Existenzängste

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Arbeit Studentenleben Verzweiflung Zürich

Ich möchte beichten, dass ich (m/30) schon seit geraumer Zeit dabei bin mein Leben an die Wand zu fahren und bald in einer Sackgasse lande. Als Rückblick, vor ein paar Jahren habe ich mit guten Noten meine Matura abgeschlossen und habe danach aus einer Laune heraus ein Chemiestudium angefangen, welches ich nach einem Monat abgebrochen habe, weil mir der Stoff überhaupt nicht zugesagt hat und ich eine Mathe-Niete bin. Mein Vater, welcher mich finanziell unterstützt hat, war darüber sehr erbost und hat mir mächtig Druck gemacht. Ich habe dies eingesehen und ging in einem Discounter jobben. Gleichzeitig wurde ich von meiner damaligen Freundin verlassen, woran ich fast kaputtging. Es folgten Wochen des Suffs und Resignation, weshalb ich auch meinen Job im Discounter verlor. Planlos vegetierte ich in meiner großen leeren Wohnung dahin, weil aufgrund meiner Situation unter anderem auch mein damaliger Mitbewohner die Schnauze voll hatte und auszog. Bald darauf merkte ich, dass es so nicht weitergehen konnte, ich wandte mich an die Studienberatung und der Berater dort riet mir unter anderem auch wegen meines großen Interesses an der Geschichte ein Studium dieses Faches aufzunehmen und danach die Gymnasiallehrerausbildung zu absolvieren. Zusätzlich versicherte er mir, dass ich damit beste Berufsaussichten hätte. Gesagt, getan.

Ich immatrikulierte mich und fing mit Begeisterung das Studium an. Bald darauf zog ich in eine neue WG und fand einen angenehmen Bürojob. Die Jahre zogen dahin und ich absolvierte jedes Semester mit sehr guten Noten. Mein Vater unterstützte mich seither und immer noch finanziell, weil mein Einkommen vom Bürojob trotz hohem Pensum zu gering ist. Zwischendurch packte mich immer wieder die Zukunftsangst, unter anderem weil in meinem Umfeld viele Leute tolle Jobs haben, Familien gründen etc. und ich mit eher geringem Einkommen noch im Studium bin. Zusätzlich macht mein Vater ziemlich Druck, weil er es leid ist mich finanziell zu unterstützen und vergleicht mich dabei immer mit meiner Schwester, welche einen guten Job hat. Bald darauf wurde es noch schlimmer, ich erfuhr, dass die Einstellungschancen für Gymnasiallehrer in meinem Fach quasi bei Null sind und sich auch jede freie Stelle etwa 100-200 Leute bewerben. Auf andere Schulstufen wechseln kann ich aufgrund der gesetzlichen Lage in unserem Land nicht. Obwohl ich momentan die Lehrerausbildung mit Freude absolviere und dies mein Traumberuf wäre bin ich geplagt von Existenzängsten. Ich weiß, dass ich nach meinem Studium arbeitslos werde und auch kein Geld haben werde für eine Zweitausbildung. Meine Beichte ist, ich bin mir bewusst, dass ich in einer Sackgasse enden werde und tue nichts dagegen, vielmehr hoffe ich auf ein aussichtsloses Wunder. Zusätzlich bin ich tieftraurig, wenn ich Leute in meinem Umfeld sehe. Alle haben etwas, welches eigentlich so selbstverständlich wäre und ich mir nach dem Studium von Herzen wünsche, einen Job und damit keine Existenzängste.

Beichthaus.com Beichte #00041797 vom 27.03.2019 um 17:17:50 Uhr in Zürich (14 Kommentare).

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Impulsive Handlungen

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Verschwendung Neurosen Shopping Berlin

Ich habe eine psychische Störung die mich zu Impulsivhandlungen veranlasst, für mich selber ist das eine ziemliche Bürde und ich bekomme dadurch kaum Ordnung in mein Leben. In meinem Bekanntenkreis weiß niemand davon, sie finden mein Leben aber sehr spannend und toll und alle möglichen Leute möchten gerne mit mir befreundet sein. In den letzten zwei Jahren bin ich sieben Mal umgezogen, alles spontan. Meinen Arbeitsplatz habe ich sogar fast vierzig Mal gewechselt, in etwa genauso oft wie meine Haarfarbe.

Es ist nicht lustig oder aufregend, sondern vor allen Dingen auch sehr teuer. Meine Schulden entsprechen in etwa dem als ob ich ein Haus gekauft hätte, nur das ich keines habe. Manchmal wache ich Nachts auf und habe den Drang mich komplett neu einzurichten, dann wird online etwas bestellt und ich bin auf einmal viertausend Euro los, nur um ein Beispiel zu nennen. Meine eigentliche Beichte ist, dass ich die Leute in meinem Umfeld sehr stark anlüge. Ich tue eben so, als ob ich sehr stark auf Trends setze und mich frei entfalte wie es mir gefällt. Das motiviert manche sogar noch dazu es mir nachzumachen, was mehr als lächerlich ist. Ich hasse auch unsere Konsumgesellschaft die mir das alles ermöglicht.

Beichthaus.com Beichte #00041683 vom 12.12.2018 um 15:18:48 Uhr in Berlin (13 Kommentare).

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Wenn die volle Urinflasche auf den Boden fällt

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Zorn Ungerechtigkeit Arbeit München

Seit sieben, fast acht Jahren bin ich Fachkraft in der Krankenpflege. Meine Berufung, ein Beruf, der mir wirklich Spaß macht, nach meinem Studium und erster Ausbildung. Und dennoch ist es bisher der einzige Beruf, in dem ich laufend dermaßen erniedrigt wäre und man dies als ganz selbstverständlich von außen hinnimmt. Wir Pflegekräfte werden angegriffen, geschlagen, gekratzt, gebissen, bespuckt, sexuell belästigt und genötigt - ohne jegliche Konsequenz für den Patienten, von dem das ausgeht. Kommentare der Ärzte oder Pflegedienstleitungen, drei Beispiele:

1. Eine Kollegin wurde von einem Patienten geschlagen, so dass im Magen ein Gefäß platzte und sie zum Clipping musste - "Da hätten Sie halt netter zum Patienten sein müssen!"
2. Eine Kollegin wurde durch einen Patienten mit einer vollen Flasche Wasser die Nase gebrochen - "Ach, haben Sie ihn etwa gereizt?"
3. Ein Patient packte mich und steckte mir die Zunge ins Ohr - "Der hat was am Frontallappen!"

Und so weiter. Jedes Mal wird die Pflegekraft für das Verhalten des Patienten oder als eine scheinbare atrophische Entwicklung des Gehirns verantwortlich gemacht. In 98% der Fälle sind die Patienten klar, orientiert und definitiv NICHT dement (in einigen Fällen lässt es sich eben auch per CT/MRT-Bild belegen, dass keine Hirnatrophie vorliegt - aber trotzdem bleiben die Ärzte bei der Aussage). Die Ärzte haben so große Angst "Kunden" zu verlieren, dass die Patienten allesamt einen Freibrief haben, mit Pflegekräften zu tun, was ihnen gerade beliebt. Und wehe, man wehrt sich. Mit Worten wird man noch zum Gespräch mit den Vorgesetzten eingeladen; streicht man dem Patienten eine auf, der einem unter den Kasack gefasst hat: Anzeige und mindestens Abmahnung.

Ein Patient sagte uns kürzlich: "Krankenpfleger? Vor euch muss man keinen Respekt haben, ihr seid unterste Schublade!" - damit kippte er die volle Urinflasche auf den Boden. Eine Überzeugung bei Patienten, die sich immer mehr durchsetzt. Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Pfleger zurückgeben, was sie bekommen. Wir sind zu jedem nett, der zu uns nett ist. Aber wer uns erniedrigt und demütigt, hier mutieren wir zu Drachen. Ich bin, nach sieben Jahren, sicherlich NICHT mehr die Krankenpflegerin, die ich am Anfang meiner Ausbildung war. Ich lasse mir heute NICHT mehr alles bieten oder gar gefallen. Aber wenn man keinen Rückhalt der Vorgesetzten hat, fragt man sich schon, warum man sich nahezu jeden Tag aufopfert, um das Leben der Patienten angenehmer zu machen, diese aufzuheitern, die Hand zu halten, sie zu waschen, ihnen Essen auf den Tisch zu stellen, sie wieder aufzurichten, wenn sie hinfallen oder depressiv zusammensacken, Verbände bei stinkenden-infizierten Wunden zu wechseln etc.. Langsam beginne ich den Beruf, den ich eigentlich liebe, wirklich zu hassen!

Beichthaus.com Beichte #00041524 vom 30.08.2018 um 20:03:38 Uhr in München (Nymphenburger Straße) (17 Kommentare).

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Wann geht meine Frau shoppen?

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Hass Shopping Internet Zürich

Ich (m/32) hasse Zalando und Co. Mir geht es wahrscheinlich wie 90% der Männer, die eine Frau oder eine Freundin haben. Die Frauen bestellen, probieren es an packen es wieder ein und der Mann muss es zur Post bringen. Früher da gingen die Frauen noch Samstag Nachmittag mit ihren Freundinnen einkaufen und wir hatten ein wenig Ruhe. Ich vermisse die alten Zeiten.

Beichthaus.com Beichte #00041467 vom 03.08.2018 um 16:54:57 Uhr in Zürich (21 Kommentare).

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Manuel

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Falschheit Prostitution Zürich

Da ich (m) nie vorhabe mich zu binden und auch keine Kinder will. Es war ein harter Weg jemanden zu finden der das auch tut. Seit ich 19 bin, bin ich auf den Geschmack gekommen Bordelle aufzusuchen. Ich gehe sehr regelmässig dahin, es gab Zeiten da ging ich auch zwei Mal täglich. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, ich habe meine drei Stammlokale, da kenne ich die Betreiber mittlerweile persönlich. Ich benutze bei den Damen immer meinen Bordellnamen der lautet Manuel. Da ich so oft dort verkehre kennen mich alle. Manchmal vergesse ich meinen richtigen Namen und stelle mich als Manuel vor.

Beichthaus.com Beichte #00041420 vom 14.07.2018 um 09:37:18 Uhr in Zürich (10 Kommentare).

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