3156 Mein Leben in einer Sekte und der Ausstieg

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Unglaube Verzweiflung Gesellschaft

Diese süß-melancholische Stimmung an Silvester treibt mich an, diese Beichte zu schreiben. Ich sitze alleine vor meinem PC. Diese Beichte ist gleichzeitig auch die düsterste Seite meines bisherigen Lebens. Ich bin männlich, erst 22 Jahre alt, doch was ich in den letzten drei Monaten erlebt habe, ist für mein Alter nahezu grausam.

Im September dieses Jahres verließ ich eine religiöse Sekte, deren Namen ich nicht nennen will. Fakt ist, dass mein ganzes Leben an dieser Sekte gebunden war. Auch meine ganze Verwandtschaft ist Teil dieser Sekte. Von klein auf wurde ich von meinen Eltern glaubensgemäß erzogen, ging missionieren und traf mich mit anderen Sektenmitgliedern in der Woche. An sich nicht schlimm, denn einige Werte dieser Erziehung teile ich bis heute. Meine besten Freunde waren Jungs in meinem Alter, die auch in diese Sekte hineingeboren waren. Eigentlich wie mit Sandkastenfreunden vergleichbar. Ohnehin waren fast alle meine Freunde in dieser Sekte, der Rest halt Klassenkameraden und Nachbarsbekanntschaften.

Ich entschloss aber, wie gesagt, im September dieses Jahres, die Sekte zu verlassen, da ich einige Glaubensansichten dieser Sekte nicht mehr teilte. Ich merkte dies spontan durch mein Bauchgefühl, vielleicht auch spät. Ich war aber überhaupt nicht sicher, wer ich eigentlich bin. Mein Reifeprozess dauerte länger, über die Entscheidung war ich aber zu 100 Prozent sicher, genau wie jetzt. Meine Verwandtschaft reagierte entsetzt, mittlerweile akzeptieren sie es. Ich fühle mich auch jetzt frei - im Sinne, dass ich mich nicht mehr verstellen muss und offen mein "Ich" ausleben kann.

Das tönt alles schön und gut, wäre da nicht dieser verdammte Haken, den ich bei meiner Entscheidung berücksichtigen musste. Es ist so: Einem tatsächlichen Sektenmitglied ist es verboten, mit einem ehemaligen Mitglied sozialen Kontakt zu pflegen. Das bedeutete, dass sich meine "Freunde" aufgrund ihres Glaubens von mir abwendeten. Auch familiär änderte sich vieles: Dort ist der Kontakt nicht untersagt, es wird jedoch strikt gehalten. Beispielsweise heiratet meine Cousine nächstes Jahr und ich bin als einziges Familienmitglied nicht eingeladen. Diese Sache oder Regel traf mich sehr hart. Da ich mein bisheriges Leben bei der Sekte verbrachte und alle sozialen Kontakte von dort stammten, verlor ich alle meine "Freunde". Das ist, als wäre euer Freundeskreis mit einem Schnips weg. Eine Einsamkeit, die ihr euch nicht vorstellen könnt. Ich empfand dies als größte Ungerechtigkeit überhaupt und war gleichzeitig wütend auf mich selbst. Mein bester Freund, den ich von der Hochschule kenne, war eine echte Stütze für mich, ein Segen. Trotzdem, diese Sache nagt noch immer an mir. Ich merke das vor allem an meiner Extrovertiertheit, denn die ist praktisch verschwunden. Früher war ich locker drauf, nach diesem Schlag habe ich extrem Mühe, mich der Welt zu zeigen. Das ist eh schon schwierig genug, da ich früher aufgrund meiner ängstlichen und frommen Sichtweise fast nie in den Ausgang ging und keine Gleichaltrigen aus der Stadt oder so kenne. Selbstmordgedanken überrollten mich, denn die Einsamkeit war unerträglich schlimm. Es bleiben die täglichen Konsequenzen: Ich bin ständig alleine im Zimmer, wechsele widerwillig mit meinen Eltern ein Wort und stehe unmotiviert vor der schwierigen Planung, wie ich mein Freundeskreis von Neuem beginnen soll.

Da dies Beichthaus.com ist und ich hier schon eine Beichte geschrieben habe, fragt ihr euch bestimmt, wo die Beichte ist. Ich kann euch sagen, was die Beichte ist. Gerade an solchen Tagen wie Silvester, oder Weihnachten, Konzerte, Events - wo man mit Freunden herumhängt - geht in mir so ein unbeschreiblich trauriges Gefühl hoch, dass ich meinen Ex-Freunden die totale Einsamkeit und das Pech im Leben wünsche. Dass es ihnen mindestens so miserabel geht, wie es mir ging. Da ich doch eigentlich ein pazifistischer Mensch bin und Streit und Hass verabscheue, verweilen diese Gedanken. Doch wie kann den Menschen nicht klar sein, dass Freundschaft nicht auf Religion basiert? Merken das auch die Mitglieder meiner ehemaligen Sekte?

Liebe Leser, ich möchte keine Diskussion starten, doch lasst mich euch etwas mitteilen: Tretet keiner Religionsgemeinschaft bei! Es ist dann ein Desaster, wenn ihr austreten wollt und ein sensibler Mensch seid. Mein Wunsch an Silvester wäre nur, dass es eine Welt ohne Religion gäbe, so wie es John Lennon in einem seiner Lieder dichtete. Welch eine Gedankenverschwendung!

Beichthaus.com Beichte #00034736 vom 01.01.2015 um 01:18:38 Uhr (21 Kommentare).

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3157 Gummis kaufen beim Ex

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Stolz Falschheit Ex Shopping

Gummis kaufen beim Ex
Ich kaufe mir Kondome immer in der Drogerie, in der der Ex meiner Freundin arbeitet. Da hole ich sie dann immer in XXL. Ich kaufe dann immer die Packung mit 12 Stück darin. Jedes Mal dieses Gesicht von dem Typen ist der Hammer. Meistens verschenke ich sie, weil meine Freundin die Pille nimmt.

Beichthaus.com Beichte #00030811 vom 21.02.2013 um 11:23:14 Uhr (32 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

3158 Lebensretter?

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Zorn Stolz Stolz Gesellschaft Bahn & Co.

Vor ein paar Tagen habe ich (m/23) ein Leben gerettet. Es war nachts am S-Bahnhof Alexanderplatz und wie immer tummelte sich hier die Creme des Berliner Volkes. Während ich noch auf meine Bahn wartete, sah ich, wie an der anderen Seite des Gleises ein Mann nahe am Steig stand und schließlich Kopf und Oberkörper über das Gleis hängen ließ. Die S-Bahn fuhr schon ein. Alle gafften nur - keiner tat etwas. Eine Frau stand direkt neben ihm und guckte ihn nur dumm an, als hoffte sie, etwas würde passieren. Warum der Mann es tat weiß ich nicht, und ich muss zugeben, auch ich war erst starr vor Schock. Die S-Bahn gab sogar Signallaute. Irgendwie begann ich dann, loszurennen und schaffte es, den Mann am Rucksack zu packen und nach hinten zu reißen. Keine Sekunde zu spät, denn da war dann auch schon die Bahn.


Doch was nun kam, erstaunte mich am meisten. Weder dankte er mir, noch kümmerte es irgendeinen der umstehenden Menschen, was hier eben passiert war. Der Mann sah mich nur wütend an und lief weg, die Menschen um mich herum starrten mich an wie Fische und stiegen in die Bahn. Niemand achtete darauf, was eben passiert war. Nun zu meiner Beichte: Zum einen empfand ich absolut nichts dabei, keine Freude oder Ähnliches, dass ich eben ein Leben gerettet hatte. Einfach nichts, ich lachte nur wie blöde! Hysterisch und laut wie ein Irrer. Zum Anderen bin ich wütend, dass sich niemand bedankt hat, dass niemand ein Wort sagte und dass es dem Volk wohl lieber gewesen wäre, wenn dem Mann von der Bahn Kopf und Oberkörper zerfahren geworden wären. Ich weiß, dass ich mich damit abfinden sollte, ein Leben gerettet zu haben, aber ein wenig Anerkennung dafür, dass ich nicht gegafft habe, wäre schön gewesen. Manchmal denke ich auch, dass er eventuell einen Suizid begehen wollte und ich damit nur sein Leid verlängert habe.

Beichthaus.com Beichte #00033388 vom 03.06.2014 um 03:20:00 Uhr (25 Kommentare).

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3159 Die Vibratorfrau

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Masturbation Peinlichkeit Schamlosigkeit Schule Nürnberg

Mein ekelhafter Mathelehrer, der Gesundheitsschuhe trägt, jungen Mädchen auf den Arsch schaut und Aknenarben hat, die drei Zentimeter tief sind, besitzt jetzt meinen Vibrator, bzw. steht dieser in der Physiksammlung und ich möchte ihn jetzt nie wieder haben! Wie es dazu kam? Ich hatte den Vibrator in der Schule dabei, und ich (w/17) und ein paar Freunde haben dann damit "rumgespielt" und dann wurde er in die Aula gekickt. Er lag dort dann so etwa die ganze Pause und alle haben gelacht und ihn beobachtet wie er dort lag und sich gedreht hat und vibriert hat. War auch ein recht lustiger Anblick. Jedenfalls ist dann eine Freundin von mir hingelaufen und wollte ihn mir zuwerfen, aber wer fängt ihn auf? Mein ekelhafter Mathelehrer. Leider musste ich dabei zusehen, wie er ihn sehr anzüglich angegrinst und mitgenommen hat. Bei dem Gedanken, dass ich den Vibrator unmittelbar vorher nochmal benutzt habe, muss ich auch einfach nur grinsen. An sich vermisse ich ihn natürlich ein bisschen, da er doch immer eine recht schöne Abwechslung zum Sex war. Aber wenn mein Mathelehrer Freude mit ihm hat, soll er doch. Vielleicht hört er so auf, jungen Mädchen nachzustarren. Ich bin seitdem jedenfalls die "Vibratorfrau" an meiner Schule, und jeder weiß wem er gehört, bis auf mein Lehrer, der ihn aber auch behalten kann.

Beichthaus.com Beichte #00027304 vom 10.12.2009 um 21:28:13 Uhr in Nürnberg (50 Kommentare).

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“Beichte

3160 Beichthaus für den kleinen Bruder

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Morallosigkeit Last Night Kinder München

Ich (m/18) habe einen vier Jahre alten Bruder. Meine Mutter sagt, ich solle ihm vor dem Schlafen gehen immer ein Märchen vorlesen, damit er einschläft. Ich habe es probiert, wirklich, aber es interessiert ihn überhaupt nicht. Also habe ich mich gefragt, welche Geschichten mich denn glücklich machen und kam auf Beichthaus. Jetzt lese ich ihm jeden Tag davon fünf bis zehn Beichten vor. Auch wenn er das meiste nicht versteht, scheint er sich köstlich zu amüsieren. Am meisten schien ihm die Beichte "Frauenparkplatz" aus den Top 100 zu gefallen. Das Klischee, dass Frauen nicht einparken können, fand er so gut, dass er im Kindergarten, auf die Entschuldigung seiner Erzieherin, sie sei zu spät, weil ihr Stammparkplatz besetzt war, geantwortet hat, ob sie denn auch wie alle anderen Frauen nicht einparken könne. Mal ehrlich, die meisten Märchen sind doch viel zu grausam für kleine Kinder und wenn ihn die Beichthausstorys glücklich machen, wieso nicht? Er schläft sofort ein und hat dazu immer dieses süße Lächeln im Gesicht.

Beichthaus.com Beichte #00031024 vom 12.04.2013 um 21:24:39 Uhr in München (Verdistraße) (19 Kommentare).

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