Wien ist anders

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Zorn Aggression Hass Ungerechtigkeit Wien

Ich möchte heute auch etwas beichten und zwar, dass mich die Stadt in der ich lebe, zu einem anderen Menschen macht und ich dadurch viel Mist baue. Meine Vorgeschichte ist relativ kurz, ich wohne seit einigen Jahren in Wien (Österreich), bin nicht in dieser Stadt aufgewachsen und fühle mich ihr auch nicht gewachsen. Früher fiel mir nie bewusst auf, das ich mich hier in vielen Situationen total anders verhalte, als ich es beispielsweise in meinem Heimatdorf tue. Es ist nicht die Stadt selbst die mich wahnsinnig macht, sondern viele Menschen die hier leben und mir ständig in die Suppe spucken, mir scheint das fast jeder Wiener gegen alles etwas hat.


Etwas lautere Musik nach 20 Uhr und man bekommt eine Beschwerde. Einen Hund halten und plötzlich vernachlässigt man seinen Hund. Es werden Gerüchte in der Nachbarschaft verbreitet und das Leben anderer breit getreten. Es wird über einen gelästert, weil man nicht dazu passt, die eigene Wohnung nicht "sauber hält" (was bei meinen Nachbarn nur heißt: Haustiere) und man wird für asozial und dreckig gehalten. Ich könnte die Beispiele unendlich fortsetzen, bei fast allem was ich gerne tun würde, regt sich jemand auf, obwohl ich kein vorbestrafter Ex-Häftling bin oder Terror mache.


In den letzten paar Jahren hat sich die Situation so verändert, dass ich auf die Menschen auf der Straße aggressiv reagiere, wenn sie mich schief anschauen, dumme Sprüche klopfen oder ihre Intoleranz vor mir ausbreiten. Fast jedes mal wenn ich länger auf den Straßen bin, passiert mir irgendetwas mit den "typischen Wienern", sei es wegen meinem Hund (der für sie nur ein "scheiß Kampfhund der eingeschläfert gehört" ist), wegen meinen schwarz gefärbten Haaren (wegen denen ich sofort als "Scheiß Ausländer" gelte) oder das ich nicht in das Bild der Wiener Gesellschaft passe, nur weil ich mir meine Kleidung nicht von Modezeitschriften aussuchen lasse. Wenn ich in Wien mit meinem Auto fahre, einkaufen gehe oder nur zum Arzt muss, geht mir alles auf die Nerven, die ganze Wut steigt in mir auf - fast jedes mal gibt es Streit. Ich bin hier in der Stadt nicht der gleiche Mensch, sobald ich wieder unter normalen Menschen bin, bin ich ein sehr ruhiger Mensch, der nicht streitet, nicht aggressiv reagiert, die Natur liebt und der Hass in mir ist fast ausgelöscht. Verbringe ich nur ein paar Tage hier, kommt es mir vor als würde mich meine Wut von innen auffressen. Es tut mir auch wirklich Leid das ich mich so verändere, denn die Menschen die ich gern habe bekommen es am meisten zu spüren, ich verletze sie verbal in Streits, bin gereizt, gestresst, genervt, fast jede Kleinigkeit bringt mich auf die Palme, ein kleiner Fehler reicht und die Kommunikation mit mir eskaliert in einem riesigen Streit.


Dadurch das ich mich hier weder heimisch, sicher, wohl oder frei fühle, staut sich alles in mir an. Am Ende leiden andere Menschen darunter, denn obwohl ich den Menschen, die ich gern habe nicht mit Absicht weh tun würde oder ihnen wehtun will, wird aus einer Diskussion schnell ein Streit. In solchen Streits bleibe ich nicht fair, ich ziehe meine Freunde völlig in den Dreck, werfe ihnen alle Fehler vor die sie je gemacht haben, manchmal greife ich in die unterste Schublade nur um jemandem die gemeinsten Dinge an den Kopf zu werfen - und schon während ich noch streite, tut es mir Leid. Jedes mal wenn ein Streit vorbei ist, fühle ich mich erleichtert aber auch unglaublich schuldig, das bringt mich dann dazu plötzlich unglaublich nett zu sein, denn ich möchte eigentlich nett sein, ich möchte nicht wegen jeder Kleinigkeit streiten oder meinen Freunden weh tun, aber ich kann nicht anders. Wenn ich mit meinen Freunden nicht in der Stadt bin, bin ich wie ausgewechselt, es fällt auch einigen Menschen schon über längere Zeit auf, ich bilde es mir nicht nur ein. Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen Menschen entschuldigen, die ständig unter meiner Art leiden müssen, meine Wut am Ende immer wieder ausbaden müssen und die das Schwein in mir erleben müssen, es tut mir Leid und ich tue es nicht mit Absicht, die Schuldgefühle quälen mich immer wieder, aber egal was ich versuche - ich kann einfach nicht aus meiner Haut.

Beichthaus.com Beichte #00028533 vom 18.01.2011 um 02:21:24 Uhr in Wien (54 Kommentare).

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Elektrischer Türöffner

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Rache Boshaftigkeit Nachbarn Leipzig

Was ich (w/43) jetzt beichte, zählt wohl eher unter die Kategorie Jugendsünden. Ich lebte in einer Wohnung mit meinem Mann und meiner Tochter (damals 2 Jahre alt). Wir hatten Nachbarn welche die Wohnung neben uns hatten. Es war ein äußerst primitives Paar. Jeden Tag nach der Arbeit scheuchte der ausgesprochen faule Mann seine Frau und alle anderen Hausmieter auf, indem er die penetrante, nervige Klingel drückte anstatt einfach den Schlüssel zu zücken. Das darauf folgende nasale Surren machte das alles auch nicht besser. Mein Mann und ich waren einfach nur genervt. Warum verdammt nochmal nahm er nicht den Schlüssel? Unsere Tochter schreckte auch jedes Mal aus ihrem Schläfchen auf. Das war die Hölle! Also hatten mein Mann und ich eine Idee. Wir warteten, bis der Sack nach seinem Arbeitstag nach Hause kam und klingelte. Nachdem das Surren ertönt war, hielt mein Mann den Surr-Knopf gedrückt. Als der Mann oben ankam und der Frau sagte, er wäre jetzt ja drinnen und sie solle den Knopf loslassen, sagte sie nur, dass sie den Knopf gar nicht drücke. Ich schaute durch den Spion und sah so, was passierte, und ich sag euch: Es war zum schießen lustig! Mein Mann bekam schon ein Krampf im Finger, aber ich sagte nur: "Drück drauf! Nicht loslassen!" Die Beiden wurden immer panischer und versuchten es mit bestimmten Knöpfen und rhythmischem Drücken. Dann gingen sie zur Tür, vielleicht war ja was verklemmt, und ruckelten wie blöde und schlugen die Tür mehrfach auf und zu. Mein Mann und ich mussten natürlich leise sein, das war sehr schwer. Langsam kamen auch die anderen Mieter und fragten, was los sei. Die Beiden hatten voll Panik und sie wurden anschließend von ihm zum Hausmeister geschickt. Ich sah sie noch vom Küchenfenster aus davonstöckeln, mit ihren goldenen Hauspantoffeln, ihren Schiki-Micki-Bling-Bling-Schuhen. Dann ließen wir, bzw. mein Mann, den Klingelknopf los und er stürmte panischer als zuvor durchs ganze Treppenhaus um ihr hinterher zu brüllen, es habe sich erledigt. Er klingelte nie wieder, wir hörten nur noch den Schlüssel im Schloss.

Beichthaus.com Beichte #00028532 vom 17.01.2011 um 20:16:38 Uhr in Leipzig (33 Kommentare).

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Farbspiele

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Vandalismus Lügen Kinder Ober-Ramstadt

Ich möchte etwas beichten, das mir in meinen Kindertagen passiert ist. Folgendes Szenario hat sich abgespielt: Ein damaliger Kumpel von mir, mein Bruder und ich wahren beim Stöbern im alten Schuppen auf unserem Grundstück auf ein paar alte Farbeimer gestoßen. Die schnappten wir uns und begaben uns auf die Straße vor unserem Haus. Dort begannen wir sofort damit, außer uns, auch noch zwei Schilder mit Roter, weißer und blauer Lackfarbe vollzuschmieren. Da zu dem Zeitpunkt meine Eltern nicht zu Hause waren fühlten wir uns absolut sicher und hatten eine Menge Spaß dabei uns gegenseitig die Klamotten zu ruinieren. Es kam jedoch wir es kommen musste und nach kurzer Zeit kam mein Vater nach Hause. Er ist natürlich komplett ausgerastet, insbesondere als er den neuen Anstrich unseres Straßenschildes erblickt hat.


Mit dem Mut der Verzweiflung tischte ich ihm Folgende haarsträubende Geschichte auf: Eine Gang bestehend aus drei Jugendlichen, sei die Straße entlang gelaufen und habe uns, bewaffnet mit Farbeimern diese ganze Sauerei eingebrockt. Zu meinem Erstaunen und meiner Erleichterung kaufte mir mein Vater meine Ausrede sogar ab. Die Erleichterung hielt jedoch nicht lange vor, denn kurzentschlossen setzte er mich ins Auto um die Verfolgung besagter Gang aufzunehmen. Während wir so um den Block fuhren um die vermeintlichen Bösewichte zu finden fluchte mein Vater unentwegt, was das denn für eine Sauerei wäre und wenn er die in die Finger kriegen würde. Ich bin in meinem Sitz immer kleiner geworden und habe darüber nach gedacht was ich mir da für eine gequirlte Kacke ausgedacht habe.

Das Ende von Lied war jedenfalls, dass mich mein schlechtes Gewissen besiegt hat und ich noch während der Autofahrt alles gestanden haben. Mein Vater war dementsprechend noch saurer, auch weil wir die Farbe vom Straßenschild nie mehr abgekriegt haben und man die Klamotten sowieso in die Tonne treten konnte. Im Endeffekt hat er sich dann aber wieder beruhigt und inzwischen können meine Familie und ich sehr über die Geschichte lachen. Ich beichte, dass ich meinen Vater bitter belogen habe und gleichzeitig meinen Bruder und meinen Kumpel mit meiner total bekloppten Ausrede noch tiefer mit in die Scheiße geritten habe.

Beichthaus.com Beichte #00028517 vom 13.01.2011 um 15:00:26 Uhr in 64372 Ober-Ramstadt (Lichtenbergstraße) (10 Kommentare).

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Psychiatrie

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Gewalt Aggression Hochmut Gesundheit Arbeit Berlin

Ich (m/30) habe während meiner Ausbildung im psychiatrischen Bereich einen alten Mann (circa 75 Jahre alt) wegen starker körperlicher Aggressivität gegenüber anderen Menschen auf sein Bett fixieren müssen. Während des Fixierens versuchte er mich immer wieder zu beißen. Als alles fest und sicher war schnappte er immer noch nach mir und beschimpfte mich aufs übelste. Irgendwie konnte ich dann nicht anders, ich war durch die Auseinandersetzung vorher so zornig und genervt von diesem Menschen. Und da er nicht aufgehört hatte mich zu beschimpfen und lächerliche Beissversuche zu veranstalten, bin ich nahe an sein Gesicht (so nahe, dass er mich nicht erwischt hat) und habe meinen Zeigefinger leicht über meine Lippen geschlagen. Ähnlich wie man das bei Babys macht. Bübübübübübübü... Dann habe ich meine Augen verdreht und Affengeräusche gemacht. Ungefähr 10 Sekunden. Das schlimmste ist, es hat mir in dem Moment sogar noch Spaß gemacht und ich muss jetzt gerade auch wieder schmunzeln. Er wollte mich ständig beißen. Trotzdem tut es mir Leid und so etwas ist seitdem nie wieder vorgekommen (10 Jahre). Es war mir eine Lehre, dass ich meinen Zorn besser beherrschen muss. Weil es mir Leid tut, bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00028515 vom 12.01.2011 um 21:00:56 Uhr in Berlin (16 Kommentare).

Gebeichtet von Lausbubä
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Begegnungen mit alten Menschen

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Ignoranz Vorurteile Zorn 50+

Begegnungen mit alten Menschen
Ich (w) bin Studentin im zweiten Semester. Jeden Tag fahre ich circa eine Stunde Zug, um von meinem Heimatort zu meiner Uni zu gelangen. Vorgestern saß ich mit einer Freundin auf einem Vierersitz neben dem Fahrradabteil mit den Klappsitzen. Das Fahrradabteil war komplett leer, bis auf einen jungen Mann. An einer Haltestelle stieg dann ein älterer Mann mit seinem Fahrrad ein, dem ich eigentlich nicht weiter Beachtung geschenkt hätte. Aber der ging ins praktisch leere Fahrradabteil und motzte den jungen Mann, der allein dort saß, an, er sollte (wörtlich!) "Den Arsch bewegen, der Platz ist für Fahrräder reserviert". Kein "Guten Tag", kein "Bitte". Sowohl meine Freundin als auch der junge Mann als auch ich waren erst mal ziemlich fassungslos, da die Reihe gegenüber komplett leer war aber der ältere Herr sein Fahrrad natürlich genau dahin stellen wollte, wo der junge Mann saß. Von dem netten Herrn kam dann noch "Ich hab immer Recht, also mach gefälligst was ich sag!". Der junge Mann stand dann wortlos auf und setzte sich auf die Reihe gegenüber und der freundliche Mensch hatte also "endlich" Platz für sein Fahrrad - und bedankte sich noch nicht mal.
Meine Freundin und ich tauschten Blicke aus und dachten uns unseren Teil. Da hörte ich auf einmal "Da braucht ihr gar nicht so dumm zu gucken!" Verdutzt blickte ich mich um und tatsächlich: Der ältere Herr fixierte uns und diese unverschämten Worte waren an uns gerichtet! Da konnte ich mich endgültig nicht mehr zurückhalten und sagte: "Entschuldigen Sie mal, aber beleidigen lassen muss ich mich nicht! Und ihr Verhalten ist unter aller Sau, Sie hätten den jungen Mann nur freundlich bitten brauchen!" Stand der nette Mann doch im Ernst auf, kam auf uns zu, setzt sich zu uns auf den Vierer und sagt zu mir: "Okay, Mädel, dann werde ich dir das jetzt mal erklären!" Ich darauf: "Danke, ich verzichte. Auf ihre Gesellschaft auch." und meine Freundin und ich wechselten das Abteil.

Für den Rest der Heimfahrt war ich relativ schlecht gelaunt, was sich auch nicht dadurch gebessert hat, dass meine Mutter mich anrief und bat, auf dem Rückweg was aus dem Supermarkt mitzubringen. Als ich dann an der Kasse stand, wurde ich von einer älteren Dame mit zwei Sachen angesprochen: "Darf ich mal vor?". Da ich auch relativ wenig auf dem Band hatte sagte ich "Nein", da ich der Meinung war, dass sich die nette Frau die zwei Minuten auch gedulden kann. Daraufhin knallte sie ihre Sachen aufs Band und fauchte: "Rotzgöre! Was suchst du überhaupt hier? Solltest du nicht in der Schule sein?" In dem Moment hätte ich fast glauben können, dass es heute alle alten Menschen auf mich abgesehen haben. Am Ende meiner Geduld fauchte ich dann: "Ich bin volljährig und Studentin, gute Frau! Und was machen Sie hier? Sollten Sie nicht im Altersheim sein?". Alle an der Kasse inklusive Kassiererin haben sich sehr offensichtlich das Grinsen verkneifen müssen, zudem die nette Dame knallrot anlief und mich anschrie: "Also diese Jugend von heute hat einfach kein Respekt mehr vor dem Alter!". Ich wurde glücklicherweise gerade abkassiert und als ich dann meine Sachen in aller Ruhe eingepackt hatte hab ich der netten Frau noch reingedrückt: "Das Alter hat doch offensichtlich auch keinen Respekt vor der Jugend, warum also sollte es umgekehrt so sein?" und hab den Laden verlassen. Die Alte hat mir dann noch fröhlich hinterhergezetert.

Ich möchte beichten, dass ich mich zwei Mal an einem Tag älteren Menschen gegenüber verhältnismäßig respektlos verhalten habe, was eigentlich absolut nicht meine Art ist. Im Gegenteil, ich habe eigentlich großen Respekt vor älteren Menschen und beschäftige mich auch gerne mit unserer älteren Dame von nebenan. Ich kann es nur einfach absolut nicht abhaben, wenn diese älteren Herrschaften sich jede Frechheit herausnehmen und glauben, sie können sich Jugendlichen oder jungen Erwachsenen gegenüber jede Frechheit erlauben. Richtig Leid tut mir eigentlich nur die Kassiererin, die nach der Aktion im Supermarkt noch die unverschämte Frau am Hals hatte. Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00028512 vom 12.01.2011 um 14:11:19 Uhr (58 Kommentare).

Gebeichtet von Verus
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