Der ausgedachte Todesfall

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Lügen Morallosigkeit Arbeit Aggression Oldenburg

Ich (w) musste mit 18 Jahren, als praktischen Teil der elften Klasse der Fachoberschule, ein viermonatiges Praktikum in einer Kinderkrippe machen. Allerdings waren die Erzieherinnen alles andere als freundlich und sozial. Sie lästerten über Kinder, deren Eltern und mich. Das war unüberhörbar, da die Tür offen stand und ich im Nebenraum war. Die Tratschtanten signalisierten generell wenig Interesse an ihrem Beruf. Ich fühlte mich sehr unwohl in dieser ach so sozialen Einrichtung. Eines Tages reichte es mir. Ich ging kurz raus, tat so, als würde ich telefonieren und lief dann fünf Minuten später heulend wieder herein. Dann sagte ich in meinem geheuchelten Heulkrampf zu meiner Anleiterin, dass mein Vater gerade verstorben wäre und ich soeben einen Anruf von meiner Mutter bekommen hatte. Meine Eltern sind geschieden und haben keinen Kontakt. Meine Anleiterin fuhr mich daraufhin sofort nach Hause und ich habe mich dann ganz gemütlich auf den Weg zu meinem Hausarzt gemacht, dem ich erzählte, dass ich auf dieses scheiß Praktikum keine Lust mehr habe und ob er mich vier Wochen krankschreiben könne. Das tat er dann auch freundlicherweise. Er kennt mich schon, seitdem ich ein kleines Kind war. Nach den vier Wochen "Trauerzeit" war das Praktikum dann zu Ende. Das ist jetzt sechs Jahre her und ich habe es seitdem, aufgrund meines schlechten Gewissens, niemandem erzählt.

Beichthaus.com Beichte #00030570 vom 10.12.2012 um 17:42:17 Uhr in Oldenburg (Luzernenstraße) (14 Kommentare).

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Schwierigkeiten im Bett

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Feigheit Lügen Stolz Intim Partnerschaft Dießen

Ich (m/19) möchte beichten, dass ich seit Jahren meinen gesamten Freundeskreis sowie Bekannte, Verwandte, Ärzte, und so weiter belüge. Alles fing mit 15 Jahren und der ersten Freundin an, mit der ich etwa fünf Monate zusammen war. Damals tasteten wir uns beide an Sex heran, hatten unser erstes Mal und viele weitere Male sollten folgen. Mit 16 Jahren wurde ich wegen einer Phimose beschnitten, danach ging die ganze Tragödie los. Nach der Beschneidung fühlte sich der Sex ganz anders an, viel stumpfer, er erregte mich nicht mehr. Das führte dazu, dass ich oftmals nicht zum Höhepunkt kam und das als Mann. Meine Freundin redete sich deswegen Schuldgefühle ein. Nach etwa einem Monat beendete ich deshalb die Beziehung zu ihr, ich wollte sie damit nicht weiter belasten. In den folgenden Jahren hatte ich immer wieder One-Night-Stands oder kurze Beziehungen, die immer damit endeten, dass ich es im Bett einfach nicht auf die Reihe bekam. Mit der Zeit entwickelte ich echte psychische Probleme, denn ich dachte, dass es gar nicht mehr funktioniert und behinderte mich damit selbst. Meinen Freunden erzählte ich immer, wie toll mein Sexleben wäre, wenn sie nachfragten. So entstanden gewisse Problemsituationen, wenn, zum Beispiel, eine meiner One-Night-Stands erzählte, dass der Sex eher peinlich gewesen wäre, weil ich es nicht auf die Reihe bekam, obwohl ich davor schon allen erzählt hatte, wie toll der Sex gewesen war. Auch meine lockeren Eltern fragten immer wieder nach. Ihnen erzählte ich auch, dass alles funktionierte. Sogar dem Urologen, den ich nach der OP noch einige Male zur Kontrolle besuchte, log ich was vor, weil mir die Wahrheit einfach peinlich gewesen wäre. Das ging bis vor ein paar Monaten so, guten Sex hatte ich in den letzten vier Jahren vielleicht vier oder fünf Mal. Viele meiner Lügen flogen auf, wodurch ich jetzt den Ruf eines Lügners habe, was ich den Leuten nicht einmal verdenken kann. Jedoch bin ich einfach zu stolz, als dass ich die Wahrheit preisgeben würde.


Ich entschuldige mich hiermit für all diese Lügen. Seit zwei Monaten baue ich jetzt eine Beziehung zu einem echt lieben Mädel auf, das mein Problem versteht. Wir arbeiten an allem und ich fühle, dass es langsam besser wird. Ich belüge auch niemanden mehr, habe mir geschworen, gar nie wieder zu lügen und mich in dieser Hinsicht zu ändern. Trotzdem habe ich viele Lügen erzählt und fühle mich schlecht deswegen. Es kommt der Tag, an dem ich alles offen legen werde, aber momentan bin ich einfach noch nicht bereit dazu.

Beichthaus.com Beichte #00030567 vom 10.12.2012 um 10:44:03 Uhr in Dießen (Am Fürholz) (15 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Ein


Einzelgänger

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Engherzigkeit Ignoranz Ungerechtigkeit Familie

Ich (w/25) kann einfach meine Familie nicht lieben und fühle mich deswegen schlecht. Wenn ich von anderen Menschen so etwas höre, wie "ich vermisse meine Familie, ich habe sie zwei Wochen nicht mehr gesehen", kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen. Ich kann meine Familie wochenlang nicht sehen und vermisse sie überhaupt nicht. Im Gegenteil, mit ihnen zusammen zu sein, löst bei mir eher Stress aus. Seit Beginn der Pubertät fühle ich mich irgendwie fremd, ich habe das Gefühl, ich hätte überhaupt nichts mit ihnen gemeinsam. Seitdem hatte ich auch immer wieder Gedanken, einfach für ein Jahr wegzugehen, zum Beispiel ins Ausland, und den Kontakt in dieser Zeit auf ein Minimum zu beschränken oder komplett abzubrechen. Ich weiß überhaupt nicht, woran das liegt. Meine Familie hat mir überhaupt nichts getan, meine Eltern haben sich immer um mich gekümmert, mich nie geschlagen, mir meine komplette Ausbildung bezahlt und so weiter. Meine Großeltern haben sich ebenfalls immer um mich gekümmert, wenn meine Eltern keine Zeit hatten. Ich fühle mich schuldig, dass ich sie nicht so liebe wie andere Kinder und Enkelkinder ihre Eltern beziehungsweise Großeltern lieben. Vielleicht bin ich einfach als Einzelgängerin geboren worden. Ich habe auch keine Freunde und hatte noch nie eine Beziehung, aber die meiste Zeit stört mich das nicht mal.

Beichthaus.com Beichte #00030566 vom 09.12.2012 um 23:16:09 Uhr (23 Kommentare).

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Glücklich mit Hartz IV

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Hass Falschheit Arbeit Geld Gesellschaft Damme

Mich kotzen diese ganzen verheulten Hartz-IV-Empfänger an, die wegen jeder Kleinigkeit jammern. Wenn sie am ersten eines Monats auf ihr Konto schauen oder ihren Scheck aus dem Postkasten nehmen und meckern, dass sie mit 374 Euro nicht überleben können. Schlimmer noch finde ich Hartz-4-Bezieher, die in einer Maßnahme sind, eine Aufwandsentschädigung von circa einem Euro erhalten und dann ihrem Frust Luft machen, dass sie für so wenig Geld arbeiten müssen und das Ganze als Zwangsarbeit bezeichnen. Die eigentliche Beichte aber ist, dass ich (m/27) selbst seit fast fünf Jahren Hartz 4 beziehe. Ich kann super davon leben und rege mich jedes mal auf, wenn Leute bei mir auf der Maßnahme über die paar Kröten meckern. Versteht mich nicht falsch! Mir ist durchaus bewusst, das einem mal die Waschmaschine, der Trockner oder der Herd kaputt gehen können. In solch einer Situation kann ich es durchaus nachvollziehen, dass man kurz jammert oder am Verzweifeln ist. Aber wenn meine Arbeitskollegen, die oft morgens schon nach Bier und Co. riechen, rund um die Uhr am Schimpfen sind, dass man sie zwingt, für einen Euro zu arbeiten, könnte ich austicken.

Die meisten scheinen zu vergessen, dass sie nicht nur diesen einen Euro bekommen, sondern Miete, Lebensunterhalt UND noch knapp 120 Euro Aufwandsentschädigung für die Maßnahme. Meine Kaltmiete beträgt 209 Euro. Die Nebenkosten belaufen sich auf 115 Euro. Der Lebensunterhalt ist mit 374 Euro gedeckt und dazu kommen noch die erwähnten 120 Euro. Macht zusammen 818 Euro. Und das für gerade mal 30 Stunden Arbeit in der Woche, die noch dazu nicht besonders schwer ist (Grünanlagen in der Stadt pflegen und Winterdienst). Manche Leute arbeiten für einen nur minimal höheren Lohn teilweise mehr als 40 Stunden in der Woche. Am Ende des Monats habe ich, obwohl ich rauche (aber keinen Alkohol trinke), meistens noch knapp 80 Euro, die ich in meine Spardose stecke. Ich denke, dass mich viele, vor allem steuerzahlende Arbeiter, verstehen werden. Dennoch fühle ich mich nicht gut dabei, so schlecht über die hier beschriebenen Leidensgenossen zu denken. Danke an alle Steuerzahler!

Beichthaus.com Beichte #00030556 vom 06.12.2012 um 21:42:28 Uhr in 49401 Damme (25 Kommentare).

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“Beichte

Übergewichtige Supernanny

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Hochmut Vorurteile Kinder Shopping

Ich (m/29) möchte mich entschuldigen, dass ich heute jemanden aufgrund seines Übergewichts beleidigt habe. Das Ganze kam so:
Ich war im Supermarkt, zusammen mit meiner dreijährigen Tochter. Unsere Kleine ist gerade etwas schwierig zu händeln, denn sie ist voll in der Trotzphase. An der Kasse griff sie natürlich zu den dort strategisch auf Kinderhöhe platzierten Süßigkeiten. Ich nahm sie ihr wieder weg und sagte: "Nein!" Natürlich darf sie auch mal Süßigkeiten essen, aber wir hatten erstens noch genug zu Hause und zweitens wollen meine Frau und ich ihr von Anfang an beibringen, dass man nicht immer seinen Willen durchsetzen kann. Die Kleine bekam einen ihrer Trotzanfälle. Sie fing erst an zu betteln. Als ich nicht nachgab, fing sie an zu weinen, und als das nichts brachte, warf sie sich schreiend vor der Kasse auf den Boden. Natürlich ist das peinlich, aber ich ignorierte sie weiterhin, denn ihre Wutanfälle sind spätestens nach ein paar Minuten vorbei. Plötzlich keifte es hinter mir: "Jetzt geben sie dem Kind endlich seine Süßigkeiten, ich will heute noch bezahlen!" Als ich mich umdrehte, um zu gucken, von wem das kam, sah ich Folgendes: Eine Frau, circa Mitte vierzig, stark übergewichtig, was sie aber nicht davon abgehalten hatte, sich in zwei Nummern zu kleine pinke Leggings und ein knalliges Oberteil mit Leopardenmuster zu quetschen. Sie hatte fettige Haare und in ihrem speckig glänzenden Gesicht mit Doppelkinn giftgrünen Lidschatten und neonpinken Lippenstift, wobei die Hälfte von dem Lippenstift auf ihren gelben Zähnen hing.


Ich gebe zu, meine Tochter blockierte gerade die Kasse, aber die Kasse nebenan war ebenfalls geöffnet, es stand keiner an und ich war der Meinung, es sei nicht zuviel verlangt, drei Meter weiter zu laufen, wobei das bei den Ausmaßen besagter Dame wohl eine Herausforderung war. Ich wollte keinen Stress und hob meine Tochter, die sich glücklicherweise langsam wieder beruhigt hatte, vom Boden auf und dachte, die Sache wäre erledigt. Falsch gedacht.
Besagte Dame war der Meinung, sie müsse mir in meine Erziehung reinquatschen. Keine Ahnung, warum sie sich für die Nachfolgerin der Supernanny hielt, aber sie belaberte mich von wegen ich dürfe nicht zu streng sein, das wäre ganz schlecht für Kinder, würde ihre Kreativität und Selbstständigkeit unterdrücken, und so ein paar Süßigkeiten wären ja nun wirklich nicht schlimm, schließlich seien Schokolade und Bonbons sogar gesund für Kinder, denn da sind ja Milch und Vitamine drin. Schließlich reichte es mir und ich sagte zu ihr: "Sie haben ja offensichtlich auch immer Süßigkeiten von ihren Eltern bekommen, das ist ja nicht zu übersehen, und man sieht auch, wie gesund das ist. Meine Tochter wird ab jetzt nie wieder so was bekommen, damit sie nicht irgendwann so fett wird wie Sie!"


Dann habe ich mich umgedreht und bin mit meiner Tochter auf dem Arm einfach weggegangen. Das Ganze tut mir im Nachhinein doch leid, ich weiß, es ist nicht richtig, Menschen aufgrund ihres Übergewichts zu beleidigen. Und ich war damit auch kein gutes Vorbild für meine Tochter. Ich habe auch nichts gegen Dicke allgemein, aber warum mischt sie sich in meine Erziehung ein?

Beichthaus.com Beichte #00030555 vom 06.12.2012 um 20:32:41 Uhr (28 Kommentare).

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