7296 Querdenker mit Fantasie

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Ignoranz Maßlosigkeit

Ich (m/26) muss beichten, dass ich allmählich immer mehr die Beziehung zur Realität verliere und in eine Traumwelt abgleite. Tagsüber träume ich die meiste Zeit. Ich gebe mich Allmachtsfantasien hin und male mir dabei aus, wie ich Heldentaten vollbringe. Die Szenarien ändern sich häufig. Mein Lieblingsszenario ist aber während der letzten Jahre geblieben, ich gebe mich ihm auch heute noch den größten Teil des Tages hin: Ich sitze in einem Flugzeug, das von arabischen Terroristen gekidnappt wird. Ich beobachte von meinem Sitz aus das Verhalten der Terroristen und fasse dann einen Plan, wie ich sie überwältige. Es gelingt mir, einen von ihnen außer Gefecht zu setzen und ihm seine Waffe abzunehmen. Mit dieser Waffe erschieße ich natürlich sofort den zweiten Terroristen und überwältige den Dritten, der im Cockpit die Piloten erschossen hat. Dann setze ich mich auf den Pilotensitz, und obwohl ich noch nie in meinem Leben ein Cockpit von innen gesehen habe, gelingt es mir, die Maschine sicher zu landen. Stunde um Stunde bringe ich damit zu, mir bis ins letzte Detail auszumalen, wie ich danach gefeiert und mit Orden überhäuft werde und mich vor Anfragen zu Fernsehinterviews und Talkshows weltweit nicht retten kann. Diese Anfragen lehne ich alle ab und genieße es, wie sich die ganze Welt darum reißt, mit mir Kontakt aufzunehmen. Nachdem ich mich einmal gnädig dazu herabgelassen habe, ein Interview im Fernsehen zu gewähren, bilden sich sofort dichte Trauben um mich, wenn ich auf der Straße erkannt werde.


Etwa zwei Stunden am Tag mache ich konzentriert die notwendigsten Arbeiten als Sachbearbeiter in der Exportabteilung. In Besprechungen schweige ich, erst gegen Schluss mache ich mit geschraubten Formulierungen eine inhaltlich unsinnige Äußerung. Meine Vorgesetzten sind aber begeistert von mir, ich gelte in der Firma als Querdenker mit unkonventionellen Ideen. Fast alle Einladungen zu irgendwelchen Geselligkeiten lehne ich ab, wobei ich mich gar nicht um Ausreden bemühe, sondern fein lächelnd sage, ich hätte an diesem Termin schon etwas anderes vor. Wenn ich es auf die Spitze treiben will, sage ich, ich hätte zu diesem Termin "voraussichtlich" schon andere Pläne. Das reizt die Leute erst richtig: Anstatt weniger bekomme ich immer mehr Einladungen, man reißt sich um mich. Abends bin ich meist im Internet in irgendwelchen Foren mit wechselnden Identitäten unterwegs und gebe vielen Leuten auf dem gesamten Globus tiefsinnige Ratschläge zur Bewältigung ihres Lebens, und die meisten sind mir auch überaus dankbar. Manchmal brauche ich nach meinen Ausflügen ins Reich der Fantasie einige Zeit, um mir darüber klar zu werden, wer ich wirklich bin. Realität und Traum verschwimmen in den letzten Jahren immer mehr. Bin ich verrückt? Mag sein. Immer öfter frage ich mich allerdings, ob ich selbst vielleicht normal bin und meine Umwelt verrückt ist.

Beichthaus.com Beichte #00032633 vom 27.01.2014 um 19:30:42 Uhr (21 Kommentare).

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7297 Tränen wegen Mr. Bean

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Peinlichkeit Medien

Ich (w) habe letztens den ersten Film von Mr. Bean gesehen und dabei fast losgeheult, weil er mich so berührt hat. Besonders als er im Museum das Bild austauscht. Das ist mir echt peinlich, ich bin sonst gar nicht weinerlich, aber bei dem geringsten Blödsinn im TV heule ich los. Aber echt, Mr. Bean? Das ist einfach lächerlich. Ich hoffe, das bemerkt nie jemand.

Beichthaus.com Beichte #00037009 vom 10.11.2015 um 10:27:33 Uhr (8 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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7298 Süßes oder Saures!

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Engherzigkeit Zorn Kinder

Gerade klingelte es an der Tür und ich hatte schon eine Vorahnung. Ich öffnete deshalb nur die Wohnungstür und durch die geschlossene Haustür sah ich sie: die kleinen Gören, die "Süßes oder Saures" wollen. Ich habe einfach die Wohnungstür wieder zu gemacht und bin zurück auf mein Sofa. Ich bin überzeugte Protestantin und für mich ist heute Reformationstag und nicht Halloween. Wohlgemerkt: Ich bin ebenfalls Mutter von Kindern und ich werde es nicht zulassen, dass meine Kinder bei dieser neuen Mode, am 31. Oktober von Haustür zu Haustür zu irren und nach Süßigkeiten zu schnorren, mitmachen. Ich beichte hiermit, dass ich diesen Kindern am 31. Oktober jeden Jahres ganz bewusst ihren Spaß verwehre.

Beichthaus.com Beichte #00034232 vom 31.10.2014 um 21:30:56 Uhr (36 Kommentare).

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7299 Meine Lieblingsdüse

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Masturbation Peinlichkeit Kinder

Als Kind mochte ich diese Massage-Düsen im Schwimmbad, ich verbrachte lange Zeit damit, mich von diesen Düsen stimulieren zu lassen. Eine Düse war dafür besonders gut geeignet: Sie lag etwas tiefer. Aber eben nicht zu tief, sodass ich mich schön an den Beckenrand anlehnen und die Beine spreizen konnte. Es dürfte wohl jedem klar sein, welchen Bereich ich gerne stimulieren ließ. Wohlgemerkt, als Kind, das noch nicht aufgeklärt wurde. Nach einer Weile bekam ich nämlich von den Düsen ein angenehmes Kitzeln da unten. Dieser vorpubertäre Sexualtrieb ist mir heute ein bisschen peinlich, obwohl es sicher alle vergessen haben. Ich möchte hiermit beichten, dass ich meine Familie mit meinem Verhalten damals sicher oft in Verlegenheit brachte, denn anstatt herumzublödeln und zu spielen, wie die anderen Kinder, freute ich mich nur darauf, dass meine Lieblingsdüse nicht besetzt war.

Beichthaus.com Beichte #00032475 vom 27.12.2013 um 23:02:41 Uhr (7 Kommentare).

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7300 Der Preis für Gewalt

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Engherzigkeit Selbstsucht Geld Ex Partnerschaft Karlsruhe

Ich war bis vor sechs Jahren mit einem sehr netten Mann zusammen und wir wollten auch heiraten. In einer gemeinsamen Wohnung lebten wir schon und er hatte gerade sein Studium als Ingenieur abgeschlossen. Wirklich eine Traumbeziehung und ich hätte sie nicht so ohne Weiteres abgebrochen. Leider ist mir schon früh an ihm aufgefallen, dass er, sobald er wieder in seinem Heimatdorf war und dort total fertige ehemalige Schulfreunde getroffen hatte, eine völlige Veränderung durchmachte. Aus einem netten, freundlichen Menschen wurde ein übler Schläger, der rumgepöbelt hat und nur auf Streit aus war. Eben genauso wie diese Freunde dort im Ort, die entweder auf dem Bauernhof ihrer Eltern lebten oder schon seit Jahren arbeitslos waren. Ich habe es gehasst, dorthin zu fahren, sodass ich dann auch irgendwann nicht mehr mitgekommen bin. Leider schien er dadurch völlig auszuticken. Auf einem Dorffest hat er dann einen anderen Kerl sehr heftig zusammengeschlagen. Dieser musste sogar wegen der Schmerzen ins künstliche Koma versetzt werden. Natürlich folgte eine Gerichtsverhandlung, er musste eine höhere Geldstrafe zahlen, kam aber zum Glück nicht ins Gefängnis. Die Sache schien noch einmal gut ausgegangen zu sein und hatte den Vorteil, dass er nun auch sein Heimatdorf mied. Allerdings kam von dem Opfer noch eine Schadensersatzklage mit medizinischem Gutachten. Darin wurde durch einen Neurologen bestätigt, dass die Person nur noch eingeschränkt berufsfähig sei. Er könne seinen Beruf als Fernfahrer nicht mehr ausüben, weil er eine Gehirnverletzung davon getragen hätte und nun immer wieder kurz wegtrete.


Nach einem langen Gerichtsprozess wurde mein Freund dazu verurteilt, dem Opfer bis zur Rente monatlich 600 Euro zu zahlen. Bis zur Rente des Opfers waren es fast 20 Jahre. Außerdem musste er die Kosten für eine Umschulung bezahlen, was noch einmal mehrere tausend Euro waren. Wir haben daraufhin sehr starke finanzielle Probleme bekommen. Meine Beichte ist nun, dass ich mich deshalb von meinem Freund getrennt habe und heute mit jemand anderem zusammenlebe. Ich gebe zu, dass ich kein Interesse daran hatte, die nächsten 20 Jahre auf Sparflamme zu leben, nur weil mein Freund jemanden fast zu Tode geprügelt hat. Über meinen Ex weiß ich nur, dass er wieder in seinem Heimatdorf gelandet ist, nachdem er es geschafft hat, seinen Job zu verlieren, um dann beim Arbeitslosengeld II zu landen. Vielleicht hätte ich das verhindern können, aber ich wollte diesen Preis nicht zahlen.

Beichthaus.com Beichte #00030519 vom 02.12.2012 um 20:05:30 Uhr in Karlsruhe (38 Kommentare).

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