Flaming Snowman

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Waghalsigkeit Weihnachten Kinder

Etwas, das jedes nur ansatzweise rationale Elternteil dieser Welt seinem Nachwuchs beibringt, ist, nicht mit Feuer zu spielen. Ich glaube sogar, dass das eines der ersten Dinge war, die meine Mutti mir einbläute, von Anfang an. Hiermit beichte ich, dass ich es dennoch getan habe. Natürlich ging es nicht so weit, dass ich wirklich zündelte oder ernsthaft was abbrannte, doch immer um die Weihnachtszeit rum nutzte ich das aus der vermeintlichen Zuverlässigkeit erwachsene Privileg, die Kerzen anzünden zu dürfen, für meine Zwecke. Wir alle kennen diese Teelichter in Form von Rentieren, Schneemännern, Häuschen und so weiter, die als Abzug für die Hitze der Kerze diverse Öffnungen haben, wie z. B. Fenster, einen Lachmund, die Augen... Tja, ich habe dann irgendwann per Zufall rausgefunden, dass ich es - auch heute noch - zum Heulen lustig finde, wenn aus diesen Öffnungen Flammen schießen, als ich ein Streichholz an einer bereits im Teelichthalter befindlichen Kerze anzündete. Es gab so eine Mini-Stichflamme aus dem Mund und dem Hut der Schneemannfigur, den ich von diesem Tag an den "Flaming Snowman" taufte. Jeden Sonntag nutzte ich, um mich daran wieder zu erfreuen und machte mir vor Lachen fast jedes mal in die Hose. Außerhalb der Weihnachtszeit funktionierte das leider nicht so gut, nur zu Halloween vielleicht.

Die Eltern meiner damaligen besten Freunden hatten so einen großen Kerzenhalter in Kürbisform zu Halloween und doof wie ich war, überredete ich sie dazu, einen "flaming Kürbis" draus zu machen. Die Familie hatte für den Kamin diese langen dicken Streichhölzer, die wir dann zu einem ca. 3 cm dicken Bündel zusammenklebten. In dem Teelichthalter standen dieses Mal sogar zwei Teelichter, um den Effekt dem Dekoteil entsprechend groß zu gestalten. Gesagt, getan. Wir hielten also das Bündel in die Kerzen und es gab auch wieder den gewollten Effekt, diesmal eben in riesig. Leider sind die Eltern dann durch das Gegacker und Freudengekreische alarmiert worden und es gab erstmal den Arsch ab, von wegen die Bude hätte ja abbrennen können und so. Danach habe ich das nur noch heimlich zu Hause gemacht, wieder mit dem Schneemann, der irgendwann von innen auch ganz rußig war, sodass meine Ma mir auch noch auf die Schliche kam, weil sie sich über den Schmutz wunderte.

Jetzt als Erwachsene reicht mir das alles nicht mehr, erfreuen kann ich mich mit dem damaligen Elan nur noch an wirklich großen Explosionen und dem Moment, in dem ein echt dicker Silvesterkracher aus der Halterung gen Himmel geschossen wird. Meine Eltern lachen heute über diese Marotte und sagten sogar, dass es irgendwie ganz gut hinkäme, da ich mich als kleines Mädchen schon tierisch über Explosionen (und auch Waffen) im Fernsehen gefreut habe wie sonstwas. Es tut mir trotzdem leid, dass meine Freundin damals auch Anpfiff bekam, weil es eigentlich meine Idee war und so ganz ohne Gefahr war es im Wohnzimmer auch nicht. Dieses Weihnachten, wenn ich meine Familie besuche, werde ich mal sehen, ob der Schneemann wieder steht. Aber ob ich dann widerstehen kann, weiß ich nicht. Vielleicht mache ich es um der alten Zeiten Willen noch mal, im Badezimmer, wo nichts brennen kann. Meinen kleinen "flaming Snowman" und die Freude, die er mir alle Jahre wieder bereitet hat, werde ich nie vergessen!

Beichthaus.com Beichte #00040708 vom 29.11.2017 um 13:17:13 Uhr (5 Kommentare).

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Der Mann, dem ich einen Kaffee kaufen sollte

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Boshaftigkeit Zwietracht Düsseldorf

Der Mann, dem ich einen Kaffee kaufen sollte
Ich (m/23) war heute bei einem HNO-Arzt, als ich ins Wartezimmer kam, warteten bereits acht andere Menschen, darunter auch ein Mann, der der Grund für meine Beichte ist. Kaum hatte ich mich hingesetzt, musterte er mich und fragte mich, im herablassenden Tonfall, ob ich ihm beim Bäcker um die Ecke einen Kaffee kaufen könnte. Ich wäre ja gerade erst gekommen und da er länger wartete, wollte er nicht riskieren, seinen Aufruf zu verpassen. Ich war sprachlos und schüttelte mit dem Kopf, was er mit einem leisen: "Arschloch" kommentierte.

Ich habe mich extrem geärgert und dachte die ganze Zeit darüber nach, wie ich ihm die Laune verderben könnte. Als die Sprechstundenhilfe in das Wartezimmer kam und den Namen: 'Torben-Alexander' aufrief, stand der unfreundliche Mann auf, der mich beleidigt hatte. Ich stand ebenfalls auf und natürlich fragte er, was das soll. Ich sagte nur: 'Ich bin Torben-Alexander!', er verneinte und verkündete mit Nachdruck, dass er es ist, ich diskutierte weiter und behauptete, dass ich es bin. So ging es immer weiter, bis die Sprechstundenhilfe mit dem Rauswurf drohte. Torben-Alexander hat mir einen hasserfüllten Blick zugeworfen und ging dann zu seinem Arzt. Es tut mir leid, dass ich die Sprechstundenhilfe bereits am frühen Morgen genervt und mich mit dem Mann angelegt habe, vielleicht hatte er einfach einen schlechten Tag.

Beichthaus.com Beichte #00040703 vom 28.11.2017 um 21:10:05 Uhr in Düsseldorf (31 Kommentare).

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Meine Eltern haben mich zum Ekel erzogen

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Ekel Unreinlichkeit Familie

Bis zu meinem Auszug von zu Hause vor fünf Jahren war ich (w/25) rückwirkend gesehen ziemlich eklig und ungepflegt. Bis ich so 12 war, habe ich nur einmal die Woche geduscht, als Kind wollte ich das nie so oft und wurde auch nicht dazu angehalten. Freitags kam ich also immer mit klatschfettigen Haaren zur Schule. Je älter ich wurde, desto öfter wollte ich dann von mir aus duschen oder baden, aber meine Mutter hat mir verboten, es täglich zu tun, weil angeblich das Wasser so lange laufen würde und das zu teuer wäre. Baden auch schon mal gar nicht bei dem Wasserverbrauch, alle 2-3 Tage duschen war gerade noch okay. Leider hatten wir kein Bidet oder so etwas und eine tägliche Katzenwäsche hat nicht so recht was gebracht. Schuhpaare hatte ich auch bloß 1-2, man kann sich also denken, wie die rochen ohne viel Zeit zum Auslüften.

Mit frischer Wäsche sah es auch eher karg aus, in den Keller durfte ich bis 15 oder 16 alleine nicht und die uralt WaMa mit all ihren speziellen Macken bedienen bis zuletzt nicht, weil ich sie angeblich nur kaputt machen würde. So wirklich frische Pullis hatte ich nie, bis mir das alles zu viel wurde ich begann, jeden Tag eine Schüssel voll von Hand zu waschen. Das Trocknen dauerte immer ewig ohne Trockner. Meine ganze Pubertät über habe ich also ziemlich gestunken, ich schäme mich so sehr, dass ich das nie jemandem so erzählen würde.

Mittlerweile dusche ich in meiner eigenen Wohnung jeden Tag und habe auch immer frische Wäsche, alles außer mal eine Hose oder Jeans trage ich grundsätzlich nur einmal, es kommt also gar nicht dazu, so fies zu müffeln und mir ist auch selbst aufgefallen, dass ich im Intimbereich endlich neutral rieche und nicht mehr so ungepflegt wie damals. Meine Wasserrechnung ist dennoch nur ein Bruchteil von der in meinem Elternhaus. Keine Ahnung, wer die Leute auf diese Sparmasche gebracht hat. Meine Mutter ist bei den Gewohnheiten geblieben. Alle zwei oder drei Tage Duschen, Klamotten öfter zu tragen und so weiter und das fällt vom Geruch auch auf, zumindest wenn kein Parfum drüber kommt. Vielleicht bin ich da auch mehr sensibilisiert nach dem Auszug, vorher fiel mir das nie so auf. Bettwäsche bleibt auch immer noch ewig drauf in meinem Elternhaus. Da hilft auch kein Febreez oder wie das Zeug heißt. Alte Gewohnheiten bekommt man leider nur schwer raus, wie es scheint, bei meiner Oma gab es damals für die Kinder auch nur einmal die Woche Familienbadetag. Vielleicht sieht man alles etwas anders, wenn man noch aus so einer Zeit kommt. Ich bin froh endlich nicht mehr stinken zu müssen, es ist befreiend.

Beichthaus.com Beichte #00040693 vom 27.11.2017 um 12:52:25 Uhr (10 Kommentare).

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Die Esssucht meiner Schwester

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Ungerechtigkeit Zorn Berlin

Meine Schwester war in ihrer Jugend esssüchtig. Einerseits war sie total fixiert auf das, was ich aß - ich konnte mir nicht mal in Ruhe ein Brot machen, schon rief sie, ich solle ihr was übrig lassen. Andererseits hat sie oft versucht, mich zum Essen zu animieren, damit ich fett werde. Ich habe tatsächlich, wenn es etwas Besonderes gab, oft ohne Hunger davon gegessen, damit sie nicht alles wegfrisst und ich später in die Röhre gucke. Sie machte selbst vor den Süßigkeiten meines Vaters, die für uns Tabu waren, nicht halt. Wenn er den Verlust bemerkte, fragte er, wer das war, aber sie gab es nicht zu. Wir wurden dann beide zusammengebrüllt und beschimpft, wir würden ihm alles wegfressen, das habe er für uns nicht gekauft, da habe er für gearbeitet etc. Sie hat mich sogar einmal unter vier Augen mit heuchlerischem Verständnis gefragt, ob ich das Eis echt nicht gegessen habe. Dabei hatte ich bis zum väterlichen Anschiss gar nicht gewusst, dass welches da gewesen war. Oder sie kochte abends für sich und ließ den Abwasch stehen. Weshalb unser Vater uns dann um Mitternacht nach dem Heimkommen beide aus dem Bett jagte.

Ich habe meiner Schwester das nie verziehen. Als sie vor ein paar Wochen mal sagte, das sei selbstverletzendes Verhalten gewesen, da es darauf abzielte, dass ihr schlecht davon gewesen sei, war mein erster Gedanke, da hätte sie sich besser die Arme aufgeschnitten, da hätte wenigstens sie allein drunter leiden müssen. Immerhin hatte ich auch meine Probleme, war unglücklich und musste mich da allein durchbeißen.

Beichthaus.com Beichte #00040690 vom 27.11.2017 um 00:43:18 Uhr in Berlin (10 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mobbing hat mich zum Nazi gemacht

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Eitelkeit Vorurteile Gesellschaft Leverkusen

Ich (m/43) habe durch meine Kindheit starke Minderwertigkeitskomplexe, welche ich an unschuldigen Menschen auslasse, die ich nicht einmal kenne. Es fing an, als ich in die Grundschule kam, ich war der einzige Junge, der dunklere Haut und dunkle Haare hatte, mein Großvater war ein Afrikaner, was man mir auch ein wenig ansah, die Farbe war jedoch hauptsächlich Bräune, meine Familie verreiste gern in heiße Länder. Ich wurde täglich gemobbt, man nannte mich Mohrenkopf, Schwarzer oder sogar Neger. Ich habe in der Zeit einen starken Selbsthass entwickelt.

Ich mied jahrelang das Sonnenlicht und trug sogar Bleichcreme für die Haut auf, nach und nach verblasste meine Schokoglasur, die mich zum Gespött gemacht hatte. Es fühlte sich toll an, endlich auch helle Haut zu haben. Endlich war auch ich ein Weißer! Gleichzeitig wuchs mein Hass auf meine Familie, sie alle waren Deutsche, außer mein Vater, zur Hälfte Afrikaner, und ich. Ich wollte auch ein Deutscher sein und beneidete die blonden und blauäugigen Burschen! Ich konnte nur dankbar über meinen deutschen Namen sein und fing an, mir regelmäßig die Haare blond zu färben. Ich trage seit Jahren blaue Kontaktlinsen und bin endlich der Deutsche, der ich im Herzen schon immer war!

Seit der Flüchtlingswelle bin ich wütend. Wütend auf die Menschen, die mein schönes Deutschland mit Füßen treten. Es ist mir egal, ob es unter ihnen eine Minderheit von guten Menschen gibt und ich könnte mit den Füßen stampfen, wenn ich eine blonde, deutsche Frau sehe, die sich mit einem Schwarzen einlässt und Kinder bekommt. Solche Mischlinge werden dann wegen ihren schlechten Genen in der Schule gemobbt, sowieso, Frauen, die mit einem Afrikaner zusammen waren, möchte ich nicht kenne.. Nicht umsonst wurden früher Schilder angebracht, dass Dunkelhäutige draußen bleiben sollen, es war richtig so, denn so konnten die Weißen eben Weiße bleiben.

Ich beichte also, dass ich durch das Mobbing in meiner Kindheit fremde Menschen verachte, ohne sie zu kennen und sie auf ihre Hautfarbe reduziere. Ich beichte, dass ich selbst afrikanische Wurzeln habe und deswegen mein Aussehen verändert habe. Ich beichte, dass ich eine arme Wurst bin. Aber ich bin eine deutsche Wurst.

Beichthaus.com Beichte #00040686 vom 26.11.2017 um 12:00:02 Uhr in Leverkusen (34 Kommentare).

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