Links, ADHS, Borderline und zurück

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Verzweiflung Schamlosigkeit Gesellschaft Düsseldorf

Mein Leben lief schon immer mehr schlecht als recht. Die für mich relevanten Schicksalsschläge zogen sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich war immer ein Optimist, denn wer einmal (oder mehrmals) ganz unten war, ist sich darüber bewusst, dass melodramatisches Rumheulen einen nicht aus dem Sumpf bringt, sondern noch tiefer rein. Meine Schulzeit war die Hölle. Ich wurde täglich gemobbt, versteckte mich in der Bücherei, um den Schlägen und dem Hass der anderen zu entgehen. Ich komme aus gutem Elternhaus, und dementsprechend wurde die Schule, auf die ich damals ging, auch nur von gut Betuchten besucht. Was keine Rolle spielt, denn in der Masse sind meiner Meinung nach alle Menschen gleich energisch, wenn es darum geht, einen Willen zu brechen. Meinen haben sie nicht gebrochen. Ich schwänzte – 6 Wochen. Flog von der Schule und fand mich in einer Hauptschule wieder. Tägliche Schlägereien unter den Mitschülern waren keine Seltenheit, um sich in der Hackordnung nach oben zu arbeiten. Den Lehrern war es egal. Die Schüler waren auf dem Schulhof aufgeteilt wie in Gangs: Russen und Polen auf der einen Seite, Araber, Türken usw. auf der anderen, Nerds in irgendeiner Ecke und die Neonazis an der Tischtennisplatte. Ich war lange Zeit bei den Nerds, bis ich bei einem Streit von einem Nazi beschützt wurde. Er integrierte mich. Die Ideologie fand und finde ich bescheuert, aber ich brauchte den Schutz. Also tat ich bis zur 10. Klasse Dinge, die ich tun musste, um mich zu retten. Kein Kommentar dazu. Nach der Schulzeit (FOR mit Quali) fing ich eine Lehre an, die ich aber nach 3 Monaten abbrach. Der Bau war nichts für mich. Ich arbeitete lange ehrenamtlich in sozialen Einrichtungen, um wenigstens die Lücke im Lebenslauf zu füllen. Danach machte ich eine Ausbildung im sozialen Bereich (der Kontakt zu rechten Konsorten, war schon lange abgebrochen, war nur Mittel zum Zweck) und lernte dort meine erste wahre Liebe kennen. Zu dem Zeitpunkt war ich 19 Jahre alt. Wir waren 3 Jahre ein Paar, bis sie sich die Pulsadern senkrecht in der Badewanne durchtrennte. Im Abschiedsbrief stand, dass sie es nicht ertragen könnte, mich zu verlieren, aber nur das Schlechte in der Welt sehen kann und es beenden will, solange wir glücklich sind. Auf dem Brief lagen 3 Kastanien, die wir vorher gesammelt hatten. Ich fand sie. Manchmal besuche ich ihr Grab, aber nicht oft. Ich liebte sie sehr. Dann kamen die Depressionen, dann das Cannabis. 5 Jahre in Rauch aufgelöst. Ich schloss mich in dieser Zeit linken Zellen an, um die Ungerechtigkeit der Welt zu bezwingen, zumindest dachte ich, das schaffen zu können. Pustekuchen. Hamburg, G20 – alles war dabei – frei nach dem Motto: "Wir wollen unter uns keine Sklaven sehen und über uns keine Herrn." Schöner Traum, aber leider nicht mehr als das. Der Mensch ist gierig, nahezu bösartig egoistisch. Dann die Diagnose: Borderline. Meine Welt war voller Chaos, und alles, was ich liebte, war auch das, was ich hasste: Chaos. Selbstmordversuche, alles dabei. 4 Jahre war ich in der Therapie wegen Borderline. Dann, vor 6 Monaten, wurde ADHS festgestellt. Ein Arzt hatte sich meine Akte angesehen und den Fehler eines anderen Arztes widerlegt. Borderline wurde als Fehldiagnose ausgestellt (bzw. festgestellt, dass es eine Fehldiagnose war). Ich hatte ADHS: Reizüberflutung all die Jahre. Ich bekam die passenden Medikamente und alles, was mich überschattet hatte, war weg. Depressionen: Weg. Selbstzweifel: Weg. Konzentrationsschwäche: Weg.

Politische Ansichten waren wie aufgelöst. An diesem Tag wurde ich neugeboren. Es ist wie in dem Film "Matrix", als Neo anfängt, die Welt zu verstehen. Unbeschreiblich dieses Gefühl.

Nun bin ich egoistisch geworden. Genossen von früher interessieren mich einen Dreck. Mein altes Ich war ein erbärmliches Dasein, das jeder benutzen konnte wie einen Hund. Ich habe mich stets für "die Gerechtigkeit der Welt" eingesetzt, armseliges Hippie-Gefasel. Ich sehe die Welt, wie sie ist und wie sie immer war. Ich bin egoistisch geworden, liebe eine wunderschöne Frau und bin bereit, jeden, der mich versucht zu unterdrücken, in die Hölle zu schicken. Ich habe meine Genossen verraten, aber ich genieße die Macht, die ich nutzen kann, seit ich mich endlich konzentrieren kann. Das, was ich beichten kann, ist, dass ich keine Reue empfinde, ein Verräter zu sein. Lenin würde sich im Grabe umdrehen. Ich fühle mich gut dabei. Ich will Geld. Ich will Macht. Und ich hole sie mir – Stück für Stück. Und weil ich, objektiv betrachtet, im Kontrast zu früher meine Persönlichkeit derart verändert habe, möchte ich es beichten, damit ich, wenn ich doch einen Moment der Reue erleben werde, es entspannt weglächeln kann, denn auf Beichten folgt hoffentlich Absolution. Ich bin ein Verräter meiner Klasse.

Beichthaus.com Beichte #00042243 vom 07.06.2021 um 14:00:08 Uhr in Düsseldorf (0 Kommentare).

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Alkohol, Spielsucht und junges Fleisch

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Trunksucht Verschwendung Wollust Frankfurt

Ich bin 62 Jahre alt, und meine große Liebe ist 2015 gestorben – kurz vor unserer Hochzeit, völlig unerwartet und plötzlich. Danach begann die schlimmste Zeit meines Lebens. Nur mit viel Alkohol konnte ich nachts überhaupt noch schlafen. Außerdem habe ich einen […]
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Beichthaus.com Beichte #00042230 vom 27.04.2021 um 19:22:22 Uhr in Frankfurt (1 Kommentare).

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Erregende Hochspannung im Traforaum

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Beichthaus.com Beichte #00042218 vom 28.02.2021 um 17:04:26 Uhr in Wien (0 Kommentare).

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Meine furchtbare Beziehung

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Verzweiflung Partnerschaft

Ich weiss nicht weiter. Meine Beziehung ist eine Katastrophe. Mein Partner ist stur und teilweise aggressiv und lässt sich auch nichts sagen. Ganz am Anfang warnten mich seine Schwestern damit, dass er alles kaputt machen würde. Ich hatte die rosa rote Brille auf und sah nur Gutes. Wir kauften uns schliesslich ein Haus zusammen. Auch ein paar Tiere kamen dazu. An diesen Tieren hänge ich sehr. Mit den Jahren ist mein Freund immer aggressiver im Ton und Umgang geworden. Er übergeht mich was Entscheidungen betrifft oder aber er versucht sich ein leichtes Leben zu machen. Vom Verstand her wäre es gut einen Schlussstrich zu ziehen. Aber da die gemeinsamen Schulden da sind und ich nicht viel verdiene, trotz Vollzeit, ist es vorprogrammiert, dass ich kaum einen Vermieter finde, auch in der Nähe meiner Arbeit der an mich günstig vermietet. Ich bin nur noch am runterschlucken, und am Beschwichtigen um ihn irgendwie bei Laune zu halten, damit wir uns nicht wieder streiten. Und das er die Trennung nicht ausspricht. Ich weiss nicht wohin, denn meine Tiere will ich nicht bei ihm lassen. Er kriegt es nicht mal hin sie ordentlich zu füttern. Ebenso hat er es mit der eigenen Körperpflege gar nicht. Über Weihnachten hat er in 10 Tagen zweimal geduscht. So könnte ich eine ganze Reihe aufzählen. Ich drücke so oft meine Tränen weg. Ich weiss einfach nicht weiter. Lieber Gott hilf mir doch.

Beichthaus.com Beichte #00042199 vom 03.01.2021 um 17:18:00 Uhr (15 Kommentare).

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Uns trennen über 400 Km.

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Sex Ehebruch Last Night Baden-Württemberg

Es fing alles mit einem selbstkritischen Kommentar bei Facebook von ihr an. Völlig zu Unrecht, wie ich fand und ihr auch sagte. Eine bildhübsche junge Frau. Wir schrieben noch über den Messanger weiter und es entwickelte sich eine unglaubliche Vertrautheit. Wir haben […]
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Beichthaus.com Beichte #00042164 vom 30.09.2020 um 06:42:06 Uhr in Baden-Württemberg (2 Kommentare).

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