Der gemeine Arbeitskollege

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Engherzigkeit Hass Arbeit Boshaftigkeit Kollegen Basel

Ich bin in der Regel nicht nachtragend aber ich beichte, dass ich insgeheim Genugtuung empfunden habe, als mir eine Kollegin erzählte, dass ein ehemaliger Mitarbeiter schwer an MS erkrankt ist. L. (besagter Mitarbeiter) war 3 Jahre vor seiner Rente zu uns gekommen, er war deswegen quasi unkündbar und niemand mochte ihn außer meiner Chefin, bei der er es meisterlich verstand einzuschleimen. Ich habe ein halbes Jahr nach ihm angefangen auf der Station zu arbeiten. Er sollte mich einarbeiten und hat mich wie den letzten Dreck behandelt. Nicht nur mich, alle Ausländer sowieso. Ich habe ihn wohl an seinen schwulen Stiefsohn erinnert, den er offenbar nicht mochte, weswegen er mich von Anfang an gehasst hat, das wurde mir aber erst später klar. Das hat er mir bei jeder Gelegenheit auch deutlich gezeigt. Ich habe eine Autoimmunerkrankung, die mir oft das Leben zur Hölle macht. Auch darüber hat er sich lustig gemacht und das ins Lächerliche gezogen, über mich hintenrum abgelästert. Mit der Zeit habe ich immer mehr Details über R. erfahren. So hat er wohl seinem jugendlichen Stiefsohn und seiner deutlich jüngeren Frau das Leben zur Hölle gemacht, sie mit seiner Pedanterie tyrannisiert bis zum Gehtnichtmehr, bei uns hintenrum Intrigen gesponnen. Er wusste sich aber gut zu verkaufen und konnte sich gut einschleimen, sodass er bei den Chefärzten sehr beliebt war und bei meiner Chefin quasi unantastbar. Im vorherigen Betrieb war man allerdings heilfroh, dass man ihn los war. Bei uns haben sich dann eigentlich auch alle gefreut, als er endlich pensioniert wurde. Ein paar Jahre später hat ihn mal eine Kollegin getroffen und von ihm erzählt. Nach der Rente bekam er MS, es geht ihm wohl recht schlecht. Seine Frau, die er auch wie den letzten Dreck behandelt hat, hat ihn endlich verlassen. Auslöser war wohl, dass er seinen minderjährigen Stiefsohn wegen seiner Homosexualität auf die Straße gesetzt hat. Nun ist er schwer krank und lebt völlig alleine. Ich muss leider sagen, dass ich eine gewisse Genugtuung dabei empfand, als die Kollegin mir das erzählte. Nicht, dass ich mich darüber gefreut habe, aber ich habe es so wie eine gerechte Strafe, quasi Karma, für ihn empfunden. Im Nachhinein muss ich gestehen, dass ich mittlerweile sogar etwas Mitleid für ihn empfinde. Auch wenn er mir wirklich übel mitgespielt hat, wünsche ich doch niemanden eine schwere Krankheit an den Hals.

Beichthaus.com Beichte #00042173 vom 23.10.2020 um 15:14:32 Uhr in Basel (2 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

LordAsgar

Er hat sich über Deine Autoimmunerkrankung lustig gemacht und dann selbst nach der Pensionierung MS bekommen? Definitiv Karma

01.01.2021, 11:28 Uhr     melden


nurangemeldetwegenschweinkramles

Ich hab mal was Ähnliches erlebt. Ich bin in der Schule ungefähr von der 3. bis zur 11. Klasse von jemandem gemobbt worden. Ich hab dann nach der 11. Klasse die Schule gewechselt und nicht mehr viel von den alten Leuten gehört. Nur irgendwann, so in der 13. Klasse oder kurz nach dem Abitur, hab ich gehört, dass dieser besagte Typ wohl von einer Zecke gebissen wurde, daraufhin eine Gehirnhautentzündung bekam und daraus eine Epilepsie entwickelt hat. Ich will jetzt nicht gehässig sein, aber damals erschien es mir auch irgendwie wie Karma. Er war immer so der "Coole", der "Hipster", derjenige mit 3 älteren Brüdern, die ihm in der Schule alles vorgekaut haben, sodass alles für ihn easy going war, sein Vater war wohlhabend und seine Mutter Hausfrau. Das schien irgendwie wirklich wie Karma zu sein und ich glaube auch an Karma, weswegen ich andere Leute nicht runtermache, sondern maximal bestimmten Leute eine "Lektion" erteile oder sie bewusst "trolle", um ihre Unzulänglichkeiten zu enttarnenn, aber nix Schlimmes. Ich meine, mir tut's auch leid um ihn, aber irgendwie hatte ich auf sowas Ähnliches gewartet, was ihn etwas "mundtot" macht.

17.05.2021, 23:55 Uhr     melden


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