Der Holländer auf der Toilette

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Trunksucht Vandalismus Dummheit Ekel Bern

Als ich 17 war, fand in meinem Heimatland die Fußball-EM statt. Es war ein schöner Sommerabend, als ich mit zwei Kumpels in die Hauptstadt fuhr, wo an diesem Abend ein Spiel zwischen den Niederlanden und Frankreich inklusive
mehreren Public-Viewings stattfand. Die Stadt war im Ausnahmezustand, sie wurde komplett von den Holländern in Beschlag genommen. Wohl auch, weil sich das offizielle Camp für deren Wohnwagen nur wenige Kilometer außerhalb der Hauptstadt befand. Wo man hinsah, überall Oranje. Wir reisten schon einige Stunden vor dem offiziellen Spielbeginn an, um bei dem erwarteten Volksfest dabei zu sein, welches wir auch tatsächlich vorfanden. Man konnte an diesem Abend vor Ort alkoholische und nichtalkoholische Getränke erwerben.
Ob auch gekifft wurde, bin ich mir jetzt gar nicht so sicher. Das ist aber für meine Geschichte auch nicht weiter
von Belang, hier geht es in erster Linie um die Getränke. Denn, nachdem der Körper der Flüssigkeit alle zu verwertenden Inhaltsstoffe entzogen hat, muss diese irgendwann wieder ausgeschieden werden. Das wussten augenscheinlich auch die Organisatoren dieses Events, denn alle paar Meter war eine dieser mobilen Toiletten aufgestellt, in denen man sein Wasserlassen konnte. Ich muss leider befürchten, dass es wohl bei einigen nicht nur beim Wasserlassen geblieben ist. Ich meine, ich habe das nicht überprüft und war selber an diesem Tag betrunken, wie so oft, leider. Wie dem auch sei, wir haben uns unter das feiernde Volk gemischt und irgendwann trafen wir auf einen einzelnen Holländer, also ohne Begleitung.

Wir gingen ein Stück mit ihm und verstanden uns ziemlich gut, wozu auch der gesteigerte Alkoholpegel beigetragen haben dürfte. Er hat uns sogar einige Züge seiner Zigarette angeboten. Eine Zigarette mit wirklich speziellem Geschmack, was aber auch nicht das Thema hier sein soll.
Ich will damit nur verdeutlichen, dass besagter Holländer wirklich sehr nett zu uns war. Ebendieser musste dann irgendwann eine dieser besagten mobilen Toiletten aufsuchen, und da wir unseren neuen Freund nicht verlieren wollten in der riesigen Menschenmasse, gelobten wir zu warten. Da so auf ihn wartend kam mir jener verhängnisvoller Geistesblitz, den ich in meinem alkoholbedingten Übermut sofort in die Tat umzusetzen begann. Ich rüttelte von außen an der alleinstehenden Toilette, erst nur ganz schwach. Einer meiner Kumpels fand die Idee auch gut, half mir und wir rüttelten schon heftiger. Bis dahin könnte man es noch witzig finden, zumal der Insasse zu diesem Zeitpunkt höchstens ein paar Spritzer am Hintern hatte.
Als dann aber, just in dem Moment, als sich das Häuschen im toten Punkt des Rüttelns befand, ein Dritter, uns unbekannter Typ, dazu kam und dem Klo den entscheidenden Stoß verpasste, waren wir erst einige Sekunden perplex und dann sind wir einfach abgehauen. Ich habe ihn nie wieder gesehen. Ich hoffe nur, dass er sich nicht verletzt hat. Auch hoffe ich, dass er nicht eines dieser teuren persönlichen Stadiontickets hatte, weil für ihn war die Party danach wohl vorbei. Außerdem hoffe ich, dass es vielleicht doch genau in dieser Toilette beim Wasserlassen geblieben ist. Wir haben uns dann weiter besoffen und gefeiert. Heute denke ich oft an die geschilderte Situation. Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber ich war wohl oder übel ein Riesenarsch.
Ich hätte gerne die Gelegenheit, mich bei diesem Holländer für die ganze Scheiße zu entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00031165 vom 10.05.2013 um 04:54:15 Uhr in 3000 Bern (7 Kommentare).

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Der alte Mann und der Hundekot

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Unreinlichkeit Falschheit Feigheit Tiere Eisenberg

Bei uns in der Gegend wohnt ein Mann, schätzungsweise Mitte 60, der sehr penibel ist, wenn es um Hundekot geht. Weil ich auf dem Dorf wohne, kennt er mich persönlich. Sein Garten liegt an einem Feldweg, der gerne als Hunderunde benutzt wird, sprich: Hier kacken eine ganze Menge Hunde hin. Das Ganze ging ihm die ganzen Jahre so gegen den Strich, dass er es irgendwie geschafft hat, dass so ein "Hundetoilette"-Behälter an dem Weg aufgestellt wurde. Das Ding steht eigentlich nur herum und verstaubt, weil benutzt wird es so gut wie nie. Der Mann sitzt sehr gerne in seinem Garten und beobachtet fast jeden, der da vorbeigeht: "Macht der Hund A-Ah? Wenn ja: macht der Besitzer es weg?" Er ist sich dabei auch nicht zu Schade, einen Mal ordentlich anzuscheißen, wenn man das nicht wegmacht. Ich habe oft das Glück, dass er mich und meinen Hund bei unserer Runde nicht erwischt. Aber einmal hat er das:
Die Dämmerung war schon weit vorangeschritten und direkt vor seinem Garten setzt unser Hund einen richtig dicken Haufen hin. Er ist schon aufgestanden und kam an den Weg. Ich bin einfach weiter gelaufen, weil ich keine Lust auf die Diskussion hatte. Er hätte mich allerdings locker erkannt.
An dieser Stelle möchte ich beichten, dass ich so getan habe, als würde ich fürchterlich humpeln. Zudem habe ich versucht, so auszusehen, als hätte ich zwei verschieden hohe Schultern, einen schiefen Kopf und einen Arm, der irgendwie ganz komisch an der Seite herunterhängt. Ich glaube, er hat mich nicht erkannt. Es tut mir ja irgendwie leid, dass ich nicht einmal dazu stehe, wenn mein Hund vor deinen Garten kackt.

Beichthaus.com Beichte #00031163 vom 09.05.2013 um 19:05:46 Uhr in 07607 Eisenberg (Weidenweg) (23 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Mein untypisches Problem

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Peinlichkeit Verzweiflung Intim

Ich (w/22) weiß seit mittlerweile zehn Jahren gut Bescheid über die typisch weiblichen Probleme. Und trotz besagter jahrelanger Erfahrung bete ich, dass mich meine jüngere Schwester nie nach Tipps fragt, wenn es darum geht, Tampons zu benutzen. Nicht, weil ich so […]
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Beichthaus.com Beichte #00031162 vom 09.05.2013 um 16:29:40 Uhr (17 Kommentare).

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Die erzwungenen Geschenke

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Morallosigkeit Verschwendung Unglaube Zwang Familie

Die erzwungenen Geschenke
Ich hasse Tage, an denen es um eine bestimmte Person geht, wie den Vatertag oder den Muttertag. Ich habe meine Eltern sehr gern, aber einen besonderen Tag brauche ich dafür nicht. Wenn ich ihnen etwas schenken möchte, tue ich dies unabhängig vom Kalenderdatum. Was mir dabei auf die Nerven geht, ist, dass diese Tage wichtig für meine Eltern sind. Vor zwei Jahren wollte ich den Muttertag mal unter den Tisch fallen lassen, woraufhin meine Mutter eine ziemliche Szene gemacht hat. Ich kaufe meinen Eltern jedes Jahr für diese Tage etwas, aber auch nur weil ich muss.

Beichthaus.com Beichte #00031160 vom 08.05.2013 um 17:19:35 Uhr (27 Kommentare).

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Der Gestank in der Bahn

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Neugier Morallosigkeit Bahn & Co. Berlin

Der Gestank in der Bahn
Ich habe hier im Beichthaus einmal eine Beichte gelesen, dass jemand in der U-Bahn immer stehend vor sitzenden Fahrgästen furzt. Das fand ich ziemlich lustig. Als ich im Februar in Berlin war, bin ich mit der U-Bahn gefahren und musste an diese Beichte denken. Die Bahn war vollgestopft mit Leuten, und ich stand neben sitzenden Menschen. Ich wollte es unbedingt auch einmal ausprobieren, also habe ich einen schönen Schleicher rausgepustet. Nach kurzer Zeit sagte jemand in schönem Berlinerisch: "Hier hat eener jeschissen!". Ich blieb unenttarnt. Ich beichte, dass ich aus purer Lust nach Spaß andere Leute belästigt habe.

Beichthaus.com Beichte #00031159 vom 08.05.2013 um 13:39:22 Uhr in Berlin (20 Kommentare).

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