Opa liegt im Sterben

13

anhören

Verzweiflung Ignoranz Tod Familie

Mein Opa ist vor einem Monat gestorben. Ich (w/28) muss beichten, dass ich nie wirklich eine gute Enkelin war. Ich war sehr selten zu Besuch und viel mit mir und meiner Depression und meinem Studium beschäftigt. Ich habe es immer gehasst, auf Geburtstagsfeiern zu gehen, die gemeinsamen Jugendherbergswochenenden, wo ich mal nicht Pokemon spielen oder im Internet surfen konnte. Dann, vor etwa fünf Jahren, habe ich versucht, an unserem Verhältnis zu arbeiten. Ich kam öfters zu Besuch und habe versucht, mit ihm und meiner Stiefoma eine wirkliche Beziehung aufzubauen. Das war eher von einem mittelprächtigen Erfolg gekrönt, da es auch mit seiner Gesundheit stetig bergab ging und natürlich die Stiefenkelkinder viel öfter da waren und ihm Gesellschaft leisteten, als meine Schwester und ich. Ihnen hat er Schnitzen beigebracht und generell haben sie mehr Zeit mit ihm verbracht, als ich in meiner Kindheit. Das ist meine eigene Schuld, das weiß ich. Ich habe dann versucht, über seine Frau einen engeren Kontakt zu ihm aufzubauen. Sie war eigentlich ganz in Ordnung. Sie hat versucht, mir Kochen, Nähen, Häkeln und Stricken beizubringen. Von all den Sachen habe ich nur behalten, wie man eine gescheite Reispfanne macht und wie man einen Knopf annäht. Das war es.

Dann haben vor vier Jahren seine Nieren schlappgemacht und ich habe das erste Mal die Nachricht von meinem Vater bekommen "Der Opa liegt im Sterben." Mir wurde heiß und kalt. Ich habe sofort meine sieben Sachen gepackt, den Job links liegen lassen und bin schnell ins Krankenhaus gefahren, wo er wirklich erstaunt war, mich zu sehen. Das hat mir schon einen Schock verpasst, weil ich eigentlich dachte, dass er weiß, dass er mir viel bedeutet. Naja, das Ganze wiederholte sich... Ich bekam zwei Mal pro Jahr die Meldung, dass Opa im Sterben lag, und stumpfte immer mehr ab. Ich besuchte ihn vier Mal im Krankenhaus, mal zu seinem Geburtstag und das war es.

Dann zogen sie um in eine behindertengerechte Wohnung. Mein Freund half beim Umzug, ich musste arbeiten und wollte deswegen nicht extra Urlaub einreichen. Vor zwei Monaten hatte er Geburtstag und ich habe vergessen, ihm zu gratulieren, obwohl mich meine Mutter immer wieder daran erinnert hat. Gratuliert habe ich fünf Tage später und zurück kam nur ein kurzes Danke für die Glückwünsche, mehr nicht. Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht. Dann, zwei Wochen später, die Nachricht meines Vaters: "Ja, Opa liegt im Sterben, wir glauben nicht, dass er morgen noch schafft." Ich wollte wieder alles stehen und liegen lassen und sofort nach Hause fahren, aber meine Eltern waren dagegen und waren der Ansicht, dass das den Kindern überlassen bleiben sollte. Also blieb ich, obwohl es nur eine 4-Stundenfahrt für mich gewesen wäre. Und er starb.

Am nächsten Tag war ich kaum einsatzfähig. Ich machte mir wegen jedem Mist Vorwürfe. Warum hatte ich ihm nicht zum Geburtstag gratuliert? Warum war ich als Kind nicht öfters da? Warum war ich trotz Arbeit nicht öfters zu Besuch? Heute war schließlich die Beerdigung. Ich bin am Grab komplett zusammengebrochen und mein Vater musste mich wegzerren. Die Frau meines Opas hat mir und meiner Schwester dann Vorwürfe gemacht, warum wir die beiden nicht in ihrer neuen Wohnung besucht haben. Meine Schwester hat leichten Autismus, ihr geht es am Allerwertesten vorbei. Mir hat das aber zusätzlich zu meinen Selbstvorwürfen stark zugesetzt, weil ich mir so etwas immer zu Herzen nehme.

Jetzt sitze ich hier, nach der Beerdigung, eine halbe Flasche Wodka intus, mit Selbstvorwürfen und versuche mich dazu aufzuraffen, zu meinem verbliebenen Opa und seiner neuen Frau ein halbwegs vernünftiges Verhältnis aufzubauen, wobei ich beide nicht wirklich leiden kann, immer mit dem Hintergedanken, dass es mir leidtun wird, wenn mein Opa tot ist. Zusammengefasst meine Beichte: Ich bin der schlimmste Enkel, den man haben kann. Ich bin unfähig Gefühle zu zeigen, außer es ist zu spät. Es tat gut, das niederzuschreiben.

Beichthaus.com Beichte #00039075 vom 16.12.2016 um 20:59:12 Uhr (13 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Zehn Jahre Englischunterricht für Hollywood

12

anhören

Peinlichkeit Dummheit Schule

Zehn Jahre Englischunterricht für Hollywood
Ich (30) gehe seit zehn Jahren abends in den Englischunterricht, um die Sprache zu lernen. Hauptsächlich um Filme und Serien im O-Ton zu genießen. Aber leider fruchtet der Unterricht bei mir überhaupt nicht. Einzelne Wörter sind kein Problem aber ganze Sätze, da habe ich keine Chance. Bei Englischsprachige Musik im Radio weiß ich nie, was gesungen wird. Aber ich gebe nicht auf, irgendwann schaffe ich das und dann reise ich mal nach Hollywood.

Beichthaus.com Beichte #00039067 vom 16.12.2016 um 16:47:36 Uhr (12 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Peinlichkeiten bei der Weihnachstfeier

20

anhören

Rache Peinlichkeit Weihnachten Arbeit

Ich (m) werde zum Jahresende endlich meinen Betrieb verlassen. Viele Jahre wurde ich vom Arbeitgeber wie Schmutz behandelt. Die etlichen Überstunden und der allgemein raue Umgangston strapazierten meine Nerven sichtlich. Als dann mein befristeter Arbeitsvertrag nicht wie versprochen verlängert wurde, ging mir der Laden am Arsch vorbei. In den letzten Wochen war meine Arbeitshaltung unter aller Sau. Wozu sollte ich mich denn anstrengen? Damit im Arbeitszeugnis vielleicht nettere Floskeln verwendet werden? Nein, das ist es nicht wert. Den Vogel schoss ich aber in der Weihnachtsfeier ab. Ich brauchte nicht zu kommen, aber nur dort bot sich die Möglichkeit einer Rache. So viel kann ich verraten: Alle waren fein angezogen und guter Laune. Mit meinem Erscheinen hat man nicht gerechnet, was die anderen verwundert aufnahmen. Trotzdem begrüßte man mich scheinheilig und herzlich.

Als ich später sah, dass ich nicht mal in der Sitzordnung fest eingeplant war, wurde ich wütender. Zuerst überlegte ich noch, die Racheaktion zu stoppen. Wer will schon einen schlechten letzten Eindruck machen? Jedoch hat mich die Nichteinplanung in der Sitzordnung umso mehr dazu bestärkt. Die Stunden vergingen, bis es dann zum gemeinsamen Abendessen kam. Ursprünglich wollte ich mich während des Essen komplett entblößen, was mir dann aber doch zu viel gewesen wäre. Ich entschied mich einfach, wie aus dem Nichts, loszuschreien. Wie ein Irrer schrie ich durch den Raum und rannte wild durch die Gegend. Alle schauten mich entsetzt an. Die Frauen saßen verängstigt auf ihren Stühlen. Die männlichen Kollegen grinsten nur dumm. Ziemlich lustig war es dann, wie der Chef dann versucht hat, mich zu stoppen. Ich war einfach nicht aufzuhalten. Nach fünf Minuten ging mir die Luft aus, sodass ich glücklich in mein Auto stieg und wegfuhr. Das war allen Beteiligten eine Lehre.

Beichthaus.com Beichte #00039057 vom 13.12.2016 um 18:54:38 Uhr (20 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Refugees welcome

23

anhören

Vorurteile Engherzigkeit Ekel Rache WG

Ich (m/25/Student) wohne seit ca. 6 Monaten zusammen mit einem Flüchtling, nachdem mein alter Mitbewohner zu seiner Freundin gezogen ist. Anfangs dachte ich noch, es wäre doch eine gute Sache, da ich eine sehr weltoffene Erziehung genossen habe und ich mich schon immer für andere Kulturen interessierte. So könnte ich wenigstens einen kleinen Beitrag zur Integration in Deutschland leisten und ihm beim Lernen der Sprache helfen sowie in meinen Bekannten und Freundeskreis integrieren. Ich war auch schon für ein Semester im Ausland und habe selbst erlebt, wie schnell man sich in Schrift und Wort verbessert, wenn man gezwungen ist, sich täglich mit der Landessprache auseinanderzusetzen, anstatt sich wie gewöhnlich mit den anderen Deutschsprachigen zusammenzurotten. Jedenfalls ist er dann eingezogen. Meine anfängliche Freude hat sich dann zunächst noch gesteigert, als ich von ihm erfahren habe, dass er Christ ist, da ich mich schon auf strenge Speisegebote für die WG vorbereitet hatte.

Anfangs lief auch noch alles super. Wir haben uns gut verstanden und zusammen was unternommen. Leider ist dieser Hype dann aber schnell umgeschlagen in Frustration. Da es nicht meine erste WG ist, bin ich eigentlich dran gewöhnt, dass es Zeiten gibt, in denen es sehr wüst aussieht und mal was in der Küche nicht gespült ist. Auch dass man etwas vergisst oder Fehler macht, ist in Ordnung. Deswegen hat es mich zunächst nicht gestört. Mit der Zeit sind mir dann aber immer mehr Dinge aufgefallen. Plastik im Biomüll, Heizung auf der höchsten Stufe und Fenster auf, Brandflecken auf Tischen von Teelichtern, Herdplatten anlassen und das Haus verlassen. Besonders wegen der Sache mit dem Herd wurde mir mulmig.

Ich es mir jedenfalls dann versucht zu erklären, dass es an den kulturellen Unterschieden liegt und Nachhaltigkeit nicht an erster Stelle steht. Ist ja auch logisch. Wenn in Deutschland oder in unmittelbarer Nähe Krieg wäre, würde mich das auch nicht interessieren. Oder vielleicht hatte er es nach dem vierten Mal erklären wirklich immer noch nicht verstanden, weil ich einfach die Deutschkenntnisse überschätzt habe. Egal. Jedenfalls habe ich dann den Vermieter ins Boot geholt und wir haben ständig alles kontrolliert, da ihm die Heizkosten auch schon aufgefallen sind. Das führte dann zu der oben genannten Frustration. Dauerhaft alles kontrollieren. Den Bio-Müll durchwühlen, auf der Suche nach Plastik. War echt nicht schön. Wenn man mal etwas gefunden hatte, gab es gleich eine Konfrontation. Kann man sich ja vorstellen, dass es für das WG-Leben nicht förderlich war. Allein die Tatsache, dass ich den Vermieter mit ins Boot geholt habe, hat ihn richtig sauer gemacht. Wusste mir aber einfach nicht mehr zu helfen.

Bis zu dem Zeitpunkt hätte mich das auch alles nicht so gestört, wenn eine Besserung für mehr als ein paar Tage eingetreten wäre. Ist es aber nicht. Alles immer wieder auf Anfang. Ich konnte mir das auch nicht mehr erklären. Bin einfach müde geworden, ständig alles zu kontrollieren, zu putzen und diese ganzen sinnlosen Konfrontationen, die mich nur Kraft kosten. Immerhin ist er vier Jahre älter. Ich bin nur Mieter und habe mit meinem Studium mehr als genug zu tun. Meinem Vermieter sage ich seitdem, dass mir nichts aufgefallen ist. Soll er sich doch selbst ein Bild machen. Nun genug von den Umständen, die mich zu meiner Tat gebracht haben. Um alles zu beschreiben, was hier in dieser WG abgeht, bräuchte ich eh mehr Seiten.

Nach dem Sport bin ich gestern nach Hause gekommen und musste echt dringend für große Jungs. Als ich dann die Toilette gesehen habe, bin ich innerlich geplatzt vor Wut. Überall kleine braune Pfützen und Sprinkler auf der Klobrille. Die kommen davon, dass er sich mit einer Plastikflasche voller Wasser den Hintern sauber spült. Ist ja ok, wenn er das macht. Jeder soll sich den Po so saubermachen, wie er Lust hat. Im asiatischem und südöstlichen Raum ist das auch weit verbreitet. Dann soll er aber keine Spuren hinterlassen! Ich habe also sein Handtuch genommen und alles saubergewischt. Habe mich darauf gefreut, wie er sein Gesicht mit einem Handtuch abtrocknet, wo seine eigene Kacke drin ist. Wenn ich mich da reinsetzten soll, kann er sich das auch ins Gesicht schmieren. An dem Tag ist es einfach mit mir durchgegangen. Heute bin ich echt erschrocken, was diese sechs Monate aus mir gemacht haben. Vorher hätte ich über solche Dinge gestanden, da ein Ende abzusehen war.

Warum ich nicht ausgezogen bin? Ich wollte in den letzten Tagen meiner Arbeit nicht auch noch den Stress der Wohnungssuche haben. Vielleicht auch etwas aus Trotz. Ich ziehe jetzt aber aus und wollte die Sache beichten. Ich habe übrigens lange überlegt, ob ich das mit dem Flüchtling überhaupt reinschreibe. Er ist ja ein Arsch und will sich nicht ändern, weil er ein Flüchtling ist, sondern weil er ein Arsch ist. Warum also reinschreiben? Habe es dann aber doch gemacht, weil es wichtig war um meine Gedankengänge nachzuvollziehen. Hoffe das war kein Fehler und Ihr könnt da klar differenzieren. Trotz meiner Erfahrung gilt für mich immer noch: refugees welcome.

Beichthaus.com Beichte #00039040 vom 09.12.2016 um 15:24:49 Uhr (23 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Besinnungslos und ohne Hose im Gebüsch

11

anhören

Begehrlichkeit Ignoranz Trunksucht Selbstsucht Last Night

Ich (m/24) hatte grade eine schlimme Trennung von meiner damaligen Verlobten hinter mir, sie hatte mich damit überrascht, dass sie seit mehreren Wochen einen Neuen hat und, wie man sich vorstellen kann, hat das unsere Beziehung beendet und mich ziemlich fertiggemacht. Um mich auf andere Gedanken zu bringen, haben mich meine Arbeitskollegen auf allerhand Partys geschleift und immer wieder versucht mich zu verkuppeln, was allerdings keine Früchte trug, bis ich auf einer Strandparty war.

Auf besagter Strandparty lernte ich eine ziemlich junge völlig betrunkene Dame kennen, die starkes Interesse an mir zeigte und so dauerte es nicht lange und ich führte meine willenlose Verehrerin in die Büsche, wo ich ein schnelles Nümmerchen mit ihr schieben wollte. Da sie aber so unglaublich betrunken war, kam es nach grade mal ein bisschen Gefummel dazu, dass wir mit heruntergelassenen Hosen voreinander standen, als sie sich schon übergab, sich auf den Boden legte und nicht mehr dazu zu animieren war aufzustehen - geschweige denn weiterzumachen. Mir war das zu doof: Ich verschwand einfach und sagte einer ihrer Freundinnen Bescheid, sie solle mal nach ihr sehen. Ich betrank mich weiter und ignorierte die Situation, bis ich den Krankenwagen auf das Gelände fahren sah, der die junge Dame abholte, die ich so ritterlich im Busch hatte liegen lassen.

Zu erwähnen ist noch, dass ich selbst Sanitäter bin und die beiden vom Rettungsdienst auch kannte. Ein bisschen flau im Magen machte ich mich auf den Weg zu dem Busch, um herauszufinden, was denn genau los war. Sie lag unter Betreuung ihrer Freundin noch immer mit halb heruntergezogener Hose in dem Busch. Meine Kollegen fragten mich, was denn passiert sei - sie waren ziemlich entsetzt, denn das Bild, das sich bot, sah stark nach einer Vergewaltigung aus. Ich sagte allerdings, dass sie bloß betrunken sei und wahrscheinlich pinkeln musste. Dann tauchte auch noch der Freund des Mädchens auf, der wissen wollte, was los ist. Ich erzählte ihm meine Lügengeschichte und ihr armer, dämlicher Freund bedankte sich bei mir für meine Hilfe. Ich gab ihm die Hand, deren Finger vorher noch in seiner Freundin gesteckt hatten, verabschiedete mich von meinen Arbeitskollegen, die das Mädel schon eingeladen hatten, und ging wieder trinken. Ich habe nie wieder etwas von diesem Mädchen gehört... Ich beichte hiermit, dass ich, um meinen eigenen Schmerz zu vergessen, einfach nur vögeln wollte und dabei echt Mist gebaut habe. Ich schäme mich dafür, ein junges, betrunkenes Mädel so ausgenutzt zu haben, anstatt ihr zu helfen, wie es sich für einen Sanitäter gehört.

Beichthaus.com Beichte #00039037 vom 08.12.2016 um 08:36:54 Uhr (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000