Der Schatz unserer Kindheit

7

anhören

Diebstahl Lügen Selbstsucht

Als Kinder im Alter zwischen 10 und 12 haben mein Freund und ich (m) eine veraltete Villa, die vor dem Abriss stand, immer wieder aufgesucht um darin Abenteuer und einen gewissen Gruselfaktor zu erleben. Das Gebäude stand mitten in einem sumpfigen Gebiet, wir mussten aus unserer Siedlung schon fast 30 Minuten laufen, um anzukommen. Ich kann mich erinnern, dass der Eigentümer verstorben war und das Gebäude in einem Gebiet stand, welches renoviert werden sollte, die Villa war dem Landkreis, meiner Erinnerung nach, schon länger ein Dorn im Auge.

Das alles ist jetzt knapp 18 Jahre her und ich kann mich wie heute an ein echtes Erlebnis erinnern. Als wir an der Kellertreppe angekommen waren, war die Türe dorthin verschlossen. Mehr oder weniger aus Zufall sind wir auf den Schlüssel gestoßen, der an einem Regal hing. Wir sind dann mit unseren Taschenlampen in den Keller gegangen, das war echt ziemlich gruselig. Im Grund genommen stand dort nur noch altes Gerümpel herum, wie leere Kisten, Fässer aber auch Teile von alten Kutschen und Ackergeräten. In einem alten Bauernschrank machten wir dann aber doch eine tolle Entdeckung und zwar war das eine runde sehr kunstvoll geschmiedete Plastik, es waren menschliche oder mystische Figuren mit Schwertern, alle Figuren waren in einen Kampf verstrickt und waren ausschließlich mit Tüchern bekleidet, teilweise nackt. Das Ganze war rundlich und wog etwa 3 bis 4 Kilo. Wir waren damals total glücklich über unseren Fund. Allerdings waren uns auch klar, dass wir irgendjemanden bestohlen haben, wobei wir nicht wussten, wie die Eigentumsverhältnisse waren. Aber egal, denn wir haben das Teil dann genommen und in etwa einem Kilometer Entfernung vergraben. Eingepackt in eine Kiste und gut geschützt. Die nächsten Bäume haben wir mit Zeichen angeritzt, um unseren "Schatz" jederzeit wieder zu finden.

Wir haben uns damals geschworen, die nächsten Jahre erstmal vergehen zu lassen um dann gemeinsam das Kunstwerk zu verkaufen, um uns dann alle Wünsche zu erfüllen. So tun das Kinder eben. Nach etwa vier Jahren musste mein Kumpel umziehen und wir haben uns aus den Augen verloren. Zwei Jahre später stand ich kurz vor der Volljährigkeit und ziemlich unter dem Einfluss von Alkohol und Zigaretten. Irgendwann hatte ich überhaupt keine Kohle mehr und erinnerte mich an unser gemeinsames Kunstwerk. Es war dann echt schwierig, das Teil zu finden, aber ich habe es ausgegraben und bin zum örtlichen Münzhändler gegangen. Der hat mir dafür so viel Geld gegeben, dass ich mich für eine Woche mit Bier und Glimmstengel eindecken konnte. Der Händler war damals nicht sonderlich interessiert, sondern hat das Geschäft nur gemacht um mir einen Gefallen zu tun. Zumindest hatte ich damals den Eindruck.

Jetzt ist hat mein früherer Freund sich bei mir gemeldet, weil er wieder zurückgezogen ist. Er hat mittlerweile Familie und wir haben die Freundschaft wieder aufgenommen. Ich hatte die Sache mit dem Kunstwerk fast vergessen, als er mich unlängst darauf angesprochen hat. Er meinte, ein solches oder ähnliches Stück bei einer Auktion gesehen zu haben, das für mehrere zehntausende Euro versteigert wurde und bei seinen Bauschulden wäre dies sicherlich eine große Hilfe. Da auch ich in ziemlich bescheidenen Verhältnissen lebe, war er der Meinung, wir sollten uns schnellstens auf die Suche machen. Ich sagte ihm, dass das Teil immer noch unter der Erde liegen müsste, da mir die Sache ziemlich unangenehm war. Seither sucht er jedes Wochenende nach dem Platz, denn die Landschaft hat sich sehr verändert und von den eingeritzten Kennzeichen ist wohl überhaupt nichts mehr zu sehen, wenn die Bäume überhaupt noch stehen. Er ist ziemlich besessen deswegen und rückt immer mit Schaufel und Hacke aus. Selbst einen Metalldetektor hat er sich jetzt zugelegt. Ich behaupt immer, keine Zeit zu haben, denke aber manchmal darüber nach, dass es schon sehr gemein ist, ihn in dem Glauben zu lassen. Die Wahrheit werde ich ihm aber auf keinen Fall sagen. Dafür möchte ich um Verzeihung bitten.

Beichthaus.com Beichte #00040232 vom 27.08.2017 um 11:28:49 Uhr (7 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Reservierung für ein französisches Restaurant

6

anhören

Boshaftigkeit Falschheit Telefon Nürnberg

Eines Tages klingelte mein Telefon und jemand wollte für ein französisches Restaurant eine Platzreservierung aufgeben. Ich habe die Reservierung selbstverständlich angenommen und noch nach Sonderwünschen gefragt. Hinterher stellte sich heraus, dass sich der Anrufer in einer Ziffer bei der Nummer verwählt hatte. Tut mir leid, dass der Abend nicht so verlaufen ist wie geplant, aber in der Nähe sind noch jede Menge andere Gaststätten.

Beichthaus.com Beichte #00040230 vom 26.08.2017 um 19:10:12 Uhr in Nürnberg (6 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Gewichtsmessung in der Bank

8

anhören

Falschheit Boshaftigkeit Arbeit Nürnberg

Kurz vor Schalterschluss kam eine ältere Dame mit ihrer Enkelin in die Bank und erledigte irgendein belangloses Geschäft. Am Schluss fragte sie dann: "Ist das da oben eine Kamera?" - "Ja, da wird alles gefilmt, was hier im Raum passiert. Aber wir haben noch mehr. Schauen sie mal die Fliese, auf der sie gerade stehen. Das ist eine Waage, mit der ich ihr Gewicht feststellen kann!" Die Frau ist rot angelaufen und aus der Bank geflüchtet.

Beichthaus.com Beichte #00040222 vom 24.08.2017 um 05:15:34 Uhr in Nürnberg (8 Kommentare).

In WhatsApp teilen

So rächt man sich an seinem Ausbildungsplatz!

18

anhören

Rache Ungerechtigkeit Arbeit

Vor ein paar Monaten habe ich eine Ausbildung begonnen, meine zweite, denn eine abgeschlossene besitze ich bereits. Ich bin Mitte 20 und dachte mir "jetzt oder nie" und sollte nun also nochmals für drei Jahre Azubi sein - im Einzelhandel. Die Firma, in der ich gelandet bin, ist der allergrößte Kackhaufen, den ich bis dato erlebt habe und ich bin seit meinem 17. Lebensjahr vollkommen beruflich eingespannt. Überstunden ohne Ende (173 Stunden pro Monat sind erlaubt, ich komme nie unter 190 raus, die weder durch Freizeitausgleich noch durch Auszahlung beglichen werden), unfaire Personal-Einsatz-Pläne, dass es zum Himmel stinkt (Azubis haben niemals Samstags frei. Das ist oberstes Gebot) und grundsätzlich dieses "Depp vom Dienst"-Gehabe, obwohl jetzt schon ohne mich nichts mehr läuft. Einen zweiwöchigen Sommerurlaub gab es nur nach ewigem Betteln, obwohl er einem Azubi ebenfalls zusteht. Narrenfreiheit gibt es hier sowieso nicht, da Azubiss ihren Urlaub nach den Schulferien planen müssen - während der Schulzeit wird kein Urlaub erteilt. Wenigstens gab es hier ein Einsehen, ansonsten wäre ich wieder ohne Erholung da gestanden.

Wohlgemerkt lässt man mich jetzt schon allein im Laden stehen, ich mache abends die Kassenabrechnungen und auch sonst alles - Vollzeitkraft als Azubi getarnt mit mieser Bezahlung. Ich komme mit meinem Azubigehalt im Monat nicht aus, da ich mit meinem Mann seit anno dazumal in einer eigenen Wohnung lebe. Was dies kostet, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, das kennt ja jeder von euch. Das Ende vom Lied: ich könnte mir mit dem Rest meines Gehaltes nicht mal Kinokarten leisten, soll aber irgendwann in eine entfernte Filiale wechseln - ohne Auto (welches ebenfalls nicht drin ist) und kann mir nicht mal ein beschissenes Zugticket für den Monat leisten. Eine Hilfe von der Firma gibt es natürlich nicht; ist ja mein Problem. Ohne meine Rücklagen, die ich bereits Jahre davor geschaffen habe, wäre das ein Todesurteil.

Nach dem völlig überzogenen Getrieze jeden Tag, dem "schleppe mal dies da hin" und den völlig berufsfremden Mobbing-Aufgaben und dem ständigen Bossing sagt mein eigentlich verheilter Bandscheibenvorfall jeden Tag "Guten Morgen und Gute Nacht", ich bin dem Burn-out nahe und nachdem ich dort drinnen einmal jedem meine Meinung gesagt habe, meinte die Ausbilderin zu mir auf gut deutsch "halt die Schnauze, dann ist alles in bester Ordnung." Ich muss mich aber ständig den Azubi-Mobbereien kommentarlos hingeben. Schuften ohne Ende, den Mund verboten bekommen, körperlich und nervlich am Ende sein, aufgrund des Azubi-Status wie der letzte Dreck behandelt werden und das für einen Lohn, dass es auf gut Deutsch die Sau graußt. Nicht mit uns - sagen mein Mann und ich. Da wir demnächst ohnehin heiraten möchten und eine Familie planen, haben wir uns dazu entschlossen, das Kinder kriegen von "spätestens in drei Jahren" auf JETZT zu verschieben.

Da in diesem Betrieb ohnehin katastrophale Zustände herrschen, weiß ich jetzt schon, dass ich ziemlich schnell im Berufsverbot lande und mich somit vollkommen auf Schwangerschaft, Mann und Familie konzentrieren kann. Durch die durch Hochzeit und Kind veränderten Steuerklassen verdient mein Mann zu seinem ohnehin schon guten Gehalt noch mehr, was uns ebenfalls in die Karten spielt. Nach der Geburt geht es dann direkt zwei Jahre in die Elternzeit - wobei mein Arbeitgeber natürlich fleißig im BV weiterhin voll und im Mutterschutz leider nur einen Teil zahlen muss. In der Elternzeit leider gar nichts mehr - das hätte ich denen jedoch auch noch gegönnt. Wer seine Mitarbeiter so verheizt und so ausbeutet, wie es mein jetziger Betrieb tut, hat es schlicht und ergreifend nicht anders verdient. Wenn ich dann wieder einsatzbereit bin, beende ich meine Ausbildung entweder in einem anderen Betrieb mit mehr Gehalt, der sich nach mir bereits die Hände leckt, oder ich lasse das Thema "Zweitausbildung" komplett in der Versenkung verschwinden und arbeite in meinem bisherigen Beruf weiter. Die Türen stehen offen. Wir freuen uns jedenfalls auf die hoffentlich bald eintretende Schwangerschaft und mein Mann freut sich vor allem über eines: wieder seine geliebte Frau bei sich zu haben und kein nervliches und körperliches Wrack, das er nicht mehr wiedererkennt.

Beichthaus.com Beichte #00040216 vom 23.08.2017 um 11:21:37 Uhr (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Krieg im Buchclub

12

anhören

Zwietracht Hass Feinde Bremen

Ich (m/23) bin Mitglied in einem Buchclub, welcher sich einmal in der Woche trifft. Vor drei Monaten hatte die Gruppe entschieden, ein sechstes Mitglied aufzunehmen, womit ich zu dem Zeitpunkt einverstanden war. Als ich den Koreaner (23) kennenlernte, war ich allerdings nicht mehr so begeistert, nicht nur, dass er arrogant und besserwisserisch war, er legte auch äußerst penetrante Verhaltensweisen an den Tag. Als sich der Buchclub bei mir verabredete, kam er zehn Minuten zu spät und erklärte grinsend, dass er zuvor in die Exkremente eines Hundes getreten war. Natürlich erst, nachdem er ein wenig durch meine Wohnung gelaufen war. Da ich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch bin, ignorierte ich diese Dreistigkeit - vorerst.

Als ich anfing, über ein Buch zu sprechen, korrigierte er mich im Minutentakt, der Protagonist hätte im zwölften Kapitel seine dritte Zigarette geraucht, nicht die vierte. Es waren unwichtige Kleinigkeiten mit der er mich zu provozieren versuchte. Wochenlang war ich der Leidtragende seiner impertinenten Provokationen, die anderen ließ er komischerweise in Ruhe. Nachdem wir uns bei ihm getroffen hatten, kannte ich seine Adresse, ich hatte ihm kurzerhand die Autoreifen zerstochen. Er schien zu wissen, wer dafür verantwortlich war, seine Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Mit großen, roten Buchstaben hatte er 'Arschficker' an meine Wohnungstür gesprüht, seine Handschrift hatte ich sofort erkannt!

Erbost fuhr ich am nächsten Abend zu dem Buchclubtreffen, welches dieses Mal bei einem älteren Ehepaar stattfand, um die kranke Sau zur Rede zustellen. Mit seinem Gewinnerlächeln fragte er scheinheilig, weshalb ich so gereizt wäre. Ich wollte gerade ausrasten, da fiel mir das typische Klischee über die Genitalien von Asiaten ein, grinsend sagte ich: 'Dass du einen kleinen Penis hast, ist mir klar, als Koreaner hat man es nicht einfach. Aber das ist kein Grund, um mich zu beleidigen. Sein Lächeln war sofort verschwunden und er wurde wütend. 'Ich habe keinen kleinen Penis, soll ich ihn rausholen, um es zu beweisen, A*schf*cker?' fragte er lautstark und ging auf mich zu. Auch meine Stimmung war im Keller, weshalb ich schon fast schrie: 'Halt deine verdammte Schnauze! Was fällt dir überhaupt ein, meine Tür zu verschandeln? Du dreckige Ratte!'

Wir schrien uns gegenseitig an und beleidigten uns, bis plötzlich zwei weinende Kinder im Wohnzimmer standen, es waren die Enkelkinder der beiden anderen Mitglieder, die uns beide unverzüglich rauswarfen. Auch unsere Mitgliedschaft im Buchclub wurde gekündigt, was sehr ärgerlich ist. Ich beichte nicht nur, dass ich mich auf einen vulgären Streit eingelassen habe, sondern auch, dass ich mittlerweile einen regelrechten Kleinkrieg mit dem Koreaner führe. Vandalismus und Wutanfälle begleiten uns nun täglich, doch ich werde nicht nachgeben, da er anfangen hat. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00040211 vom 22.08.2017 um 17:34:00 Uhr in Bremen (12 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000