Ausgelebt

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Drogen Trunksucht Verzweiflung Arbeit Berlin

Ich (m/24) habe in den letzten Jahren relativ heftig gelebt. Ich war sehr viel feiern - gerne von Freitagabend bis Sonntagnachmittag und das Ganze auch immer mit vielen Drogen und auch viel Alkohol. Habe viel gearbeitet (Werbeagentur) und mich viel in der Welt rumgetrieben. Letzte Woche habe ich nun die Quittung dafür erhalten: Nachdem ich Montagnachmittag so langsam runter gekommen bin, habe ich starke Depressionen bekommen. Ich bin am Schreibtisch in Tränen ausgebrochen und nach Hause gegangen. In der Agentur war ich auch schon eine Woche nicht mehr. Ich habe mein scheiß Blackberry einfach ausgeschaltet und am Dienstag eine Krankschreibung hingefaxt.

Sicherlich, ich weiß, die Depressionen sind auch Nebenwirkungen der Drogen, aber ich hatte die Woche viel Zeit zum Nachdenken. Irgendwie musste es ja so kommen. Ich war vielleicht 2-3 Jahre ständig gut gelaunt und immer motiviert und erfolgreich. Erfolgreich ist genau das richtige Wort und genau in diesen Stereotypen passe ich auch. Ich verdiene viel Geld, habe eine große Wohnung, teure Klamotten und den ganzen Quatsch. Ich bin vor einem Jahr einmal nachts mit einem Taxifahrer vom Flughafen ins Hotel durch die halbe Stadt gefahren. Er hatte ganz traurige Musik an und erzählte mir, man muss auch trauern können, um sein Glück zu genießen. Damals konnte ich nichts damit anfangen - trauern? Ich habe mir im Hotel noch eine Line gelegt und bin feiern gegangen, schließlich war der Termin mit dem Kunden erst in 9 Stunden. Jetzt sitze ich hier und frage mich, was das alles Wert ist? Viele haben mich immer beneidet, aber ich war in meiner alten Welt auch glücklich.

Beichthaus.com Beichte #00026756 vom 27.07.2009 um 17:32:33 Uhr in Berlin (28 Kommentare).

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Mit unsichtbarer Tinte durchs Staatsexamen

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Betrug Waghalsigkeit Studentenleben Konstanz

Nachdem ich das erste Mal durch das erste juristische Staatsexamen gefallen bin, habe ich mir in den USA Spezialtinte, die man nur unter ultraviolettem Licht sieht, und einen speziellen Leuchtstift bestellt. Zudem habe ich mir noch auf einigen Umwegen - ich kann euch sagen es war nicht leicht - die originalen leeren Schönfelder Einlegeblätter vom Beckverlag besorgt. Die Blätter habe ich dann mittels dieser Tinte mit allerlei hilfreichem Kommentarwissen und Schemata bedruckt und mithilfe eines ausgeklügelten Systems über Schönfelder und Sartorius (Gesetzessammlungen) verteilt. Mit dem Stift wurde die Tinte dann sichtbar, anders hat man sie nicht erkennen können. Nur wegen dieser kleinen Mogelei bin ich gerade so durchgekommen. In der mündlichen Prüfung habe ich dann leider auch nicht die beste Figur gemacht, denn da konnte ich meine Gimmicks ja nicht verwenden.

Beichthaus.com Beichte #00026755 vom 27.07.2009 um 15:17:22 Uhr in Konstanz (24 Kommentare).

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Malheur auf der Klassenfahrt

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Feigheit Unreinlichkeit Peinlichkeit Ekel Schule

Malheur auf der Klassenfahrt
Es war in der vierten Klasse, auf der Klassenfahrt. Nachdem wir alle ins Bett gebracht wurden, musste ich noch mal dringend aufs Klo, welches sich nicht auf den Zimmern befand. Ich stieg also aus dem Bett, wollte gerade die Tür öffnen und hörte dann die Lehrer, die im Flur saßen und aufpassten. Ich hatte Angst, Ärger zu kriegen, betrat also nicht den Flur. Ich stand dann mit voller Blase vor der Tür und betete, dass die Lehrer endlich ins Bett gehen würden. Ich wartete umsonst. Als es nicht mehr auszuhalten war, machte ich mir in die Hose. Schockiert sah ich zu, wie sich unter mir eine gelbe Pfütze bildete, die sich rasend schnell ausbreitete und drohte, unter dem Türspalt durchzusickern. Da begann die stressigste Viertelstunde meines Lebens: Ich musste alles wegwischen, und zwar so, dass niemand wach wurde, die Sachen wieder auswaschen, wegwischen, auswaschen, wegwischen. Am nächsten Morgen fragten alle, was hier so stinken würde. Ich habe meinen Koffer die restliche Woche nicht aufgemacht.

Beichthaus.com Beichte #00026754 vom 27.07.2009 um 02:56:30 Uhr (20 Kommentare).

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Kratzer ohne Täter

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Lügen Vandalismus Betrug Auto & Co.

Es war kurz, nachdem ich meinen Führerschein erworben hatte. Glücklicherweise konnte ich ihn schon mit 17 machen und musste dann noch ein Jahr mit Mama und Papa an meiner Seite durch die Gegend heizen. Leider haben wir ein wenig zu viel Landwirtschaft und einen großen Jeep, der in einer viel zu kleinen Garage steht. Da man jetzt schon ungefähr erkennen kann, dass ich auf dem Dorf lebe, lässt sich auch erklären, weshalb meine Eltern es nie so eng gesehen haben, wenn ich schon alleine durch die Gegend gefahren bin und nach den Rindern geschaut habe (Öko-Hof, alle Tiere stehen bei uns auf Weiden verteilt). Eines Tages war ich wohl ein wenig verträumter und bin mit dem Auto an der Garagenwand lang geschrammt. Glücklicherweise war nur so ein wenig Metall-Lack oberhalb des Radkastens verkratzt. In meinen Augen nur ein Schönheits-Fehler, den ich selbst ganz leicht beheben konnte. Kurzerhand habe ich einfach ein wenig Matsche genommen und die schön mit meinen Fingern darüber verteilt. Am Wochenende darauf ist mein Bruder mit dem Wagen auf einen Landwirtschaftsmarkt gefahren. Einem seiner Freunde ist aufgefallen, dass da neue Kratzer dran waren (verdammt, ich hatte natürlich nicht dran gedacht, dass die Matsche/Dreck ja auch nicht wasserfest ist).

Voller Empörung kam mein Bruder nach Hause und meinte: "Mir ist irgend so ein Penner an die Karre gefahren. Ich muss erst mal die Polizei rufen, damit die sich das anschauen und das Protokoll für die Versicherung aufnehmen, das wird bestimmt ein Schaden von über 1.000 Euro sein." Ich entgegnete nur: "Na, das ist aber eine Frechheit! Ja, dagegen solltest du etwas tun." Innerlich habe ich frohlockt und gedacht, na das ist ja super, da wurde aber schnell ein Sündenbock gefunden. Leider hatte ich nicht die Größe zu sagen, dass es meine Schuld war und ich die eigentliche Übeltäterin war. Die Polizei kam wenig später und das Auto stand richtig schön vor der Garage auf unserem Hof geparkt. Der Polizei ist natürlich sofort aufgefallen, dass die Kratzer irgendwie von einer (Haus)wand stammen mussten. Fast hätten wir eine Anzeige wegen Versicherungsbetrugs kassiert. Ich plädiere bis heute noch dafür, dass wir eine Frauen-Garage anschaffen. Leider ist mein Vater wegen dieser Sache immer noch sauer auf mich.

Beichthaus.com Beichte #00026753 vom 26.07.2009 um 23:27:40 Uhr (20 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Die Spuckcola

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Vorurteile Unreinlichkeit Restaurant

Die Spuckcola
Ich arbeite in einem Café neben einer Behindertenwerkstatt, und die "Patienten" kommen jeden Tag in das Café um etwas zu trinken. Zur gleichen Zeit kommen auch öfters irgendwelche Jugendlichen, die stark zur HipHop-Szene gehören, und sich gewaltig über die aus der Behindertenwerkstatt lustig machen. Vorgestern bestellte einer der Jugendlichen eine Cola bei mir und meinte "Bitte das Glas gut auswaschen, diese Leute sind eklig". Ich fand dieses Verhalten so dermaßen widerlich, dass ich das Glas eines der weniger-glücklichen Kunden nahm, es nicht auswusch, reinspuckte und die Cola servierte.

Beichthaus.com Beichte #00026752 vom 26.07.2009 um 22:50:38 Uhr (56 Kommentare).

Gebeichtet von d0ni
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