Wenn der neue Arbeitskollege der Ex der besten Freundin ist

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Zwietracht Kollegen Arbeit

Ich beichte (w/20) dass ich meinen Kollegen aus der Firma geekelt habe. Ich war Azubi im zweiten Lehrjahr und er kam im September 2016 neu an. Er fing gerade mit der Ausbildung an. Leider gab es da einen unglücklichen Zufall. Der Typ war der Ex meiner besten Freundin! Anfang 2016 hatte sie Schluss gemacht. Er war ein Psycho. Er war sehr eifersüchtig und hat ihr dauernd vorgeworfen, sie würde sich mit anderen treffen. Er hat drei ihrer Handys zerstört. Warf eines quer durch das Treppenhaus ohne Rücksicht auf Nachbarn. Er hat meine Freundin auch hin und wieder geohrfeigt oder Geschirr nachgeworfen. Am Ende hatte er sie dann betrogen. Nun landete er auf einmal in unserem Büro (Onlineshop , nur 8 Mitarbeiter - aus dem Weg gehen ist nicht). Er brachte mir eine Box Donuts mit und meinte, er möchte, dass wir von nun an auf der Arbeit als Kollegen respektvoll und distanziert miteinander umgehen. Ich solle ihn auf nichts Privates ansprechen.

Ich habe so getan, als wäre ich einverstanden. Stattdessen habe ich ihm alles mögliche falsch beigebracht und allen erzählt, dass er sich die einfachsten Sachbearbeiteraufgaben nicht merken kann. Ich verstellte den Kopierer, so dass er 10 Seiten zu viel ausdruckte, verstellte die Durchwahlknöpfe an seinem Telefon, dass er die falschen Mitarbeiter anrief, änderte seinen Wallpaper vom Firmenlogodesign zu Spongebob oder legte ihm ein angebissenes Brot mitten in die Arbeitsunterlagen. Wir teilten uns ein Büro und ich ging immer ein bisschen früher von der Pause zurück. Da es ein Gemeinschafts WC gab, ging ich oft nach ihm und schüttete gelbes Putzmittel ins Urinal und beschwerte mich lautstark, dass er nicht gespült hatte. Immer wenn er meinte, dass es nicht seine Schuld war und garstig zu mir wurde, schnauzten ihn die Kollegen noch mehr an. Sie hielten zu mir, kannten die Vorgeschichte allerdings nicht so gut. Nur dass wir uns kennen wussten sie. Nach 2 Monaten wurde er gekündigt. Mein Chef hätte fast die Polizei gerufen, da er mir einen Locher nachgeschmissen hat und mich fast am Kopf getroffen hätte. Davon hielt ich ihn dann aber ab. Ausbildung verlieren ist genug. Heute tut es mir schon leid, dass ich privates und berufliches nicht einfach trennen konnte. Es war falsch!

Beichthaus.com Beichte #00041483 vom 11.08.2018 um 01:32:12 Uhr (32 Kommentare).

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Warum werde ich als Rothaarige diskriminiert?

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Vorurteile Ungerechtigkeit

Es nervt mich mittlerweile ungemein, dass meine beste Freundin und ich aufgrund unserer Haar- und Hautfarbe diskriminiert werden. Wir sind zwei vollkommen unterschiedliche Typen, sie ist dunkelhäutig mit ebenfalls dunklen Haaren und ich bin sehr hellhäutig und habe leicht rötliche Haare (eher ein Goldton). Obwohl wir beide nicht provozieren, werden wir des Öfteren zum Angriffsziel unserer intoleranten Mitmenschen. Meine beste Freundin ist ein herzensguter Mensch und muss sich als Affe, Schmarotzerin und weitaus schlimmeres beleidigen lassen. Ich dagegen bin die Leiche, Hexe und Seelenlose. Angeblich gehe ich nie nach draußen und als ich neulich an einer Baustelle vorbei gegangen bin, hat ein Bauarbeiter fröhlich pfeifend das Pipi-Langstrumpf-Lied angestimmt. Die schlimmste Erfahrung war, als ich im Bus gefahren bin und ein älterer Herr gemeint hat, dass man uns Rotschöpfe unter Hitler (zu recht) vergast hätte. Ebenfalls und genauso verletzend war, als sich eine Besucherin einer Ausstellung beschwerte, dass man mich als Rothaarige rein ließe. Die Dame selbst war sehr übergewichtig und müsste eigentlich nachvollziehen, wie verletzend solche Kommentare sind.

Meine Freundin trifft diese Kommentare aufgrund ihres Äußeren und ihrer Herkunft am schlimmsten. Ich sage ihr immer wieder, wie schön und einzigartig sie ist und ermuntere sie zu sich selbst zu stehen. Leider habe ich sie indirekt hintergangen. Wir sehen uns leider nur noch selten, da ich weggezogen bin. Jedenfalls habe ich die ganzen Anfeindungen nicht mehr ausgehalten und mir meine Haare hellbraun gefärbt, noch dazu gehe ich jetzt ins Solarium und betreibe im Sommer exzessives Sonnenbaden. Seitdem bekomme ich nur noch Komplimente, obwohl ich mich äußerlich kaum verändert habe und es mir selbst gar nicht gefällt. Aber ich habe Angst meiner Freundin so unter die Augen zu treten. Ich, die immer betont hat, wie wichtig es ist zu sich selbst zu stehen und sich dabei selbst nicht annehmen konnte. Ich beichte feige zu sein, kein Selbstbewusstsein zu haben und dass alles nur , weil unsere Gesellschaft noch immer nicht bereit ist mit Menschen zurecht kommen, die eine andere Haut- und Haarfarbe haben, als sie selbst. Dennoch werde ich immer zu meiner besten Freundin halten, egal welche Herausforderungen uns zukünftig begegnen.

Beichthaus.com Beichte #00041340 vom 14.06.2018 um 17:37:54 Uhr (36 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mein neuer ungewöhnlicher Job

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Prostitution Arbeit Habgier Berlin

Ich (m/19) spare jetzt schon seit meinem 17. Lebensjahr für eine eigene Wohnung, Auto und Führerschein. Ich lebe noch bei meinen Eltern, will aber mit meinem festen Freund zusammenziehen. Da ich bald auch studieren will, reicht das Geld bei Weitem noch nicht. Meine beste Freundin meinte dann vor Kurzem, dass sie jemanden kennt, der jemanden kennt, und der könnte wohl noch Arbeit nebenbei für mich haben. Klingt erst mal verdächtig, aber ich dachte mir nichts dabei. In erster Linie dachte ich an Schwarzarbeit im Sinne von Putzen oder Hausflur streichen. Ich traf also diesen Bekannten und er war ein ganz normaler Typ, der mir anbot, mit ihm zusammen zu arbeiten. Ich wollte halt unbedingt das Geld. Trotzdem willigte ich ein und erzählte natürlich niemandem davon, um potentiellen Stress zu vermeiden.

Als ich dann das erste Mal arbeiten sollte, fuhr er mich ganz verwirrt durch halb Berlin, mitten in der Nacht. Er hielt vor irgendwelchen Häusern, ging ans Handy, dann fuhr er weiter, und so ging das eine ganze Weile. Bis er mir dann sagte, dass ich zu irgend einer Wohnung hoch muss und dann da arbeiten kann. Ich ging also hoch und wurde dann auch vom Wohnungsbesitzer begrüßt, der mir dann auch mitteilte, dass er mich doch gebucht hat und mit mir schlafen wollte und wie wir das Ganze denn machen und so weiter. Ich lehnte dankend ab. Ich redete dann mit meinem neuen "Arbeitgeber" und dann stellte sich heraus, dass er wohl für eine ganz besondere Agentur arbeitet und er davon ausging, dass ich von allem wusste. Wusste ich aber leider nicht, hatte auch keine Ahnung, ob meine beste Freundin - die ja für ihn geworben hat - davon wusste. Ich bezweifle es aber. Ein paar Wochen später kam ich nochmal auf ihn zurück und willigte ein, als Escort zu arbeiten, obwohl ich es eigentlich nicht möchte.

Zuerst ging ich nur mit Leuten aus; man trinkt mit Kunden, redet und verdient zusätzlich auch relativ nette Sümmchen Geld. Dennoch hatte ich Probleme mit dem Sex. Habe es dann aber doch aus Liebe zu meinem Freund bis jetzt vier Mal getan, da ich uns ein unbeschwertes Leben ermöglichen möchte und das Geld, was ich jetzt nebenbei verdiene, hilft uns bzw. mir wirklich beträchtlich. Ich schlafe grundsätzlich nur mit gepflegten Männern und das Ganze läuft auch so seriös ab, wie ein Escort-Service sein kann, und dennoch plagt mich mein Gewissen. Ich habe trotz präventiver Maßnahmen panische Angst vor Krankheiten; dass alles auffliegt und ich alles verliere, was mir lieb und teuer ist und dass ich noch weiter abrutsche. Wer möchte denn schon als 19-Jähriger als Escort arbeiten? Ich will das Ganze jetzt noch durchziehen bis ich all das Geld zusammen habe, was ich brauche. Dann höre ich auch sofort auf. Ich bitte um Absolution, aber auch um Verständnis.

Beichthaus.com Beichte #00041230 vom 30.04.2018 um 22:52:29 Uhr in 10711 Berlin (13 Kommentare).

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Die gruselige Babysitterin

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Boshaftigkeit Zorn Kinder Bremen

Als ich (w/20) fünf Jahre alt war, waren meine Eltern beide beruflich eingespannt, sie arbeiteten fast immer nachts, weshalb sie eine Frau einstellten, die beruflich Kinder betreute und nachts auf mich aufpassen sollte. Obwohl die Frau noch jung war, kam ich nicht wirklich gut mit ihr klar, sie war sehr christlich und erzählte mir immer von Gott, obwohl ich keiner Religion angehörte. Eines Abends wollte ich schlafen gehen, ich stand vor dem Spiegel im Flur und kämmte meine Haare. Die Frau stand neben meiner Zimmertür und starrte mich an. Ich fragte sie, warum sie mich denn so komisch anschauen würde, sie grinste und sagte, dass ich sie auch anschauen könnte. Plötzlich riss sie ihr Nachthemd nach oben, sie trug keine Unterwäsche, ich war erschrocken, sagte aber nichts und ging schnell in mein Zimmer.

Meinen Eltern erzählte ich davon nichts, jedoch fing ich an, mich vor der Frau zu ekeln, sie schlief manchmal sogar in meinem Zimmer, obwohl wir ein Gästezimmer hatten. Ich wollte nicht mehr, dass sie auf mich aufpasst und war daher immer zickig und gemein zu ihr. Ich beschwerte mich bei jeder Gelegenheit, als sie schwanger wurde, bekam ich eine neue Babysitterin, jedoch nicht lange, da meine Eltern endlich ihre Arbeitszeiten ändern konnten. Gestern habe ich die Frau gesehen, es tut mir mittlerweile leid, dass ich damals so bösartig war.

Beichthaus.com Beichte #00040939 vom 31.01.2018 um 11:53:58 Uhr in Bremen (64 Kommentare).

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Hilfe, mein Traummann ist geizig!

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Geiz Zwang Partnerschaft

Ich (w/22) bin seit zwei Jahren mit einem gutaussehenden, smarten Banker zusammen. Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Er hat Manieren, ist zurückhaltend, zärtlich im Bett und macht auch optisch was her. Ein guter Fang, Typ "Schwiegermamas Liebling", viele Freundinnen sind begeistert von ihm und meine Familie auch. Ich jedoch komme langsam ins Grübeln. Wir leben seit einigen Monaten zusammen in einer Wohnung und so nach und nach stelle ich Eigenheiten an ihm (26) fest, die ich ihm vorher nicht zugerechnet hätte und die mir das Miteinander zunehmend erschweren. Früher hielt ich ihn für einen sehr sparsamen Menschen, aber inzwischen weiß ich, dass es purer Geiz ist. Außerdem zeigt er wiederkehrende Verhaltensweisen, die eigentlich schon Zwänge sind. Beim Einrichten unserer Wohnung bat ich ihn, mir von unterwegs einen Schrubber mitzubringen - er kehrte mit einem Lappen zurück und dem Satz: "Wenn du auf den Knien wischst, werden die Ecken sauberer." Er hilft weder beim Kochen noch beim Putzen, hat mir vor Kurzem ganz klar ins Gesicht gesagt, dass das zu Hause seine Mutter gemacht hat und nicht sein Vater - und so erwarte er das auch bei uns. Er sei für das Auto und den Einkauf da.

Apfelschorle wird nicht gekauft, weil er ausgerechnet hat, dass das Mischen von Sprudelwasser und Apfelsaft billiger ist. Gefrierbeutel werden so lange abgewaschen, zum Trocknen aufgehängt und wieder benutzt, bis sie Löcher haben. Alufolie vom Pausenbrot wird mehrfach benutzt. Natürlich hat er sich nicht in der Kantine zum Mittagessen angemeldet und kauft AUSSCHLIESSLICH beim Discounter mit den weiß-blauen Streifen, sogar seine Kragenhemden für den Bankschalter und das Brot kauft er dort. Ich kann diese ewig gleichen Wurstsorten und Joghurts schon nicht mehr sehen, aber ihm macht es Freude. Kaufe ich woanders, reagiert er sauer und rechnet mir vor, wie teuer das im Vergleich ist. Wir haben eine Haushaltskasse, in die monatlich 250 Euro von uns beiden für Lebensmittel gezahlt werden - anteilig je zur Hälfte (er isst mehr als ich und manchmal zweige ich mir heimlich Kleinbeträge für Zigaretten davon ab...).

Unterwegs wird nichts gekauft, kein Snack, kein Kaffee, nein, es wird Tee gekocht und mitgenommen. Pizza wird nicht bestellt oder selbst gemacht - die Discounterpizza kostet weniger, sagt er, da kann man auch noch was drauflegen. Er gönnt uns nichts, beklagt überall die hohen Preise, nimmt aber an, wenn ich etwas ausgebe. Bisher waren wir dreimal Essen und nur einmal davon hat er bezahlt. Ich werde es nicht noch einmal tun. Teebeutel werden zwei Mal aufgegossen. Autowäsche nur per Hand, getankt nur an der günstigsten Tankstelle und nie vor Feiertagen. Eines Sonntags hatten wir vergessen, den obligatorischen Sekt (der NICHT aus dem Discounter kommt, weil er ja für seine Eltern ist, die aus seiner Sicht etwas Besseres verdient haben als wir) mit zu seiner Familie zu nehmen und in der ersten Tankstelle war er ihm zu teuer. Nachdem er in der zweiten Tanke noch mehr kostete, fuhr er wieder zurück zur ersten und kaufte ihn doch dort. Den Frust bekam ich ab - den Eltern schenkte er die Flasche mit einem Lächeln.

Besuchen wir meine Oma isst er dort für zwei, dann packt er alles mögliche an Lebensmitteln ein, weil sie es uns gerne gibt, obwohl wir es nicht nötig hätten, was ich ihm auch sage. Er meint, bei ihr käme es sonst auch nur um. Sein ältestes Parfum ist ein Geschenk seiner Ex und vier Jahre alt. Die Flasche ist noch halb voll und leicht getrübt. Einmal alle zwei bis drei Tage gibt es eine Badewanne für beide und dann wird die Toilette mit dem Wasser gespült. Jetzt im Winter wird die Heizung nur "im Notfall" angestellt und sich ansonsten warm angezogen. Im Leuchter brennen nur drei von fünf Sparbirnen - aus Kostengründen. Er trägt Unterhemden, die so alt sind, dass sich gelbe Schweißringe unter den Achseln gebildet haben, die beim Waschen nicht mehr rausgehen. Als ich sie bleichen wollte, riet er mir stattdessen zu Gallseife - ist billiger. Mir ist das fast schon peinlich vor mir selbst und ich fremdschäme mich für ihn. Seine Socken haben lauter Löcher, aber er meint, solange es die Kunden nicht sehen, seien die noch okay. Ich habe ihm schon Neue geschenkt, die liegen noch mit Etikett im Schrank, ebenso die Lederjacke, in der ich seinen athletischen Körper gerne mal sehen würde.

Besuchen wir jemanden und mein Freund stößt direkt nach Feierabend dazu, hat er stets ein paar intakte Socken dabei und wechselt diese sofort auf der Toilette, damit es dem Gastgeber nicht auffällt. Die kaputten Socken steckt er ein und legt sie zu Hause in die Wäschebox. Als ich mir letzten Monat erlaubte, kaputte Socken wegzuwerfen, meckerte er herum und beschwerte sich bei seiner Mutter über mich, die mir zwar vornherum beipflichtete, selbst aber genauso geizig ist wie der Rest der Familie. Woher hat er es denn sonst? Das alte Hörertelefon seiner Eltern, deren abgeschaffter Teppich und die Küche von Onkel und Tante reichen für uns aus, bis "wir uns mal was leisten können." Er hat große Ersparnisse, gibt aber nichts aus. Ich bin Studentin und habe von wenig Erspartem die Hälfte der Wohnungseinrichtung gezahlt, denn schließlich leben wir zusammen und ich bin nicht scharf auf sein Geld. Zu Hause stehen und liegen haufenweise Werbegeschenke dieser Bank herum, die eigentlich an die Kunden gehen sollten. Langsam vergeht mir die Freude daran, diese Sachen zu benutzen.

Als ich Geburtstag hatte, habe ich mir eine bestimmte CD gewünscht und er berichtete mir eines Abends, als er recht spät nach Hause gekommen ist, stolz, dass er in vier (!) Musikgeschäften war und nun endlich die Günstigste erwischt hatte. Dieses Schnäppchengefühl hebt ihn unwahrscheinlich an. Ich konnte mich gar nicht richtig darüber freuen. Er hat auch festgelegt, dass Geschenke unter uns 25 Euro nicht übersteigen sollen. Es ist ernüchternd, exakt zu wissen, wieviel man jemandem wert ist, der von Liebe spricht, Heirat und Kindern und das ständig von einem zurückhören möchte. Was seine Eltern angeht, gibt er weitaus mehr Geld für Anlässe und Geschenke aus, ist denen quasi hörig und lässt sich von der Mutter zu kostenlosen "Dienstfahrten" zum Wocheneinkauf oder als Abholdienst nach Partys ausnutzen, wenn die Eltern getrunken haben und nicht selbst fahren. Sein Vater buttert ihn total unter, trampelt permanent auf seinem Selbstwertgefühl herum, gibt ihm fiese Spitznamen und die Schwester macht sich ungestraft lustig über ihn, wann immer es geht. Sage ich ihm das bzw. was ich davon halte, wird er gemein und persönlich mir gegenüber. Wenn ich dort zu Besuch bin, erdrückt mich die gespannte Atmosphäre regelrecht und ich fühle mich nicht wohl.

Da ist aber auch noch das mit den auffälligen Verhaltensweisen. Er rüttelt nach dem Aussteigen am Autogriff und kann ihn minutenlang nicht loslassen. Händewaschen dauert ewig bei ihm, da darf sogar das Wasser laufen. Bevor wir die Wohnung verlassen, läuft er jeden Raum ab und kontrolliert akribisch Fenster und Herd, auch wieder, indem er die Griffe ewig anfässt. Sex am Morgen verwehrt er mir an Werktagen, um seine Kraft für die Arbeit zu sparen und vor dem Halbmarathon gibt es tagelang gar keinen Verkehr, sondern nur Nudelgerichte wegen der Kohlenhydrate. Wenn ich am Tisch sitze, kriecht er gerne mal drunter und hebt irgendeine Fussel auf. Schon zweimal habe ich ihn ertappt, wie er dabei genüsslich an meinen Socken geschnüffelt hat. Ich war perplex. Als ich blaue Tapete fürs Schlafzimmer ausgesucht habe, freute er sich wie verrückt. Als wir mit Tapezieren fertig waren, erfuhr ich auch, warum: "Wie bei meinen Eltern." Am liebsten hätte ich alles wieder von der Wand gerissen. Ich hätte das gerne vorher gewusst und fühle mich reingelegt. Er verlangte allen Ernstes, dass ich mich im Bett auf die Seite legen solle, auf der zu Hause seine Mutter liegt und er würde die Seite belegen, die sein Vater im heimischen Schlafzimmer einnimmt. Das habe ich schon aus Prinzip verweigert.

Ich habe vor Kurzem eine Psychotherapie begonnen und merke, dass er zunehmend Hauptbestandteil dieser Sitzungen wird und es fast nur um ihn geht. Mitkommen oder selbst eine machen will er nicht, im Gegenteil, er mag es nicht, dass ich diese Termine überhaupt wahrnehme, was mir das Ganze nicht leichter macht. Ich beichte, dass ich meinen Mitmenschen eine heile Welt vorgaukle, während ich ein Leben voller krankhafter Sparsamkeit ertrage und nicht nur bald den Respekt vor meinem Freund verliere, sondern auch vor mir selbst.

Beichthaus.com Beichte #00040826 vom 29.12.2017 um 15:32:29 Uhr (80 Kommentare).

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