Essig ist mein Leben!

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Sucht Zwang Ernährung

Seit ich für mich Chips mit Essiggeschmack entdeckte, komme ich davon nicht mehr los. Ich verwende für jedes noch so kleine warme und kalte Gericht Essig-Essenz oder in kleinen Mengen in Getränken. Ja, sogar Sachen wie Senf, Ketchup, Obst oder Brot benetze ich mit einer kleinen Menge. Selbst wenn ich unterwegs bin, kaue ich Kaugummis mit Essiggeschmack. Das Ganze mache ich schon seit drei Jahren.

Beichthaus.com Beichte #00039981 vom 03.07.2017 um 08:47:17 Uhr (10 Kommentare).

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Kindheit hinter Gittern

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Verzweiflung Engherzigkeit Rache

Ich (m/27) schätze mal, dass ich eine nicht so normale Kindheit hatte. Seit ich mich erinnern kann, hat mich mein Vater wirklich mies behandelt. Es fing damit an, dass ich als kleiner Zwerg bei ihm um Erlaubnis bitten musste, wenn ich mit meinen Freunden auf einen Fußballplatz gehen wollte. Hinzu kam, dass mein "Ausgang" immer auf eine halbe Stunde limitiert wurde, und dies auch streng überwacht wurde. Später, als ich auf dem Gymnasium war, war es dann noch schwieriger, irgendwie die Erlaubnis für eine spaßige Freizeitgestaltung zu bekommen. Entweder wurden mir gar keine Gründe für mein "Ausgehverbot" genannt, oder mein alter Herr war der Meinung, dass ich noch nicht genug für die Schule gelernt habe, und mir deswegen keine Freizeit verdient habe. Auch hat er mir schon in der fünften Klasse von seiner glorreichen Zeit auf dem Gymnasium erzählt, und dass er damals ein richtiger "Mathe-Crack" war. Er hat sein Mathe-Abi übrigens mit einer 1.9 abgeschlossen. (Jemand mit einer Zwei in Mathe ist bei mir beim besten Willen kein Crack...).

Ebenso hatte er wohl damals keine Freunde, denn er lebte nach seinem tollen Spruch "Bis Zwei dabei!", und damit meinte er nicht 14 Uhr nachmittags... Selbstverständlich musste ich auch Samstag und Sonntag lernen; aber da durfte ich ja großzügigerweise bis 8 Uhr ausschlafen, mir dann ein schnelles Frühstück machen, und dann erst gegen 8:30 Uhr anfangen zu lernen. In seinen Augen hatte ich also sobald ich von der Schule heimkam, bis nachts um zwei Uhr zu lernen, völlig egal ob eine Klausur anstand oder nicht. Schließlich hat er es ja auch so gemacht. Da er angeblich als Unternehmensberater arbeitet und so tolle Arbeitszeiten hat (Mo - Fr 9 Uhr - 12 Uhr im Büro, sonst "Homeoffice"), muss ich wohl nicht extra erwähnen, dass meine Tätigkeiten für die Schule streng und penibel überwacht wurde. Ach ja, natürlich hat er ein Arbeitszimmer zu Hause, in welches ich aber noch nie in meinem ganzen Leben ein Fuß setzen durfte. War er mal nicht in diesem Zimmer, war es verschlossen, und den Schlüssel trug er immer bei sich. Also eigentlich habe ich keine Ahnung, wie er sein Geld verdient. Aber Arbeitszeiten von 9-12 halte ich eigentlich für unrealistisch. Vielleicht ist er die ganzen Jahre ja auch arbeitslos gewesen - keine Ahnung.

Sobald ich mal irgendwelche Widerworte hatte, gab es gleich drastische Strafen, wie beispielsweise Fernseh- oder Computerverbot. Jedoch nicht in den Maßen, wie man es sich denken kann. Solche Verbote gab es nicht in Stunden oder Tagen, nein "Monate" war die kleinste Zeiteinheit. Und das waren nicht nur leere Worte, er hat diese Sanktionen wirklich knallhart durchgezogen und kontrolliert. Ich hatte also keine Freizeit, durfte mich nicht mit Freunden treffen, nicht fern schauen, oder an den Computer. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin abgehauen. Ich hatte damals einen Schulfreund, den ich aber leider immer wieder anlügen musste, schließlich kann man so ein Leben keinem erzählen. Ich habe ihm etwas vorgelogen, dass ich Stress zu Hause hatte, und einfach gegangen bin, und jetzt nicht mehr zurückkönne. Seine Eltern sind wirklich warmherzig, hilfsbereit und wirklich nett. Zu meinem Glück haben sie mich zu diesem Thema nie viel gefragt, ich denke, sie haben es irgendwie verstanden, oder sogar geahnt.

So durfte ich bei seinen Eltern und ihm eine Zeit lang wohnen (2-3 Monate, mein Vater fragte sich in dieser Zeit nur, was wohl die Leute von uns denken würden, und gab ihnen nach dieser Zeit mehr als genug Geld als "Entschädigung"). Dass das nicht für immer ist, war mir vollkommen klar, und irgendwann rieten sie mir auch zum Jugendamt zu gehen, und dort meine Situation zu schildern. Also ging ich zum Jugendamt. Um es kurz zu machen: Solange mich mein Vater versorgt und nicht schlägt, können sie wohl nicht viel dagegen machen. Sie machten zwar einen Termin mit ihm aus, aber dass dies absolut nichts gebracht hat, kann sich wohl jeder denken. Also musste ich wohl oder übel wieder zurück. Und es kam, wie es kommen musste: Es wurde schlimmer. Ich hatte ab da nicht nur immer Fernseh- und Computerverbot (die Strafen für Widerworte wurden selbstverständlich summiert), ich wurde auch für jede Kleinigkeit verantwortlich gemacht.

Wirklich jede Kleinigkeit, selbst die, mit denen ich absolut nichts zu tun hatte. Gab es einen tropfenden Wasserhahn im Haus, war ich schuld, weil ich den Hahn immer zu fest zugedreht hatte. Natürlich gab es dafür eine Strafe. Habe ich ihn sonntags nicht pünktlich zum Presseclub (er fängt um 12 Uhr an) aus dem Bett bekommen, war ich schuld und es gab eine Strafe. Ist mal das Netzwerkkabel kaputtgegangen, war ich schuld, weil ich zu oft auf das Kabel getreten bin. Richtig, auch hier gab es Sanktionen. Hat das Mittagessen mal nicht gereicht, war ich schuld, da ich zu viel gegessen hatte. Hat es mal in ein offenes Dachfenster reingeregnet, war ich schuld, schließlich war es meine Aufgabe darauf zu achten, und das Fenster zu schließen. Das sind zwar nur ein paar wenige Ausschnitte aus meiner Kindheit und Jugend, und ich könnte noch viel mehr erzählen, aber dann würde ich wirklich den Rahmen sprengen.

Inzwischen rede ich wirklich nur noch das Nötigste mit ihm, habe nach der Schule eine Ausbildung angefangen (nicht studiert) und verdiene inzwischen circa 3.500 Brutto. Jedoch bin ich felsenfest davon überzeugt, dass ich das nicht ihm zu verdanken habe, denn er wollte, dass ich studiere, am besten noch so ein Fach wie er damals (BWL). Ich bin überzeugt, dass ich mindestens genau das Gleiche geschafft hätte, wenn ich eine normale und glückliche Kindheit gehabt hätte. Inzwischen habe ich so viel Freizeit wie ich möchte und kann tun und lassen, was ich möchte, jedoch habe ich wirklich einige Probleme damit, soziale Kontakte zu knüpfen. Ich kann Menschen nicht vertrauen, habe keine Ahnung, wie man andere Leute kennenlernt, bin mir nicht mal sicher, ob man das überhaupt muss. Von Frauen will ich erst gar nicht anfangen. Ich bin natürlich keine Jungfrau mehr, aber Beziehungen bekomme ich beim besten Willen auch nicht auf die Reihe. Wie denn auch? Ich war ja fast mein ganzes Leben lang von allem und jedem isoliert.

Ich kann es mir auch nicht vorstellen irgendwann mal zu heiraten oder Kinder zu bekommen. Was ist, wenn ich genauso werde wie er? Bei dem Gedanken ekelt es mich und mir wird einfach nur schlecht. Und jetzt zu meiner Beichte: Wenn mein Vater mal in dem Alter ist, in dem er sich nicht mehr selbst versorgen kann, und ich für seine Pflege aufkommen muss, werde ich ihn in die billigste Absteige von Heim stecken, die ich im Umkreis von 200 km finden kann. Dabei gibt es selbstverständlich nur das Nötigste, unter anderem keinen TV im Zimmer, und selbstverständlich kein Internet. Dann hat er genug Zeit zum Nachdenken. Unter anderem darüber, was er denn gemacht hat, damit er sich so einen Lebensabend verdient hat. Ebenso darf er dann ganz alleine auf seinen Tod warten. Wenn er dann endlich mal verreckt ist (ich hoffe wirklich, dass das Sterben lange dauert und möglichst schmerzhaft ist), werde ich alles mir Mögliche unternehmen, um kein teures Grab (inklusive Beerdigung) auf dem Friedhof arrangieren zu müssen. Ich werde ihn einäschern lassen, und dann in irgendeinen Gully oder WC streuen. Dann muss er sich damit abfinden, dass er für sehr lange Zeit bei den örtlichen Klärwerken in irgendeinem Filtersystem steckt. Ich überlege aber noch, ob ich ihm das beim Sterben ins Ohr flüstern soll, oder erst gar nicht dabei sein soll, wenn er stirbt.

Beichthaus.com Beichte #00039961 vom 29.06.2017 um 09:51:55 Uhr (9 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mein steriler Albtraum

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Falschheit Lügen Verzweiflung Zwang Partnerschaft

Ich habe ein großes Problem, auf der einen Seite bin ich glücklich verheiratet und liebe meine Frau. Wir machen tolle Reisen zusammen, haben die gleichen Interessen und Hobbys und ich möchte keine Sekunde meines Lebens ohne sie sein. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, wie ich weiterhin mit ihr zusammen leben soll. Das Problem ist, meine Frau hat über die Jahre eine psychische Störung entwickelt. Sie muss unsere Wohnung zwanghaft desinfizieren um sie vor Keimen und Schmutz der "Außenwelt" zu schützen. In unserer Wohnung fühle ich mich eigentlich nur wohl, wenn ich alleine bin. Wenn wir zusammen nach Hause kommen, läuft es folgendermaßen: Erst mal noch vor der Haustüre die Socken ausziehen, dann schnell in die Küche und dort alle kontaminierten Kleidungsstücke ausziehen. Anschließend Hände waschen. Dann in die Dusche. Nach dem Haare kämmen - Hände waschen, nach dem Haare föhnen - Hände waschen, nach Öffnen einer Schublade - Hände waschen. Während ich dem Reinigungsritual Folge leiste, desinfiziert sie wie wild alle Lichtschalter, Türklinken usw (auch wenn diese überhaupt nicht von irgendwem berührt wurden). Sobald ich meinen Schlafanzug anhabe, darf ich keine Gegenstände der Wohnung mehr berühren außer Bett und Sofa. Bei allen anderen berührten Dingen - Hände waschen. Sollte mein Körper etwas berührt haben - den Körper waschen, Kleider wechseln etc..

Schon lange dürfen weder Freunde noch Familie zu Besuch kommen, da der Reinigungsprozess viel zu aufwendig wäre, um ihn zu bewältigen. Schade für mich, da ich gerne Besuch habe und immer fadenscheinige Ausreden erfinden muss, um Besuche abzublocken. Ich habe schon oft, völlig verzweifelt, versucht mit ihr zu reden. Sie weiß, dass es nicht normal ist, will aber unter keinen Umständen etwas an ihrem Verhalten ändern. Ich könnte hier noch tausend Dinge aus meinem sterilen Alltag berichten, aber Fakt ist: ich weiß nicht mehr weiter. Ohne sie will ich nicht sein, mit ihr halte ich es nicht mehr aus. Was ist die Lösung? In letzter Zeit frage ich mich immer öfter, ob ich diesen Albtraum von Leben nicht einfach beenden sollte. Meine Beichte ist: Obwohl der Leidensdruck so hoch ist, erzähle ich keiner Menschenseele von meinem Problem und tue nach außen immer so, als ob alles prima wäre.

Beichthaus.com Beichte #00039959 vom 28.06.2017 um 22:07:22 Uhr (21 Kommentare).

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Mein Wunder Excel-Sheet

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Rache Kollegen Arbeit Düsseldorf

Ich (w) habe einen Arbeitskollegen, der sich gerne mit meinen Federn schmückt. Kurz vor meinem Urlaub wollte er noch eine Excel-Datei von mir haben, die alles automatisch ausrechnet, damit er nur noch die Zahlen für eine wichtige Präsentation einsetzen braucht und diese dann ebenso automatisch alle Statistiken und Diagramme auswirft. Ich habe die Excel-Datei erstellt und er hat diese dem Chef vorgestellt, der ihm grünes Licht und ein großes Lob für die Präsentation auf der Tagung gab.

Ich sagte noch, dass das Sheet von mir sei, aber der Chef meinte nur, dass ich wohl nicht teamfähig sei, wenn ich die Leistung meines Kollegen auf meine Fahne schreiben würde. Bevor ich in den Urlaub gegangen bin, habe ich ein Makro eingefügt, das dafür sorgt, dass bei Eingabe eines Wertes in einer ganz bestimmten Zelle sämtliche Spalten ausgeblendet werden. Das Telefon stand am Tagungstag nicht still. Und der Kollege hat mich danach nie wieder für seine Zwecke eingespannt. Allerdings ist das Betriebsklima seither übel. Meint ihr, das war zu heftig von mir?

Beichthaus.com Beichte #00039945 vom 25.06.2017 um 22:02:10 Uhr in Düsseldorf (Goethestraße) (17 Kommentare).

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Geboren, um als Jungfrau zu sterben

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Neid Last Night Familie Stuttgart

Ich (m/21) hasse, beziehungsweise beneide, meinen eigenen Bruder (19) in allen möglichen Hinsichten. Nun ja, seine Gene wurden scheinbar von Gott geküsst und mit allen Reichtümern überschüttet, die er zu bieten hat, während ich Selbstmordgedanken beim Anblick in den Spiegel bekomme. Ich sage nur: Geboren um als Jungfrau zu sterben. Hinzukommt noch, dass mein Bruder extrem sozial ist und extreme Risiken auf sich nimmt, um mich an seinem Glück teilhaben zu lassen. Wenn der feuchte Traum einer jeden Frau, erfolgreich mit einem Modepüppchen aus der Disco heimkehrt, klopft es öfters zu später Stunde an der Kellertür. Und nein, es ist nicht seine Begleitung, die vor der Tür steht, sondern mein Bruder. Er lacht dann immer herzlich und meint, jetzt kommt mein kleiner Zocker auch auf seine Kosten.

Ich begleite ihn in dann zu seinem Zimmer und wenn er mir auf ein Zeichen signalisiert, dass die Luft rein ist, bekomme ich einen tiefen Einblick auf das Schmuckkästchen eines schlafenden Mädchens. Ganz selten zeigt er mit dem Daumen nach oben, dann darf ich sie auch berühren, denn damit meint er, in seinen Worten: "Die Alte ist so blau und schlampig, die checkt das eh nicht, also gönn ich es dir, mein kleiner Zocker." Mein Bruder selbst hat, glaube ich, Mitleid mit mir, weil er merkt wie meine Gehirnzellen tagtäglich Selbstmord begehen. Ich beichte also, dass ich, trotz allem, was mein Bruder für mich tut, ihn extrem zu beneide. Es tut mir auch leid um die Mädchen, doch ich bin trotz all dem auch nur ein Mensch, der nimmt was er bekommt. Es tut mir leid, bestimmt habe ich es verdient fett und hässlich zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00039936 vom 23.06.2017 um 17:24:01 Uhr in Stuttgart (21 Kommentare).

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