Der Schülerschreck

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Zorn Verzweiflung Schule Arbeit

Der Schülerschreck
Ich bin 33 Jahre alt und Lehrerin für Deutsch und Geschichte an einem Gymnasium, das sich nach einem berühmten deutschen Schriftsteller benannt, auf Sprachförderung spezialisiert hat. Das hört sich zwar toll an, ist aber eigentlich völlig nichtssagend. Die Schule unterscheidet sich kaum von anderen Lerninstituten, außer vielleicht in der technischen Ausstattung. In jedem noch so unwichtigen Raum hängt ein Smartboard, mit dem viele meiner älteren Kollegen überhaupt nicht zurechtkommen. Die Tafeln wurden vollends abgeschafft, wenn die Technik versagt, ist der Unterricht also Improvisation. Aber das ist eigentlich alles völlig unnötig, die Klassensätze Netbooks für die Informatikkurse und dieser ganze angeblich hilfreiche Technik-Quatsch macht keinen Sinn, wenn besagtes Gymnasium in einem Problemviertel liegt. Ich habe nichts gegen ausländische Schüler oder gegen Kinder von mittellosen Eltern, aber die Einstellung zum Lernen ist schon in den unteren Klassenstufen einfach schlecht. Keiner hat Lust, Hausaufgaben zu machen, zu lernen oder auch einfach nur zuzuhören, geschweige denn mitzuarbeiten. Je höher die Klassenstufe, desto höher der Prozentsatz der Schüler, die jährlich sitzen bleiben. Ich muss auf Fragen wie: "Was heißt untermauern?" in der elften Klasse antworten. Neulich hat mich ein Mädchen aus der achten Klasse gefragt, ob Europa ein Kontinent ist!

Ich verzweifle einfach nur in meinem Job. Die Eltern schieben die Verantwortung für schlechte Noten auf die Lehrer, die Lehrer verlieren jeglichen Tatendrang und die Schüler verdummen von Jahr zu Jahr mehr. Sie wissen, wie man das Smartboard benutzt, aber kriegen es nicht auf die Reihe, sich zu merken, dass die Weimarer Republik keine Diktatur war. Einmal war ich so sauer, dass ich mit einem Stück Gurke nach einem Schüler geworfen habe. Das war mir extrem peinlich, aber wurde allgemein als Spaß aufgefasst. Ich sehe einfach nicht ein, meine Zeit damit zu verschwenden, einen interessanten, abwechslungsreichen Unterricht vorzubereiten für einen Haufen primitiver Affen, der nicht fähig ist, sich länger als fünf Sekunden zu konzentrieren. Also habe ich dementsprechend resigniert und reagiert, obwohl mir das sehr missfällt, weil ich sicherlich nicht dafür jahrelang studiert habe. Ich bin einfach absichtlich zum Schülerschreck geworden. Ich gebe jeden Tag Hausaufgaben auf, ich zwinge die Kinder, jedes Mal aufzustehen, wenn ich in die Klasse komme. Sobald jemand unerlaubt spricht, fliegt er raus und kriegt eine sechs, wer seine Aufsätze oder Referate nicht rechtzeitig fertig hat, bekommt einen Brief nach Hause. Ich weiß, dass Angst nicht das beste Mittel ist, um Kindern etwas beizubringen, aber neuerdings ist es wunderbar ruhig. Ich lese gewissenhaft angefertigte Hausarbeiten und rege mich nicht mehr so doll auf. Ich denke, ich werde die Schüler noch eine Weile quälen und wenn ich das Gefühl habe, dass sie es verinnerlicht haben, werde ich wieder etwas milder sein. Diese Lehrer mochte ich als Schülerin damals auch am meisten und habe bei ihnen am besten gelernt.

Beichthaus.com Beichte #00030926 vom 24.03.2013 um 19:38:33 Uhr (69 Kommentare).

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Ein Herz für Mitarbeiter

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Verzweiflung Chef Lügen

Ich bin einer der Prokuristen in einem der größten Unternehmen in Deutschland. Im derzeitigen Standort haben wir etwa 2000 Mitarbeiter in unserem Haus. Um einmal die genauere Lage zu erklären, beschreibe ich einmal die Verhältnisse, wie sie in unserem Hause gegeben sind, speziell in meiner Abteilung. In meiner Abteilung haben wir verschiedenste Unterteilungen. Grundsätzlich haben wir vier höher gestellte Abteilungsleiter, die jeweils vier bis sechs kleinere Abteilungsleiter unter sich haben. In dieser Abteilung befinden sich 68 Mitarbeiter. Jeden einzelnen Mitarbeiter kenne ich für Chefverhältnisse sehr gut, ein gegenseitiges Du gehört bei mir im Bereich zum lockeren Ton und zum entspannten Arbeitsklima und -verhältnis. Ebenso die Azubis, die ihre kaufmännische Ausbildung bei mir durchleben, dürfen mich duzen. Neben den Ehepartnern, die ich zum Teil schon persönlich getroffen und kennengelernt habe, weiß ich vielerlei Dinge über die meisten Mitarbeiter, informiere mich regelmäßig über die familiäre Situation und Lage der Mitarbeiter und bei gegebenen Problemen habe ich für meine Mitarbeiter auch ein offenes Ohr, was dann in Form eines Mitarbeitergespräches eingetragen wird. Von meinem Chef habe ich jetzt gesagt bekommen, dass wir in meinem Bereich zwölf Stellen abbauen. In anderen Bereichen sind es bis zu 40 Stellen; diese sind aber auch dementsprechend größer. Mein persönliches Problem dabei ist, dass ich jeden Mitarbeiter einzeln kenne und morgens mindestens kurz begrüße und im Laufe des Tages mir einen kurzen Smalltalk erlaube. Deshalb habe ich ungeheure Schwierigkeiten damit, irgendwelche von den Mitarbeitern auszusortieren. Auch diejenigen, mit denen ich nicht so gut klarkomme, sind zumindest sehr gute Mitarbeiter und in ihrem Wissen nicht zu ersetzen.
Deshalb bin ich zu meinem Chef gegangen und habe ihm gesagt, dass es absolut unmöglich wäre, in meiner Abteilung Stellen zu streichen, da wir sowieso schon unterbesetzt sind. Im Allgemeinen trifft das nicht zu, da bei uns nicht so immens viel Arbeit anliegt, dass jeder Einzelne acht bis zwölf Stunden dauerhaft beschäftigt ist. Mein Chef hat das vorübergehend akzeptiert, allerdings weiß ich genau, dass er wieder auf mich zukommen wird und will, dass Stellen gestrichen werden. Ich werde aber im Traum nicht daran denken, einen meiner Mitarbeiter zu entlassen, gerade weil ich sie alle kenne und mir jeder ein wenig am Herz liegt. Zudem sind viele Elternteile in meiner Abteilung, was die Sache für mich moralisch noch schwieriger macht.

Beichthaus.com Beichte #00030913 vom 21.03.2013 um 10:10:40 Uhr (20 Kommentare).

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Die Farmville WG

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Rache Diebstahl WG Games

Die Farmville WG
Mein Mitbewohner meint, es ist cool, seinen Alarm auf fünf Uhr morgens zu stellen, nur um bei dem verdammten Farmville seine Ernte reinzubringen. Nach wochenlangem Terror finde ich es nun cool, sein teures Premium Duschgel und die Bodylotion zu benutzen.

Beichthaus.com Beichte #00030909 vom 20.03.2013 um 20:49:44 Uhr (10 Kommentare).

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Meine Angst vor dem Tod

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Nachdem ich (m/23) mittlerweile hunderte Beichten hier gelesen habe, möchte ich nun auch einmal etwas los werden, was mich seit Jahren bedrückt. Wenn mich jemand fragt, würde ich mich als Normalo bezeichnen. Normale Kindheit, normale Schulzeit, durchschnittliches Abi, danach Zivildienst und nun Studium. Am Ende meiner Zeit im Gymnasium, also in der elften und zwölften Klasse, fand ich Gefallen an Bewusstseinserweiterung, nicht zu verwechseln mit Bewusstseinsveränderung. Egal ob Alkohol, Gras oder psychedelische Sachen. Eigentlich wurde einmal in der Woche, meist Freitag oder Samstag, exzessiv gekifft und getrunken und alle paar Wochen durfte das Bewusstsein eine andere Dimension erleben. In dieser Zeit habe ich viel über mich gelernt. Das nur nebenbei. Ich schreibe davon, weil es eventuell meine jetzige Situation erklärt. Auch heute rauche ich noch gerne mal was Grünes, dabei bleibt es dann aber auch. Alkohol oder härtere Drogen sind die absolute Seltenheit. Jedenfalls ging alles seinen Gang und eines Abends, ich weiß nicht, wie lange das schon her ist, aber mindestens zwei Jahre, legte ich mich nüchtern schlafen und auf einmal wurde mir die eigene Sterblichkeit bewusst. Bähm. Das warf mich für ein paar Tage völlig aus der Bahn. Zu realisieren, dass ganz greifbar irgendwann der Tag da ist, irgendwann die Situation, der Moment kommt, wo ich mich plötzlich im Prozess des Sterbens, im Übergang zum Tod befinde und es kurz danach auch bin, war und ist für mich kaum zu ertragen. Klar, jeder stirbt irgendwann, das wisst ihr genauso gut wie ich, aber sich dem Thema Tod in all seiner Gänze bewusst zu werden, ist eine andere Geschichte.


Ich musste beispielsweise während einer Autofahrt plötzlich anfangen zu weinen, als ich einen Song von Pink Floyd hörte, den ich mit körperlichem Verfall in Verbindung bringe. Wenn Leute sterben, auch wenn ich sie nur flüchtig kannte, nimmt mich das schon extremst mit. Die Angst vor tödlichen Krankheiten treibt mich dazu, bestimmte Dinge zu essen oder nicht zu essen, zu tun oder nicht zu tun. Und so weiter. Ich kann mir vorstellen, dass viele mich in diesem Punkt nicht verstehen, daher habe ich diese Angst auch noch mit niemandem außer meiner Freundin und meinem besten Kumpel geteilt, aber es endlich mal aufzuschreiben und loszuwerden, hilft mir ungemein. Das Schlimme am Tod ist meiner Meinung nach die Ausweglosigkeit. Religiöse Menschen glauben wenigstens an irgendeine Art Weiterleben oder Wiedergeburt, für mich aber ist das alles Humbug, erfunden von Menschen wie mir, die wahnsinnige Angst vor dem unendlichen Nichts haben. Ich versuche mir einzureden, dass der Tod das Letzte im Leben sein wird, was ich erfahren darf, aber auch das ist kein Trost. Ich beichte also, dass ich als gestandener Mann und baldiger Familienvater wahnsinnig ängstlich bin und es wahrscheinlich auch noch bis zu meinem Ableben sein werde. Die Entwicklungspsychologie lehrt, dass die Angst vor dem Tod mit dem Alter abnimmt. Bei mir besteht da aber, glaube ich, keine Hoffnung.

Beichthaus.com Beichte #00030900 vom 19.03.2013 um 14:56:10 Uhr in Potsdam (Brauhausberg) (36 Kommentare).

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Hass auf meine Kollegen

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Hass Kollegen

Ich (w/23) bin seit einem halben Jahr als Sachbearbeiterin in einem recht angesehenen Unternehmen beschäftigt. Dort arbeite ich jedoch nur als Vertretung. Aufgrund mancher Arbeitsvorgänge muss ich mich in regelmäßigen Abständen mit den Kollegen aus einer anderen Abteilung absprechen. Dies ist für mich immer eine Überwindung, denn ich hasse es, diese Abteilung zu betreten. Ständig könnte ich der Dame am rechten Schreibtisch wegen ihrer herablassenden Art die Augen auskratzen. Der Dame am linken Platz würde ich gerne sagen, dass sie beim Duschen statt nur Wasser auch Seife benutzen muss und dem Herrn in der Mitte wünsche ich die Pest an den Hals. Sobald ich diese Abteilung verlasse, freue ich mich immer auf mein kleines Einzelbüro und meinen Chef, den ich nur alle zwei Tage sehen muss. Vor einer Woche hatte ich jedoch ein Personalgespräch und mir wurde mitgeteilt, dass die Kollegin, die ich vertrete, in zwei Monaten wieder zurückkommt. Man sagte mir daraufhin auch, dass ich in die oben besagte Abteilung wechseln dürfte. Ich nahm dieses Angebot zunächst an, werde aber an meinem letzten Tag im Einzelbüro die Kündigung einreichen. Keine zehn Pferde bekommen mich in diese Abteilung!


Eigentlich sollte ich für diese Chance dankbar sein. Viele sagen mir jetzt sicherlich, dass dies besser als gar keine Arbeit wäre aber das sehe ich anders. Lieber suche ich mir in aller Ruhe eine neue Arbeitsstelle und beziehe in dieser Zeit Arbeitslosengeld, als auch nur einen Tag mit diesen Idioten zu verbringen!

Beichthaus.com Beichte #00030898 vom 19.03.2013 um 03:28:54 Uhr (22 Kommentare).

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