Die kleine Unterschriften-Fälscherin

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Faulheit Trägheit Betrug Schule Zürich

Ich (w) hatte damals als ich etwa 7 Jahre alt war, kurz eine "hab-jetzt-keine-Lust-auf-Hausaufgaben-Phase". Also bin ich des öfteren ohne gemachte Hausaufgaben zur Schule gegangen. Und jedes mal habe ich einen sogenannten "blauen Brief" von meiner Lehrerin gekriegt, in dem eben stand, dass ich nix gemacht habe, und den sollte ich dann von meinen Eltern unterschreiben lassen und wieder zurück bringen. Da solche Briefe mit der Zeit mit einer solchen Regelmäßigkeit bei meiner Mutter auf dem Tisch landeten, zog sie irgendwann die Notbremse. Und zwar offenbarte sie mir, dass ich beim nächsten blauen Brief einen Monat Reitverbot kriegen würde. Man muss hier noch anmerken, dass ich seit meinem 6. Lebensjahr leidenschaftliches Ponyreiten betrieben habe. Also wäre das für mich eine ziemlich schlimme Strafe gewesen. Doch wie es kommen musste, habe ich ein paar Wochen später wieder einen blauen Brief in meiner Hand gehalten.

Panisch überlegte ich, was ich jetzt tun sollte. Bis mir eine - heute betrachtet ziemlich naive Idee in den Sinn kam. Und zwar ging ich nach Hause, habe ganz normal mit meiner Mutter geredet und dann so ganz nebenbei gefragt, wie eigentlich ihr Name geschrieben aussieht. Sie hat den dann anschließend auf ein Papierchen geschrieben, schön in Schreibschrift und gut lesbar. Natürlich nur den Vornamen. Ich aber, vollkommen stolz und begeistert von meiner super Idee, bin daraufhin in mein Zimmer geflitzt, habe den blauen Brief über dem Papierchen mit dem Namen meiner Mutter drauf ans Fenster gehalten und die "Unterschrift" durchgepaust. HA! Dachte ich mir, genial! So bin ich dann am nächsten Tag in die Schule und habe der Lehrerin stolz und vor Selbstbewusstsein strotzend den blauen Brief auf den Tisch gelegt. Der weitere Schultag ist dann normal verlaufen, bis zum Schluss. Da hat mich meine Lehrerin nämlich noch schnell nach vorne gebeten, mir einen zugeklebten Umschlag in die Hand gedrückt und gesagt, ich solle den doch bitte meiner Mutter geben. Doch ich war ja nicht doof. Mir war sofort klar, dass das irgendwas mit meiner gefälschten Unterschrift zu tun haben musste. Dreist wie ich war, öffnete ich den Umschlag und prompt war mein blauer Brief darin und darauf klebte ein Post-it auf dem an meine Mutter gerichtet stand "Ist das wirklich Ihre Unterschrift?" Ich habe dann irgendwie Schiss gekriegt und den Brief einfach bei mir im Wäschekorb versteckt. Natürlich hat ihn meine Mutter beim nächsten Waschgang gefunden und mich zur Rede gestellt. Resultat meiner kindlichen Kleinkriminalität war, dass ich mich nach ausgiebigem Weinkrampf bei meiner Lehrerin entschuldigen und meiner Mutter während dem Nachsitzen in der Schule ein Bild malen musste. Jedoch habe ich aus der ganzen Sache gelernt und von da an immer schön meine Hausaufgaben gemacht. Dass ich schon als 8-jährige auf solche kreativen "Lösungswege" gekommen bin, finde ich heute irgendwie lustig. Ich habe aber bis heute keine einzige Unterschrift mehr gefälscht.

Beichthaus.com Beichte #00028222 vom 20.10.2010 um 11:32:46 Uhr in Zürich (19 Kommentare).

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Behinderte in der Bahn

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Feigheit Morallosigkeit Selbstsucht Bahn & Co. Hamburg

Als ich letztens in der Regionalbahn gefahren bin, ist nach kurzer Fahrt an der ersten Haltestelle eine Gruppe Behinderte zugestiegen. Als ich die dann sah, dachte ich dann schon "hoffentlich setzt sich keiner von denen zu mir". Da ich aber alleine an einem Viererplatz saß und auch sonst nicht so viele Plätze frei waren fragte mich auch schon nach kurzer Zeit der Leiter der Gruppe (ein scheinbar linker Typ mit langen roten haaren zu Dreadlocks zusammengeflochten), ob sie sich denn nicht zu mir dazusetzen könnten. Ich sagte dann erstmal aus reiner Höflichkeit "Joa, okay" und schon setzten sich eine geistig-behinderte Frau mit Sabber am Mund und ein Mann mit Down-Syndrom gegenüber von mir auf die Plätze. Da mich die Frau auch noch anfing mit dummen Fragen zu belästigen und ich merkte, dass der Leiter der Gruppe nochmal kurz weiter nach hinten in den Waggon musste um anderen Behinderten aus der Gruppe beim Gepäck verstauen zu helfen, ergriff ich sofort die Gelegenheit und hab mich in den nächsten Waggon umgesetzt. Zuerst kam ich mir irgendwie asozial dabei vor, aber ich hatte wirklich keine Lust die restliche Fahrt diese Leute zu ertragen, da mich die Behinderten und der Typ mit den Dreadlocks angewidert haben. Im Endeffekt bereue ich es nicht, da ich danach eine entspannte Zugfahrt hatte und ich auch einfach mal an mich denken musste.

Beichthaus.com Beichte #00028201 vom 11.10.2010 um 23:50:45 Uhr in Hamburg (52 Kommentare).

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Konzert statt Firmenmeeting

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Falschheit Faulheit Arbeit Köln

Konzert statt Firmenmeeting
Ich war damals nach meiner Ausbildung in einer Firma angestellt, in der ich nicht wirklich gefördert wurde und lediglich Arbeiten erledigte, für die sich die Alteingesessenen zu fein waren. Das war besonders frustrierend, da ich mir von meinem ersten richtigen Job einfach mehr erhoffte. In dieser Firma kochte eigentlich jeder sein eigenes Süppchen, so dass man sich oftmals mit seinen Problemen als Berufsanfänger allein gelassen fühlte und auch Überstunden gehörten zum Standardprogramm (teilweise von 08:00 Uhr - 22:00 Uhr mehrmals in der Woche).
Nicht nur Überstunden waren Gang und Gäbe, auch musste man an Team-Events teilnehmen, die natürlich auch nach der Arbeitszeit stattfanden und nahezu immer wohnortnah zum Chef stattfanden, auch wenn alle Mitarbeiter ca. 200km entfernt wohnten. Sagte man ab, so kriegte man über die Sekretärin vom Chef gesagt, dass man mitkommen müsste (wozu man in der Probezeit eher nicht "nein" sagt), auch wenn man eine Absage rechtzeitig erteilte.
Nun zu meiner eigentlich Beichte: An einem Tag, an dem ich bereits Karten für ein Konzert hatte, war mal wieder ein Event bei einem unserer Firmenpartner in Frankfurt geplant. Da mein schauspielerisches Talent mehr schlecht als recht ist, legte ich mir einen Plan zurecht, den ich, einen Tag vor dem geplanten Ausflug, ausführte. Ich kam morgens ins Büro und ging unbemerkt zur Toilette. Dort nahm ich einen Klumpen Brot zu mir, den ich einen Tag lang in 500.000 Scoville scharfer Sauce eingelegt hatte und nur schwer herunterwürgen konnte. Mein Mund brannte wie Feuer, doch als ich an meinen Arbeitsplatz zurückging, ließ ich mir nichts anmerken. Es dauerte nicht lange und Magenschmerzen setzten ein, der Schweiß stand mir auf der Stirn, meine Gesichtsfarbe nahm ein kalkähnliches weiß an und meine Hände zitterten. Nachdem ich mich das erste mal übergab bemerkten auch meine Kollegen, dass sich mein Zustand rapide verschlechterte und rieten mir zum Arzt zu gehen, was ich auch tat. Meine Schmerzen waren auf der Autobahn zwar schon wieder vollkommen verflogen, doch das sagte ich dem Arzt natürlich nicht, weshalb mich dieser prompt eine Woche lang krank schrieb. Das Ende vom Lied war letztendlich, dass ich am Abend ein tolles Konzert genoss und meine Kollegen, die nach Frankfurt gefahren waren, um 01:00 Uhr wieder in Köln aufschlugen, um sich für den nächsten Arbeitstag zu Bett zu legen.
Hiermit beichte ich, dass ich mir nicht einmal, sondern zweimal wissentlich Schaden zugefügt habe, um meiner Arbeit zu entgehen, bei der ich mich nicht nur ungerecht behandelt, sondern auch ausgenutzt und unterdrückt gefühlt habe. Ich hoffe auf Verständnis, Nachsicht und Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00028165 vom 24.09.2010 um 16:52:07 Uhr in Köln (19 Kommentare).

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Betrunken auf dem Stadtfest

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Trunksucht Maßlosigkeit Vandalismus Last Night Polizei Salzgitter

Vor etwa 4 Wochen war bei uns in der Stadt ein Fest. Ich (m/18) und zwei Freunde wollten uns unbedingt einen schönen Abend machen und sind hingegangen. Zuerst sind wir zur nächstgelegenen Tankstelle und haben eine Flasche Weinbrand, eine Flasche Vodka und eine 2-Liter Cola gekauft. Schon auf dem Weg zum Fest war der Weinbrand fast leer. Da wir vorher bei mir schon etliche Biere getrunken haben, hat die Wirkung nicht lange auf sich warten lassen. Im ziemlich betrunkenen Zustand sind wir Hassparolen-gegen-Polizeibeamte schreiend durch die Innenstadt gelaufen. Auf unserem Weg hat der Stern eines Mercedes meine Aufmerksamkeit so sehr erregt, dass ich ihn unter allen Umständen mitnehmen musste. Gesagt, getan. Im nächsten Moment kam der Besitzer des Mercedes und hat mich gefragt, wo lang es den zu einer bestimmten Straße gehe. Während ich total voll versuchte ihm den Weg zu erklären, rief er die Cops. Diese kamen auch relativ zügig und so durfte ich pusten. 2,3 Promille, nicht schlecht, habe ich gedacht. Also ab ins Auto - Handschellen hat man mir nicht angelegt. Während der Polizeibeamte sich hinters Steuer setzte, nahm seine äußerst attraktive Kollegin neben mir auf der Rückbank platz. Sie sah mich an und meinte: "Anschnallen, wir fahren los!" Noch bevor ich überhaupt begriffen hatte was los war, sagte ich auch schon: "Zu dir oder zu mir?" Am Ende lief es darauf hinaus, dass die Polizisten mich zu Hause absetzten und der Autobesitzer auf eine Anzeige verzichtete.

Beichthaus.com Beichte #00028162 vom 22.09.2010 um 20:30:48 Uhr in 38226 Salzgitter (Marienbruchstraße) (29 Kommentare).

Gebeichtet von AstraRotlicht
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“35.000

“Folge

Der Lüfter

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Dummheit Neugier Waghalsigkeit

Ich beichte, dass ich nicht dazu lerne. Ich habe heute einen Lüfter aus einem alten Computernetzteil ausgebaut und mir gedacht, cool den kannst du ja vielleicht brauchen. Wie ihr vielleicht wisst, benötigt ein Lüfter Strom. Dieser kommt aus der Steckdose und kann sehr gefährlich werden.
Das hat mir mein Vater auch mal sehr deutlich erklärt als ich circa 13 Jahre alt war und mich fast selber umgebracht habe, als ich eine Steckerleiste reparieren wollte, was nicht so ganz geklappt hatte.
Nun zurück zu meinem Lüfter. Auf diesem stand er benötigt 12V und 0.19A. Gut dachte ich mir, schaust du mal nach ob du ein Netzteil hast, was genau jenes bringt. Hatte leider nur eines da, welches 5V und 0.05A abgibt. Ausprobiert und siehe da er dreht sich. Leider war es nur ein schwaches Lüftchen und ich machte mich auf die Suche nach was stärkerem.
Und was erblickten meine Augen da? Ein Stromkabel inklusive Adapter auf welchem 30V und 0.4A stand. Tolle Sache dachte ich mir, dann wird der Lüfter ja abgehen wie eine Rakete.
Und dann beging ich den Fehler. Ich entfernte den Adapter vom Kabel (dumme Idee) und Steckte die beiden Kabel vom Lüfter in das Kabel vom Adapter... Gut, es passierte etwas, nur leider hat er sich nicht gedreht, dass kann ich euch sagen. Denn die 230V (oder wie viel auch immer) direkt aus der Steckdose, killten den Lüfter und liesen ein Wunderbares Schauspiel von Blitzen und Funken entstehen, und einen schönen schwarzen Kreis auf meinem Teppich. Ich kann von Glück reden, dass ich nicht noch zusätzlich gegrillt wurde.

Das tolle dabei war ja, dass ich mich genau an die Geschichte von damals erinnert habe als ich den Lüfter am ausbauen war, aber es trotzdem nicht lassen konnte und genau auf diesen Moment hingearbeitet habe. Ich wollte einfach wissen was passiert, wie der Lüfter läuft, wenn er etwas mehr Power bekommt. Jetzt weis ich es, er läuft garnicht.

Beichthaus.com Beichte #00028146 vom 14.09.2010 um 21:20:25 Uhr (25 Kommentare).

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