Leben über den Tod hinaus

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Fetisch Waghalsigkeit Tod

Bitte vergebt mir meinen Hang, Tote in meiner Umgebung zu konservieren. Als ich ein Kind war, flog mein gelber Wellensittich vor die Wand und brach sich das Genick. Ich steckte den Leichnam in ein Einmachglas und verbuddelte dieses im Garten. Als meine Freundin und ich etwa zwei Jahre danach dort spielten, gruben wir das Glas wieder aus und stellten fest, dass der Vogel zu einer schleimigen, orangefarbenen Masse verfallen war. Wir vergruben das Glas erneut. Ich war damals zehn Jahre alt und eine Art Neigung fing an, sich in mir zu regen. Nachdem drei Jahre später ein neugeborenes Junges meiner Lieblingskatze verstorben war, schmolz ich es in eine entsprechend voluminöse Wachskerze ein. Sie ziert meine mitlerweile dritte Wohnung und keiner meiner Besucher weiß, welches Geheimnis sie in sich trägt.

Verlorene Barthaare meiner späteren Katzen laminierte ich und bewahre sie bis heute sicher auf. Meine nacheinander dahingeschiedenen Mäuse fror ich der Reihenfolge nach bei minus 18 Grad ein, um sie später in einem Einmachglas gemeinsam unterm Haselnussstrauch zu bestatten. Vor einigen Jahren war eine gute Freundin verstorben und ich ließ mir einen Teil ihrer Asche in einer Miniurne zur Aufbewahrung abfüllen. Diese steht in der Nähe meines Bettes und begleitet mich abends in den Schlaf. Eine mumifizierte Fledermaus hängt gerahmt an meiner Wand und unzählige in Harz gegossene Insekten zählen ebenfalls zu meiner Sammlung. Ich freue mich, all diese Wesen und Relikte gewissermaßen über den Tod hinaus "weiterleben" zu lassen.

Beichthaus.com Beichte #00040993 vom 17.02.2018 um 11:46:24 Uhr (26 Kommentare).

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Die Narben der Vergangenheit

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Verzweiflung Selbstverletzung Gesundheit Berlin

Ich beichte, dass ich mich früher oft selbst verletzt habe, indem ich meinen Oberkörper mit Klingen etc. ritzte und mit Zigarettenkippen verbrannte. Heute sind die meisten Narben noch immer gut sichtbar und ich bereue meine Taten, da ich meine innere Krise schon länger überwunden habe. Aufgrund der hinterlassenen Spuren muss ich mich aber immer wieder vor meinen Mitmenschen erklären, und das erinnert mich jedes Mal erneut an die Vergangenheit, mit der ich gerne abschließen würde.

Beichthaus.com Beichte #00040992 vom 17.02.2018 um 11:28:42 Uhr in Berlin (Thuler Straße) (13 Kommentare).

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Füße sind richtig eklig!

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Ekel Eitelkeit Gesundheit

Ich beichte, dass ich mich total vor den Füßen fremder Menschen ekele. Meine eigenen Füße finde ich auch nicht toll, aber an die bin ich wenigstens gewöhnt. Fremde Füße, ihre Zehen, schlimmstenfalls noch Fußgeruch, Schweiß und ungepflegte Nägel sind jedoch der absolute Horror für mich. Wenn ich mich neu in jemanden verliebe, traue ich mir aus Gründen des Selbstschutzes lange Zeit nicht, dessen nackte Füße auch nur anzuschauen, geschweige denn anzufassen. Die einzigen Füße, die ich von vornherein vorbehaltlos annehmen kann, sind Babyfüße, weil sie einfach niedlich, noch unausgeprägt und damit ästhetisch sind.

Beichthaus.com Beichte #00040991 vom 15.02.2018 um 23:53:17 Uhr (14 Kommentare).

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Kein Vertrauen in unsere Regierung

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Aggression Zorn Gesellschaft

Mich regt es tierisch auf, dass laut Nachrichtenagentur derzeit ca. 80 Prozent der ausgewiesenen Flüchtlinge keine Einreisegenehmigung in ihre Heimatländer erhalten und jetzt "dringende Verhandlungen" seitens der BRD mit den betreffenden Staaten aufgenommen werden sollen. Was läuft hier schief?! Ich beichte, dass ich das Vertrauen in unsere Regierung verloren habe.

Beichthaus.com Beichte #00040987 vom 13.02.2018 um 22:56:36 Uhr (28 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Meine Vergangenheit als Escort-Dame

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Lügen Prostitution Selbstsucht Verzweiflung Hannover

Während meiner Ausbildung musste ich jeden Cent zwei Mal umdrehen, da ich aufgrund familiärer Probleme früh ausziehen und somit selbst für meinen Lebensunterhalt aufkommen musste. Zu Anfang störte es mich noch wenig, nur Geld zur Deckung meiner Grundbedürfnisse zur Verfügung zu haben, doch im Laufe der Zeit belastete es mich zunehmend, nie an kostenpflichtigen Aktivitäten mit den anderen Auszubildenden teilnehmen zu können. Es machten Gerüchte die Runde, in denen behauptet wurde, dass ich kein Interesse an der Freundschaft zu den Anderen hätte und lieber alleine bleiben wolle. Es war mir peinlich offen über meine finanziellen Probleme zu reden und daher gelangte ich immer mehr in eine Art Außenseiterposition.

Parallel telefonierte ich mit allen möglichen Ämtern, erkundigte mich nach finanzieller Unterstützung, doch selbst für BAföG verdienten meine Eltern zu fiel. Jedoch hätte ich mir niemals die Blöße gegeben wieder bei meinen Eltern aufzuschlagen und Geld zu schnorren. Ein Nebenjob musste her. Während meiner Recherche nach Nebenjobs fand ich mitunter auch dubiose Angebote, die mich in meinem jugendlichen Leichtsinn mit viel Geld lockten. Nach langer und mitunter reiflicher Überlegung meldete ich mich bei einer Escort-Agentur an. Ich rechnete nicht wirklich damit angenommen zu werden, doch nach wenigen Wochen erhielt ich die Zusage. Wieder verging einige Zeit, bis ich tatsächlich dazu bereit war meinen ersten Kunden zu empfangen. Zum Glück konnte ich auch Anfragen ablehnen, ansonsten hätte ich nicht lange durchgehalten. Um Diskretion zu wahren und nicht wieder mit negativen Erfahrungen konfrontiert zu werden, möchte ich nicht näher auf diesen Teil eingehen.

Ich verdiente mehr als ich es jemals zu träumen gewagt hätte. Plötzlich waren Träume wie Führerschein, eigenes Auto und die Finanzierung eines Studiums zum Greifen nah. Doch mit jedem verdienten Schein wuchsen meine Bedürfnisse. Meine psychische Stabilität ließ stark nach, ich hatte Angst, dass mein Doppelleben auffliegen würde, fühlte mich minderwertig und nutzlos. Schließlich war ich nicht mehr als ein Körper, den man mieten konnte. Aus Angst, die anstehende Zwischenprüfung aufgrund meines Zustandes nicht zu schaffen, suchte ich mir professionelle Hilfe. Im Nachhinein hätte ich diesen Schritt schon viel früher wagen sollen. Es half mir den Ausstieg zu schaffen und wieder ein gesundes Selbstwertgefühl zu erlangen. Heute bin zwar ich in einer glücklichen Beziehung, jedoch ich fühle mich schrecklich für meine Vergangenheit. Ich wollte meinem Partner immer offen und ehrlich begegnen, doch kann ich einfach nicht den Mut fassen, ihm von meiner Escort-Vergangenheit zu erzählen. Viel zu groß ist die Angst ihn zu verlieren. Es tut furchtbar weh. Ständig bin ich hin- und hergerissen, zwischen Wahrheit und Verschwiegenheit. Was ist wenn mich meine Vergangenheit eines Tages einholt?

Beichthaus.com Beichte #00040977 vom 11.02.2018 um 18:18:11 Uhr in Hannover (16 Kommentare).

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