Meine Welt war aus dem Ruder gelaufen

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Drogen Sucht Morallosigkeit Michelbach

Es war 1990 und meine rebellische Phase gegen meine Eltern war noch auf ihrem Höhepunkt, da lernte ich mit 19 Jahren den Menschen kennen, von dem ich damals dachte er wäre meine große Liebe. Schnell fand ich heraus, das er nicht nur Alkohol trank, um gute Laune zu haben, sondern auch Heroin konsumierte. Ich war zu dem Zeitpunkt noch Nichtraucher, trank zwar ab und an alkoholische Getränke, war aber ansonsten clean. Das änderte sich. Um meinen Freund nicht zu verlieren begann ich zunächst zu kiffen. Dann kam die Begeisterung für härtere Drogen, bevorzugt Kokain. Ich fuhr damals regelmäßig mit und für meinen Freund in die Niederlande, um größere Mengen Drogen nach Deutschland zu schmuggeln und dort weiter zu verkaufen. Auf diesem Weg kam auch meine Freundin aus Kindheitstagen an Drogen. Heute liegt sie auf dem Friedhof in unserem Heimatort, sie setzte sich am Frankfurter Flughafen den "goldenen Schuss", nachdem sie jahrelang in den Niederlanden gelebt hatte und auf den Strich gegangen ist. Sie hatte durch das Heroin einen Herzfehler und wollte so nicht weiterleben. Ich gebe mir die Schuld, zumindest einen Teil, daran das sie nicht mehr lebt und das das Leben ihrer Familie komplett aus den Fugen geraten ist. Viele von meinen damaligen sogenannten Freunden haben nicht überlebt oder hängen noch heute an der Nadel. Ich frage mich manchmal, ob die Probleme, die ich heute habe, die Tatsache, das man manchmal das Gefühl hat, dass die ganze Welt aus dem Ruder läuft, damit zu tun hat, dass ich Drogen nach Deutschland geholt habe, die andere abhängig gemacht oder vielleicht sogar getötet haben.

Beichthaus.com Beichte #00029409 vom 05.10.2011 um 09:34:16 Uhr in 57610 Michelbach (18 Kommentare).

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Mit Messer auf dem Mast

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Waghalsigkeit Dummheit Unfall Urlaub Norwegen

Ich bin ein passionierter Fan von Großseglern und bin auch bereits auf mehreren Schiffen mitgefahren. Für alle Leute, die in den Mast klettern und dort arbeiten, gibt es ein heiliges Gesetz, das nicht gebrochen werden darf: Es dürfen keine losen Gegenstände in die Takelage mitgenommen werden. Alles, was aus einer Höhe von 30 oder 40 Metern auf das Deck fällt und jemanden trifft, kann diesen unter Umständen tödlich verletzen. Ich habe einmal dieses Gesetz aus Versehen gebrochen und diese Todsünde begangen. Wir waren mit unserer Brigg auf dem Weg nach Bergen in Norwegen und am darauf folgenden Tag wollten wir einlaufen. Ein Segelmanöver stand an und ich zog meinen Blaumann an, in dem sich, was ich leider vergessen hatte, mein Einhandklappmesser in der Brusttasche befand – lose!


Wir enterten auf bis zur Vorroyalrah, der obersten Rah des ersten Mastes, welche sich in rund 40 Metern Höhe befindet. Dort begannen wir ein Segel zu verpacken – eine anstrengende und gefährliche Tätigkeit. Dabei mussten wir uns weit über die Rah hinauslehnen, um das Segel fassen zu können. Mein Messer rutschte mir aus der Brusttasche und fiel in die Tiefe, die Schneidefläche voran. Unglücklicherweise befanden sich auch Mitsegler an Deck, ganz in der Nähe des erwarteten Aufprallortes. Wir brüllten nach unten, dass sie beiseite gehen müssen! Das Messer prallte schließlich auf die Reling und prallte nach innen ab. Verletzt wurde niemand, aber der Gedanke, dass ich durch Leichtsinn und Fahrlässigkeit beinahe einen Menschen getötet hätte, beschäftigt mich sogar noch bis heute.

Beichthaus.com Beichte #00029402 vom 03.10.2011 um 14:00:24 Uhr in Norwegen (Bergen) (11 Kommentare).

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Der Koffer mit dem Silberbesteck

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Diebstahl Habgier Dummheit Familie

Vor 2 Jahren war ich auf einer Hochzeit eines weit entfernten Verwandten. Wir konnten uns noch nie leiden und so war meine Anwesenheit reine Formsache. Nachdem die Feierlichkeiten vorbei waren, hatte ich einen kurzen Anfall von Elster-Syndrom und habe einen alten Koffer mit Silberbesteck mitgehen lassen. Optisch war es in nicht mehr besonders gutem Zustand, es war Vorkriegsbesteck. Ich bin damals gerade umgezogen und konnte zusammen passendes Besteck gut gebrauchen. Mittlerweile ist die Ehe in die Brüche gegangen und im Zuge der Besitzaufteilung sollte auch das Besteck geschätzt werden, was aber logischerweise nicht mehr da war. Jetzt beschuldigen sich Beide gegenseitig das gute Silber heimlich verkauft zu haben. Das heißt also, es ist 2 Jahre lang gar nicht aufgefallen, dass es weg war. Ich habe vor kurzem mal ein paar Teile von dem Besteck schätzen lassen und bin fast vom Glauben abgefallen. Der Juwelier hätte für das vollständige Set im Koffer über 2.500 Euro gezahlt. Der ideelle Sammlerwert dürfte noch weitaus höher liegen. Blöderweise habe ich den Koffer schon entsorgt und vom Besteck fehlen nach 2-jähriger Nutzung auch schon ein paar Teile, welche im Geschirrspüler im Laufe der Zeit unansehnlich wurden. Um die zerscherbte Ehe tut es mir nicht im geringsten Leid - die wäre sowieso gescheitert, aber das ich den Wert des Bestecksets so ruiniert habe, macht mich so sauer, dass ich mir am liebsten selber pausenlos eine reinhauen möchte.

Beichthaus.com Beichte #00029395 vom 28.09.2011 um 22:04:11 Uhr (35 Kommentare).

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Der Nachbau meiner Schule

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Manie Zwietracht Ignoranz Schule Games

Als ich noch zur Schule ging, habe ich sehr viel Zeit mit CS 1.6 verbracht. Wem der Name nichts sagt: Das ist ein Computerspiel, genauer gesagt ein Ego-Shooter. Neben dem Spielen konnte man außerdem auch sehr viel Zeit mit dem Erstellen von Karten, auf denen die Spieler gegeneinander antreten, verbringen. Irgendwann kam ich dann auf die Idee, unser Schulgebäude nachzubauen. Ohne irgendwelche Hintergedanken, ganz einfach weil es unheimlich spannend ist, sich virtuelle Gefechte an einem Ort zu liefern, den man aus dem echten Leben kennt.
Um den Maßstab einzuhalten und alles so detailgetreu wie möglich zu halten, habe ich mir vom Rektor unter dem Vorwand, Ideen zur Umgestaltung des Gebäudes einzubringen, alte Baupläne besorgt, die ich als Vorlage nutzte! Von meinem Projekt erzählte ich nur meinen engsten Bekannten. Doch irgendwann kurz vor dem Politikunterricht bat mich unser Rektor in sein Büro. Ob ich einen Computer besäße? Selbstverständlich. Ob ich das "Killerspiel Counter Schtreik" kennen würde? Natürlich kannte ich es. Da war die Katze aus dem Sack. Irgendjemand hat ihm gesteckt, dass ich an einem Nachbau der Schule arbeite und der alte Penner hat in mir nichts anderes als einen potenziellen Amokläufer gesehen. Trotz allen Beteuerns, dass er das komplett falsch auffasst und absolut keinen Bezug zu Interessen der Schule hat (ich war bei weitem nicht der einzige, der CS gespielt hat), konnte ich ihn nicht davon abbringen, mir das Weiterarbeiten an meinem Projekt zu untersagen. Ich wüsste nur zu gerne, wer mich damals verpfiffen hat. Meine Beichte ist, dass ich trotzdem weitergemappt habe.

Beichthaus.com Beichte #00029393 vom 27.09.2011 um 15:52:59 Uhr (40 Kommentare).

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Der cholerische Eismann

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Zwietracht Aggression Zorn Geld Arbeit Lucka

Ich möchte etwas beichten, was ich demnächst erst tun werde. Ich arbeite bei einer Bank in einer kleineren Dorffiliale und natürlich gibt es neben den vielen netten Kunden auch ein paar schwierigere - ist ja überall so. Ein Kunde allerdings ist ein richtiges - entschuldigt den Ausdruck - Arschloch. Dieser Mann betreibt in der Stadt in einem Kaufhaus einen Softeis-Stand und kommt immer alle paar Rutsch mal mit einem Mordseimer voller Kleingeld um es zählen und einzahlen zu lassen. Er hat alles vorher immer schon schön verpackt in den kleinen Rollen, was wir so aber natürlich nicht akzeptieren dürfen wegen Falschgeld und eventueller Ungenauigkeit beim Zählen. Zwei von uns müssen dann also immer den Eimer zur Zählmaschine schleppen, die ganzen Rollen aufdrehen, sie für den Kunden sammeln und das Geld in die Zählmaschine lassen - ist auch alles noch gar kein Problem. Besagter Kunde, nennen wir ihn mal X, dauert dieser circa 30-minütige Vorgang dann immer viel zu lange, also geht er in der Zwischenzeit einen Spaziergang machen und kommt dann später wieder. Letzte Woche war er dann wieder mal da. Meine Kollegin und ich gingen das Geld zählen, muss ja immer alles nach dem Vier-Augen-Prinzip ablaufen. Als wir fertig waren, notierten wir den Betrag und gingen wieder zurück in den Hauptraum. Nach 20 Minuten kam dann X wieder und wollte wissen wie viel Geld es war. Ich war gerade bei einer anderen Kundin, also wurde Herr X von der anderen Kollegin bedient. Sie nannte ihm den Betrag und daraufhin rastete er komplett aus, weil "wir" uns um einen kleinen Betrag (weniger als 5 Euro) verzählt hätten und meine Kollegin dies in die eigene Tasche gesteckt hätte. Hierzu muss ich kurz sagen, dass meine Kollegin eine herzensgute und liebenswerte Frau ist, so ein richtiger Mutti-Typ: Haste ein Problem mit irgendwas gehst du zu ihr, sie hört zu und hilft. Auch bei unseren Kunden ist sie extrem beliebt, sie bekommt von den alten Omis oft kleinere Präsente mitgebracht.


X beschuldigte also meine Kollegin in einer dermaßen unangebrachten Lautstärke (ich musste sogar aufhören die andere Kundin zu bedienen) und mit absolut unsachlichen Worten, sein Geld eingesteckt zu haben und dass das ja nicht das erste Mal sei dass das vorkäme (es gab ein paar Mal Falschgeld bei ihm, welches wir natürlich zur Zentralbank geschickt haben und dort nochmals extra auf Echtheit haben prüfen lassen) und so weiter. Meine Kollegin versuchte, ihn zu beruhigen und zu erklären, dass wir zu Zweit dort drinnen gewesen sind und dass das gar nicht sein hätte können und dass er sich vielleicht einfach verzählt hätte, das könne bei einem solchen Betrag (mehrere Tausend Euro) ja schon einmal vorkommen wenn man mit Hand zählt. Daraufhin drehte er komplett durch und meinte meine Kollegin solle lieber Ihren Job richtig machen, sie würde ja sonst eh nur rumsitzen und ihren Stuhl der Form ihres Hinterns anpassen und so weiter. Derweil kamen ich und eine andere Kollegin meiner Kollegin zur Hilfe und versuchten X zu beruhigen und zu klären, dass das ja so wohl nicht laufen kann und er sich hier nicht aufführen kann wie der Elefant im Porzellanladen, woraufhin wir beschuldigt wurden "alle unter einer Decke zu stecken". Freundlich machten wir ihn darauf aufmerksam, dass auch er als Kunde bei Summen über 500€, die wir in die Zählmaschine einlassen müssen, den Richtlinien zufolge 0,5% des Gesamtbetrags an die Bank zahlen hätte müssen, was in seinem Fall, allein an diesem Tag den Betrag wegen dem er sich hier so aufführte um ein Vielfaches überstieg und machten ihn auch gleich darauf aufmerksam, dass wir bisher gerne darauf verzichtet haben, aber dies zukünftig nicht mehr so laufen müsse, wenn er meine sich weiter so aufzuführen. Er drohte kurz die Bank zu wechseln, was - Vorsicht Ironie - ja sowas von fatal für uns wäre, wir erklärten aber schnell, dass viele andere Banken solche Beträge von vornherein schon gar nicht zählen, es einschicken lassen müssen oder höhere Gebühren dafür verlangten. Es ging dann noch eine Weile hin und her, er war die ganze Zeit über recht ausfallend und vulgär, schließlich rauschte er ab, nicht ohne damit zu drohen, am nächsten Tag nochmal zu kommen um mit unserem Chef (zu dieser Zeit außer Haus) zu reden.
Meine Kollegin klappte daraufhin völlig zusammen und heulte Rotz und Wasser und wir wussten nicht so recht wie wir ihr helfen konnten. Als unser Chef kam, berichteten wir ihm von dem Vorfall und er sagte uns natürlich seine Unterstützung zu. Herr X war nämlich bereits vorher schon in mehreren Teilen unseres Geschäftsgebietes als schreiender Choleriker aufgetreten, sein neuester Ausraster war nur die Spitze des Eisberges. Unser Chef meinte dann, er würde X am nächsten Tag beim Gespräch unseren Standpunkt energisch deutlich machen. Ob das so passiert ist, weiß ich nicht - sie waren ja unter vier Augen.


Mir lässt das Ganze aber irgendwie keine Ruhe und ich habe mir überlegt, meinen eigenen kleinen Racheplan auszuhecken. Nun kommt meine Beichte: Ich werde vorsätzlich das Geschäft dieses Mannes schädigen. Und zwar werde ich ihm das Gesundheitsamt auf den Hals hetzen. Es gibt bereits Zweifel an der Sauberkeit seiner Maschinen. - Ich werde also zwei, dreimal beim Gesundheitsamt anrufen und mich extremst beschweren, dass ich nach dem Verspeisen des dort gekauften Eises die ganze Nacht kotzend über meiner Toilettenschüssel hing, diese Variante wird dann von verschiedenen Stellen bestätigt und dem Amt gegebenenfalls ein bisschen Druck gemacht und dann will ich sehen wie dieser arrogante, widerlich stinkende Fettsack mit seinem roten Kopf und seiner Choleriker-Ader auf der Stirn in meine Filiale gekrochen kommt und versucht zu erklären, warum er seinen Kredit bei uns "jetzt erstmal nicht weiter abbezahlen kann".
Ich bin wirklich kein böser Mensch und ich will auch niemandem etwas böses, aber dieser Mensch hat es verdient! Der Mann ist überall bekannt als Choleriker und Schreihals und es wird mal langsam Zeit, dass ihm jemand einen Dämpfer verpasst. Wer meint, so respektlos mit seinen Mitmenschen umgehen zu müssen, hat es nicht anders verdient. Vielleicht lernt er ja was draus - wenn man netter zu seinen Mitmenschen ist, wollen die einem in der Regel auch nichts böses, vielleicht nimmt er sich das dann mal zu Herzen.

Beichthaus.com Beichte #00029391 vom 26.09.2011 um 16:31:54 Uhr in Lucka (35 Kommentare).

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