Mit Alkohol gegen die Ängste

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Dummheit Lügen Selbstverletzung Trunksucht Studentenleben

Ich möchte hiermit beichten, dass ich mein Leben ohne Alkohol, seit ich mein Studium begonnen habe, nicht länger ertrage. Die Tage sind geprägt von Lernstress, Deadlines, Prüfungen und dergleichen. Die Nächte kann ich nicht schlafen, weil mir der Kopf vor Existenz- und Versagensängsten zu platzen droht. Ich könnte so viele Jobs nebenbei machen, da ich mich für Intelligenter als 90 Prozent meiner Mitmenschen halte, dennoch traue ich mir selbst die simpelsten Aufgaben nicht zu und bin deshalb schon Mitte des Monats total pleite. Ich mache allerdings gute Miene zum bösen Spiel und lasse mir vor meiner Freundin und meinen Eltern nichts anmerken. Wenn wir mal ausgehen, markiere ich den fröhlich-zurückhaltenden Saufkumpanen, dabei bin ich, aufgrund meines gewohnten Alkoholkonsums, nach einer, für die Anderen durchzechten, Nacht kaum mehr als angeheitert. Abends trinke ich Unmengen an Bier und Wodka, um den vergangenen Tag halbwegs zu verarbeiten und zu vergessen, dass morgen das gleiche Spiel wieder auf mich wartet. Ich schneide mir Arme und Oberkörper auf und gebe der Katze die Schuld, da alle wissen, dass ich auch nicht aufhöre, mit ihr zu spielen, wenn meine Arme schon komplett blutig sind. Wenn mich jemand darauf anspricht, reagiere ich abweisend, teilweise sogar aggressiv, da es sie doch überhaupt nichts angeht. Meiner Freundin möchte ich von meiner Gefühlslage nichts mitteilen, da ich weiß, dass sie ebenfalls so eine Phase durchlebt hat und die Angst, dass sie sich eine Teilschuld geben und wieder damit anfangen könnte, ist bei mir zu groß. Deswegen werde ich auch weiterhin nichts sagen.

Beichthaus.com Beichte #00030484 vom 22.11.2012 um 23:08:35 Uhr (29 Kommentare).

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Alle schlafen, zwei miteinander

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Dummheit Peinlichkeit Sex Freunde Last Night

Seit einiger Zeit habe ich (w/19) ab und zu Sex mit einem Kumpel. Keine wirkliche Affäre, eher sporadisch, wenn sich gerade eine Gelegenheit ergibt. Es begann vor etwa einem Jahr, gleich mit einem peinlichen Erlebnis. Wir waren mit Freunden auf einer Party und hatten alle reichlich Alkohol intus. Da Viele nicht direkt in der Stadt wohnten, übernachteten wir, wie so oft, in der WG von Freunden. Als wir dort ankamen, waren schon überall in der Wohnung Matratzen und Sofas mit schlafenden Leuten belegt. Total müde legte ich mich im Wohnzimmer auf eine halbfreie Matratze, wo schon jemand schlief. Mein Kumpel legte sich neben mich, es wurde schon ziemlich eng, was allerdings niemanden störte. Da noch einige Leute wach waren, haben wir uns noch ein wenig mit ihnen unterhalten. Jedoch merkte ich schon da, wie mein Kumpel meinen Bauch streichelte und mich dann unauffällig küsste, als niemand hinsah. Nun waren endlich alle am schlafen oder verschwunden und er begann, mich am ganzen Körper zu streicheln. Letztendlich hatten wir Sex. Der andere Typ lag keine zehn Zentimeter von mir entfernt. Wir waren leise und haben uns so unauffällig wie möglich benommen, jedoch weiß ich immer noch nicht, ob er wirklich schlief oder sich nur schlafend gestellt hatte, um uns nicht zu stören. Am nächsten Morgen hoffte ich nur, dass alle Anderen genauso betrunken waren wie wir und nichts davon mitbekommen haben. Ich habe noch immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich dem Typen begegne.

Beichthaus.com Beichte #00030481 vom 22.11.2012 um 13:06:43 Uhr (16 Kommentare).

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“Beichte

Mein Spielautomat

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Boshaftigkeit Betrug Engherzigkeit Freunde Geld

Ich (m) war eine lange Zeit spielsüchtig. Hatte vor einem Jahr einen Rückfall, der mir allerdings in der staatlichen Spielbank circa 23.000 Euro einbrachte. Anstatt das Geld sinnvoll beiseite zu legen, habe ich mir einen eigenen Spielautomaten zugelegt. Nun ist es so, dass man bei den Dingern einstellen kann, ob sie eine komplette Fressphase bekommen oder vehement Gewinne ausschütten. Ich habe größtenteils alleine daran gespielt und war erschrocken, als ich es nach einem Monat öffnete. Ich hatte zirka 800 Euro "verspielt". In diesem Moment kam mir die Idee, das Gerät bei meiner Geburtstagsfeier im Keller aufzustellen. Natürlich stellte ich eine Fressphase ein und meine Gäste verzockten an dem Abend 200 Euro. Seit diesem Tage an stelle ich den Automaten immer bei jeder Feier auf. Wenn meine Gäste von dem Spielautomat verärgert sind, stelle ich ihn heimlich auf Gewinnausschüttung um und spiele selbst daran. Dadurch sind die anderen dermaßen beeindruckt, dass sie direkt wieder Geld hineinschmeißen, welches mir dann zugute kommt. Ich habe schon auf diese Art und Weise 2000 Euro verdient und schäme mich dafür, meine Freunde auszunehmen. Aber keiner zwingt sie zum Spielen.

Beichthaus.com Beichte #00030479 vom 22.11.2012 um 11:01:44 Uhr (23 Kommentare).

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Das Unglück der Ältesten

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Engherzigkeit Ungerechtigkeit Hass Familie

Ich (w) beichte, dass ich meine Eltern hasse. Ich bin religiös aufgewachsen und habe sehr wohl gelernt, Vater und Mutter zu ehren. Allerdings finde ich, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhen sollte und ich fühle mich nicht gerade geehrt. Ich habe zwei kleine Geschwister und damit die leidvolle Aufgabe der Ältesten, was so viel bedeutete wie, wenn einer heulte, war ich schuld und kassierte den Schlag ins Gesicht. Meine mittlere Schwester ist nicht viel jünger als ich und das war auch gut so, denn so konnten wir aufeinander aufpassen und hatten wenigstens einen Menschen auf der Welt. Als ich sechs Jahre alt war, gingen meine Eltern gerne auch mal die ganze Nacht weg und ich musste auf meine vier Jahre alte Schwester aufpassen. Mit fünf Jahren zwang mein Vater mich, zur Musikschule zu gehen und Klavier spielen zu lernen, was ich nur mit mäßiger Begeisterung tat. Ich war einfach nicht gut. Ich hatte kein Ohr dafür, kein Taktgefühl, jedes Stück musste ich mir hart erarbeiten und das nur, weil er wollte, dass ich später in der Kirche Choräle spiele. Sowieso ist die Kirche ja das Wichtigste überhaupt. Egal wie müde man war, es musste abends gebetet werden und jeden Sonntag durfte man im Gottesdienst vergammeln.


Wenn mein Vater von der Arbeit kam, zwang er mich zum Klavier spielen, selbst wenn ich schon vorher die halbe Stunde geübt hatte. Einmal zog er mich an den Füßen vom Hochbett bis ich mich nicht mehr halten konnte und mit dem Kopf auf die Leiter und den Boden knallte. Ich wehrte mich und der Kampf ging an der Treppe weiter, die zum Wohnzimmer führte. Ich hielt mich am Geländer fest, rutschte weg, er ließ los und ich fiel die Treppe runter. Ich heulte wie ein Schlosshund, aber er trug mich zum Klavier, setzte mich auf den Stuhl und ließ mich spielen. Vor lauter Tränen konnte ich gar nichts mehr sehen, aber ich spielte fast tadellos. Was meine Mutter in meiner Kindheit gemacht hat, weiß ich nicht mehr. Ich weiß, dass sie manchmal mit uns gebastelt hat, wochenlang auf irgendwelchen Kuren war und ihre Schläge immer schlimmer waren, weil ich da emotional viel mehr litt. Meine Schwester und ich haben alles zusammen und vor allem alleine gemacht. Für mich gab es nur sie. Hatten wir uns gestritten, kam unsere Mutter rein, hat rumgebrüllt, mich geohrfeigt und ist wieder gegangen und obwohl wir uns keine fünf Sekunden vorher übel gezofft hatten, haben wir uns danach gegenseitig getröstet. An meinem ersten Schultag bin ich alleine in eine fremde Stadt mit dem Bus gefahren, während alle anderen Kinder von ihren stolzen Eltern zur Schule gefahren wurden. Ich konnte als Erste lesen und schreiben, hatte einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und einen eisernen Willen. Freunde fand ich eher schwer, weil ich im Kopf einfach weiter war als die anderen Kinder und die Älteren wollten nicht mit mir spielen. Obwohl meine Schwester und ich uns liebten und sie immer fair und lieb zu mir war, wurden wir unterschiedlich behandelt. War ich krank, musste ich, wenn ich schon mal Zuhause war, abwaschen oder sonstigen Haushaltskram erledigen. War sie krank, musste ich ihr Tee ans Bett bringen und es wurde extra zum Arzt gefahren. Waren Mama und ich einkaufen, redete sie dauernd davon, was meine Schwester alles brauchen würde. Wenn ich etwas haben wollte, hieß es immer, ich hätte ja schon so viel. Dazu muss ich sagen, ich habe, seitdem ich so 12, 13 Jahre alt war, bis zu meinem 19. Lebensjahr, immer nur eine Hose besessen, bis diese zu kaputt war, um sie weiterhin anzuziehen, dann bekam ich eine neue. Als ich angefahren wurde und mir die Rippen gebrochen habe und eine Woche lang im Krankenhaus war, besuchte mich mein Vater einmal, um mir Sachen vorbei zu bringen. Vorher hatte ich drei Tage lang in den Klamotten aus dem Fundus des Krankenhauses vor mich hin vegetiert. Ein paar Monate später war meine Schwester im Krankenhaus, weil bei ihr Diabetes festgestellt wurde und, ich schwöre, wir waren geschlossen als Familie fast jeden Tag zweimal da. Meine zweite Schwester wurde geboren, Papas kleiner Sonnenschein und wir waren sowieso uninteressant. Meine Eltern haben sich nie verstanden und ich verstehe nicht, wie dieses Kind in dieser lieblosen Verbindung entstanden ist. Aber als ich 14 war, zwang ich meine Mutter, sich endlich zu trennen und auszuziehen. Ich habe quasi meine Familie geschnappt, Wohnungen angeschaut, war mit meiner Mutter bei sämtlichen Ämtern, nebenbei besuchte ich die Schule und tröstete beide Schwestern und meine Mutter, die keine Mutter mehr war. Unfähig einkaufen zu gehen, zu kochen oder sonstige mütterliche Pflichten zu erfüllen, übernahm ich das eben. Ich habe nie persönlich weder ein Danke, noch ein Wort der Anerkennung von ihr gehört. Um die Gräueltaten meiner Mutter und meines Vaters während meiner Jugendzeit aufzuzählen, bräuchte ich sicherlich noch eine Beichte, aber es war schlimm.


Inzwischen habe ich Depressionen, kriege nichts mehr auf die Reihe und bin auf dem besten Wege, alles hinzuschmeißen. Mittlerweile bin ich ausgezogen, aber aufgrund meiner Schwestern besuche ich meine Mutter immer noch. Und meine Beichte ist, dass ich sie trotz allem immer noch nicht richtig hassen kann. Das heißt, ich kann mich auch nicht von ihr abwenden und das macht mich fertig. Neulich hat sie mich gefragt, warum ich nicht mehr wie meine Schwester sein kann und dass sie mich eben "strenger" behandeln musste, weil ich so anders bin.

Beichthaus.com Beichte #00030478 vom 22.11.2012 um 06:49:44 Uhr (32 Kommentare).

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Lieber im Bett als in der Schule

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Dummheit Faulheit Lügen Schule

Mein halbes Leben ist eine Lüge. Ich (w/17) habe mit zirka neun oder zehn Jahren angefangen, die Schule zu schwänzen. Allerdings habe ich meinen Eltern (und jedem anderen, der es hören wollte) erzählt, dass ich durchgehend an Übelkeit, Kopfweh und/oder Bauchweh leide. Das habe ich immer weiter geführt. Zuerst war es ein Fehltag in der Woche, dann zwei, dann drei und so weiter, bis ich irgendwann fast überhaupt nicht mehr zur Schule ging. Meine Mutter hat sich natürlich richtig schlimme Sorgen gemacht. Sie hat mich gefragt, ob ich gemobbt werde oder ob ich vor den Lehrern Angst hätte, was ja aber nicht der Fall war, denn ich war einfach nur faul. Schließlich hat sie mich zu Psychologen geschleppt, die aber auch nichts machen konnten. Es ging immer weiter, bis ich irgendwann die neunte Klasse wiederholen musste, wegen zu vielen Versäumnissen. Gleichzeitig rannten wir von Arzt zu Arzt und zu diversen Psychologen. Natürlich haben sie alle nichts diagnostizieren können. Die neunte Klasse habe ich beim Wiederholen geschafft, aber durch den vielen Stress und die ganzen Psychologen, (die ich übrigens hasse) habe ich irgendwie einen Knacks bekommen und leide seit ein paar Monaten ziemlich schlimm an Depressionen. Jetzt, in der zehnten Klasse, habe ich wieder das gleiche Problem. Vielleicht bekomme ich meinen Abschluss nicht, weil ich zu viele Fehltage habe. Ich möchte also beichten, dass ich seit vielen Jahren Leute anlüge, mir im Moment mein ganzes Leben selbst versaue und das alles nur, weil ich absolut faul bin und ich es bis heute nicht geschafft habe, mit dem Lügen über Übelkeit, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen aufzuhören. Es tut mir so schrecklich leid, aber ich kann einfach nicht damit aufhören. Einen Tag in der Woche im Bett zu bleiben, ist einfach so verlockend. Wahrscheinlich bekomme ich irgendwann die Quittung dafür, wenn ich unter der Brücke schlafen muss, weil ich keine Ausbildung und kein Geld habe.

Beichthaus.com Beichte #00030476 vom 21.11.2012 um 23:24:33 Uhr (28 Kommentare).

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