Eine Handvoll Leben

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Schamlosigkeit Neugier

Seit meiner Geburt habe ich (w) ein großes Feuermal auf der rechten Wange. Früher als Jugendliche habe ich mich deswegen oft eingeigelt, heute mit 24 Jahren gehe ich selbstbewusst damit um, gehe unbeschwert mit meinen Freunden ins Café und in die Disco und freue mich des Lebens. Wenn ich angestarrt werde, bin ich nicht mehr verletzt - aber wenn jemand nicht aufhören kann, auf mich zu gaffen, habe ich mir eine Methode angeeignet, ihn ein wenig zu blamieren. Ihr kennt diese kleinen Notizzettel. Von diesen beschreibe ich immer ein paar mit "Eine Handvoll Leben" und stecke sie ein. Wer den Blick gar nicht mehr abwenden kann, am besten auch noch herumtuschelt und flüstert, bekommt von mir "Eine Handvoll Leben". Wer seine Zeit mit minutenlanger Starrerei vergeudet, scheint vom eigenen Leben noch nicht genug zu haben. Außer der freundlichen Ansage: "Eine Handvoll Leben für Sie, damit Sie nicht mehr so oft auf andere starren müssen", und dem Zettelchen gibt es nichts, ich hoffe aber, manchem Dauerglotzer das Ganze ein wenig ausgetrieben zu haben - denn nicht jeder, der angestarrt ist, weil er ein Feuermal hat, sehr dick oder sehr dünn ist, ihm ein Bein fehlt etc., kann damit easy umgehen.

Beichthaus.com Beichte #00038042 vom 12.04.2016 um 18:10:14 Uhr (16 Kommentare).

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Ausflug ins Reichenviertel

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Eitelkeit Lügen Kollegen Kassel

Ich (m/27) arbeite in einer Firma mit ca. 300 Mitarbeitern. Ich bin auf meiner Arbeitsstelle mittelmäßig beliebt, was ich persönlich kaum verstehen kann. Ich grüße morgens immer, bin nie aufbrausend und m. M. n. ein angenehmer und unkomplizierter Zeitgenosse. Genauso wenig beliebt sind diese Arbeitskollegen bei mir: Auch wenn ich mir Mühe gebe, immer freundlich zu sein, halte ich viele von ihnen für verbitterte und missgünstige Kotzbrocken, die ihren ganzen Frust täglich mit auf die Arbeit schleifen und an anderen auslassen. Wahrscheinlich haben sie oft im Leben versagt oder sind bspw. geschieden, haben schlechte und ärmliche Familienverhältnisse und können es generell nicht leiden, wenn es anderen besser geht als ihnen.

Wenn ich von der Arbeit mit dem Auto nach Hause fahren will, müssen mehrere Kollegen in dieselbe Richtung wie ich - zumindest 1-2 Kilometer lang. Auf diesem Weg liegt auch ein Gebiet, das dafür bekannt ist, dass dort viele reiche und wohlhabende Menschen wohnen - quasi ein Reichenviertel. Wenn ich vorher gemerkt habe, dass einer meiner verhassten Kollegen hinter mir fährt, biege ich immer in dieses Gebiet ab, obwohl ich dort gar nicht wohne. Ich will ihn/sie somit auf die Palme bringen, sodass er/sie glaubt, ich würde wahrscheinlich in einem der prachtvollen Häuser leben. In Wahrheit fahre ich ein gutes Stück bis hinten hinaus und fahre dann über mehrere Seitenstraßen wieder zurück auf die Hauptstraße. Natürlich weiß ich nicht, ob sie tatsächlich auch Notiz davon genommen haben und sich auch so viele Gedanken darüber machen, aber ich hoffe es. Ich beichte, dass ich unnötig Sprit verbrauche, einen Teil meiner Feierabendszeit verplempere und womöglich den Frust und die Missgunst meiner Kollegen weiter schüre, wohlwissend, dass ich dadurch sicher auch nicht beliebter werde.

Beichthaus.com Beichte #00039970 vom 30.06.2017 um 11:46:08 Uhr in Kassel (17 Kommentare).

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“Beichte

Der Zwergpinguin in meinem Kühlschrank

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Habgier Begehrlichkeit Tiere

Der Zwergpinguin in meinem Kühlschrank
Ich wünsche mir einen Zwergpinguin. Ich würde dann meinen Kühlschrank ausräumen, damit er drin wohnen kann.

Beichthaus.com Beichte #00022822 vom 22.09.2007 um 02:24:27 Uhr (65 Kommentare).

Gebeichtet von Bl1on
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Ich bin besser als 99 Prozent der Menschheit!

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Vorurteile Hochmut Gesellschaft

Ich hasse 99 Prozent der Menschen. Versteht mich nicht falsch, ich bin keinesfalls depressiv oder selbstmordgefährdet, aber die Menschheit kann mir gestohlen bleiben. Mal ein paar Beispiele: Ich sitze im Zug und hinter mir sitzen Fünftklässler mit ihren fetten iPhones und reden, als ob sie aus der Gosse kommen: „Diggah, isch hab grade voll die geile Karte in Clash Royal gezogen, isch fick euch jetzt alle!“ Oder neulich höre ich einen Jugendlichen brüllen: „Altah, hast du Ps4?“. Daraufhin konnte ich es mir nicht verkneifen zu ihm zu gehen und ihn freundlich darauf hin zu weisen, dass es eine Ps4 heißt. Doch auch die älteren Menschen sind nicht besser. Immer muss ich jedem bei den kleinsten, absolut unbedeutenden Problemen helfen. Das sorgt auch dafür, dass ich mich für besser halte. Ich beichte also, dass ich mich über den Rest der Menschheit, oder zumindest über 99 Prozent der Menschen, stelle.

Beichthaus.com Beichte #00039455 vom 11.03.2017 um 14:12:18 Uhr (19 Kommentare).

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“Folge

Das Casting

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Boshaftigkeit Falschheit Selbstsucht Saarbrücken

Eigentlich möchte man ehrlich, redlich und ehrenhaft durchs Leben gehen. Leider gehen solche Maxime manchmal in einer Lebenssituation verloren und man handelt ganz anders. Ob man es als Sünde bezeichnen muss, kann man halten wie man will, sicher ist, dass wir in einer konkreten Situation oft anders reagieren, als wir es eigentlich wollen. Es war während meiner Zeit an der Schauspielschule. Dort hatte ich eine wirklich beste Freundin gefunden. Eine renommierte Theateragentur suchte fünf junge Darsteller die sie für ein Gastspiel engagieren wollten. Ich war wirklich sehr gut und zweifelte nicht daran mit ausgewählt zu werden. War es doch das, was ich mir so sehnlichst wünschte, endlich auf der Bühne mich zu beweisen. Meine Enttäuschung war groß, denn ich wurde nicht gewählt, dafür war meine Freundin dabei. Ich ließ mir nichts anmerken und nahm es äußerlich locker, innerlich kochte ich aber. Verwerflich wird es natürlich erst jetzt, denn ich war, vom Ehrgeiz besessen, dabei mir einen gemeinen Plan auszudenken. Am Tag der ersten Probe konnte meine Freundin nicht teilnehmen, da sie mit Durchfall zu Hause bleiben musste. Ich hatte ihre Marmelade gegen Diätmarmelade ausgetauscht, ich wusste, dass sie die nicht verträgt. Und ich gemeines Stück ging zur Probe, dort nahm man es nicht so genau mit nachprüfen, keiner wollte meinen Namen ich war einfach eine der 5 Ausgesuchten. Alles war chaotisch und man war froh, dass alle da waren. So war ich im Team. Ich war überglücklich mein Ziel erreicht zu haben. Meiner Freundin sagte ich später, dass unbedingt jemand einspringen musste weil sie krank war und ich zufällig dort war. Ich hatte eine erfolgreiche Tournee und meine Freundin begleitet mich oft. Wir sind noch immer befreundet. Dies war meine echt größte Schandtat. Damals fand ich es als gerecht, heute weiß ich es war echt fies.

Beichthaus.com Beichte #00028047 vom 10.08.2010 um 05:11:56 Uhr in Saarbrücken (29 Kommentare).

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