Mobbing hat mich schwach gemacht

18

anhören

Verzweiflung Feigheit Schule Hamburg

Ich (w/20) wurde in der siebten Klasse gemobbt. Ich war schon immer sehr ruhig und ein wenig schüchtern. Ich konnte mich nicht für die Interessen der anderen begeistern, ich entsprach dem typischen Klischee einer Außenseiterin: dunkle Haare, braune Augen, schüchtern, klein und zierlich, eine Vorliebe für die Literatur und das Schreiben, langweilige Kleidung. Ich wurde eher ignoriert, aber das hatte mir nichts ausgemacht, ich war recht glücklich. Und dann, ganz plötzlich, hatten zwei Jungs angefangen, mich zu provozieren. Es fing mit kleinen Dingen an, mal kam eine blöde Bemerkung oder ich wurde angerempelt. Ich sagte nie etwas dazu, ignorierte die beiden, in der Hoffnung, dass sie aufhörten. Doch sie hörten nicht auf. Es wurde nur schlimmer, sie beleidigten mich, riefen mir Sachen wie: "Du geile Sau!" nach, ließen mich nicht zu meinem Sitzplatz, sie traten gegen meinen Rucksack, schubsten mich und warfen meine Federtasche in den Mülleimer.

Einmal haben sie mich mit kleinen Steinchen beworfen und einer hat mir eine Ohrfeige gegeben, als ich mich zum ersten Mal gewehrt habe und ihn von mir wegschubste. Als ich mich getraut habe, einem Lehrer davon zu erzählen, sagte dieser nur: "Entschuldigt euch! Mehr kann ich nicht machen." An diesem Tag war ich in Tränen ausgebrochen, nie hatte ich mir die Blöße geben wollen, vor ihnen zu weinen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich im abgedunkelten Klassenzimmer saß, wir schauten einen Film und ich konnte nicht aufhören zu schluchzen. Ich schämte mich in Grund und Boden, da ich durch das Weinen lautstark atmen musste. Ein Mädchen fragte, was los sei und ich meinte, Bauchschmerzen zu haben. Ich wollte niemanden davon erzählen, nicht einmal meinen Eltern. Niemand sollte von mir denken, dass ich schwach war.

Das Mobbing hat erst aufgehört, als sich zwei Mitschülerinnen für mich eingesetzt haben, wofür ich noch heute dankbar bin. Ich habe mich über die Jahre verändert, ich wurde selbstbewusster, änderte meinen Kleidungsstil und verstecke mich seit drei Jahren hinter einer gleichgültigen Fassade. Schon oft wurde ich spöttisch gefragt, ob ich überhaupt Gefühle habe oder schon einmal geweint hätte. Und so lächerlich es klingt, ich weine jedes Mal, wenn ich an diese Erlebnisse denke, gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen gegenüber wirklichen Mobbingopfern, denen es viel schlechter ergangen ist. Ich bin nicht einmal in der Lage, um mit dieser Kleinigkeit abzuschließen, dabei bin ich mittlerweile zwanzig und in dem Alter sollte ich mich nicht mehr wie ein jammerndes Kind benehmen.

Beichthaus.com Beichte #00040103 vom 26.07.2017 um 18:05:17 Uhr in Hamburg (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Ich will mich ritzen!

12

anhören

Verzweiflung Selbstverletzung Gesundheit Zwang

Ich (w/24) beichte, dass ich in letzter Zeit wieder den Drang verspüre mich zu ritzen. Vor ungefähr 10 Jahren wurden bei mir ärztlich Depressionen diagnostiziert, es folgten Therapien, welche ich jedoch nicht als hilfreich empfand. Etwa zur selben Zeit habe ich mich auch geritzt und auch einen Suizidversuch begangen. Das Ganze ging ungefähr drei Jahre, bis ich den Absprung geschafft habe. Seitdem bin ich eigentlich "clean", auch wenn die Depressionen nach wie vor eine große Rolle in meinem Leben spielen - selbstverletzendes Verhalten kam mir nie wieder in den Sinn. Bis vor Kurzem. Ich weiß nicht wieso, es gab keinen Auslöser, aber ich habe seit einigen Wochen eine unfassbare Sehnsucht nach dem Ritzen.

Selbstverständlich weiß ich, dass ich es nicht tun sollte und ich werde es auch nicht tun. Aber diese Sehnsucht quält mich, der Wunsch danach ist so groß und doch so absurd. Zwar lebe ich in einer glücklichen Partnerschaft, habe tolle Freunde und eine tolle Familie, aber anvertrauen möchte ich mich zu diesem Zeitpunkt niemandem - ich habe zu viel Angst, alle zu enttäuschen. Jahrelang stark sein, das Thema eigentlich verarbeitet haben und jetzt soll es wieder von vorne losgehen? Ich liege nachts oft wach und grübele vor mich hin. Was soll ich tun, wieso passiert mir das, was habe ich falsch gemacht?! Eine neue Therapie möchte ich momentan nicht beginnen - die Erfahrungen damals waren zu schrecklich, ich bin noch nicht bereit für diesen Schritt, obwohl es vielleicht das Richtige wäre. Ich bin verzweifelt und weiß nicht mehr weiter...

Beichthaus.com Beichte #00040101 vom 26.07.2017 um 17:56:02 Uhr (12 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

Die Stimmen in meinem Kopf haben mein Leben ruiniert

14

anhören

Verzweiflung Zorn Manie Familie Gesundheit Berlin

Meine Naivität fällt fast unter Dummheit. Ich bin 27 Jahre alt, klug, habe das Fachabitur, die mittlere Reife. Ja, ich bin in der Oberschule und Grundschule nie sitzen geblieben. Wollte seither immer eine Ausbildung absolvieren. Meine Mutter hat seit meiner Geburt Schizophrenie. Sie hatte mich im Kindesalter verprügelt und so kam ich mit vier Jahren ins Heim. Als ich mit 16 wegen Marihuanakonsum ausziehen musste, kam ich in eine Wohngemeinschaft, in der ich nicht klarkam aber meine freie Zeit genoss. Ich jobbte, machte Praktika und wollte meinen Realschulabschluss verbessern um das Abi nachzuholen. Irgendwann hörte ich aber Stimmen. Sie zerfrassen mich. Ich ging zum Arzt und bekam Neuroleptika. Fing an mich zu isolieren. Über Jahre hörte ich nur Musik. Meine große Familie wollte gefühlt nichts mit mir zu tun haben. Es ging halt immer um den Ruf. Mein Aussehen veränderte sich. Trotzdem gab ich nicht auf. Ich holte also irgendwann mein Abi nach und bestand. Ab da wurde es besser. Die Neuroleptika setzte ich während der Abiphase ab.

Ich wohnte bei meiner Mutter, die jeden Tag über Jahre im Bett lag und über jeden schimpfte. Leute hasste und verachtete. Ich isolierte mich weiter. Dann zog ich bei ihr aus. Sie beleidigte mich als Penner und Versager, weil ich noch nicht wirklich arbeitete und nicht fest im Leben stehe, bis heute. Dabei habe ich gelernt, nur nicht auf dem Papier. Ich hinterließ ihr Schulden, die sie von ihrer Rente über den Betreuer abbezahlen musste. Ich bin immer noch in der Ausbildung und komme nicht mit den Leuten klar. Ich habe fast Angst davor, engeren Kontakt einzugehen. Habe Schulden im Dispo angesammelt und muss schauen, wie ich jeden Monat mein Essen finanziere. Ich muss meiner Mutter das monatliche Witwengeld geben, weil sie Ihren Betreuer hasst und die Leute beleidigt. Sich isoliert. Jede Person, die näheren Kontakt zu mir hatte, hat sie irgendwie gedemütigt. Sie hat beispielsweise auch vor Türen gekackt, die Klinken beschmiert. Schmeißt neuerdings ihre Sachen weg, naja, das hat sie immer mal wieder gemacht - jetzt ist es aber wieder extrem, kackt und pinkelt auf ihren Boden, schimpft in die Luft mit irgendwas, was nicht da ist, und lacht mich aus. Verstopft Abflüsse mit Papier usw.

In der Schule bin ich nett, die Leute mögen mich, finden mich trotzdem arrogant und etwas zu nett. Zurück im ersten Jahr, und jetzt fast am Ende, kann ich nicht mehr. Ich durchlaufe das Jahr das zweite Mal und das nicht wegen meiner Noten, es gab betriebliche und organisatorische Vorfälle, die die Schule nicht hinbekommen hat. Naja mir wird wieder gesagt, ich solle einen anderen Weg einschlagen und aufgeben, aber ich kann es nicht. Trotz Schulden. Meine Noten sind okay, aber ich komme planlos rüber. Ich beichte, dass ich keinen Bock auf Dummschwätzer habe und Freunde sowie Gleichgesinnte suche, weil ich denke, mich würde keiner verstehen. Ich habe Angst offen zu sein, ehrlich zu sein. Ich fühle mich wie ein Versager und finde keinen Halt

Beichthaus.com Beichte #00040095 vom 24.07.2017 um 22:26:13 Uhr in Berlin (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Hilfe, meine Eltern trennen sich!

15

anhören

Verzweiflung Familie München

Vor etwas mehr als drei Wochen hatte ich (w/25) Geburtstag. Seitdem - bzw. auch schon zwei Tage davor - weine ich jeden Tag. Warum? Meine Eltern trennen sich. Drei Tage vor meinem Geburtstag habe ich über eine zuverlässige Quelle erfahren, dass mein Vater mit seiner Ex zusammen ist. Einen Tag vor meinem Geburtstag ist meine Mutter ausgezogen. Alle gehen davon aus, dass ich alt genug bin und es wie gewohnt kühl aufnehme, aber dabei weine ich gefühlt in jeder freien Minute. Das raubt mir so viel Kraft und ich weiß mir aktuell nicht selbst zu helfen...

Beichthaus.com Beichte #00040093 vom 24.07.2017 um 21:33:12 Uhr in München (15 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“35.000

“Folge

Menschen sind boshaft und arrogant!

9

anhören

Vorurteile Engherzigkeit Gesellschaft Verzweiflung Köln

Mit anderen Menschen will ich nichts zu tun haben. Ich bin erst zwanzig und könnte mich jeden Tag über meine Mitmenschen aufregen, wenn sie sich wieder überlegen oder mächtig fühlen. Wenn sie Schwächere fertigmachen und sich für Gott höchstpersönlich halten. Menschen sind oberflächlich, arrogant und grausam. Oft bekomme ich Komplimente für mein Aussehen, statt mich zu freuen, ist es mir gleichgültig, schließlich hat jeder etwas attraktives an sich. Viel zu oft wird man nur wegen seinem Aussehen gemocht oder verachtet. Ich hasse es, dass man mich in meiner Umgebung kennt, aber im Internet kennt man mich nicht. Dort bin ich nur eine gesichtslose Gestalt, die ab und zu seltsame Texte schreibt.

Meine Kommilitonen mobben gerne Schwächere, sie provozieren und lachen dreckig darüber. Ich werde ständig gefühllos und emotionslos genannt. Eine Kommilitonin wurde von einem anderen wegen ihrer Sprache fertiggemacht, sie kommt aus Spanien und kann deshalb einige deutsche Wörter nicht richtig aussprechen. Als ich ihm sagte, dass er aufhören soll, meinte er: „Na und?“. Auch, als er das Buch eines Kommilitonen, der sowieso immer gemobbt wird, in meinen Rucksack gesteckt hat, habe ich ihm gesagt, dass er ihn in Ruhe lassen soll. Erneut bekam ich nur eine gleichgültige Antwort. Ich sollte mich nicht einmischen, doch ich wurde in der Schule wegen meiner schüchternen Art gemobbt, weshalb Mobbing ein wunder Punkt ist.

Ich kann anderen Menschen nicht vertrauen und es gibt nur drei, die mir wichtig sind. Ich traue mich nicht, eine Beziehung einzugehen, aus Angst, jemanden zu verletzen oder selbst verletzt zu werden. Immer, wenn jemand mehr wollte, gingen mir die Ausreden aus, weil ich mich nicht traue, die Wahrheit zu sagen. Ich kann mit niemanden das Bett teilen, geschweige denn eine Wohnung. Manchmal sind meine Emotionen doppelt so stark, aber manchmal fühle ich gar nichts. Ich bin nicht fähig, anderen meine Gefühle zu offenbaren, denn dann kennen sie meine Schwächen und ich bin angreifbar. Für die meisten bin ich nur eine emotionslose Person, die nicht weinen kann. Es tut mir leid, dass ich so viele liebe Menschen verurteile, ohne sie überhaupt zu kennen, dass ich immer so kalt wirke, obwohl ich das eigentlich gar nicht bin, dass ich es nicht besser machen kann.

Beichthaus.com Beichte #00040068 vom 20.07.2017 um 19:24:58 Uhr in Köln (9 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“Folge