Das Wetter

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Trägheit Faulheit Hamburg

Ich (w) bin meistens zu faul vom Computerstuhl aufzustehen und den Vorhang zur Seite zu schieben, um zu schauen wie das Wetter draußen ist. Stattdessen schaue ich nach dem momentanen Wetter auf einer Internetseite nach. Ich bitte bei all meiner Faulheit um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00028325 vom 22.11.2010 um 21:28:39 Uhr in Hamburg (Hauptstraße) (29 Kommentare)

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Azubi unter Gehirnwäsche

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Verrat Ungerechtigkeit Arbeit Chef Nesselwang

Ich möchte beichten, dass ich meinen besten Freund in arge Bedrängnis bei seinem Arbeitgeber gebracht habe. Mein Kumpel war früher ein recht fauler Strick und als solcher hatte er es doch tatsächlich geschafft, seinen Quali zu vermasseln, obwohl ich und fast alle anderen aus seinem Bekanntenkreis der Meinung waren, er hätte locker die mittlere Reife geschafft. Dadurch musste er natürlich jede Lehrstelle annehmen, die er finden konnte. Seine Mutter, eine erfahrene Restaurantfachfrau, besorgte ihm durch Vitamin B eine Lehrstelle in einem Hotelrestaurant im tiefsten Allgäu. Dorthin fuhr er nun jede Woche und kam nur noch spärlich nach Hause.


Eines Tages wurde ich im Rahmen eines Lehrganges bei der Bundeswehr in seine Nähe versetzt und machte mit ihm fest aus, eine WG zu gründen, wie wir es schon immer vorgehabt hatten. Dadurch bestellte ich auch keine Stube in der Kaserne. Als ich in seiner Wohnung ankam, traf mich der Schlag. Die Arbeitswohnung, die er von seinem Arbeitgeber bekommen hatte, war ungefähr 4 auf 3 Meter groß mit einem Bad von der Größe eines Plumpsklos. Es zog durch die Dachbalken hindurch und bei Regen stellte mein Kumpel eine selbstgebaute Konstruktion aus Stangen und Plastikplanen über sein Bett, um trocken schlafen zu können. Ich war schockiert und sagte ihm, er solle das unbedingt seinem Chef melden. Doch mein Kumpel, der sonst ein riesiges Ego an den Tag legt, winkte verschüchtert ab.


Selbstverständlich war das noch längst nicht alles. Nachdem ich ja keine Stube in der Kaserne hatte und auch meinen Kumpel nicht enttäuschen wollte, blieb ich für die Dauer des Lehrganges bei ihm und bekam so einige Sachen aus seinem Arbeitsalltag mit. Zuallererst fiel mir auf, dass er immer knapp bei Kasse war. Früher glaubte ich, es läge an den teuren Fahrtkosten nach Hause, schließlich verdient ein Kochlehrling nicht die Welt. Doch als ich eine Lohnkostenabrechnung von ihm in die Finger bekam, wurde mir alles klar. Sein Chef verlangte von ihm 154 Euro Verpflegungskosten (eine Tütensuppe am Mittag) sowie 440 Euro Miete für den Hühnerstall, in dem er seinen Lehrling wohnen ließ. Mein Kumpel bekam also am Monatsanfang satte 19 Euro auf sein Konto überwiesen. Ohne seine Halbwaisenrente hätte er sich nicht mal was zum Essen kaufen können. Als ich einen Teil der Miete bezahlte (was ja nur rechtens war, schließlich wohnte ich darin) forderte sein Chef mein Geld zusätzlich von ihm ein. Als ich ihn fragte, warum er es dem Chef erzählt hätte, blockte er ab. Immer mehr bekam ich das Gefühl, mein Kumpel wurde total ausgenutzt und sogar psychologisch misshandelt. Sämtliche Vorschläge meinerseits, mit seinem Chef zu reden, wurden mit der Bemerkung "In der Gastronomie ist das halt so" beantwortet bzw. beiseitegewischt.


Als ich erkannte, dass ich gegen die Gehirnwäsche des Betriebes nichts tun konnte, mischte ich mich nicht mehr ein. Doch ich führte Tagebuch. In den 5 Monaten, in denen ich bei ihm wohnte, dokumentierte ich alles. Ich fotografierte das Zimmer und die Lohnabrechnungen, dokumentierte seine Arbeitszeiten, die in der Regel bei 16 Stunden täglich lagen, auch Samstags (zu diesem Zeitpunkt war mein Freund noch minderjährig) sowie seine Bemerkungen und Informationen über den Arbeitsalltag, zumindest diejenigen, die ich ihm entlocken konnte. Kleine Beispiele wären da die fehlende Auszahlung oder Gewährung von Überstunden, Ratten in der Küche, Geschmacksverstärker und vergammelte Zutaten (der Ausbeuterbetrieb hatte 4 Sterne und nahezu ständig die oberen Zehntausend zu Gast) in der Küche und natürlich auch die klassischen ausbildungsfremden Tätigkeiten wie den Diener für die versnobte Gattin des Chefs spielen, das Haus streichen und und und.

Ich habe persönlich nie eingegriffen, weil ich meinen Freund sein Leben nicht noch schlechter machen wollte, als es
ohnehin schon war. Nur einmal riss mir der Geduldsfaden. Ich wachte um 2:00 Uhr in der Früh und erkannte, dass mein Kumpel immer noch nicht zu hause war, obwohl er seit 6:00 Uhr in der Arbeit war. Ich rief also seinen Chef an und fragte, ob er schon auf dem Heimweg war. Sein Chef fing an mich anzuschreien, von Null auf Hundert. Ich dachte ja meinem Freund wäre auf dem Heimweg was passiert, aber er war tatsächlich noch in der Arbeit. Ich hörte mir die Schimpftirade seelenruhig an und sagte dann mit ruhiger Stimme: " In 10 Minuten ist er daheim. Sonst schick ich die Polizei." Dann legte ich auf. Kurz darauf wurde er vom Chef persönlich heruntergebracht.


Als mein Freund vor einem Jahr die Ausbildung beendete, hatte ich schon Kontakte zu einigen Lehrlingen, die im selben Betrieb gearbeitet hatten, aufgebaut. Die meisten hatten schon vorzeitig abgebrochen. Unterstützt von ihren Aussagen und meinem Tagebuch legte meine Mutter, eine IHK-Prüferin, die Fakten den zuständigen Ausbildungsleitern auf dem Tisch. Ende vom Lied: Mein Kumpel bekam eine Nachzahlung von 3.000 Euro sowie ein erstklassiges Arbeitszeugnis, der Betrieb durfte keine Lehrlinge mehr aufnehmen und hatte nach einigen Besuchen des Gesundheitsamts nur noch 2 Sterne. Diese Episode bereue ich nicht. Aber ich bereue, dass ich mich in jener Nacht zu diesem Telefonat hinreißen ließ, obwohl mein bester Freund das sicherlich ausbaden musste, und zwar noch fast 2 ganze Lehrjahre lang.

Beichthaus.com Beichte #00030106 vom 20.07.2012 um 00:43:28 Uhr in Nesselwang (37 Kommentare)

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Die Mails einer Freundin

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Schamlosigkeit Neugier

Wir (w/16) sind durch gewisse Umstände an das E-Mail- sowie Forums- Passwort einer Freundin gekommen. Ziemlich interessant, was sich da so alles rausfinden lässt. Nur vorsichtig sollte man schon sein - wir haben z. B. zwei neue Mails gelesen, die daraufhin als gelesen markiert waren und danach kurzerhand gelöscht. Wir werden die Mails jetzt zwar immer erst lesen, wenn sie schon mal von unsere Freundin eingesehen worden sind, dennoch werden wir weiterhin den Post-Ein- und Ausgang regelmäßig überprüfen! Und von schlechtem Gewissen keine Spur!

Beichthaus.com Beichte #00020013 vom 31.12.2006 um 00:31:07 Uhr (5 Kommentare)

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70 Prozent weniger

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Geiz Habgier Betrug Shopping

Mir war ein Oberteil, das ein großes Bekleidungsunternehmen anbot, schlicht zu teuer. Da habe ich den Aufkleber "-70 Prozent" eines anderen Kleidungsstück […]
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Beichthaus.com Beichte #00022565 vom 15.08.2007 um 20:23:11 Uhr (5 Kommentare)

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20 Jahre Vertreter belogen

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Lügen Falschheit Bochum

Ich möchte beichten, dass ich seit fast 20 Jahren (seit ich die erste eigene Wohnung habe) jeden Türdrücker, der mir irgendetwas andrehen möchte, belüge, dass sich die Balken biegen und Baron Münchhausen vor Neid erblassen würde. Kommt einer von Telefonfirma A, habe ich einen Mitarbeitertarif bei Telefonfirma B. Kommt einer mit Hubschrauberrettungsversicherungen, bin ich selber Hubschrauberpilot vom ADAC. Versucht mir jemand einen neuen Stromtarif zu verkaufen, sage ich, ich hätte eine Solaranlage auf dem Balkon die für meine Kaffeemaschine ausreichend ist und ich habe keine weiteren Stromgeräte. Gegenüber den Zeugen Jehovas bin ich Satanist, usw.. Manchmal sage ich auch, ich sei blind, taub, oder bedeutete, dass ich nicht reden kann, weil ich stumm sei.
Meistens tut mir das nachher irgendwie leid, weil eigentlich ist Türvertreter ja auch ein Scheissjob. Aber kann ich was dafür, dass die mich nerven und mir Dinge andrehen wollen, die ich gar nicht brauche oder will? Nur manchmal ist mir das auch so peinlich, weil ich immer glaube, man könne das im ganzen Haus hören - und die Nachbarn denken von mir, ich sei ein tauber Satanist, der beim ADAC Hubschrauber fliegt und nur eine Kaffeemaschine besitzt, aber was solls. Mit Argumenten kann man den Drückern ja auch nicht kommen, da sind die ja drauf gedrillt

Beichthaus.com Beichte #00026902 vom 25.08.2009 um 14:36:36 Uhr in Bochum (48 Kommentare)

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