Einzelgänger

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Engherzigkeit Ignoranz Ungerechtigkeit Familie

Ich (w/25) kann einfach meine Familie nicht lieben und fühle mich deswegen schlecht. Wenn ich von anderen Menschen so etwas höre, wie "ich vermisse meine Familie, ich habe sie zwei Wochen nicht mehr gesehen", kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen. Ich kann meine Familie wochenlang nicht sehen und vermisse sie überhaupt nicht. Im Gegenteil, mit ihnen zusammen zu sein, löst bei mir eher Stress aus. Seit Beginn der Pubertät fühle ich mich irgendwie fremd, ich habe das Gefühl, ich hätte überhaupt nichts mit ihnen gemeinsam. Seitdem hatte ich auch immer wieder Gedanken, einfach für ein Jahr wegzugehen, zum Beispiel ins Ausland, und den Kontakt in dieser Zeit auf ein Minimum zu beschränken oder komplett abzubrechen. Ich weiß überhaupt nicht, woran das liegt. Meine Familie hat mir überhaupt nichts getan, meine Eltern haben sich immer um mich gekümmert, mich nie geschlagen, mir meine komplette Ausbildung bezahlt und so weiter. Meine Großeltern haben sich ebenfalls immer um mich gekümmert, wenn meine Eltern keine Zeit hatten. Ich fühle mich schuldig, dass ich sie nicht so liebe wie andere Kinder und Enkelkinder ihre Eltern beziehungsweise Großeltern lieben. Vielleicht bin ich einfach als Einzelgängerin geboren worden. Ich habe auch keine Freunde und hatte noch nie eine Beziehung, aber die meiste Zeit stört mich das nicht mal.

Beichthaus.com Beichte #00030566 vom 09.12.2012 um 23:16:09 Uhr (23 Kommentare).

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Trocknet ja wieder

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Aggression Boshaftigkeit Rache Vandalismus Last Night Freiburg

Am Samstag war ich (w/31) im Freiburger Westbad und habe die Außenwette von "Wetten, dass...?!" angeschaut. Leider standen hinter mir gut angetrunkene Mitzwanziger, die sehr laut und beleidigend grölten. Als Erstes verschüttete eine von ihnen ihr Bier auf meinen Rücken und auf meine Jacke. Klar war ich nicht begeistert. Aber es wurde noch schlimmer. Statt einer Entschuldigung wurde ich angepöbelt und beleidigt. Daraufhin wurde ich sauer und fragte, was das soll. Als Antwort bekam ich lediglich, ich solle nicht zucken, es trockne ja alles und sonst mein Maul halten. Mir war eine weitere Kommunikation zu blöd, ich drehte mich weg und wollte nur die Wette sehen. Kurz darauf spuckte sie mir ohne Grund in die Haare und krallte sich an meiner Schulter fest, beleidigte weiter und verschüttete wieder ihren Alkohol. Mir wurde es zu bunt. Ich drehte mich um, nahm den knapp halbvollen Becher Bier und schüttete den mit den Worten: "stell dich nicht so an, trocknet ja wieder" in den Ausschnitt. Das Geschrei war groß, aber ich fühlte mich einfach besser. Die Gruppe um diese Dame hat dann andere Zuschauer belästigt, beleidigt und mit Alkohol übergossen. Es wurde, neben weiteren Jacken, Hosen und Haaren, auch ein heller Mantel mit Bier und Rotwein ruiniert.
Ich beichte hiermit, dass ich mich zu dieser kindischen Tat habe hinreißen lassen. Ich hätte auch einfach weggehen können, aber ich hatte einen tollen Platz und wollte nur die Wette genießen.

Beichthaus.com Beichte #00030563 vom 09.12.2012 um 20:35:43 Uhr in Freiburg (Ensisheimer Straße) (16 Kommentare).

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“Beichte

Erfahrung schlägt die große Klappe

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Boshaftigkeit Hochmut 50+ Sport Bonn

Erfahrung schlägt die große Klappe
In unserem Tennisclub spiele ich in der Seniorenmannschaft (über 60 Jahre) schon seit vielen Jahren Wettkampfspiele, im Rahmen des Tennisverbandes, mit anderen Clubs. Wir spielen auf bescheidenem Niveau (Kreisklasse), aber mit viel Spaß. Einer aus unserer Mannschaft fiel dabei allerdings aus dem Rahmen: Er konnte einfach nicht verlieren. Jedes Mal, wenn er verlor, fand er 1000 Gründe dafür. Wenn man ihn so hörte, mit welchen Gebrechen er zu dem Spiel angetreten ist, und dass er nur deswegen verloren hat, konnte man meinen, es hätte ihn jemand aus der Intensivstation auf den Tennisplatz geholt. Er war fest davon überzeugt, dass er ein brillanter Tennisspieler ist, den immer nur widrige Umstände davon abhalten, sein Können zu entfalten. In dem Tennisclub im Nachbardorf, gegen den wir fast jedes Jahr einmal im Rahmen der Wettkampfspiele antreten, war ein 82-Jähriger, der ein ganz exzellenter Tennisspieler war und früher in der Oberliga gespielt hat, zeitweise sogar in der Bundesliga. Mittlerweile war er schlecht zu Fuß, aber mit seiner brillanten Technik konnte er uns 60-Jährige aus der Kreisliga immer noch bezwingen. Wir haben ihn überredet, sich dort in seinem Club nochmal in der Mannschaft aufstellen zu lassen. Unsere Absicht dabei war, ihn einmal gegen unseren Aufschneider antreten zu lassen. Er hat es dann auch tatsächlich gemacht und eines Tages war es so weit: Er trat gegen unseren Gernegroß an. Als es soweit war, ging unser Freund voraus auf den Platz und wartete auf seinen Gegner. Als dieser auf den Platz kam, fielen ihm fast die Augen aus dem Kopf: Sein Gegner schlurfte mit einem Rollator auf den Platz. Erst dachte er noch an einen Witz und fing an zu lachen, aber sein 82-Jähriger Gegner war unbeirrt und nahm den Kampf auf, eine Hand auf den Rollator gestützt, in der anderen den Tennisschläger. Um es kurz zu machen: Der 82-Jährige gewann das Spiel gegen unseren Aufschneider mit 6:4, 6:4. Unser Freund war nervlich völlig am Ende und fuhr sofort nach Hause. Das Spiel hat jemand mit der Videokamera aufgenommen und Ausschnitte daraus beim Tennisball am Jahresende dem Publikum vorgeführt. Das war wirklich der Brüller. Unser grandioser Tennisfreund war zu diesem Zeitpunkt aber leider bereits aus dem Club ausgetreten. Vielleicht haben wir es etwas zu weit getrieben?

Beichthaus.com Beichte #00030561 vom 07.12.2012 um 17:11:30 Uhr in Bonn (13 Kommentare).

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Alkoholentzug

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Betrug Lügen Trunksucht Ernährung Meißen

Vor ein paar Jahren lebte bei mir in der Gegend ein Obdachloser, der den ganzen Tag vor einem Supermarkt herumlungerte und Billigbier einer bei uns im Osten bekannten Marke trank. Da er im alkoholisierten Zustand dazu neigte, Parolen aus dem NSDAP-Wahlkampf zu grölen, hatte er in dem Laden und in zahlreichen Weiteren Hausverbot. Als ich eines Tages von der Schule kam, sprach mich der notorische Trinker an und fragte, ob ich ihn beliefern kann. Da ich schon 17 war, beschloss ich, ihm gegen eine kleine Provision ein paar Dosen zu kaufen. Das Ganze entwickelte sich zu einem täglichen Ritual. Fortan spielte ich den Kurier für 50 Cent bis 1 Euro täglich, was sich schnell summierte, denn der arme Mann hatte immer Durst und der Laden war direkt an meinem Schulweg. Nach einiger Zeit hatte ich die Idee, ihm alkoholfreies Bier zu kaufen, es mit den Etiketten des alkoholhaltigen Biers zu versehen und so zu testen, ob er den Unterschied bemerkt. Die Fälschung sah sogar relativ echt aus, der Obdachlose merkte nichts.

Ich begann, mit meinem Laserdrucker selbst Etiketten zu kopieren und auf die Dosen mit alkoholfreiem Bier zu kleben. Da mein Vater einen Copyshop besitzt, hatten wir sogar ausreichend professionelle Folie zu Hause. Einerseits tat ich es, weil das alkoholfreie Bier ein paar Cent billiger war, andererseits, weil mich interessierte, wie sich das Verhalten des Obdachlosen ändern würde. Anscheinend hat er nie was gemerkt, erstaunlich war allerdings, dass er trotz seines Alkoholentzugs immer noch die alten Verhaltensmuster aufwies. Entweder, mir ist es gelungen, den Placebo-Effekt nachzuweisen, oder der Mann war einfach psychisch krank. Ich beichte hiermit, dass ich monatelang einem Obdachlosen regelmäßig kleine Mengen Geld unterschlagen habe und ihn für meine Hobbypsychologie-Versuche missbraucht habe. Wenigstens war er so für einige Zeit auf dem Trockenen, was seine Lebenserwartung wohl verlängert haben dürfte.

Beichthaus.com Beichte #00030558 vom 06.12.2012 um 22:20:25 Uhr in Meißen (Fabrikstraße) (21 Kommentare).

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Ein letztes Mal die Oma sehen

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Drogen Morallosigkeit 50+ Familie

Ich bin ein Mensch, der partout keine Horror-Filme schauen kann, in denen sich was Totes bewegt. Woran das liegt? Nein, nicht daran, dass ich eine Frau bin, sondern an meinen Eltern. Als ich 11 Jahre alt war, starb meine Oma. Dies war zwar traurig, aber irgendwann müssen wir alle einmal gehen. Und sie war weder krank, noch musste sie leiden - sondern starb friedlich im Schlaf. Das Problem an der Sache: Meine Eltern waren der festen Ansicht, dass ich mich unbedingt von Ihr verabschieden müsse. Also brachten sie mich 11 jähriges Mädel mit damals wirklich zartem Gemüt zu ihrer Leiche. Diese war bereits seit mindestens 10 Stunden in diesem leblosen Zustand, sodass sich die ersten Veränderungen bemerkbar machten. Ihre Haut weiß wie die Wand im krassen Kontrast zu ihren dunklen Haaren, die Augen bereits vertieft und die Lippen dunkel umrandet. Es war scheußlich und ließ mich nächtelang nicht los. Albträume verfolgten mich und jenes Bild war in meinen Kopf eingebrannt. Ich konnte nicht mehr in Ihre Wohnung gehen, ich konnte nicht mal mehr zu Ihrem Fenster hochschauen aus Angst, dass dann jenes Gesicht erscheinen würde. Ich habe sehr darunter gelitten, zumal ich meine Oma gerne in schönerer, freundlicher Erinnerung behalten hätte. Mittlerweile bin ich Mitte 20 und litt noch immer und jenem Trauma - bis ich irgendwann einmal bei einem Bekannten war und er mir einen Joint anbot. In meinem Kopf hallten sämtliche Verteufelungen, aber ich war neugierig und probierte. Was sollte schon groß passieren? Interessanterweise hatte ich in jener Nacht einen besonderen Traum. Ich träumte, dass meine Oma mich besuchte und mich fragte, warum ich eine solche Angst vor ihr hätte und dass Sie mich immer lieb gehabt hätte. Ich soll mir keine Sorgen machen und Sie würde auf mich aufpassen. Seitdem bin ich kuriert. Ich bin kein Drogenfreund, doch würde es immer wieder tun - ich denke die Bezeichnung bewusstseinserweiternd ist absolut gerechtfertigt. Übrigens: Meine Eltern haben bis heute kein Einsehen und konnten mich nie verstehen.

Beichthaus.com Beichte #00030554 vom 06.12.2012 um 18:57:47 Uhr (28 Kommentare).

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