Ich bin ein Choleriker

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Aggression Vandalismus Gesellschaft Düsseldorf

Ich bin ein Choleriker
Ich (m/36) hatte bzw. habe Probleme mit Aggressionen und Vandalismus. Es reichte schon ein nerviges Lied und der Tisch lag umgedreht auf dem Boden. Auch auf meinem Arbeitsplatz bemerkten Kollegen mit der Zeit, dass ich ein Choleriker bin und hielten sich dementsprechend von mir fern. Den Vogel habe ich abgeschossen, als sich ein Kunde telefonisch beschwerte. Ich knallte den Hörer auf den Tisch, schnitt das Kabel durch und pfefferte das gute Stück quer durch den Raum. Ich wurde beurlaubt.

Dies war der Wendepunkt. Ich musste etwas gegen das Problem unternehmen. Ich kaufte mir ein Buch, in dem man lernt, Aggressionen zu bewältigen und ruhig und besonnen zu bleiben. Die Tipps in diesem Buch waren so banal, dass ich es am liebsten zerrissen, verbannt und bepisst hätte. Ein Glas Wasser zu trinken hilft nicht gegen Wut, ihr Deppen. Aber nun gut, ich versuchte, die Tipps in dieser personifizierten Geldverschwendung bestmöglich zu befolgen. Hätte ich es geschafft, würde ich nicht beichten. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich versagt habe. Und zwar gewaltig.

Nachdem ich mich drei Wochen lang zusammengerissen habe, dachte ich, ich hätte es überwunden. Ich fühlte mich wie Neil Armstrong. Als ich allerdings letzten Freitag meinen Wocheneinkauf im Supermarkt meines Vertrauens erledigen wollte, passierte es. Ich konnte nicht mehr. Drei Wochen lang hatte ich mich zurückgehalten, aber nun platzte die angestaute Wut nur so aus mir heraus - völlig grundlos. Vergleicht es einfach mit einem Monat Enthaltsamkeit. Es befriedigt mich, zu schreien, Dinge durch die Gegend zu werfen und einfach auszurasten. Die Aggressionen sind mein Sex und der Vandalismus die Zigarette danach.

Hiermit entschuldige ich mich aufrichtig bei dem Supermarkt, der mir zurecht Hausverbot erteilt hat, als ich herumgeschrien und die Waren durch die Gegend geworfen habe. Beim Versuch, das Regal umzuschubsen, hat mich ein Mitarbeiter aufgehalten, auch er bekommt eine Entschuldigung, für meine primitiven Beleidigungen. Ich werde mir Hilfe suchen.

Beichthaus.com Beichte #00039884 vom 13.06.2017 um 16:00:09 Uhr in Düsseldorf (20 Kommentare).

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Studenten-WG: Meine furchtbare Vermieterin

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Zwietracht WG Studentenleben Wien

Ich (m/24) studiere die Jurisprudenz und tue dies in Wien, wobei ich gleichzeitig auch Europarecht an der Fernuniversität Prag studiere - ich bin also zeitlich sehr in Anspruch genommen; dies nur als Erklärung für das Nachfolgende. Kurz vor Studiumsbeginn hielt ich nach einer günstigen Wohnung in der Innenstadt Ausschau; es fiel mir auch sogleich ein ansprechendes Inserat im Annoncenteil einer grösseren Wiener Zeitung ins Auge. Dort angepriesen wurde eine angebliche Studenten-WG zu einem günstigen Mietzins, dies in einer vornehmen Wohngegend. Da mir das typische Studentenleben in schmutzigen Kiffer-WGs zuwider ist, machte ich mich sogleich auf zum Besichtigungstermin. Es stellte sich heraus, dass die Vermieterin eine ältere, korpulente Dame war, welche auch in der Wohnung lebte. Zu vermieten war lediglich ein kleines Zimmer, in der übrigen Wohnung herrschte die Vermieterin. Bei ihr lebte bereits als Mieter ein irischer Austauschstudent, der, wie er mir bereits beim Besichtigungstermin mitteilte, über die offensichtlich herrische Vermieterin nicht glücklich war, er allerdings aus unerfindlichen Gründen keine andere Wahl als diese Wohnung hatte.

Auf mich machte die Vermieterin allerdings einen guten und vertrauenswürdigen Eindruck, weshalb ich mich aufgrund des nahenden Semesters zur Miete des Zimmers entschloss. Nett erschien mir vor allem, dass das tägliche Frühstück, sonntags jeweils ein Gabelfrühstück, im Mietpreis inbegriffen war. Die ersten Wochen verliefen problemlos, was auch daran lag, dass ich mich vornehmlich in den Räumlichkeiten der Universität bzw. Bibliothek und des Abends gelegentlich auch in Trinkwirtschaften aufhielt. Mit der Zeit merkte ich aber, dass mein irischer Mitbewohner zunehmend ein Abhängigkeitsverhältnis zur Vermieterin entwickelt hat, was sich dahin gehend äußerte, dass sie ihm immerzu sinnlos scheinende Dinge befahl, die er trotz Sprachschwierigkeiten auch auszuführen suchte. So verlangte sie beispielsweise, dass er ihr das Nähzeug oder verschiedene Kochutensilien bringe, die sie problemlos selbst hätte holen können. Bei Abwesenheit des Iren richteten sich solche Bitten auch an mich, die ich ihr auch aus gutem Willen erfüllte.

Allerdings merkte ich, dass sie während meiner Abwesenheit mein Zimmer durchsuchte; teilweise fehlten sogar Dinge wie meine Kontaktlinsen oder Stifte. Als ich sie eines Tages darauf ansprach, reagierte sie höchst ungehalten und drohte mir sogar mit der Kündigung der Wohnung, wovon ich aufgrund der Wohnungsknappheit in der Stadt große Angst hatte. Die Atmosphäre in der Wohnung wurde mit zunehmender Zeit immer unangenehmer, ich hielt mich deshalb auch möglichst selten zu Hause auf.

Als eines Tages der Ire und ich beide zu Hause waren, hörte man, wie die Vermieterin wütend mit jemandem telefonierte, es ging um ein mietrechtliches Problem (sie besaß noch weitere Liegenschaften). Auf einmal rief die Vermieterin den Iren und mich zu sich und befahl uns, ihr sofort aus ihren unordentlichen Akten ein Dokument zu suchen und zu bringen. Der Ire machte sich sogleich auf die Suche, während ich mich zunächst weigerte. Sie wurde sofort ungehalten und drohte mir erneut mit dem Rauswurf, falls ich ihr das Dokument nicht schnellstens holen ginge. Ich machte mich darauf sofort auf die Suche, dabei kam mir aber der wie von Sinnen umherrennende Ire in die Quere und wir krachten mit den Köpfen zusammen. Er suchte das Dokument in den Aktenbergen sofort weiter, schrie aber dabei minutenlange wie am Spieß. Die Vermieterin war außer sich, fragte mich, ob ich dem Wahnsinn anheimgefallen wäre und beschuldigte mich, mit dem Iren zu kämpfen, statt das Dokument zu suchen. Ich war völlig benommen und nahm mir aufgrund dieses Erlebnisses vor, auf den nächstmöglichen Termin zu kündigen, schlimmer als hier konnte es ja nirgendwo werden.

Nachdem ich der Vermieterin die Kündigung zukommen haben lasse, zeigte ich sie anonym an, da sie schwarz eine Eritreerin als Putzfrau beschäftigte. Ich holte mir auch einen guten Anwalt und zeigte sie wegen Diebstahls meiner Gegenstände an, wobei ich auf zivilem Wege auch Schadenersatz dafür verlangte, wobei ich für die Stifte und Kontaktlinsen absurd überhöhte Beträge forderte, welche mir auch gutgesprochen wurden. Ich weiß, dass ich mich dabei im Graubereich des Rechts bewegt habe, dies war jedoch meine Rache für meine Erlebnisse in der Wohnung. Später erfuhr ich, dass auch der Ire ausgezogen ist und die Vermieterin ihre Wohnung verkauft hatte und nun weggezogen ist. Ob dies mit meiner Klage zusammenhing wusste ich nicht, es wäre mir aber ehrlich gesagt auch egal.

Beichthaus.com Beichte #00039874 vom 09.06.2017 um 21:29:22 Uhr in Wien (14 Kommentare).

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Kein Job nach Studium, was nun?

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Verzweiflung Neid Arbeit

Ich beichte hiermit, dass ich mir den 3. Weltkrieg sehnlichst herbei wünsche. Ich schaue gelegentlich Fernsehstreams aus der DPRK, um endlich Anzeichen eines atomaren Primärschlages zu erhaschen, der diesem miserablen Land und seiner noch miserableren Wirtschaft und dem ganzen Menschenmüll endlich den Gar aus macht!

Hintergrund: Ich habe Anfang Oktober mein Masterzeugnis in Wirtschaft erhalten und bin seit September auf Jobsuche. Habe in 9 Monaten 140 Bewerbungen verschickt und nur acht Gesprächseinladungen erhalten, wovon nur wirklich drei Jobs interessant waren. Erhalten habe ich aber keinen dieser Jobs. Trotz Bewerbercoaching und dergleichen. Während meines Studiums habe ich Praktika absolviert (Bankenwesen, Steuerberater), an Unternehmensprojekten mitgewirkt (Software-Rollout, Stammdatenmanagement), war Werkstudent (Automobilzulieferer) und auch mal Freelancer (Immobilienmarketing).

Trotzdem erzählen mir irgendwelche Personalschlampen von zu wenig Berufserfahrung. Ja, wo soll ich die denn herkommen?! Ich habe mich auch bei diversen Sklavenverleihern angemeldet, aber da hört man auch nie wieder etwas von. Ich schwimme mittlerweile in so vielen Bewerberpools, dass ich langsam darin ersaufe! Was ist das für ein Land, in dem man seinem Nachwuchs jede Möglichkeit zur Entwicklung und Familienplanung systematisch versaut, aber auf der anderen Seite unzählige illegale Einwanderer über die Grenzen lässt und diese fürstlich verköstigt?

Ich wohne wieder bei meinen Eltern (bin 26), habe zwischenzeitlich als Lackabfüller über eine Sklaventreiberagentur geknüppelt, aber das bringt meiner Vita ja auch nichts und nebenbei bemerkt ist es sauschädlich für die Gesundheit (habe aber immerhin noch keinen Heuschnupfen gehabt dieses Jahr - vielleicht ist ja irgendetwas abgestorben).

Jetzt gebe ich zwei Mal die Woche Englischnachhilfe über eine Agentur an einen Ingenieur, den sich ein Kundenunternehmen aus Litauen geangelt hat, weil deutsche Ingenieure zu teuer sind und zu viel erwarten. Den Typ schicken die in ganz Europa rum, sodass schon seit zwei Wochen kein Unterricht mehr möglich ist und ich nichtmal das kleine bisschen Kohle pro Woche einstreichen kann.

Beichthaus.com Beichte #00039819 vom 31.05.2017 um 17:06:42 Uhr (28 Kommentare).

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Die stinkende Dicke im Bus

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Vorurteile Hass Ekel Unreinlichkeit Bahn & Co.

In Zeiten, in denen Hass eigentlich das Schlimmste ist, mit dem Menschen sich gegenseitig begegnen können, muss ich dennoch beichten, dass ich letzte Woche im Bus abgrundtiefen Hass gegen einen Menschen empfunden habe, den ich gar nicht kenne. An dem Tag war es gar […]
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Beichthaus.com Beichte #00039812 vom 30.05.2017 um 18:10:26 Uhr (13 Kommentare).

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“Beichte

Ich weiß, ich werde sie bald wieder betrügen müssen!

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Ich habe jetzt seit fünf Jahren eine Freundin und ich liebe sie über alles. Aber ich kann ihr nicht treu sein. Ständig gehe ich zu Prostituierten und betrüge sie. Ich kann es einfach nicht abstellen. Sie ist mollig und das ist mir eigentlich auch egal, aber manchmal […]
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Beichthaus.com Beichte #00039810 vom 30.05.2017 um 16:06:04 Uhr in Karlsruhe (9 Kommentare).

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