar, er arbeitet im Erdgeschoss meiner Arbeit und war eigentlich auch immer ziemlich nett. Auf einmal fingen diese besagten Jungs an, leicht auf den schlafenden Mann einzuschlagen. Es war zunächst nur ein grobes Anstupsen, was immer heftiger wurde. Ich drehte mich um, um nach Hilfe zu suchen, doch alle anderen Passanten schauten weg. Die Jungs fingen an, die Tasche und seine Kleidung, auf der er schlief, durch die Gegend zu schmeißen und aufs Gleis zu werfen. Außerdem wurde der Mann die ganze Zeit von den Jungs beleidigt. Der Mann versuchte aufzustehen, doch er schien so betrunken zu sein, dass er kaum etwas mitbekam. Ich rief die Polizei an, dazwischen wollte ich als zierliche Frau dann doch nicht gehen. Ich hatte selbst Angst genug, dass mir was passiert. Bevor die Polizei kam, traf jedoch die Bahnhofssecurity ein und zog die Jungs beiseite. Immer noch half dem Mann aber keiner auf und ich verkroch mich ans andere Ende des Gleises. Ich weiß nicht, warum ich dem Mann nicht hoch geholfen habe, Gefahr von den Männern bestand immerhin keine mehr. Ich habe mich aber in dem Moment wohl zu sehr geekelt, einem so scheußlich aussehenden Mann zu helfen und ich habe mich einfach für was Besseres gehalten.


Heute nach meiner Frühschicht habe ich den Mann erneut gesehen, wieder am Bahnhof, wieder am Gleis, dieses Mal aber richtig schick und attraktiv angezogen. Hätte er nicht eine Wunde an der Augenbraue gehabt, hätte ich ihn vermutlich nicht wiedererkannt. Daher möchte ich nun beichten, weil mir das Ganze so unangenehm ist und mir nicht mehr aus dem Kopf geht, wieso ich so egoistisch war und ihm nicht geholfen habe.

Beichthaus.com Beichte #00030539 vom 04.12.2012 um 19:09:17 Uhr in Bremen Hauptbahnhof Gleis 5 (11 Kommentare).

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Die Folgen des Mobbings

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Hass Selbstverletzung Neurosen Schule Dachau

Ich (m) wurde in der Schule ab der fünften Klasse, also mit dem Wechsel aufs Gymnasium, gemobbt. Das Mobbing reichte von verbalen Sticheleien, über Diebstahl, zu körperlicher Gewalt. Sehr oft wurde ich wegen meiner Figur gehänselt. Das Paradoxe war, dass einige […]
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Beichthaus.com Beichte #00030450 vom 13.11.2012 um 00:24:39 Uhr in Dachau (25 Kommentare).

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“Beichte

Wippen in der Knutschkugel

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Dummheit Schamlosigkeit Auto & Co. Stuttgart

Meine Missetat liegt nun schon 43 Jahre zurück. Mein Freund und ich sahen eine BMW Isetta (die „Knutschkugel“) am Straßenrand stehen, die ohne Fremdeinwirkung kräftig hin und her wippte. Ich kannte die Isetta, sie gehörte einem Freund meines älteren Bruders. Mit unseren 15 Jahren waren wir zudem alt genug, um zu wissen, was da vor sich ging. Wir gingen zu der Isetta hin und verstärkten die Wipp-Bewegung. Die Insassen bemerkten nichts, sehen konnten sie uns auch nicht, weil die Scheiben von innen dick beschlagen waren. Nach etwa zwei bis drei Minuten kippte die Isetta zur Seite und wir rannten davon. Währenddessen konnte ich noch sehen, wie der männliche Akteur die Fronttür aufklappte und uns nachrennen wollte. Seine Gespielin rief ihm aber zu, er solle erst seine Hose anziehen. Bis er das erledigt hatte, waren wir weg. Dummerweise hat ein Passant, der die umgekippte Isetta sah, die Polizei gerufen. Die hat ihm zwar geholfen, das Ding wieder auf die Räder zu kippen, aber auch Anzeige erstattet. Der Schaden an der Isetta war nicht der Rede wert, aber der Freund meines Bruders musste dann 40 D-Mark bezahlen wegen "groben Unfugs". Das tut mir heute noch leid, denn das war damals noch viel Geld.

Beichthaus.com Beichte #00030448 vom 12.11.2012 um 16:04:40 Uhr in Stuttgart (Am Kräherwald) (10 Kommentare).

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Verpetzt

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Ungerechtigkeit Verrat Schule Bochum

Meine Geschichte hat vor fünf Jahren in meiner Berufsschulzeit stattgefunden und in gewisser Weise bin ich darin der Held, hätte mir aber gewünscht, dass es nicht so heftig kommt. Wir hatten damals jemanden in unser Berufsschulklasse von der Marke stark und dumm. Niemand, der klar bei Verstand war, hätte sich getraut, diesen Typen offen zu provozieren. Im Internet ist das natürlich eine andere Geschichte. So tauchte dann irgendwann ein Profil von ihm auf einer Partnerbörse für Seitensprünge auf. Es wurde natürlich so eingefädelt, dass er davon Wind bekam. Von da an wurde es immer schlimmer. Auf seine unbeholfene Art und Weise hat er in der Klasse und wohl auch außerhalb versucht, herauszufinden, wer dafür verantwortlich war. Bald wurden noch mehr Profile angelegt und in Internetforen wurden Gerüchte über ihn verbreitet. Ich habe mir das Ganze zwar immer durchgelesen, hatte selber aber keine Lust, daran mitzuschreiben. Schließlich wurde es immer schlimmer und Viele aus unserer Klasse fanden es auch nicht mehr lustig. Eines Montags fehlten dann drei Personen in unser Klasse. Der eine saß in Untersuchungshaft und die anderen beiden lagen auf der Intensivstation. Jemand aus unserer Klasse muss wohl herausgefunden haben, wer fast ausschließlich für die Mobbinggeschichten verantwortlich war. Eventuell hat er von jemand anderem vorher einen Brief mit einigen Beweisen dazu gekriegt. Ich wollte wirklich nicht, dass es so läuft. Vor allem tut es mir leid, dass unser Mobbingopfer wegen versuchten mehrfachen Todschlags eine Haftstrafe gekriegt hat und seine Ausbildung abbrechen musste. Die beiden Anderen hatten zwar jede Menge Knochenbrüche, allerdings nichts Bleibendes. Interessant war auch, dass niemand unser Mobbingopfer im Gefängnis besucht hat, dafür aber die beiden eigentlichen Täter im Krankenhaus mehrfach täglich Beileidsbekundungen zu hören bekommen haben. Vielleicht war ich doch nicht der einzige, der dem Typen gesteckt hat, wer hinter der Sache stand.

Beichthaus.com Beichte #00030440 vom 08.11.2012 um 17:17:44 Uhr in Bochum (Wittener Straße) (20 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Von der eigenen Mutter enttäuscht

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Engherzigkeit Hass Trunksucht Familie

Ich beichte, dass ich meine Mutter abgrundtief hasse. Sie ist einfach der Mensch, der mich in meinem Leben am meisten enttäuscht hat. Ich bin damit aufgewachsen, dass meine Mutter immer und ständig betrunken war. Als kleines Kind wurde ich Nachts oft wach und war […]
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Beichthaus.com Beichte #00030435 vom 07.11.2012 um 06:27:38 Uhr (38 Kommentare).

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