Der komische, alte Mann auf meinem Heimweg

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Vorurteile Ignoranz Gesellschaft Hannover

Als ich (w/20) vierzehn war, war ich immer für meine Eltern, die lange arbeiten, einkaufen. Einmal, auf dem Weg nach Hause, wurde ich von einem älteren Mann, ungefähr Mitte fünfzig, angesprochen, der mir Geld schenken wollte. Ich habe abgelehnt und er sagte, dass ich das richtig gemacht hätte und nichts von Fremden annehmen sollte. Er sah mich an und machte mir unzählige Komplimente zu meinem Aussehen und meinem Verhalten. Mir war das sehr unangenehm, ich kannte ihn nicht und er war ein wenig unheimlich. Er hat mich aber dennoch ein Stück nach Hause begleitet. Der Mann erzählte mir plötzlich von verschiedenen Dingen, zum Beispiel, dass seine Schwester vor 27 Jahren gestorben war und er Arzt werden wollte, er es aber nie geschafft hat. Nachdem wir ein Stück gelaufen waren, umarmte er mich und fragte nach einem Abschiedskuss. Ich habe ihn auf die Wange geküsst und hoffte, dass er dann schnell nach Hause ging. Er hat mich auch auf die Wange geküsst und mich umarmt, danach ist er gegangen.

Als ich es damals meinen Eltern erzählt habe, waren sie schockiert und machten sich Sorgen. Sie dachten, der Mann wäre ein Vergewaltiger. Ich denke, er war einfach nur einsam und brauchte jemanden zum Reden. Mir tat er ein wenig leid, er war komisch, aber ganz bestimmt kein Vergewaltiger. Als ich mich heute mit meinem Freund unterhalten habe, ist mir diese Geschichte wieder eingefallen, er findet, dass ich damals sehr naiv war und es immer noch bin - er hat einen starken Drang, mich zu beschützen und es tut mir leid, dass ich dieses Gefühl vermutlich noch verstärkt habe. Vielleicht bin ich wirklich naiv, aber der Mann schien für mich keine bösen Hintergedanken zu haben.

Beichthaus.com Beichte #00039857 vom 07.06.2017 um 19:26:01 Uhr in Hannover (12 Kommentare).

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Eine Ohrfeige für meinen Freund

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Falschheit Ignoranz Liebe Frankfurt

Ich (w/29) habe ein schlechtes Gewissen aufgrund eines gemeinsamen Fetischs von mir und meinem Freund, obwohl das eigentlich nicht nötig wäre. Mein Freund (34), mit dem ich jetzt schon fast 9 Jahre zusammen bin, steht darauf Ohrfeigen zu bekommen. Er ist generell mal gerne etwas unterwürfiger aber nicht jemand der auf krasse Spiele steht. Es macht ihm wahnsinnig heiß, wenn er von mir geohrfeigt wird. Wir machen das einfach mal tagsüber oder beim Sex, aber insgesamt ziemlich regelmäßig und häufig, es ist fast schon ein tägliches Ritual.

Wie viele Ohrfeigen ich ihm gebe hängt ganz davon ab, wie viele er gerade will, mal nur 5-10, mal deutlich mehr über den Tag verteilt. Da ich gerne bei ihm bin, habe ich mich damit abgefunden, habe inzwischen auch Spaß daran und ich werde auch geil davon. Allerdings überkommt mich manchmal so ein seltsames Gefühl wenn ich im Fernsehen oder in der Zeitung etwas über häusliche Gewalt lese oder mit Freunden darüber spreche. Da wir niemandem davon erzählen wollen, behaupte ich dann immer schnell ihn noch nie geschlagen zu haben, obwohl ich ihm in fast 9 Jahren Beziehung bestimmt schon abertausende Ohrfeigen gegeben habe.

Manchmal wünschte ich, ich würde einfach mehr dazu stehen und mich deswegen nicht manchmal komisch fühlen. Ich beichte also, meinem Freund seit wir uns kennen wahrscheinlich Ohrfeigen im hohen 5-stelligen Bereich gegeben zu haben und dass wir Sex, bei dem ich ihn nicht klatsche, irgendwie nicht so richtig genießen können.

Beichthaus.com Beichte #00039843 vom 04.06.2017 um 17:11:34 Uhr in Frankfurt (15 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Kein Mitgefühl für den Verlust

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Engherzigkeit Ignoranz Unfall Hamburg

Ein guter Kumpel meines kleinen Bruders (Mitte 20) ist vor Kurzem bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen. Den guten Kumpel kannte ich (w) nicht persönlich, aber er soll wohl sehr beliebt und in seinem Umfeld wohl etwas bekannter gewesen sein (öffentlichkeitsbedingt). Er war etwa im selben Alter wie mein jüngerer Bruder. Einerseits tut es mir leid, dass der junge Mann so ums Leben gekommen ist, dass mein kleiner Bruder und die restlichen Freunde einen guten Kumpel verloren haben. In kleinen Teilen fühle ich auch mit der Familie, in die plötzliche eine Lücke gerissen wurde.

Andererseits ist die eigentliche Beichte, dass es mir langsam auf den Wecker geht, dass um den Tod des jungen Mannes soviel Tamtam gemacht wird: Täglich postet mein kleiner Bruder auf Facebook irgendwelche selbstgemachten Bilder mit dem Konterfei seines Kumpels, dazu irgendwelche Kalenderzitate. Eines ist kitschiger als das andere. Oder er teilt Links von Leuten, die ebenfalls solche kitschigen Bilder erstellt haben. Oder Artikel von Online-Magazinen, die vom Unfall berichten. Das geht so weit, dass mein Bruder inzwischen das Foto vom üblich prall dekorierten Unfallort zum Profilfoto gemacht hat. Inzwischen habe ich das Profil meines Bruders deswegen nicht mehr abonniert.

Jetzt beschwerte sich mein Bruder via Facebook, dass die Leute achtlos am Unfallort vorbeigehen und -fahren, als sei alles wie immer. Und genau darin liegt der Knackpunkt. So tragisch das auch alles auf der einen Seite ist - mich interessiert der Tod des jungen Mannes auf der anderen Seite überhaupt nicht, denn es sterben jeden Tag Leute. Auch solche, deren Leichen lange unentdeckt in ihren Wohnungen liegen, weil sie keiner vermisste. Um diese Leute, finde ich, sollte mal so getrauert werden. Dennoch: Die vielen schmalzigen Bilder helfen vielleicht bei der Trauer, machen den Mann aber auch nicht mehr lebendig.

Gleichzeitig hege ich also eine große Gleichgültigkeit gegenüber dem Verstorbenen und fühle mich von jedem Bild aus dieser Kategorie von Mal zu Mal genervter. Eigentlich sollte ich Mitgefühl mit meinem Bruder und seiner Trauer haben, welche mir allerdings fehlt. Das bereue ich.

Beichthaus.com Beichte #00039720 vom 09.05.2017 um 16:30:25 Uhr in 20249 Hamburg (Kellinghusenstraße) (7 Kommentare).

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Darmspiegelung fast ohne Abführmittel

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Ignoranz Gesundheit Dresden

Ich (m/41) hatte heute morgen eine Darmspiegelung. Dafür habe ich in der vergangenen Woche ein Abführpulver bekommen, das ich eigentlich gestern aufgelöst hätte trinken sollen. Ich habe in den letzten Tagen ganz normal gegessen, obwohl mich die Arzthelferin extra darauf hingewiesen hat und alles auch nochmal auf einem Merkblatt stand. Gestern Abend fiel mir dann ein, dass ich ja noch das widerliche Pulverzeug trinken muss. Davon habe ich auch nur die Häfte geschafft. Viel kam dann aber auch nicht raus. Nachdem ich aus der Narkose aufgewacht bin, kam der Arzt mit einem genervt vorwurfsvollen Blick zu mir und sagte: "Alles in Ordnung Herr ..., sie brauchen erst in 5-10 Jahren wiederzukommen. Zum Glück bin ich dann schon in Rente!"

Beichthaus.com Beichte #00039691 vom 02.05.2017 um 15:25:39 Uhr in Dresden (15 Kommentare).

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Unfall mit einem Porsche 911

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Ignoranz Auto & Co. Fulda

Ich habe vor Jahren Fahrerflucht begangen. Warum? Es war nach einem Konzert. Ich hatte das Auto voll, es war dunkel und hat geregnet. Beim Rangieren bin ich mit meinem Wagen rückwärts in einen schwarzen 911er, der im absoluten Halteverbot geparkt hatte. Ich habe mir das kurz angeschaut und dachte nur: "So ein Arschloch!" und: "Der ist sicher gut versichert." Die Versicherer sind ohnehin Verbrecher. Ich weiß, dass das unreine Gedanken waren und ich habe immer noch ein schlechtes Gewissen.

Beichthaus.com Beichte #00039632 vom 17.04.2017 um 00:23:33 Uhr in Fulda (8 Kommentare).

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