Eskalation im Hotel

11

anhören

Dummheit Ekel Trunksucht Vandalismus Last Night

Ich habe während dem Abitur noch meinen Grenzen gesucht. Wie auch an einem Wochenende, an dem vier Schüler unserer Schule das Privileg genießen durften, an einem Karriereseminar eines großen, börsennotierten Unternehmens teilnehmen zu dürfen, zusammen mit Schülern aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Ereignis fand in einem Fünf-Sterne-Hotel statt und sollte drei Tage andauern. Wir wurden gebeten, bereits am Freitag zu erscheinen, obwohl das Programm erst für Samstag angesetzt war. Da das Hotel nur 40 Kilometer von unserer Schule entfernt war, kamen wir selbstverständlich pünktlich zum Abendessen an. Leider feierte ein sehr guter Freund an diesem Abend noch seinen Geburtstag, wo wir natürlich noch hin mussten. In der entsprechenden Bar angekommen, betranken wir uns genüsslich und hatten einen Long Island Ice Tea nach dem anderen. Nachdem es mittlerweile spät in der Nacht war und die Bar gerade schloss, kam uns die glorreiche Idee, die Party in unserem Hotel fortzusetzen. Gesagt, getan. Mit zehn Freunden fuhren wir ins Hotel - mit Taxi selbstverständlich - und bedienten uns an der Bar. Wir tranken die teuersten Whiskys und Unmengen selbstkreierter Cocktails. Nachdem wir langsam ein Hungergefühl entwickelten, suchten wir die Hotelküche und wurden auch schnell fündig. Das Frühstücksbuffet für den nächsten Morgen war bereits perfekt angerichtet, für einen Moment zumindest. Also setzten wir unser Leben im Schlaraffenland fort und verwüsteten so ziemlich alles. Nachdem ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte und die Sonne langsam aufging, wollte ich auf mein Zimmer gehen. Kurz, nachdem ich mich hinlegte, überkam mich allerdings der Alkohol und landete im Bett. Plötzlich hörte ich jemanden neben mir sagen "Ich will noch nicht aufstehen". Ich versuchte, mir diese Situation in meinem Rausch zu erklären, hatte aber leider keinen Erfolg. Also rannte ich aus dem Zimmer und bemerkte auf dem Flur, dass mein wirkliches Zimmer ja eine Türe weiter ist und ging dort hinein, um ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Wie ich in das falsche Zimmer hinein kam, kann ich mir heute noch nicht erklären.


Auf dem Weg zum Frühstücksbuffet am nächsten Morgen wurden wir von einem Seminarleiter abgefangen und in einen Konferenzraum gebeten, in dem sämtliche Teilnehmer topfit versammelt waren, mit Ausnahme von uns. Es wurde berichtet, dass Getränke fehlen, die Küche ein Schweinestall sei, im ganzen Hotel Zigarettenstummel auf dem Boden liegen und jemand in der Küche sein großes Geschäft erledigt habe. Entsetzte Blicke in allen Gesichtern. In diesem Moment meldete sich ein junges Mädchen und fügte hinzu, dass jemand in ihr Bett gekotzt hätte. Nach einem kurzen Auflachen wurde es wieder ernst. Man teilte uns allen mit, dass das Seminar mit sofortiger Wirkung abgebrochen wird und auch in Zukunft nicht mehr stattfindet. Einige Leute fingen an zu weinen, andere warfen meinen Kumpels und mir böse Blicke zu, inklusive den Seminarleitern. In diesem Moment übergab sich ein Freund von mir. Nach unzähligen Bestellungen zum Direktor unserer Schule wurde die Situation so ernst, dass wir es nur mit viel Glück, richtigem Auftreten und Argumentationsgeschick schafften, die Schuld auf Unbekannte zu schieben und somit nicht von der Schule zu fliegen. Ich beichte also, dass es mir unendlich leid tut, mich damals so benommen, eine zehnjährige Tradition unserer Schule zerstört, dem Hotel und seinen Angestellten Mühe und Kosten bereitet und alle Teilnehmer um ein wertvolles Zertifikat gebracht zu haben. Jetzt kenne ich meine Grenzen.

Beichthaus.com Beichte #00030540 vom 04.12.2012 um 23:49:22 Uhr (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Potentielle Schwiegereltern treffen

14

anhören

Peinlichkeit Ekel Trunksucht

Ich (m/30) kam vor circa 10 Jahren mit einem russischen Mädchen zusammen. Sie hatte Geburtstag und lud mich ein mit ihrer Familie zu feiern. Ich kannte bis dato noch niemanden aus ihrer Familie außer ihre Cousine. Ich sagte natürlich zu, besorgte für sie ein Geschenk und für die Eltern einen Blumenstrauß und war der Meinung ich würde auf ein kleines, ruhiges Familienfest gehen. Wir würden was essen, vielleicht ein Glas Sekt trinken und das wärs dann schon. Ich war furchtbar nervös, weil sie mir erzählt hatte, dass ihre Eltern sehr streng seien und ich hatte die Befürchtung sie könnten mich nicht mögen. Als ich bei ihr Zuhause ankam, traf mich der erste Schlag. Sie wohnte in einem super schicken, großen Haus und die Inneneinrichtung sah auch ziemlich edel und teuer aus und irgendwie machte mich das noch nervöser. Natürlich hatte ich keinen Anzug an oder so was, sondern lediglich eine Jeans und einen Pullover. Ich sah es schon vor mir wie die Eltern mich abschätzig mustern und mich dann rausschmeißen, weil ich nicht gut genug für ihre Tochter bin.


Aber alles sollte ganz anders kommen. Entgegen meiner Vorstellung, dass es ein kleines, ruhiges Familienfest wird, wurde es eine riesige Feier. Die ganze Verwandtschaft war gekommen. Aus allen Teilen Deutschlands und die meisten aus Russland. Es gab so massig viel zu essen und der echte, russische Wodka floss in Strömen. Alle waren furchtbar nett zu mir und jeder wollte mit mir einen Kurzen trinken. Sobald mein Glas leer war, wurde es wieder aufgefüllt. Meine Freundin hatte kaum Zeit für mich, weil sie dauernd in Beschlag genommen wurde. Da wurde getanzt, geküsst und getrunken bis zum Abwinken. Ihre Eltern fanden mich anscheinend in Ordnung, denn auch sie wollten mit mir trinken. Es kam, wie es kommen musste. Ich war solche Massen an Alkohol nicht gewöhnt und nach zwei Portionen russischem Kartoffelsalat, wurde mir furchtbar schlecht. Nur leider war ich so betrunken, dass ich es nicht mehr zur Toilette schaffte, sondern nur noch in den Flur und mich dort in einen Mülleimer erbrach und mich dabei auch noch volle Kanne selbst ankotzte. Irgendwie schafften mich meine Freundin, ihre Mutter und ihre Tante ins Bad und da saß ich nun umringt von drei kichernden Frauen, stockbesoffen und voller Erbrochenem in der Badewanne und wurde von ihnen bis auf die Boxershorts ausgezogen und abgeduscht. Meine Freundin gab mir einen Pyjama ihres Vaters und brachte mich ins Bett und versicherte mir, dass sie ganz bestimmt nicht böse auf mich sei und ihre Eltern auch nicht.

Ich schämte mich am nächsten Morgen beim Frühstück in Grund und Boden, alle kicherten vor sich hin und ihre Mutter kam in das Esszimmer und rief: Na will jemand einen Wodka?! Und zu mir gewandt: Du vielleicht Michael? Aus dem Kichern wurde lautes Gelächter und meine Scham schlug in Ärger um, den ich mir aber nicht anmerken ließ. Ich dachte, ich beichte diese Geschichte mal, bevor ich meine Freundin nächstes Jahr im Januar heirate und ihre ganze Verwandtschaft wiedersehe.

Beichthaus.com Beichte #00030538 vom 04.12.2012 um 13:36:47 Uhr (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Das Geschäft mit der Kartoffelkanone

14

anhören

Boshaftigkeit Ekel Unreinlichkeit Gesellschaft Wacken

Auf einem sehr bekannten Festival in Norddeutschland habe ich mit einem Kollegen eine Kartoffelkanone aus zwei Colaflaschen, Panzertape und Rohren gebaut, die eigentlich den Pavillon unserer Gruppe halten sollten. Eine Kartoffelkanone ist eine gasbetriebene Kanone nach Explosionsprinzip. Also Deo rein, zumachen, vorne Köttbullar, Ravioli, Erde und diverses andere Zeug rein und zünden. Wir sind damit herumgegangen und haben die Leute unterhalten. Jeder durfte für zwei Zigaretten oder ein Bier ein paar mal auf die besoffenen Pinkler auf der anderen Seite des Pinkelgrabens schießen. Daraus ist ein richtig lukratives Geschäft geworden. Ich entschuldige mich für meine unverantwortliche Handlungsweise, da ich ziemlich besoffen war und Kartoffelkanonen unter das Waffengesetz fallen. Ich entschuldige mich auch im Nachhinein für sämtliche Pinkler, die währenddessen vor Schreck fast in den Graben gefallen wären oder morgens mit Erd-Ravioli-Matsch im Gesicht aufgewacht sind. Ich entschuldige mich ebenfalls bei dem vegetarischen Bassisten meiner damaligen Band, den ich durch gutes Zielen spontan zum Fleischesser gemacht habe und bei dem Gitarristen, der eine Zeit lang dachte, er hätte sich eingekackt, weil wir Erde direkt in seine Unterhose geschossen haben, während er auf dem Boden bäuchlings seinen ersten Rausch ausschlief.

Beichthaus.com Beichte #00030527 vom 03.12.2012 um 21:30:12 Uhr in Wacken (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Todesangst um die Tochter

34

anhören

Zorn Habgier Ignoranz Ex Schwangerschaft Dortmund

Ich (w/18) gehöre zu den weiß ich wie vielen Teeniemüttern Deutschlands. Die Schwangerschaft war schlicht und ergreifend jugendlicher Wahnsinn und eigene Dummheit, von außen betrachtet. Ich persönlich sehe es nicht als Fehler. Ich liebe meine Tochter über alles und mir wird oft gesagt, ich sei dazu geboren, Mutter zu sein. Nebenbei manage ich die Schule, in der ich ein paar Monate verpasst habe und bin auf einem recht guten Weg zu einem passablen Abitur. Aber was mich wirklich ankotzt, ist der dazugehörige Vater. Wir sind zwar nicht mehr zusammen, aber ich will natürlich, dass er sich auch um unsere Kleine kümmert. Er ist drei Jahre älter als ich, führt sich allerdings auf wie ein kleines Kind. Er kapiert das Prinzip einer Windel nicht, ekelt sich vor dem Po abwischen seiner eigenen Tochter, will nicht mit ihr draußen spazieren gehen und wenn wir dann mal gemeinsam unterwegs sind, zum Beispiel, um neue Klamotten für sie zu kaufen, dann geniert er sich total und hat Angst, mit dem Kinderwagen gesehen zu werden. Ich wette, die Freunde und Bekannten, die mich nicht kennen und das damals alles nicht mitgekriegt haben, wissen nicht mal, dass es unsere Kleine gibt. Er verleugnet seine Tochter und mich noch dazu und wenn er sich mal dazu herablässt, sich um sie zu kümmern, kann ich trotzdem nicht entspannen, weil er so unfähig ist. Einmal hat er sie im Kinderwagen im Flur vergessen, das andere Mal wäre sie fast von der Wickelkommode gefallen und einmal hat er ausprobiert, ob sie in der Badewanne selbstständig schwimmen könnte. Ich habe jedes Mal Todesangst, wenn ich was wirklich Wichtiges zu erledigen habe und sie dann bei ihm lassen muss. Mittlerweile telefoniere ich erst meine ganze Familie und meine Freunde ab, bevor ich sie ihm überlasse. Ab und zu ruft er in letzter Zeit an, ob er nicht mal wieder auf sie aufpassen kann und ich sage ihm jedes Mal ab. Es tut mir leid, dass ich ihm unsere Süße vorenthalte, aber jede Mutter hat so etwas wie einen Beschützerinstinkt und ich habe einfach Angst, dass, selbst wenn ich dabei bin, ich nicht mehr schnell genug eingreifen kann, wenn er wieder irgendwas Dummes mit ihr anstellt. Außerdem bin ich sauer, dass er sich für uns schämt und finde, er hat es nicht anders verdient.

Beichthaus.com Beichte #00030499 vom 28.11.2012 um 12:57:44 Uhr in Dortmund (Hannöversche Straße) (34 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Die vergebene Chance in Brasilien

42

anhören

Dummheit Verzweiflung Ex Brasilien

Ich habe vor zehn Jahren einen Riesenfehler gemacht, den ich bis heute und auch mein ganzes weiteres Leben bereuen werde. Zu dem Zeitpunkt des Fehlers war ich gerade zwanzig und auf Sprachreise in Brasilien. Dort habe ich einen netten Brasilianer kennengelernt und wir haben uns verliebt. Er war ganz anders als die deutschen Männer. Sehr humorvoll, unglaublich handwerklich begabt, hatte aber auch Temperament und konnte ganz schön auf den Tisch hauen. Wir haben uns immer besser verstanden und nach einem halben Jahr beschlossen, uns zu verloben. Ich hatte damals ernsthaft vor, in Brasilien zu bleiben und ihn dann auch zu heiraten. Meine Eltern fanden das natürlich nicht so toll, aber sie waren unter anderem ein Grund dafür, dass ich überhaupt auf Sprachreise gegangen bin. Eines Tages hat er mir dann eine grausame Geschichte erzählt, jedenfalls erschien sie mir damals so und ich habe gezeigt, wie dumm ich damals gewesen bin. Er war zwar Christ, hat mir aber erzählt, dass es in Brasilien einige Menschen gibt, die ihre Angehörigen nach deren Tod essen. Und um es noch schrecklicher zu machen, hat er mir gestanden, dass er das auch schon mal gemacht hat, bei seinem Onkel. Ich war davon total geschockt und wir hatten einen Streit. Er hat mir vorgeworfen, dass ich seine Kultur nicht respektiere und dass es sich bei diesem Akt um ein Zeichen der Ehre handelt. Ich habe ihn dann noch als Kannibalen beschimpft, worauf er mir eine sehr starke Ohrfeige gegeben hat. Schließlich bin ich völlig verstört wieder zurück nach Deutschland geflogen und habe mit niemandem darüber gesprochen; mein Herz war gebrochen und ich habe mir den nächstbesten Mann gesucht.


Leider ist daraus eine Schwangerschaft entstanden und ehe ich mich versah, war ich mit einem totalen Versager verheiratet. Mein Mann hat immer stärkere Ähnlichkeit mit dem Melitta-Mann und vor Kurzem hat er sogar bei einem Krimi geweint. Im Bett hat er eklige Vorlieben und ohne irgendwelche Reizwäsche läuft gar nichts, ich meine wirklich gar nichts. Seit Kurzem versucht er, mich sogar dazu zu überreden, deutlich an Gewicht zuzunehmen und scheint nicht zu registrieren, dass ich das wirklich nicht möchte. Das Ende vom Lied ist daher jetzt: Ich bin mit einem halben und eklig perversen Mann verheiratet, weil ich zu dumm war, Respekt vor den Sitten einer anderen Kultur aufzubringen. Vor Kurzem hat mein Mann jetzt auch noch seinen Job verloren, weil er morgens nicht aus dem Bett kommt. Anstatt Bewerbungen zu schreiben, guckt er sich im Internet lieber Serien an und vermutlich auch Pornos mit übergewichtigen Frauen, wenn ich mal wieder für ihn einkaufen darf. Diese Ehe existiert nur noch wegen meinem kleinen Sohn. Ich selber bin mit den Gedanken immer öfter in Brasilien und bei der Chance, die ich versaut habe.

Beichthaus.com Beichte #00030497 vom 27.11.2012 um 16:36:43 Uhr in Brasilien (Manaus) (42 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000