Oben ohne auf der Autobahn

13

anhören

Waghalsigkeit Dummheit Auto & Co. Polizei

Mein Freund und ich heizen uns gern an, indem wir uns von unterwegs neckische Bildchen auf unsere Smartphones schicken.
Irgendwann war ich wieder einmal spätabends auf der Autobahn unterwegs, als mein Handy eine Nachricht anzeigte und ich bekam ein Photo von seinem gefechtsbereiten kleinen Freund präsentiert. Um mich schnellstmöglich irgendwie zu revanchieren, zog ich mir bei voller Fahrt einfach mein T-Shirt über den Kopf, lichtete meinen nackten Oberkörper ab und schickte das Foto los. Als ich dann so oben ohne im Dunkeln über die Autobahn düste, genoss ich das erhebende Gefühl und stellte mir vor, was wohl die entgegenkommenden oder überholenden Fahrer denken, wüssten sie, wie ich hier im Auto sitze. Der Gedanke war noch nicht zu Ende gedacht, als neben mir ein Wagen auftauchte, auf gleicher Höhe neben mir herfuhr und erstaunt zu mir rübersah. Ich versuchte natürlich, schnellstmöglich, die normale Kleiderordnung wieder herzustellen, wurde aber von der - wie sich herausstellte - freundlichen männlichen Zivilstreife breit grinsend auf den nächsten Parkplatz gebeten, wo ich mich einem Alkoholtest unterziehen musste. Ergebnis: selbstverständlich negativ. Ich durfte meine Fahrt nach kurzer Zeit mit den besten Wünschen der Polizisten fortsetzen. Liebe Autobahnpolizisten: Ich fahre immer noch gern oben ohne, bin aber mittlerweile auf Blusen umgestiegen, die man schnell zuknöpfen kann.

Beichthaus.com Beichte #00030551 vom 06.12.2012 um 16:57:55 Uhr (13 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Omega sorgt für Ärger

15

anhören

Aggression Trunksucht Vandalismus Last Night Aschaffenburg

Ich habe mich vor etwa einem Jahr auf einer Weihnachtsfeier so hemmungslos betrunken, nachdem der offizielle Rummel vorbei war, dass ich quasi "Hangover" nachgespielt habe. Ich habe mich mit zwei Jungs dort gut verstanden und wir haben nach zwei Flaschen Wein und diversen Bieren beschlossen, dass wir uns noch einen Kasten Gerstensaft aus der Küche schnappen und uns in die Stadt verziehen. Das wäre jetzt nicht so das Problem, wenn ich nicht folgende Eigenart hätte: Ich habe ADHS und kenne deshalb kein Mittelmaß. Ich kenne nur ganz oder gar nicht. Soll heißen, mit Alkohol maßhalten fällt mir unglaublich schwer. Wenn ich genug getankt habe, dann kommt in mir eine andere Person hoch. Im nüchternen Zustand ist Alpha da. Ich bin höflich, gut erzogen, manchmal rede ich viel zu viel. Kurzum: Man kommt mit mir aus. Aber wenn Omega da ist, und der kommt immer, wenn ich so getrunken habe, wie an diesem Abend, dann ist Essig mit der Gemütlichkeit. Dann werde ich zum Tier. Ich brülle, pöbele, werde aggressiv und gehe voll auf Konfrontation. Es ist all das, was ich sonst nie machen würde.


Am Tag nach besagter Feier suchte ich meinen Ausweis und fand stattdessen einen Zettel in meinem Geldbeutel von einem Barkeeper einer bekannten Bar, auf dem stand, dass ich 20 Euro für einen Spiegel zu zahlen hätte. Ich ging in die Bar, er sah mich und fing an zu lachen. Auf Nachfrage meinerseits erzählte er mir, dass ich völlig entgeistert auf einem kaputten Spiegel auf dem Klo gestanden hätte. Auf seine Frage, warum ich den Spiegel zerschlagen habe, hätte ich gesagt, dass ich es mir selbst nicht erklären könne. Ich hatte nicht gepöbelt, hatte nicht gereihert und auch sofort meine Bereitschaft zur Ersetzung gezeigt. Ich hatte ihm meinen Ausweis aufgedrängt, damit man mich "finden könne, wenn ich nicht zahlen würde". Draußen ging es dann weiter. Ich wurde mehr und mehr zum Tier. Ich legte mich mit einem der beiden Jungs von der Party mehrfach an und habe irgendwann eine sitzen gehabt. Ich rappelte mich auf und fragte: "Hast du nicht mehr drauf, du kleiner Wichser?" Schon hatte ich die nächste sitzen. Nachdem ich fertig auf dem Boden lag, rief der Schläger panisch, dass ich ihn jetzt anzeigen würde. Aber ich kenne mich. Ich hatte es doch so gewollt, warum sollte ich jemanden anzeigen, der sich zur Wehr setzt? Danach setzen die Erinnerungen komplett aus. Am nächsten Tag wachte ich mit einem Brummschädel, einem Kater, einem zerschnittenen Handrücken, blauen Knien und Auge, dreckigen Klamotten und ohne mein Lieblingszippo auf. Ich beichte, dass ich nicht mit Alkohol umgehen kann und dass ich zum Tier werde, wenn ich zuviel getrunken habe. Ich arbeite daran, aber es fällt mir schwer. Ich habe kein Alkoholproblem, ich trinke am Wochenende mal aber das war es auch schon. Aber ich habe ein Problem mit mir selbst. Ich schäme mich heute noch in Grund und Boden, wenn ich daran denke. Ich einer Woche ist wieder die Weihnachtsfeier. Da werde ich dann mal nachfragen, was genau danach passiert ist und mich bei den beiden entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00030543 vom 05.12.2012 um 12:49:18 Uhr in 63739 Aschaffenburg (Frohsinnstraße) (15 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Betrunken randaliert

4

anhören

Dummheit Aggression Trunksucht Ex Polizei Darmstadt

An die Gegebenheiten meiner Beichte kann ich mich nur noch bruchstückhaft erinnern, die komplette Geschichte ließ sich aber aus Erzählungen relativ gut rekonstruieren. Nachdem ich mich an einem Tag mal wieder mit meiner damaligen Freundin gestritten habe, bin ich zu einem Kollegen und habe mich dort ein wenig volllaufen lassen. Ein paar Stunden später scheine ich den unwiderstehlichen Drang gehabt zu haben, das jetzt unbedingt mit meiner Freundin klären zu müssen. Mein Kollege wollte mich seiner Erzählung nach aufhalten und dafür sorgen, dass ich bei ihm übernachte, aber es half nichts. Ich bin dann anscheinend zu meiner Freundin und wir haben das dann natürlich alles andere als geklärt - ich wurde von der Polizei aus der Wohnung meiner Freundin gehievt und zu mir nach Hause in den Nachbarort gefahren. Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen, also bin ich wieder los, habe mich in die Straßenbahn gesetzt und bin wieder zu meiner Freundin gefahren. Hier hören dann auch schon die Erzählungen auf und meine letzten Erinnerungsbrocken verschwinden komplett. Das nächste, an das ich mich erinnere, ist ein freundlicher Polizeibeamter, der mich weckte und meinte, ich müsse die Ausnüchterungszelle jetzt verlassen und solle am besten nach Hause gehen. Nachdem man mir meinen Gürtel, Schuhe und meine anderen Sachen ausgehändigt hat, befand ich mich mit einem Riesenschädel vor dem Polizeirevier, schlich mit einem Gefühl der Scham durch Seitenstraßen und war froh, einige Zeit später endlich wirklich zu Hause zu sein. Etwa zwei Wochen später kam ein freundlicher Herr zu Besuch und verlangte an die 80 Euro für die Übernachtung im gastlichen Polizeihotel. Eine Freundin habe ich seitdem übrigens nicht mehr.

Beichthaus.com Beichte #00030542 vom 05.12.2012 um 11:23:28 Uhr in Darmstadt (Liebfrauenstraße) (4 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Eskalation im Hotel

11

anhören

Dummheit Ekel Trunksucht Vandalismus Last Night

Ich habe während dem Abitur noch meinen Grenzen gesucht. Wie auch an einem Wochenende, an dem vier Schüler unserer Schule das Privileg genießen durften, an einem Karriereseminar eines großen, börsennotierten Unternehmens teilnehmen zu dürfen, zusammen mit Schülern aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Ereignis fand in einem Fünf-Sterne-Hotel statt und sollte drei Tage andauern. Wir wurden gebeten, bereits am Freitag zu erscheinen, obwohl das Programm erst für Samstag angesetzt war. Da das Hotel nur 40 Kilometer von unserer Schule entfernt war, kamen wir selbstverständlich pünktlich zum Abendessen an. Leider feierte ein sehr guter Freund an diesem Abend noch seinen Geburtstag, wo wir natürlich noch hin mussten. In der entsprechenden Bar angekommen, betranken wir uns genüsslich und hatten einen Long Island Ice Tea nach dem anderen. Nachdem es mittlerweile spät in der Nacht war und die Bar gerade schloss, kam uns die glorreiche Idee, die Party in unserem Hotel fortzusetzen. Gesagt, getan. Mit zehn Freunden fuhren wir ins Hotel - mit Taxi selbstverständlich - und bedienten uns an der Bar. Wir tranken die teuersten Whiskys und Unmengen selbstkreierter Cocktails. Nachdem wir langsam ein Hungergefühl entwickelten, suchten wir die Hotelküche und wurden auch schnell fündig. Das Frühstücksbuffet für den nächsten Morgen war bereits perfekt angerichtet, für einen Moment zumindest. Also setzten wir unser Leben im Schlaraffenland fort und verwüsteten so ziemlich alles. Nachdem ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte und die Sonne langsam aufging, wollte ich auf mein Zimmer gehen. Kurz, nachdem ich mich hinlegte, überkam mich allerdings der Alkohol und landete im Bett. Plötzlich hörte ich jemanden neben mir sagen "Ich will noch nicht aufstehen". Ich versuchte, mir diese Situation in meinem Rausch zu erklären, hatte aber leider keinen Erfolg. Also rannte ich aus dem Zimmer und bemerkte auf dem Flur, dass mein wirkliches Zimmer ja eine Türe weiter ist und ging dort hinein, um ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Wie ich in das falsche Zimmer hinein kam, kann ich mir heute noch nicht erklären.


Auf dem Weg zum Frühstücksbuffet am nächsten Morgen wurden wir von einem Seminarleiter abgefangen und in einen Konferenzraum gebeten, in dem sämtliche Teilnehmer topfit versammelt waren, mit Ausnahme von uns. Es wurde berichtet, dass Getränke fehlen, die Küche ein Schweinestall sei, im ganzen Hotel Zigarettenstummel auf dem Boden liegen und jemand in der Küche sein großes Geschäft erledigt habe. Entsetzte Blicke in allen Gesichtern. In diesem Moment meldete sich ein junges Mädchen und fügte hinzu, dass jemand in ihr Bett gekotzt hätte. Nach einem kurzen Auflachen wurde es wieder ernst. Man teilte uns allen mit, dass das Seminar mit sofortiger Wirkung abgebrochen wird und auch in Zukunft nicht mehr stattfindet. Einige Leute fingen an zu weinen, andere warfen meinen Kumpels und mir böse Blicke zu, inklusive den Seminarleitern. In diesem Moment übergab sich ein Freund von mir. Nach unzähligen Bestellungen zum Direktor unserer Schule wurde die Situation so ernst, dass wir es nur mit viel Glück, richtigem Auftreten und Argumentationsgeschick schafften, die Schuld auf Unbekannte zu schieben und somit nicht von der Schule zu fliegen. Ich beichte also, dass es mir unendlich leid tut, mich damals so benommen, eine zehnjährige Tradition unserer Schule zerstört, dem Hotel und seinen Angestellten Mühe und Kosten bereitet und alle Teilnehmer um ein wertvolles Zertifikat gebracht zu haben. Jetzt kenne ich meine Grenzen.

Beichthaus.com Beichte #00030540 vom 04.12.2012 um 23:49:22 Uhr (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Alle schauen, niemand hilft

11

anhören

Engherzigkeit Ekel Hochmut Gesellschaft Last Night Bremen Hauptbahnhof Gleis 5

Letzes Wochenende, Samstagabend. Ich hatte Feierabend und wollte so schnell wie möglich nach Hause und musste dafür den Zug vom Hauptbahnhof Bremen nehmen. Schnell bin ich zur Straßenbahnhaltestelle gerannt, um meine S-Bahn zu kriegen, die mich zum Hauptbahnhof fährt. Die S-Bahn fuhr pünktlich ab und ich erreichte den Bahnhof, doch mein Zug war leider schon weg und am Gleis standen keine weiteren Menschen, außer einem heruntergekommenen Penner, der mit einem Stoffbeutel und seinem letzten Hab und Gut sowie ein paar Bierflaschen auf der Bank vor sich hin döste. Der nächste Zug würde erst in 45 Minuten kommen. Nach einer Weile kamen ein paar Menschen zum Gleis hinzu und somit war ich nicht mehr ganz alleine, doch alle standen viele Meter entfernt. Ich war somit immer noch die, die am nächsten in der Nähe des Mannes saß. Plötzlich kam eine Gruppe von Teenagern ausländischer Herkunft, einen kannte ich sogar, er arbeitet im Erdgeschoss meiner Arbeit und war eigentlich auch immer ziemlich nett. Auf einmal fingen diese besagten Jungs an, leicht auf den schlafenden Mann einzuschlagen. Es war zunächst nur ein grobes Anstupsen, was immer heftiger wurde. Ich drehte mich um, um nach Hilfe zu suchen, doch alle anderen Passanten schauten weg. Die Jungs fingen an, die Tasche und seine Kleidung, auf der er schlief, durch die Gegend zu schmeißen und aufs Gleis zu werfen. Außerdem wurde der Mann die ganze Zeit von den Jungs beleidigt. Der Mann versuchte aufzustehen, doch er schien so betrunken zu sein, dass er kaum etwas mitbekam. Ich rief die Polizei an, dazwischen wollte ich als zierliche Frau dann doch nicht gehen. Ich hatte selbst Angst genug, dass mir was passiert. Bevor die Polizei kam, traf jedoch die Bahnhofssecurity ein und zog die Jungs beiseite. Immer noch half dem Mann aber keiner auf und ich verkroch mich ans andere Ende des Gleises. Ich weiß nicht, warum ich dem Mann nicht hoch geholfen habe, Gefahr von den Männern bestand immerhin keine mehr. Ich habe mich aber in dem Moment wohl zu sehr geekelt, einem so scheußlich aussehenden Mann zu helfen und ich habe mich einfach für was Besseres gehalten.


Heute nach meiner Frühschicht habe ich den Mann erneut gesehen, wieder am Bahnhof, wieder am Gleis, dieses Mal aber richtig schick und attraktiv angezogen. Hätte er nicht eine Wunde an der Augenbraue gehabt, hätte ich ihn vermutlich nicht wiedererkannt. Daher möchte ich nun beichten, weil mir das Ganze so unangenehm ist und mir nicht mehr aus dem Kopf geht, wieso ich so egoistisch war und ihm nicht geholfen habe.

Beichthaus.com Beichte #00030539 vom 04.12.2012 um 19:09:17 Uhr in Bremen Hauptbahnhof Gleis 5 (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000