Als mein Vater im Sterben lag

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Lügen Verzweiflung Gesundheit Familie Jena

Darf man einen totkranken Menschen aus Mitleid anlügen, um ihn zu schonen? Diese Frage stelle ich mir persönlich bereits seit über zwei Jahren immer wieder. Mein Vater war schon seit Ende der 80er an Diabetes erkrankt. Diabetes ist eine schleichende und tückische Krankheit. Sie tut nicht weh und verursacht zu Anfang keine nennenswerten Beschwerden. Jedoch schädigt sie über Jahre hinweg, wenn sie unzureichend behandelt und auch vom Betroffenen selbst nicht wirklich ernst genommen wird, dauerhaft die Nierentätigkeit. So geschehen meinem Vater. Niere kaputt bedeutet Dialyse. Dialyse bedeutet Lebensverlängerung mit Hilfe einer Blutreinigung, und diese belastet früher oder später das Herz und schwächt es dauerhaft. Ein Teufelskreis! Nachdem mein Vater einen Hinterwandinfarkt überstand, ihm ein Defibrillator eingesetzt wurde und er sogar wieder aus einem einwöchigen Zuckerkoma erwachte, bekam ich einen Ärztebericht über den Gesundheitszustand meines Papas in die Hand, in welchem ihm, als einzige Möglichkeit noch ein paar schöne Jahre mit seinen Lieben zu verbringen, die Transplantation der Niere und des Herzens empfohlen wurden.


Kurz entschlossen erklärte ich mich sofort bereit, die erforderliche Niere für meinen Vater zu spenden, da wir ohnehin die gleiche Blutgruppe hatten. Nachdem ich ausführlich mit meinem Vater gesprochen hatte, nahmen wir Kontakt zur Uniklinik in Jena auf und verbrachten anschließend endlose Wartezeiten und Untersuchungen in der Transplantations-Klinik. Relativ schnell stand fest, dass die Transplantation des Herzens höchste Priorität hatte, denn ohne neues gesundes Herz würde mein Vater eine Nierentransplantation erst gar nicht überstehen. Im Herbst 2007 begann so eine Zeit voller Hoffnung. Die Jenaer Ärzte und selbstverständlich auch wir, als seine Familie, sprachen unserem Vater Mut zu.


Ende November kam meine kleine Nichte auf die Welt und mein Vater durfte erleben, wie er Opa wurde und hatte viel Freude an seinem kleinen Sonnenschein. Meiner Geburtstagsfeier Ende Februar 2008 konnte mein Vater nicht beiwohnen, da er für eine Woche die letzten, wichtigsten Transplantations-Voruntersuchungen in der Klinik stationär auf sich nehmen musste. Man versprach uns, meinen Vater so schnell als möglich über die Untersuchungsergebnisse zu informieren.
Doch es kam leider anders. Einen Monat später erlitt mein Vater einen schweren Herzanfall. Seine Herztätigkeit war nun auf ganze 15 Prozent gesunken. Kämpfertyp, der er war, rappelte er sich auch davon nochmals auf, so dass er sogar zu einem Aufenthalt in eine Kurklinik transportiert werden konnte. Zusammen mit meiner Mutter und meinem Bruder fuhr ich in dieser Zeit nach Jena, um uns die Untersuchungsergebnisse bekannt geben zu lassen. Das Gespräch dort war für uns ernüchternd und wie ein Schlag ins Gesicht. Das Venen- und Arteriensystem meines Vaters war laut Ärzten viel zu porös, als dass er für eine Herztransplantation überhaupt in Frage käme oder diese gar überleben würde.


Wer aber sollte meinem Vater diese schlimme Nachricht übermitteln und ihm sozusagen sein Todesurteil verkünden? Wir entschieden uns für eine Notlüge, und ich war die Person, die ihm diese überzeugend beibringen sollte. Irgendwie brachte ich es fertig, ihm glaubhaft zu erklären, dass ein abschließendes Ergebnis noch nicht feststünde, und die Ärzte aus Jena nach seiner Entlassung aus der Reha selbst mit ihm reden würden.
Seither plagten mich aber üble Gewissensbisse und ich besuchte meinen Vater nur noch ganze dreimal, bis er nach einem erneuten heftigen Herzanfall Ende Mai 2008 für immer von uns ging. Ich konnte ihm einfach nicht in die Augen sehen.
Durch eine entfernte Verwandte, der er sich in seinen letzten Wochen des öfteren telefonisch anvertraute, erfuhr ich, dass er sehr wohl über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand Bescheid wusste. Ich bin mir heute zwar sicher, dass mein Vater mir diese Lüge verziehen hat, weil er meine Beweggründe kannte. Aber kann ich sie mir jemals selbst verzeihen?

Beichthaus.com Beichte #00028656 vom 21.02.2011 um 11:48:23 Uhr in 07743 Jena (Universitätsklinikum Jena, Bachstraße 18) (24 Kommentare).

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Geldnot

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Prostitution Morallosigkeit Habgier Partnerschaft Ex Berlin

Hallo, ich (m/32) habe etwas zu beichten, auf das ich nicht stolz bin. Es ist jetzt 11 Jahre her, da lebte ich mit meiner ersten Freundin (damals 18) zusammen. Leider lief beruflich nicht alles wie gedacht und ich verlor meinen Job. Sie studierte zu der Zeit und so wurde uns schnell das Geld knapp. Eines schönen Tages habe ich mich bei meinem besten Freund ausgeheult, dass wir nicht mehr klar kämen, vor allem finanziell. Nach einigen Bieren kam er dann mit dem Spruch, dass er für einmal Sex mit meiner Freundin schon Geld locker machen würde. Er bot mir dafür 200 DM an. Um die Sache kurz zu machen, ich habe meine damalige Freundin so lange bequatscht, bis sie schließlich einwilligte. Aber dabei blieb es nicht. Ich fand Gefallen daran, so schnell zu Geld zu kommen. Also verkaufte ich sie regelmäßig, und schließlich schaltete ich sogar Anzeigen in der Zeitung und sie brach ihr Studium ab. Am Ende kamen so zwischen 1.500 und 3.500 DM im Monat zusammen. So bezahlten wir die Miete und ich lebte ganz gut auf ihre Kosten. Ich nutzte das aus, so kaufte ich mir von dem Geld eine Stereoanlage, einen Computer und einen neuen TV. Sie ertrug das Ganze einfach nur, wahrscheinlich fand sie es auch eine Weile gut, dass wir so viel Geld hatten. Doch irgendwann zerbrach die Beziehung dann daran, die Scham jedoch bleibt weiterhin. Ich würde mich gerne bei ihr entschuldigen, aber leider habe ich sie völlig aus den Augen verloren.

Beichthaus.com Beichte #00028648 vom 17.02.2011 um 14:50:08 Uhr in Berlin (Prinzenallee) (59 Kommentare).

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Gewichtsvergleich

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Neugier Manie Stolz Elpersbüttel

Ich möchte beichten, dass ich mich jeweils vor und nachdem Stuhlgang auf die Waage stelle. Ich finde es wirklich interessant wie viel Gewicht man dadurch verliert und es beruhigt einen doch irgendwie wenn man sieht wie schnell man doch abnehmen kann. Als Ziel habe ich mir genommen die Differenz immer größer werden zu lassen, meine Bestmarke liegt bei 1,8 kg. Ich muss schon zugeben, dass es ein wenig seltsam ist.

Beichthaus.com Beichte #00028647 vom 18.02.2011 um 00:43:50 Uhr in Elpersbüttel (39 Kommentare).

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Zwei leuchtende Augen vor meinem Auto

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Trunksucht Hochmut Mord Auto & Co. Last Night Marburg

Ich möchte mir etwas von der Seele schreiben, was mir letztes Jahr passiert ist. Es war die Geburtstagsparty eines Freundes und ich wollte ihm schnell gratulieren und dann auch wieder verschwinden, da ich am nächsten Morgen arbeiten musste. Ich trank drei oder vier Bier da der Weg von der Party bis zu meiner Wohnung nicht weit ist und das auf einer abgelegenen Straße mitten durch den Wald. Um die Uhrzeit ein anderes Fahrzeug zu treffen war sehr unwahrscheinlich.
Mein damaliger Wagen brauste über den Asphalt als plötzlich alles ganz schnell ging. Ich sah mitten auf der Straße zwei leuchtende Augen aufblitzen. Ich hielt das Lenkrad fest, trat in die Bremsen und hörte im nächsten Moment schon das Poltern unter meinem Auto. Zuerst die erste Achse, dann die Zweite. Nach wenigen Metern kam ich zum stehen und klammerte mich noch zitternd mit den Händen ans Lenkrad. Ich stieg aus und fand am Straßenrand das angefahrene Reh. Ich konnte erkennen, dass das Tier noch am Leben war. Panik machte sich in mir breit, ich war unsicher was ich tun sollte. Die Polizei anrufen? Den Förster? Ich hatte Angst meinen Führerschein zu verlieren, schließlich war ich ja angetrunken, aber es tat mir in der Seele weh das verletzte Tier am Straßenrand zurück zulassen. Ich grübelte eine Minute lang aber mir war klar, dass ich weiter fahren musste, da mich eine Konfrontation mit der Exekutive nur wenig reizte. Ich schäme mich dafür und es tut mir furchtbar Leid, dass ich so egoistisch gehandelt habe.

Beichthaus.com Beichte #00028646 vom 17.02.2011 um 10:15:45 Uhr in Marburg (Beltershäuser Straße) (48 Kommentare).

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Benzingeruch

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Sucht Manie Waghalsigkeit Auto & Co.

Nachdem ich (w) heute Mittag getankt hatte, überkam mich plötzlich ein unglaublich starkes Verlangen. Und zwar nach Benzingeruch. Also nahm ich die Tankpistole und schnupperte ein bisschen daran. Irgendwie konnte ich aber nicht damit aufhören und so blieb ich bestimmt eine Minute lang neben dem Auto stehen und roch an dem Teil. Alle Leute in der Tankstelle und an den anderen Zapfsäulen konnten es sehen. Als ich mich dann doch irgendwann von dem Geruch losreißen konnte und zum Zahlen in die Tankstelle ging, sah mich die Angestellte ziemlich komisch an. Ich beichte also, dass ich Benzin geschnüffelt habe, obwohl ich weiß, dass es ungesund ist. Ich finde den Geruch aber einfach lecker und unwiderstehlich! Manchmal habe ich auch in anderen Situationen plötzlich Lust darauf. Ein bisschen komisch ist das schon.

Beichthaus.com Beichte #00028645 vom 16.02.2011 um 19:56:29 Uhr (48 Kommentare).

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