Brandmeister

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Vandalismus Dummheit Schule

Als ich (m/25) in der elften Klasse war (da war ich 17), habe ich eine Dummheit begangen, die ich jetzt beichten werde. Aber erst einmal ein paar Sätze vorweg. Die Außenstelle unseres Gymnasiums, wo wir Unterricht hatten, liegt in einem ehemaligen russischen Kasernengelände. Einige der Gebäude sind leer stehend, in anderen gibt es öffentliche Behörden (Arbeitsamt, Bauamt, ...), in einem weiteren gibt es ein Jugendzentrum. Jeden Tag ging ich mit mehreren Kumpels in der großen Pause von der Außenstelle in ein Gebäude, wo günstig Mittagessen ausgegeben wurde. Auf dem Rückweg nahmen wir immer massenweise Papierservietten mit und warfen sie in eines der leer stehenden Gebäude, welches auf dem Weg lag (direkt gegenüber liegt das Arbeitsamt). Nach vielen Monaten lagen bestimmt schon etliche Kilos an Papierservietten und anderem Müll in dem Gebäude. Irgendwann wurde die Fensteröffnung, wo wir unseren Müll reinwarfen, bis auf einen kleinen Spalt zugemauert. Aber das hinderte uns nicht daran, weiter Servietten einzuwerfen. Eines Tages fragte einer meiner Kumpels, ob nicht jemand Feuer dabei hätte. Mein bester Kumpel hatte natürlich Feuer und irgendwie kam es, dass ich meine Serviette anzündete. Aber ich pustete sie gleich wieder aus. Wir warfen dann wie bisher unsere Servietten ins Haus und liefen zum Unterricht. Während wir im Unterricht saßen, hörte man Sirenen aufheulen. Ich dachte mir nix dabei. Leider waren wir in verschiedenen Klassen, so dass ich erst einige Zeit später aufgeklärt wurde. Das ganze passierte an einem Freitag. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und am Montag wusste es die ganze Schule. Aber alle hielten dicht und niemand hat mich verpfiffen! Danke, Leute! Wie bereits erwähnt, gegenüber war das Arbeitsamt! Das wäre ziemlich teuer geworden. Seitdem nannten mich die Leute Brandmeister oder fragten mich, wo es denn demnächst wieder brennen wird.


Vor drei Jahren hat mich einer der Kumpels von damals in einem sozialen Netzwerk zufällig wieder gefunden und der erste Eintrag von ihm auf meiner Pinnwand lautete: "Na, immer noch auf der Flucht vor der Feuerwehr?" Ich bitte hier nicht um Absolution, ich bin nur froh, dass nichts schlimmes passiert ist und die Tat mittlerweile verjährt ist.

Beichthaus.com Beichte #00029336 vom 03.09.2011 um 22:31:22 Uhr (10 Kommentare).

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Platz Katze, Platz

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Boshaftigkeit Völlerei Verrat Tiere Dummheit Stein

Zufällig bekam ich mit, dass die Katze meiner Nachbarin zu fett ist und abnehmen muss. Daher bekommt sie im Moment nur die Hälfte zu fressen. Diese Katze hat aber die Angewohnheit, schräg über mein Grundstück zu laufen. Und in einer uneinsehbaren Ecke bekommt sie jetzt immer die besten Leckereien in beliebiger Menge.

Alle wundern sich, warum die Katze immer fetter wird, obwohl sie auf Diät ist. Nächste Woche muss sie zum Tierarzt.

Beichthaus.com Beichte #00029331 vom 31.08.2011 um 22:52:19 Uhr in Stein (25 Kommentare).

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“Beichte

Nach dem Fleiß kam die Faulheit

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Faulheit Trägheit Trunksucht Arbeit Bielefeld

Ich habe eine Firma, die gut läuft. Das ist noch nicht lange so, und der Anfang war echt die Hölle, über Jahre hinaus. 100 Stunden-Wochen (sogar Weihnachten habe ich gearbeitet!), überhaupt keine Kohle, ich wusste ja teilweise gar nicht, wie ich unsere Miete und das Brot für meine Familie kaufen sollte. Selbst 3 Euro war für mich sehr viel Geld, denn ich hatte es einfach nicht. 3 Euro sind auch viel, wenn man sie nicht hat. Klingt vielleicht blöde, war aber so. Es gab Druck von allen Seiten: Meiner Frau, die nicht immer den Vermieter auf der Matte und endlich mal etwas Geld für Lebensmittel haben wollte, Lieferanten, die Kohle wollten, die ich nicht hatte, und Kunden, die Ware wollten, die ich nicht hatte, denn ich hatte ja keine Kohle, um Rohmaterial zu kaufen. War eine echt krasse Erfahrung, die über 3 1/2 Jahre ging.

Das habe ich getan, weil ich von meinem Erfolg überzeugt war. Ich hatte ein gutes Produkt, ein nahezu einzigartiges Konzept, dazu einen guten Preis und einen großen Markt. Jedenfalls läuft es mittlerweile ganz gut. Bin schuldenfrei, arbeite kaum mehr, habe mehr Geld in der Tasche als andere Leute im Monat verdienen und habe super Mitarbeiter, auf die ich mich absolut verlassen kann. Meine Beichte ist die: Ich arbeite kaum. Saufe sehr viel. Und lasse meine Leute arbeiten. Und daher fühle ich mich schlecht. Gut, ich zahle Übertarif und wir haben ein unglaublich gutes Betriebsklima, was mir wichtig ist. Meine Aufgabe ist es, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen, und das gelingt mir; Die Auftragsbücher sind brettvoll, und wir sind einfach sehr gut aufgestellt. Aber ich fühle mich einfach schlecht. Eine Kiste Bier hält gerade mal 3 Tage. Seit Jahren. Irgendwie ist das nicht richtig. Ich fühle mich so leer und ausgebrannt. Ich bin nicht reich an Geld, habe aber keine Geldsorgen, sondern ein Guthaben. Dazu habe ich Kinder und eine Frau, die man sich besser nicht wünschen kann. Nur ich fühle mich so falsch, leer und unsinnig. Werde nicht mehr gebraucht, noch nutze ich etwas.

Beichthaus.com Beichte #00029319 vom 29.08.2011 um 20:04:45 Uhr in Bielefeld (Seidenstickerstr.) (29 Kommentare).

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Meine Angst zu ertrinken

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Feigheit Verzweiflung Peinlichkeit

Es gibt eine Sache, die ich (m/25) auf den Tod nicht ausstehen kann: Schwimmen! Ich kann zwar schwimmen, aber habe seit ich denken kann große Angst, zu ertrinken. Auf dem Land halte ich Anstrengungen gut aus, auch wenn ich keine allzu große Sportskanone bin. Aber im Wasser erschöpfe ich sehr schnell. Daher bin ich in der Schule im Schwimmunterricht auch immer an der Außenbahn geschwommen, um mich bei Bedarf festhalten zu können. Den Bedarf gab es eigentlich immer. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie von einem Sprungbrett ins Wasser gehüpft und noch nicht einmal von der Kante des Beckens. Auch habe ich in der Grundschule mein "Seepferdchen" nicht bestanden, weil ich nicht tauchen konnte. Kurzum: Es graut mir vorm Schwimmen! In meiner Freizeit habe ich es bislang immer geschafft, mich vor Schwimmbädern zu drücken und niemand weiß davon, dass in mir Panik aufkommt, wenn ich vor einem Schimmbecken stehe. Seit meiner Schulzeit war ich in keinem Schwimmbad mehr. Doch diesen Monat kam es zu einem verhängnisvollen Vorfall. Ich war mit Freunden im Urlaub und sie wollten an einen großen See (mit Schiffsverkehr!) zum Baden gehen. Ich ging mit, weil ich ja schlecht sagen konnte, dass ich Angst habe. Doch als ich den riesigen See sah und die Wellen der Schiffe, war es bei mir aus. Es waren hunderte Leute an diesem See und zahlreiche davon waren im Wasser, viele waren extrem jünger als ich. Um mir nichts anmerken zu lassen, lief ich in Badehose gemeinsam mit meinen Freunden bis zum Steg, von dem aus man ins Wasser gelangte. Wir standen an der Kante, meine Freunde sind ins Wasser gesprungen. Ich wollte, aber konnte nicht. Die Angst war zu groß. Ich sagte meinen Freunden, mir ginge es nicht so gut und ich könne deshalb lieber doch nicht ins Wasser. Leider haben alle Leute auf dem Steg mitbekommen, dass ich Angst hatte, ich bin wie ein aufgescheuchtes Huhn hin und her gelaufen und habe mir eine Ausrede überlegt, die dann letztendlich wohl doch nicht so überzeugend war. Ich bin dann zurück zu unserem Platz auf der Liegewiese und habe auf meine Freunde gewartet. Unterdessen stiegen ein paar ortsansässige Männer aus dem Wasser. Als sie an mir vorbei liefen sagte einer: "Das ist doch der, der sich nicht getraut hat!" Daraufhin haben alle drei gelacht und liefen weiter. Ich wäre so gerne im Boden versunken. Das war so peinlich, einfach furchtbar. Kein Wunder, wenn man sich mit 25 nicht ins Wasser traut. Zum Glück kannte mich niemand und der See ist mehrere Autostunden von meinem Wohnort weg. Meine Freunde haben nicht mehr darüber gesprochen, ihnen war es wohl auch peinlich genug. Sorry!

Beichthaus.com Beichte #00029316 vom 28.08.2011 um 17:03:52 Uhr (21 Kommentare).

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“Beichte

Cappuccino especiale mit Keks

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Rache Boshaftigkeit Ekel Unreinlichkeit Ernährung München

Die Angelegenheit liegt nun schon vier Jahre zurück und ich bin oftmals nicht wirklich reumütig, wenn ich zurückdenke an jenen Sommer. Trotzdem würde mir eure Absolution guttun, für diesen Vorfall: Meine Ehefrau - ich bin fast versucht von meiner Ex zu reden, wir sind seit bald drei Jahren getrennt und haben einen grausamen Rosenkrieg - hatte ihre drei besten Freundinnen zu Besuch. Sie saßen bei uns im Wintergarten, soffen meinen Prosecco und erzählten sich irgendeinen Scheiß. Hauptthema war die laufende Scheidung einer der Grazien, und wie Frau dem Manne am Besten die Hosen auszieht. Die Finanziellen versteht sich. Denn für anderes waren sie nicht zu haben, obwohl sie alle erstaunlich gut für ihr Alter aussehen. Mir gingen diese Sitzungen tierisch gegen den Strich. Und als ich sie einmal freundlich begrüßte und mit kollektiver Missachtung gestraft wurde, langte es mir. Ich fragte die Damen, ob ich ihnen einen Cappuccino machen sollte. Das war dann okay für sie. In der Küche schmiss ich die Jura an, begann mit der Kaffeeproduktion und holte mir in der Zeit einen runter. Wegen der chronologischen Untervögelung brachte ich in drei Minuten eine ordentliche Portion zusammen, die ich in einen Edelstahlbehälter spritzte, mit heißer Milch verdünnte und dann akkurat aufschäumte.

Ich tat noch ein bisschen Zucker rein, weil ich fürchtete, dass meine körpereigene Sahne etwas vorschmeckte. Tat sie aber nicht. Und der Schaum war so fest, dass man ihn hätte schneiden können. Ich habe dann meinen Cappuccino especiale mit einem Keks serviert und voll Freude zugeschaut, wie die Damen die Schaumberge erst einmal löffelten und sich die Lippen leckten. Ich musste mir echt auf die Unterlippe beißen, um ob des Lobes nicht loszulachen oder ihnen die Wahrheit zu sagen. Inzwischen sind drei der Damen geschieden und meine führt noch den Rosenkrieg. Lag das am Sperma? Und ist der Ärger, den ich jetzt habe, der Lohn für mein damaliges Tun? Bitte vergebt mir, damit Frieden einkehren kann.

Beichthaus.com Beichte #00029311 vom 27.08.2011 um 19:18:59 Uhr in München (Ludwigstraße) (24 Kommentare).

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