Nordkorea für Arme

25

anhören

Misstrauen Verzweiflung Gesellschaft Politik

Ich beichte, dass ich wahnsinnige Angst vor der Zukunft in diesem Land habe. Vor der kommenden Bundestagswahl, vor dem, was passiert, wenn die AfD in den Bundestag kommt und nicht zuletzt vor der Dummheit all der Menschen, die diese Partei wählen werden. Ich verstehe nicht, wie sich dermaßen viele Leute ihr eigenes Grab schaufeln können, nur weil sie gegen Flüchtlinge wählen wollen. Mir scheint es oft, nichtmal die Hälfte dieser Menschen kennt das Wahlprogramm der AfD und das Ausmaß an Diktatur, das die anstreben.

Denn wer wählt freiwillig FÜR die Entmenschlichung eines jeden, der nicht reich ist. Und mit "reich" meine ich niemanden, der ottonormal verdient, sondern wirklich REICHE. Man wählt für die Privatisierung von Krankenhäusern, für die Ausgrenzung von Alleinerziehenden, für selbst zu tragende Kitagebühren, für Zwangsarbeit, gegen den Mindestlohn, für selbst zu finanzierende ALG-I-Kosten, für ein noch höheres Rentenalter, für die Inhaftierung von Kindern ab 12 Jahren nur auf Verdacht, gegen die Sozialversicherung, gegen den Mieterschutz, gegen den Klimaschutz, gegen jeden, der sich jetzt schon den Buckel krummschuftet, um gerade so über die Runden zu kommen. Man wählt gegen das Grundgesetz, dass die Würde des Menschen unantastbar ist (ja, das gilt auch für die Würde des Wählers) und setzt seine Stimme ein für eine Partei, die ausnahmslos jedem das Leben zur Hölle machen will, der nicht drei Porsches in der Garage stehen hat. Und warum? Nur weil er keine Flüchtlinge hier haben will.

Niemand von all den Leuten scheint zu begreifen, dass sie unter der AfD vielleicht schon bald selbst Flüchtlinge werden. Und zwar notgedrungen. Weil sie ihre Miete nicht mehr zahlen können, weil sie sich ihre eigenen Versicherungen nicht mehr leisten können. Weil sie, wenn sie im Job gekündigt werden, bald über jede Pfandflasche froh sind, die sie bei ihrer "gemeinnützigen Arbeit", zu der sie gezwungen werden, finden. Weil sie begreifen, dass sie es im Grunde keinen interessiert, ob sie "unverschuldet alleinerziehend" sind. Weil sie merken, dass die Partei, die sie gewählt haben, dankend ihre Stimme eingesackt hat, nur um anschließend auf sie zu scheißen. Um zu begreifen, dass all die Politik nicht für sie gilt und nie gegolten hat, da kaum einer das Zielklientel sein wird, auf das diese Partei abzielt.

Es macht mir Angst, wie diese Leute mit selbstsicherem Grinsen munter an dem Ast rumsägen, auf dem sie sitzen und dabei noch glauben, sie täten sich und Deutschland damit einen Gefallen. Ich bin mir jedenfalls sicher, dies ist nicht mehr das Land, in dem ich leben möchte, denn diese kollektive, antisoziale Einstellung trifft nicht nur Flüchtlinge, sondern auch den eigenen Kopf. Und während der Flüchtling dann, wenn es hier kocht, einfach zurück in sein Land geht, sind wir schon zu Hause - in unserem selbst erschaffenen Nordkorea für Arme.

Beichthaus.com Beichte #00040335 vom 21.09.2017 um 01:39:37 Uhr (25 Kommentare)

In WhatsApp teilen

Absperrketten mit Pfosten

9

anhören

Peinlichkeit Dummheit Unfall Auto & Co. Karlsruhe

Das ist jetzt schon ewig her. Ich war zum ersten Mal in Karlsruhe. Irgendwann stand ich vor dem Schloß an so mächtigen Absperrketten, die von einem Pfosten aus Stein gehalten wurden. Auf einmal hält neben mir ein Auto, der Fahrer steigt aus und hängt so eine Kette aus, um hinter das Schloß fahren zu können. Er hat die Kette einfach liegen lassen und ich wollte behilflich sein und habe die Kette deshalb wieder eingehängt.

Als ich 100 Meter weitergegangen war, kam das Auto mit hoher Geschwindigkeit wieder zurück und krachte in die wieder verschlossene Kette. Der Fahrer und der Beifahrer schauten sich die Bescherung an, wobei der Beifahrer dann so lachen mußte, dass ihm der Fahrer ihm eine eingeschenkt hat. Zumindest die Stoßstange war Schrott und der Kühler lief aus. Und ich lief weiter.

Beichthaus.com Beichte #00040334 vom 20.09.2017 um 22:59:20 Uhr in Karlsruhe (9 Kommentare)

In WhatsApp teilen

Günstige Jacken zu Weihnachten

7

Habgier Diebstahl Shopping Weihnachten Schweiz

Ich (23) beichte, dass ich die Preisschilder von teuren Jacken so vertausche, dass ich weniger Geld für die Jacke ausgebe. Ich mache das eigentlich immer […]
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnellanmelden!

Beichthaus.com Beichte #00040333 vom 20.09.2017 um 17:38:30 Uhr in Schweiz (7 Kommentare)

In WhatsApp teilen

Ekel-Bier für den Asozialen

5

anhören

Boshaftigkeit Ekel Freunde Trunksucht Blaichach

Als ich (m/25) mein Abitur hinter mir hatte und vor dem Studium noch hier und da jobbte, habe ich gelegentlich über mehrere Tage einen guten Kumpel besucht. Er war damals noch Harzer und lud - der Gesellschaft wegen - ständig Kumpels zu sich ein. Als wir zu viert - einer der Kumpels war ein wenig komisch und asozial - mal wieder eine Woche bei ihm rumhingen und die Nacht zum Tag machten, wurde die Stimmung bei uns immer ausgelassener. Besagten asozialen Kumpel kannten wir schon lange, der Harzer-Kumpel lud ihn immer aus Mitleid zu sich ein. Früher hatten wir uns in der Schule immer über ihn lustig gemacht. Er war wirklich unglaublich verplant und manchmal auch stur, was ziemlich genervt hat. Wenn er aber seinen Willen bekommen hat, war er ein ganz netter Kerl. Wie ein Kind eben.

Wie gesagt war die Stimmung bei uns sehr ausgelassen, nur er zog sich wieder mal in sich zurück, blendete uns völlig aus und wippte mit dem Kopf - Ohrstöpsel drin - zu seiner Musik. Von dem vielen Gesaufe ging er nach einiger Zeit ordentlich aufs Klo. Ich weiß nicht, warum wir das getan haben, wohl nur weil wir es in dem Moment zum Schreien komisch fanden. Während er seine Blase leerte, diente uns sein Bierglas als Aschenbecher. Dazu haben wir ihm noch jeden erdenklichen Dreck reingemischt: Wein, Schnaps, Cola, Ketchup und Krümel, die auf dem Tisch lagen. Wir haben Tränen gelacht. Umgerührt, ihm als "Bier mit Cola" vorgesetzt, die Farbe stimmte. Er hat es wirklich ganz ausgetrunken und sich am Ende noch über die schwarzen Krümel (Asche) am Boden des Glases gewundert. Er hat nichts bemerkt. Wir haben es ihm nie gesagt.

Ich beichte, dass wir zu ihm nicht besser waren als er zu uns. Wir haben uns genauso asozial verhalten wie er. Vielleicht - denke ich - hätte er mehr Freunde und wäre umgänglicher, hätten wir uns mehr bemüht ihm einen solchen Umgang beizubringen. Stattdessen waren wir fies und haben ihn auf gemeinste Weise für unsere Stimmung ausgenutzt. Heute würde ich so etwas nicht mehr tun. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00040332 vom 20.09.2017 um 12:56:56 Uhr in Blaichach (5 Kommentare)

In WhatsApp teilen
Mehr Real-Life-Stories gibts im MONDFEGER - dem neuen unabhängigen News-Ranking-Portal.

Trypophobie - Meine Angst vor Löchern

17

anhören

Feigheit Neurosen Landsberg

Ich (w/33) habe Trypophobia, also Angst vor Löchern. Ich denke, dass ich noch eine milde Form habe. Allerdings hatte ich in meinem Leben schon mit allerhand Zwängen und Phobien zu kämpfen. Die meisten kommen und gehen nach einer Weile wieder, zerstören indirekt jedoch Beziehungen und Freundschaften. Die Angst vor Löchern ist für Unbekannte vielleicht unverständlich, aber ich sehe das eigentlich als eine Angst, die schon Kinder haben. Es ist das Unbekannte, was einem in dem dunklen Loch Angst macht. Ist etwas voll ausgeleuchtet, also sieht man, was in dem Loch ist, stellt es keine Gefahr dar. Es löst nur Unbehagen aus, wenn man nicht weiß, was in dem Loch steckt. Wollte ich einfach mal niederschreiben, damit mich die Welt versteht.

Beichthaus.com Beichte #00040331 vom 20.09.2017 um 08:17:58 Uhr in Landsberg (17 Kommentare)

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht