Ein Herz für Mitarbeiter

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Verzweiflung Chef Lügen

Ich bin einer der Prokuristen in einem der größten Unternehmen in Deutschland. Im derzeitigen Standort haben wir etwa 2000 Mitarbeiter in unserem Haus. Um einmal die genauere Lage zu erklären, beschreibe ich einmal die Verhältnisse, wie sie in unserem Hause gegeben sind, speziell in meiner Abteilung. In meiner Abteilung haben wir verschiedenste Unterteilungen. Grundsätzlich haben wir vier höher gestellte Abteilungsleiter, die jeweils vier bis sechs kleinere Abteilungsleiter unter sich haben. In dieser Abteilung befinden sich 68 Mitarbeiter. Jeden einzelnen Mitarbeiter kenne ich für Chefverhältnisse sehr gut, ein gegenseitiges Du gehört bei mir im Bereich zum lockeren Ton und zum entspannten Arbeitsklima und -verhältnis. Ebenso die Azubis, die ihre kaufmännische Ausbildung bei mir durchleben, dürfen mich duzen. Neben den Ehepartnern, die ich zum Teil schon persönlich getroffen und kennengelernt habe, weiß ich vielerlei Dinge über die meisten Mitarbeiter, informiere mich regelmäßig über die familiäre Situation und Lage der Mitarbeiter und bei gegebenen Problemen habe ich für meine Mitarbeiter auch ein offenes Ohr, was dann in Form eines Mitarbeitergespräches eingetragen wird. Von meinem Chef habe ich jetzt gesagt bekommen, dass wir in meinem Bereich zwölf Stellen abbauen. In anderen Bereichen sind es bis zu 40 Stellen; diese sind aber auch dementsprechend größer. Mein persönliches Problem dabei ist, dass ich jeden Mitarbeiter einzeln kenne und morgens mindestens kurz begrüße und im Laufe des Tages mir einen kurzen Smalltalk erlaube. Deshalb habe ich ungeheure Schwierigkeiten damit, irgendwelche von den Mitarbeitern auszusortieren. Auch diejenigen, mit denen ich nicht so gut klarkomme, sind zumindest sehr gute Mitarbeiter und in ihrem Wissen nicht zu ersetzen.
Deshalb bin ich zu meinem Chef gegangen und habe ihm gesagt, dass es absolut unmöglich wäre, in meiner Abteilung Stellen zu streichen, da wir sowieso schon unterbesetzt sind. Im Allgemeinen trifft das nicht zu, da bei uns nicht so immens viel Arbeit anliegt, dass jeder Einzelne acht bis zwölf Stunden dauerhaft beschäftigt ist. Mein Chef hat das vorübergehend akzeptiert, allerdings weiß ich genau, dass er wieder auf mich zukommen wird und will, dass Stellen gestrichen werden. Ich werde aber im Traum nicht daran denken, einen meiner Mitarbeiter zu entlassen, gerade weil ich sie alle kenne und mir jeder ein wenig am Herz liegt. Zudem sind viele Elternteile in meiner Abteilung, was die Sache für mich moralisch noch schwieriger macht.

Beichthaus.com Beichte #00030913 vom 21.03.2013 um 10:10:40 Uhr (20 Kommentare).

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Gerechte Strafe für die Ex

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Boshaftigkeit Zorn Missbrauch Ex Emmelshausen

Ist man ein schlechter Mensch, wenn man sich an der miesen Situation eines anderen erfreut? Ich denke, es hängt von der Situation ab. Aber ihr könnt euch ja ein eigenes Bild darüber machen. Es geht um die Ex-Freundin meines Bruders. Die beiden kamen vor über sechs Jahren zusammen und mein Bruder ist auch schnell zu ihr gezogen, da sie wohl die Miete nicht mehr alleine tragen konnte. Er war 20, sie 17 und seine erste Freundin. Er tat alles für sie, kutschierte sie herum, gab ihr Geld und vernachlässigte seine Freunde. Wie es halt bei manchen so ist, wenn sie ihre erste Freundin haben. Das Mädchen selber war eine ignorante Schnepfe, nur auf sich bezogen. Sie hat nie auch nur ein Fitzelchen zurückgegeben. Mein Bruder mit der rosaroten Brille wollte aber auf niemanden hören und so kaufte mein Vater schlussendlich eine Wohnung in derselben Stadt und die beiden zogen dort ein. Davor machte mein Vater sich wochenlang Arbeit und renovierte die Wohnung von seinem Geld und mit seiner Freizeit. Innerhalb kürzester Zeit, und weil das Mädel sich immer mehr Haustiere anschaffen musste (drei Katzen, ein Streifenhörnchen, drei Vögel), war die Bude total heruntergekommen und durch das wenige Lüften stank diese auch bestialisch. Aber mein Bruder liebte sie und meine Eltern akzeptierten es, auch wenn sie sie immer mal wieder zum aufräumen, saubermachen und so weiter animierten. Meine Mutter legte sogar ganze Nachmittage ein, um zu helfen und die Küche wieder in Ordnung zu bekommen.

Man bezahlte ihr den Urlaub, verschaffte ihr einen Job in der Firma, in der meine Mutter arbeitet (wo sie viel zu oft krank machte und man sie längst gekündigt hätte, wäre meine Mutter nicht gewesen) und mein Bruder finanzierte ihre Hobbys wie Reiten. Mir war diese Frau schon lange nicht mehr geheuer, da sie so tat, als wäre das alles selbstverständlich und sie wäre ein Geschenk für die gesamte Menschheit. Selbst nach fünf Jahren Beziehung, am Geburtstag meiner Mutter, hat sie nicht einen Finger krumm gemacht, um mal einen Teller abzuräumen, während 30 Gäste da saßen. Ihre Aussage "Ich bin schließlich auch Gast!" brachte nicht nur mich zum kochen. Kein Bekannter oder Verwandter konnte ihre Art leiden. Jetzt hat sie Ende letzten Jahres ein paar Leute in einem Pferdeforum kennengelernt und einen stetigen Kontakt hergestellt. Sie verstand sich wohl gut mit den Leuten und lernte, was wir erst später erfuhren, noch einen neuen Kerl kennen. Alle wohnen weit oben, in der Nähe von Hamburg, was etwa 600 Kilometer von uns entfernt liegt. Sie machte irgendwann Urlaub, um zu einer Freundin zu fahren, so sagte sie uns. Aber in Wirklichkeit war sie bei dem Typen, um wohl zu schauen, ob es klappt. Das kam alles leider erst später raus. Am Ende fasste sie heimlich den Entschluss, hier unten alle Zelte abzubrechen - also den guten Job und natürlich die Beziehung zu meinem Bruder - und zu den anderen zu ziehen. Anscheinend hätte sie auch einen Job als Bürokauffrau auf einem Bauernhof einer Tierärztin bekommen können und dadurch auch jede Menge Kontakt zu Tieren gehabt.

Man könnte ja zusammen bleiben und mein Bruder könnte nachkommen und sein Studium da oben zu Ende führen, bot sie scheinheilig an. Das einzige, was sie wollte, war Absicherung, dass sie wiederkommen könnte, falls es dort nicht klappt. Mein Bruder war total fertig und schlief erst mal wieder Zuhause. Für ihn brach eine Welt zusammen. Noch ein Jahr zuvor sprach sie von heiraten und dann von jetzt auf gleich so etwas. Sie feierte krank und ist dann von jetzt auf gleich, nachdem mein Bruder gehört hatte, sie würde auch wegen einem Typen dahin ziehen, über Nacht mit Sack und Pack - inklusive einiger Sachen, die ihr gar nicht gehörten - nach Norddeutschland gezogen. Dabei hat sie noch die Wohnung demoliert und total verdreckt zurückgelassen. Da kommen noch immense Kosten und Arbeit auf uns zu. Sie gab meinen Eltern die Schuld, dass die Beziehung nicht funktioniert hätte. Meine Eltern hätten ja damals, als sie 17 war, meinem Bruder eingeredet, dass ein Kind zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Ordnung wäre. Er solle erst seine Ausbildung und dann sein Studium zu Ende führen und sie solle überhaupt erst mal eine Ausbildung anfangen. Gestern habe ich dann von meiner Mutter erfahren, wie es mit ihr im Moment aussieht. Die tolle Ex-Freundin hat ihrem Ex-Chef eine E-Mail geschrieben, dass es gar nicht so toll da oben sei und sie in diesem Loch vergammeln würde. Kein Geld, um in das nächste Dorf zu fahren oder ihre vier Katzen (sie hat wohl noch eine aufgegabelt unterwegs) zu unterhalten. Der Ex-Chef ist aber so was von sauer, weil sie ihn einfach hat sitzen lassen und denkt nicht daran, sie wieder zurück zu holen. Der neue Typ hat wohl nur einen schlechten Job und kann sie weder unterstützen, noch will er von Zuhause aus- und zu ihr ziehen und die Miete teilen. Sie hatte hier unten alles, man hat ihr den Arsch hinterhergetragen, sie bekam Geschenke, hatte durch meine Mutter einen super Job und ein mehr als gutes Gehalt, für das sich viele Bürokaufleute die Finger nach lecken würden. Bei Geldmangel sprang sofort mein Bruder ein, er war ehrlich zu ihr und hat sie auf Händen getragen und dann zahlt sie es ihm so zurück. Gerade nach sechs Jahren hätte man auch in Freundschaft auseinander gehen können und nicht mit Arschtritt und zerstörter Wohnung. Ich hoffe, du bereust es ein Leben lang! Vergebt mir, dass ich mich darüber freue.

Beichthaus.com Beichte #00030912 vom 21.03.2013 um 09:37:52 Uhr in Emmelshausen (19 Kommentare).

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Freitags Komasaufen

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Trunksucht Peinlichkeit Last Night Berlin

Freitags Komasaufen
Von meinem 16. bis 20. Lebensjahr war ich fast dauerblau. Zusammen mit einigen Kumpels gründete ich eine Art Jugendbewegung, die sich schnell über das ganze Land ausbreiten sollte. - Hat sie leider nicht getan. - Dennoch, der Name war Programm: FKS - Freitags Koma Saufen. Immer, bis nichts mehr ging. An einen Abend kann ich mich paradoxerweise noch recht gut erinnern. Wiedereinmal haben ein paar FKS-Anhänger und ich uns mit Wodka und Bier in rauen Mengen betrunken. Anschließend sind wir los, um zu feiern. Dies war allerdings durch den extremen Alkoholkonsum nicht mehr möglich, weshalb wir nach fünf Minuten mit den Köpfen zwischen unseren Knien auf der Straße kauerten und fast schliefen. Auf der anderen Straßenseite bewegte sich eine Menschentraube, was mir in diesem Moment absolut nicht in den Kragen passte. Also sprang ich auf und marschierte aggressiv fluchend auf sie zu, mit dem Ziel, gewalttätig zu werden. Nach drei Schritten verfiel mein Körper allerdings in eine Art Starre und ich konnte mich nicht mehr bewegen. Ich fiel also wie ein Brett mit dem Gesicht auf den Asphalt und schlief unter dem Gelächter der Anwesenden ein. Wie durch eine übermenschliche Eingebung war mir in diesem Moment alles so klar. Ich musste etwas ändern. Auch wenn es nicht einfach war, aus der wöchentlichen Routine raus zu kommen, habe ich es dann doch geschafft. Auch dank meiner Freundin, die freitags immer auf mich aufpasste. Noch heute, fünf Jahre danach, klingelt Freitagabend ab und zu noch das Telefon und jemand von der alten Brigade lallt "Hey Alter, komm doch mal wieder rüber! Wir haben 20 Sixpacks im Kofferraum!" Ich fühle mich irgendwie alt, aber die verschwommenen Erinnerungen an damals beleben noch immer meinen Geist.

Beichthaus.com Beichte #00030773 vom 08.02.2013 um 15:07:11 Uhr in Berlin (Senftenberger Ring) (19 Kommentare).

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Freunde nur in der Uni

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Engherzigkeit Ignoranz Dummheit Studentenleben Frankfurt

Ich (w/31) muss beichten, dass ich einen Freund ziemlich mies behandelt habe. Ich war damals Studentin in einer neuen Stadt und das einzige, was mich im ersten Semester interessiert hat, waren Partys und Jungs. Das Ganze machte sich dann nach den Prüfungen bemerkbar - ich bin durch so ziemlich jede gerasselt. Als ich dann die Vorlesungen das zweite (beziehungsweise das erste Mal richtig) besucht habe, lernte ich dort den besagten Freund kennen. Er war eher ein Außenseiter, aber wir haben uns gut verstanden und er war so ziemlich der einzige Grund, warum ich mein Studium überhaupt geschafft habe. Ich habe von ihm Aufschriebe bekommen und vor jeder Prüfung saßen wir zusammen und er hat mir den Stoff beigebracht. Mit der Zeit sind wir so etwas wie Freunde geworden. Das Ganze lief über Jahre sehr gut bis zum Ende unseres Studiums. Ich bin mit meinem damaligen Freund, von dem er nichts wusste zusammengezogen, habe angefangen zu arbeiten und wir haben uns ein gemeinsames Leben aufgebaut. Das Problem war, der Freund von damals hat sich immer noch regelmäßig bei mir per SMS gemeldet. Anfangs habe ich ihm noch geantwortet aber nach einer Weile nur noch ignoriert. Das Ganze lief über Wochen so, bis ich irgendwann nichts mehr von ihm gehört habe. Ich habe ihn dann gefragt, warum er nicht mehr schreibt und er hat geantwortet, dass er kein Interesse mehr an unserer Freundschaft hätte. Ich habe ihn damals einen Idioten genannt, weil er das alles wegwirft und eine Woche später ist mir durch Zufall eingefallen, dass er Geburtstag hatte. Er hatte mir zu meinem Geburtstag etwas geschenkt und ich hatte ein schlechtes Gewissen und wollte mich revanchieren. Also entschuldigte ich mich und habe ihn zum Essen eingeladen, allerdings bin ich nie zu diesem Termin erschienen. Ich weiß bis heute nicht, ob er gemerkt hat, dass ich nicht gekommen oder ob er selbst nicht da war. Ich dachte damals, dass die Studienzeit halt vorbei ist und er akzeptieren soll, dass wir keine Freunde mehr sind. Immerhin habe ich regelmäßig mit ihm Zeit verbracht und bin ihm nichts schuldig. Ein Jahr später bin ich ihm durch Zufall in der Stadt begegnet. Abends habe ich ihn per SMS gefragt, wie es ihm geht, aber als Antwort nur so etwas wie "es gibt schon genug falsche Menschen auf der Welt, da braucht es nicht noch einen, der so tut, als ob er sein Freund wäre" bekommen. Ich war damals ziemlich angepisst und eingebildet und dachte, dass er hätte froh sein sollte, dass jemand wie ich überhaupt mit ihm befreundet war. Die Sache ist jetzt über fünf Jahre her und heute tut es mir wirklich leid wie ich ihn behandelt habe und wie ich damals war. Ich habe ihm vor ein paar Tagen nochmals geschrieben aber keine Antwort mehr bekommen, deshalb beichte ich hier.

Beichthaus.com Beichte #00030755 vom 05.02.2013 um 18:40:26 Uhr in Frankfurt (Bockenheimer Landstraße) (28 Kommentare).

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Die Schattenseiten der freudigen Ereignisse

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Unglaube Verzweiflung Falschheit Neurosen

Ich möchte beichten, dass ich Freude und Rührung komplett heuchele, wenn mir ein Paar beziehungsweise eine Person von einer Schwangerschaft / Verlobung / Hochzeit / Geburt erzählt. Ich setze mein strahlendstes Lächeln auf und selbst Tränen in den Augen vor Rührung bekomme ich im Zuge meiner schauspielerischen Meisterleistung problemlos hin. Das alles mache ich nur, da ich im Laufe meines Lebens die Erfahrung gemacht habe, dass es sich gehört, sich angesichts eines derartigen Anlasses zu freuen. Denn in Wirklichkeit finde ich es existenziell bedrohlich, wenn ein Kind auf dem Weg ist, und auch an eine glückliche Ehe glaube ich nicht. Diese Dinge sind für mich der Anfang vom Ende. Vielleicht wird sich meine Einstellung demgegenüber auch irgendwann ändern. Bis dahin "freue" ich mich für alle strahlenden Pärchen der Welt und heuchele Glückwünsche, während ich vor meinem inneren Auge schon Wochenbettdepression, Scheidung und Ehebruch kommen sehe.

Beichthaus.com Beichte #00030723 vom 27.01.2013 um 20:05:55 Uhr (18 Kommentare).

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