Ich hasse mein Medizinstudium

16

anhören

Stolz Ungerechtigkeit Verzweiflung Studentenleben

Ich habe motiviert aus eigenem Willen mein Medizinstudium angefangen und studiere das jetzt im vierten Jahr erfolgreich. Der einzige Grund, warum ich es allerdings jetzt nicht abbreche, ist der, dass man mit dem Physikum allein nichts anfangen kann und ich dann mit 23 mit nichts dastehe. Seit einem halben Jahr ist mir erst so richtig schmerzlich bewusst, dass weder das Studium noch der Beruf mir im Entferntesten liegen oder mich interessieren.

Mit 19 hatte ich unterbewusst Angst davor, die Dinge zu machen, die mich interessierten und in denen ich gut war. Ich hatte enorme MInderwertigkeitsgefühle und die Überzeugung, darin dann genial sein zu müssen, was ich dann ja höchstwahrscheinlich nicht sein würde. Vor Medizin hatte ich keine Angst, ich wusste, dass es nicht meins ist und dachte, durch den unangehmen Teil davon muss man ja eh durch. Das wurde ja dazu auch immer so gesagt. Ich bin mit meinem eher mittel- bis geringgradigen Interesse für Naturwissenschaften o. Ä. in diesem Studium nicht allein. Viele interessiert nicht der Stoff, auch nicht in höheren, klinischen Semestern. Diese Entscheidung war damals eher unbewusst, ich habe mir dann tatsächlich richtig viel Motivation eingeredet für dieses Studium. Ich will aber eigentlich auch keinen "Menschen helfen", ich hasse es, Therapien aufzustellen und bin darin unbegabt. Ich habe noch nicht mal ein gutes Gedächtnis, ein visueller Typ bin ich eigentlich generell überhaupt nicht, mag Sprachen und Worte, Musik, also das Einzige, was man in diesem Studium nicht braucht. Wie man sich verarschen kann. Dann hatte ich eine Depression, habe alles gehasst.

Seit Kurzem hat sich das aber alles gelöst und mir geht es psychisch richtig gut. So gut ging es mir noch nie. Ich habe verstanden, dass man auch liebenswert sein kann, wenn man einfach nur Dinge gerne tut und kein Genie ist. Und ich merke zum ersten Mal, wie sich Respekt vor sich selbst anfühlt. Und ich sehe erst jetzt so richtig deutlich: Seit Jahren laufe ich in die Irre. Ich glaube, das ist auch allen die ganze Zeit schon klar, die mich besser kennen. Es ist absurd. Ich bin kein Arzt, keine einzige der Fachrichtungen interessiert mich. Ich will auch nicht in die Forschung, Verwaltung, Lehre, auch nicht Journalismus oder sonst etwas, ich will mich einfach null mit der Thematik Medizin beschäftigen. Ich liebe Menschen, aber ich will keine Labor- oder sonstwelche Werte zusammentragen und ihnen Therapien geben. Der menschliche Körper geht mir eigentlich in seiner Gesamtheit am Allerwertesten vorbei. In der Medizin werde ich immer irgendwie nicht richtig sein und das wird man merken. Es liegt null im Zentrum meiner Interessen und Fähigkeiten. Ich bin überhaupt kein analytischer Typ und auch kein Machertyp, ich bin scheiße im Organisieren und ich hasse auch Chirurgie, nicht wegen Ekel, sondern weil ich überhaupt nichts verstehe. Ich würde niemals wieder Medizin anfangen! Aber jetzt wäre es einfach unvernünftig, diese drei Jahre, die mir noch fehlen, nicht durchzuziehen. Könnte dann mit Sicherheit irgendwas arbeiten, im ärgsten Fall irgendetwas in der Verwaltung oder anderweitig, nichts Klinisches, und hätte ein zumindest finanziell ausgesorgt. Dann könnte ich ja eigentlich machen, was ich will.

Ich beichte, dass ich mich selbst verarsche - und das seit Jahren. Und ich beichte, dass ich diesen Studienplatz, den jemand anders so viel mehr verdient hätte, besetzt habe, weil ich nach der Schule zu depressiv und unkreativ war, mich mit meinen Interessen und mit Berufsbildern und generell mit meinem Leben auseinanderzusetzen. Ich beichte nicht, dass ich hier in Deutschland auf Staatskosten einen teuren Studienplatz verschwende, weil der Staat keine vernünftigen Auswahlverfahren hat für dieses Studium und Leute wie mich reinnimmt. Und ich beichte, dass ich selber mir so einen Scheiß angetan habe, der unnötig ist. Wahrscheinlich werde ich eh doch abbrechen. Es tut mir leid, ich wusste es damals wirklich nicht besser und ich war ja auch echt noch jung, wenn man es genau betrachtet.

Beichthaus.com Beichte #00040534 vom 26.10.2017 um 00:57:50 Uhr (16 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Mittel gegen Einsamkeit

15

anhören

Feigheit Peinlichkeit Neurosen Verzweiflung Gesundheit

Ich gucke in den Spiegel, um mich nicht so einsam zu fühlen. Meine Facebook-Freundesliste ist fast leer, ich erhalte selten eine Antwort auf PNs. Meine körperliche Krankheit (bin fast bettlägerig) plus meine Depressionen lassen mich kaum aus dem Haus kommen. Angehörige, die mich besuchen könnten, gibt es nicht. Ich gelte als austherapiert ohne Aussicht auf Besserung. Ich bin auch sehr hässlich. Adipös, Akne mit immer noch fast 40, dünnes, schütteres Haar (als Frau!), Bartwuchs. Akne und Bartwuchs decke ich täglich ab bzw. rasiere mich, auch wenn ich tagelang niemanden zu Gesicht bekomme. Es könnte ja jemand klingeln! Gegen mein Gewicht komme ich nicht an. 50 Kilo konnte ich alleine abnehmen, die letzten 30 Kilo schaffe ich leider nicht, so sehr ich mich anstrenge.

Aufgrund meiner Depressionen und der körperlichen Erkrankung habe ich auch kein Interesse und keine Kraft an neuen Aktivitäten, bei denen man Leute kennenlernen könnte. Ich habe verschiedene (kleine) Dinge versucht, wie z. B. einen Fotokurs, aber letztendlich hat es mich körperlich zu sehr erschöpft und davon sind die Depressionen wiederum schlimmer geworden. Selbsthilfegruppen vor Ort gibt es nicht und mir fehlt die Kraft, eine zu organisieren. Ich möchte so nicht weiterleben, weiß aber nicht, wo ich anfangen soll. Diverse Psychiatrieaufenthalte sind an meiner stark eingeschränkten Leistungsfähigkeit gescheitert. Aufgrunddessen wurde ich auch berentet. Ich möchte dem Steuerzahler nicht mehr länger auf der Tasche liegen, mir fällt aber nichts wirklich Konstruktives ein. Darum gucke ich in den Spiegel - sind dann schon zwei, denen es so geht.

Beichthaus.com Beichte #00040515 vom 22.10.2017 um 14:23:16 Uhr (15 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

Unternehmensberater haben fast meine Firma zerstört

20

anhören

Habgier Morallosigkeit Arbeit Hamburg

Nach meinem Informatikstudium habe ich in einer damals noch jungen Firma angefangen zu arbeiten, wir hatten schon sechzig Mitarbeiter, die Firma gab es aber erst seit etwa fünf Jahren. Unsere Verwaltung, Werbung usw. war nicht wirklich professionell, aber wir haben alle gut verdient und die Firma wurde immer größer, die Stimmung war auch gut und entspannt. Die Schwierigkeit mit der Verwaltung war allgemein bekannt und es herrschte die Auffassung, dass diese auch viel zu umfangreich ausgebaut war.

Meine Beichte ist nun, dass ich mir als junger Mitarbeiter hier einen Namen machen wollte, kurz entschlossen machte ich eine Firma aus Profi-BWLern ausfindig, die unsere Firma optimieren sollte. Die Präsentation der Firma war wirklich sehr überzeugend, wenn auch sehr aggressiv, alle Firmen mit denen bereits eine Zusammenarbeit stattgefunden hatte, haben innerhalb kürzester Zeit ihren Gewinn mindestens verdoppelt. Der Vertrag mit den Profi-BWLern war dann schnell unterzeichnet und die Ergebnisse konnte sich wirklich sehen lassen. Unsere Gewinne stiegen deutlich an und ich wurde in der Firma täglich gefeiert, zumindest von den anderen Kollegen aus dem Informatikbereich.

Der Verwaltung erging es zu dieser Zeit nicht so gut, diese wurde reduziert und ausgelagert, fast alle Kollegen aus dem Bereich wurden entlassen. Unseren Telefondienst übernahm ein Callcenter, die Buchführung ging an einen Steuerberater in einem anderen Bundesland. Nebenbei kümmerte sich die BWLer-Firma auch noch um unsere privaten Finanzen, wir wechselten fast alle die Versicherer und schlossen neue Verträge ab. Was die Firma genau machte, hat damals niemand so genau hinterfragt, das Ergebnis war aber, dass unsere Gehälter deutlich gestiegen waren.

Nach einem Jahr lief der Vertrag mit der Firma aus und es gab auch noch einmal einen Bonus, da das Unternehmen sein Ziel sogar übertroffen hatte. Von da an ging es mit der Firma dann ziemlich bergab, wir konnten uns das so gar nicht wirklich erklären. Die Profi-BWLer Firma wollte nicht wieder einspringen und hatte schon einen neuen Kunden. Also versuchten wir als Laien da durchzusteigen und konnten letzten Endes den Laden noch vor einer Insolvenz retten. Es war aber wirklich sehr knapp und wir mussten auch Softwarerechte an einen Konkurrenten verkaufen.

Fakt war, dass die Firma die ganze Zeit auf kurzfristige Gewinne umgestellt war, anfallende Kosten wurden genauso wie Investitionen verschoben. Logisch, dass da die Zahlen zunächst stimmten. Das Call-Center beispielsweise war so gesehen kaum dafür geeignet, wirklich technische Fragen zu beantworten, viele Stammkunden wechselten dann den Anbieter. Der Steuerberater stellte sich als eine Briefkastenfirma raus, die Person hatte nur das Nötigste gemacht und war mittlerweile nicht mehr auffindbar. Die neue Betriebshaftpflichtversicherung kam aus dem europäischen Ausland und verweigerte in einem Fall die Zahlung und kündigte uns dann den Vertrag. Die Streichung von Fortbildungen durch die Profi-BWLer hätte uns eigentlich stutzig machen sollen, zunächst fanden wir das aber auch recht gut, mehr Zeit zum Geld verdienen. Einige ältere Mitarbeiter waren nun aber nicht mehr auf den aktuellen Stand und mussten sich die Sachen während der Arbeit selbst beibringen, was alles sehr viel langsamer gemacht hat.

Ich kniete mich damals ziemlich rein, alles wieder geradezubiegen, aber ich war in der Firma einfach erledigt und niemand traute mir noch Verantwortung zu. Dass ich damals die Profi-BWLer angeschleppt hatte, hat nie jemand vergessen. Teilweise leider auch Mobbing, irgendwann tauchte z. B. eine Karikatur von mir auf, mein Kopf auf dem Körper einer Heuschrecke, als ob ich alleine für alles verantwortlich wäre. Und so habe ich dann vor fünf Jahren gekündigt und woanders angefangen. Allerdings erst nachdem die Firma gerettet war, so viel Stolz hatte ich noch.

Mir tut es leid, dass durch diese unnötige Aktion so viel Ärger entstanden ist, ich weiß von einem Kollegen, dass der Stress zu dieser Zeit ihn privat zuerst die Ehe und dann das Haus gekostet hat. Eine junges Mädel aus der Verwaltung, mit der ich damals oft geflirtet habe, konnte nach der Kündigung in einem Imbiss anfangen. Und es tut mir auch für mich selbst leid, ich habe damals bis tief in die Nacht gearbeitet und versucht den Schaden wieder auszugleichen, lange Zeit hatte ich so gesehen kein Privatleben mehr und habe insgesamt sieben gute Jahre verschenkt, um die Scherben wieder aufzufegen.

Beichthaus.com Beichte #00040452 vom 12.10.2017 um 15:10:19 Uhr in Hamburg (20 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Hilfe, meine Ex ist eine Prostituierte!

18

Prostitution Verzweiflung Ex Chemnitz

Ich (m/28) habe nach gut drei Jahren Beziehung mit meiner Ex herausgefunden, dass sie eine Prostituierte ist und das schon vor der Beziehung ausgeübt hat. Sie versichert mir, dass sie in der 3-jährigen Beziehung niemals fremdgegangen ist und den Beruf auch nicht ausgeübt […]
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00040435 vom 08.10.2017 um 09:41:20 Uhr in Chemnitz (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Xavier

9

Aggression Hass Zorn Berlin

Ich bekomme jedes Mal Aggressionen, wenn mal wieder ein Unwetter die Welt terrorisiert. Der Grund? Diese grauenvollen Namen! Ich könnte jedes Mal kotzen, kaum öffnet man eine Zeitung oder eine Internetseite, wird man mit diesen widerwärtigen Namen konfrontiert. Welcher […]
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00040421 vom 06.10.2017 um 19:31:57 Uhr in Berlin (9 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

Lies neue Beichten und vote für die Veröffentlichung! Hilf mit im PRECHECK - Bereich!