Talentiert und mit Zukunftsängsten

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Dummheit Verzweiflung Verschwendung Drogen Sport Berlin

Ich (m/20) bin gerade dabei, meine Lehre zum Kaufmann abzuschließen. Ich treibe regelmäßig Sport. Fußball ist meine größte Leidenschaft und ich danke Gott, dass ich ein riesiges Talent für diesen Sport geschenkt bekommen habe. Talentierte Menschen gibt es viele, […]
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Beichthaus.com Beichte #00030757 vom 05.02.2013 um 21:55:58 Uhr in Berlin (Stargarder Straße) (22 Kommentare).

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Streiche von allen Seiten

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Morallosigkeit Urlaub

Vor einigen Jahren (8. Klasse) im Skilager spielten wir einem Klassenkameraden, welcher übrigens kein Mobbingopfer war, einen Streich. Grundlage dafür wurden die Stockbetten. Auf einen unserer Skilager-Tage fiel der Unsinnige Donnerstag. Natürlich müssen Schüler den Tag ausnutzen und jeder möchte einen Streich spielen. Jedoch hatten wir den Vorteil, früher mit unserer Snowboardgruppe zurückzukehren und hatten dadurch viel Zeit, uns etwas zu überlegen. Für unseren Streich hoben wir den Lattenrost aus einem der Stockbetten, welches der besagten Person gehörte und legten die Matratze wieder hinauf. Diese konnte nun hindurch fallen, wenn man sich drauflegte. Auch testeten wir die Konstruktion, wir wollten ihn ja nicht verletzen. Als er dann schließlich ankam, hatte eine Person aus einer Parallelklasse ihm, aus welchen Gründen auch immer, Deo in die Augen gesprüht und er lief mit seinem Zeh gegen den Türrahmen, was ihm den Zehennagel leicht abhob. Er rannte deshalb weinend zu den Lehrern, um ihn zu verarzten zu lassen. Nachdem der Schmerz halbwegs gestillt wurde, ging er hinauf in sein Bett, um sich zu erholen. Er wusste ja nicht, dass der Lattenrost fehlte. Also ließ er sich oben auf das Bett fallen und fiel ohne Vorwarnung hindurch. Die Folge daraus war, dass er ein weiteres Mal weinte. Am nächsten und letzten Tag ist er deshalb nicht mehr Skigefahren, weil ihm beim zweiten "Unfall" der Zeh noch mehr verletzt wurde. Ich beichte, dass ich ihn weder vorgewarnt habe, noch das Bett wieder richtig stellte, obwohl ich wusste, wie es ihm ging und damit für ihn das Skilager, was für alle eine schöne Erinnerung war, zu einer schlechten gemacht habe.

Beichthaus.com Beichte #00030729 vom 29.01.2013 um 20:42:03 Uhr (12 Kommentare).

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Rache per Leistungskurs

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Boshaftigkeit Lügen Rache Feinde Schule Dortmund

Rache per Leistungskurs
Vor einigen Jahren, als ich (m) noch zur Schule (gymnasiale Oberstufe) ging, lästerte ein ehemaliger Klassenkamerad, mit dem ich mich nie besonders gut verstanden hatte, in meiner Abwesenheit in derbster Art und Weise über mich. Er erzählte beispielsweise herum, ich wäre schwul und er hätte mich schon mit diversen Jungs gesehen, was nicht der Wahrheit entsprach. Durch meine Freunde erfuhr ich relativ zügig davon und beschloss, mich in gleicher Härte an ihm zu rächen. Ich saß mit dem Typen im selben Biologie LK und er war eine Vollniete in dem Fach. Ich frage mich bis heute, wie er diesen LK wählen konnte. Eines Tages fragte er mich, ob ich ihm in der bevorstehenden zweiten Halbjahresklausur etwas helfen könnte, indem ich meine Lösungstexte und Skizzen an den Rand des Tisches legte, sodass er abschreiben könnte. Er war scheinbar davon überzeugt, dass ich von seinen Lästereien nichts erfahren hatte. Zuerst wollte ich energisch ablehnen und ihm meine Meinung geigen, aber dann fiel mir spontan ein, dass dies eine perfekte Gelegenheit sei, um ihm eine deftige Retourkutsche zu verpassen. Also willigte ich ein. Er bereitete sich also in keiner Weise auf die Klausur vor. Während der Klausur dann platzierte ich alle Zettel mit meinen Lösungsstichpunkten am Rand des Tisches, sodass er diese lesen konnte. Er schrieb fleißig von den Stichpunkten ab. Allerdings hatte ich auf diese Zettel völlig falsche, gar willkürliche Dinge geschrieben. Da er keine wirkliche Ahnung von der Materie besaß, bemerkte er nicht, dass sämtliche Ergebnisse falsch waren. Auf meinem echten Klausurbogen schrieb ich meine richtige Lösung auf und verdeckte die Blätter. Am Ende der Klausur bedankte er sich sogar noch artig bei mir.

Zweieinhalb Wochen später teilte die Kurslehrerin die korrigierten Klausuren aus. Seine Arbeit wurde mit einer glatten Fünf (zwei Punkten) bewertet, ich staubte eine Zwei plus (12 Punkte) ab. In der Pause schoss er sofort auf mich zu und fragte ungläubig, weshalb seine Klausur so schlecht sei. Ich zuckte nur mit den Achseln und verschwand. Da seine erste Klausur ebenfalls schon schlecht war und er im Unterricht keinen Mucks von sich gab, prangten im Halbjahreszeugnis der Stufe 13 dann mickrige drei Punkte (eine Fünf plus) im LK. Besonders schmerzhaft ist, dass die Leistungskurse in Stufe 13 dreifach zählen. Im Verhältnis zu seinen Lästereien war es meiner Meinung nach sogar noch harmlos, was ich getan habe. Vermutlich hätte der Typ auch so seine obligatorische Vier oder Fünf kassiert. Allerdings empfand ich danach etwas Genugtuung, weil die Art und Weise der Rache genauso schäbig und hinterhältig war, wie seine Tat.

Beichthaus.com Beichte #00030706 vom 23.01.2013 um 02:17:13 Uhr in Dortmund (Hohe Straße) (37 Kommentare).

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Lachen über die Trauer

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Engherzigkeit Morallosigkeit Schule Tod Hagen

Ich (m/30) schäme und hasse mich immer noch für mein Verhalten in der siebten Klasse. Unser Lehrer hatte sich das Leben genommen. Ein paar Lehrer und viele Schüler haben dann, nachdem sie es erfuhren, schrecklich getrauert. In der Klasse wurde viel geweint, Unterricht war kaum möglich in den ersten Tagen. Und was mache ich? Ich habe mich darüber kaputtgelacht. Über die Trauer anderer. Ich fand das so witzig damals. Es tut mir immer noch so leid.

Beichthaus.com Beichte #00030661 vom 09.01.2013 um 18:30:27 Uhr in Hagen (Hammerstraße) (12 Kommentare).

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“Beichte

Späte Reue

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Engherzigkeit Ignoranz Verzweiflung Kinder Schule

Als ich (w) noch zur Schule ging und in der achten Klasse war, hatten wir einen Jungen in der Klasse, den keiner so richtig leiden konnte. Er war viel jünger als wir und hatte ein paar Klassen übersprungen, aber obwohl er so intelligent war, war er eben gut zwei Jahre jünger als wir. Das macht in dem Alter schon etwas aus. Welche 14-Jährigen wollen schon mit 12-Jährigen abhängen? Er war einfach vom Denken und Verhalten her noch ein Kind und kein Teenager wie wir und so kamen viele nicht mit ihm klar. Er fuhr morgens immer mit dem selben Bus wie ich, aber stieg ein paar Stationen früher ein und konnte mir so immer einen Platz frei halten, was ich auch gerne in Anspruch nahm. Der Bus war morgens meistens völlig überfüllt. Für diese 20 Minuten Busfahrt waren wir sogar so etwas wie Freunde. Wir unterhielten uns, aber sobald wir im Klassenzimmer waren, waren wir Fremde. Und ehrlich gesagt fand ich das okay so. Ich habe mir nie großartig Gedanken darüber gemacht. Aber eines Abends, mein Vater und ich waren im Kino und fuhren gerade über die Autobahn nach Hause, sah ich weit hinten aus den umliegenden Feldern Rauch aufsteigen. Ich dachte mir natürlich nichts dabei und sagte sogar noch: "Guck mal Papa, da brennt was!" Am nächsten Tag rief mein Klassenlehrer an und wollte meine Eltern sprechen. Ich hatte schon Schiss, dass ich unwissentlich irgendwas ausgefressen oder eine schlechte Note hatte oder sonst was, aber mit dem, was meine Mutter mir dann mitteilte, hatte ich nicht gerechnet. Ich habe ihre Worte noch genau im Ohr: "Du hast mir doch gestern von dem Rauch erzählt, den du auf dem Rückweg gesehen hast..." Dieser kleine, arme Junge hatte mit seinen Freunden in einer Scheune, weit draußen auf dem Feld, gespielt und war zwischen zwei dieser riesigen Strohballen gerutscht, diese zylinderförmig zusammengebundenen Dinger, die man öfter mal sieht, wenn man zur Erntezeit an Feldern vorbeifährt. Seine Freunde konnten ihn nicht herausziehen und bei dem Versuch, einen Strohballen weg zu wuchten, fiel einer der Ballen direkt auf den Spalt, in dem er steckte. Und anstatt Hilfe zu holen, haben sie versucht, die Stricke, die das Heu zusammenhalten, mit einem Feuerzeug durch zu brennen, damit sie das lose Heu besser wegräumen können. Aber logischerweise fing das ganze trockene Stroh Feuer und bis sie es geschafft hatten, nach Hause zu rennen und die Feuerwehr zu alarmieren (Handys waren noch nicht so populär, schon gar nicht unter Kindern), war der Junge qualvoll erstickt und halb verbrannt.


Ich weiß noch, wie mir der Toast aus der Hand fiel und ich total geschockt nicht mal imstande war, zu weinen. Ich konnte es einfach nur nicht fassen. Ich konnte auch nicht begreifen, dass ich fröhlich vergnügt im Kino war und dann im Auto an dem Ort vorbei fuhr, an dem gerade mein Klassenkamerad und Bus-Sitznachbar starb. Aber am schlimmsten hat es mich gequält, dass ich mich nicht mehr entschuldigen konnte. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wie dieser Junge sich jeden verdammten Morgen gefühlt haben muss. Erst setze ich mich neben ihn, unterhalte mich nett und ignoriere ihn dann. Ich habe zwar nie mitgemacht, wenn die anderen ihn geärgert haben, aber ich habe auch nichts dagegen gesagt. Trotzdem glaube ich, dass das, was ich gemacht habe, seelisch noch viel grauenvoller war. Die Tage der totalen Ohnmacht zogen sich lang hin, und irgendwann habe ich angefangen, einen endlosen Brief zu schreiben mit allen Emotionen, mit allen Gedanken, und bat ihn um Verzeihung. Ich glaube, der Brief umfasste zum Schluss sechs doppelseitig beschriebene Blätter. Ich fühlte mich so schlecht wie noch nie und fand es fast erbärmlich, wie wir dann geschlossen als Klasse zu seiner Beerdigung gingen. Wir alle, die wir ihm das Leben schwer gemacht hatten.


Die Kirche war voll bis unter das Dach, ich saß oben auf der Empore und konnte nicht sehen, was unten vor sich ging. Erst als wir aufstanden, um zum Friedhof zu gehen, sah ich den weißen Sarg und das Foto daneben. Ich musste fürchterlich weinen. Wir mussten fast durch das halbe Dorf, alle Straßen waren abgesperrt, wegen der Leute von der Presse, die auch ausführlich über den Unfall berichtet hatten. Auf dem Friedhof bildeten wir eine lange Schlange, die nach und nach am Grab vorbei ging und Erde hinein warf und danach den Eltern die Hände schüttelte. Ich warf neben der Erde noch den Brief hinein und auf einmal hörte ich auf zu weinen. Es fühlte sich an, als hätte er mir genau in diesem Moment vergeben. Trotzdem möchte ich hier beichten, was ich diesem Jungen angetan habe und wahrscheinlich habe ich es sogar verdient, mich schuldig zu fühlen, weil ich mich nicht mehr entschuldigen konnte.
Außerdem hoffe ich, dass mein Erlebnis vielleicht auch eine Mahnung ist an alle die, die andere auf übelste Art und Weise ärgern. Zum Ersten habt Ihr verdammt noch mal keine Ahnung, was so ein bisschen "ärgern" in einem anrichten kann und zweitens habt Ihr vielleicht irgendwann nicht mehr die Chance, euch zu entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00030524 vom 03.12.2012 um 14:33:39 Uhr (19 Kommentare).

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