Nicht hartnäckig genug

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Ignoranz Gesundheit Freunde Tod

Vor Kurzem ist meine beste Freundin gestorben. Wir kannten uns so viele Jahre, hatten keine Geheimnisse voreinander, haben so viel miteinander erlebt und durchgestanden. Wir haben uns gegenseitig gestützt und geholfen, wenn Not am Mann bzw. an der Frau war. So viele Abende haben wir gemeinsam verbracht, uns über Gott und die Welt unterhalten, gerne auch mal ein gutes Glas Wein zusammen getrunken. Gemeinsam waren wir bei tollen Konzerten, haben den neusten In-Laden unter die Lupe genommen. Dann kam dieser dumme Streit, es ging um einen größeren Geldbetrag. Danach war unsere Beziehung nie wieder so eng und schön wie früher.
Vor einem Jahr kamen dann keine Anrufe mehr, sie kam nicht mehr spontan auf einen kleinen Plausch vorbei. Da sie manchmal sehr kratzbürstig sein konnte und Wert auf ihre Privatsphäre legte, habe ich sie dann einfach in Ruhe gelassen, dachte, das gibt sich schon wieder. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass sie um diesen Zeitpunk herum den Kontakt zu allen Freunden und Bekannten abgebrochen hatte. Drei Monate vor ihrem Tod begegnete ich ihr zufällig. Wir unterhielten uns nur kurz, mir fiel auf, dass sie abgenommen hatte, und sprach sie darauf an, aber sie meinte, sie hätte erfolgreich eine Diät gemacht.

Vor einigen Wochen erfuhr ich, dass sie als Notfall ins Krankenhaus gekommen war. Natürlich besuchte ich sie sofort, sie war in einem erbarmungswürdigen Zustand, kaum ansprechbar. Vier Tage später war sie tot, gestorben an Krebs, den sie aus Furcht vor Ärzten und Krankenhäusern nicht hatte behandeln lassen. Vielleicht wäre Sie mit meiner Hilfe heute noch am Leben. Ich war nicht hartnäckig genug, habe mich nicht genug gekümmert.

Beichthaus.com Beichte #00029413 vom 06.10.2011 um 16:22:21 Uhr (8 Kommentare).

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Ihr seid nicht willkommen!

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Engherzigkeit Boshaftigkeit Vorurteile Bahn & Co. Arbeit Birstein-Lichenroth

Ich (m/Busfahrer) möchte beichten, dass ich letztens einigen Flüchtlingen die Tür nicht aufgemacht habe. Die Haltestelle befindet sich unmittelbar vor einer Ampel, die zu dem Zeitpunkt rot war - daher hatte ich locker genug Zeit, um diese Gruppe reinzulassen. Sie kamen gerade von der anderen Straßenseite angerannt und ich bemerkte sofort, dass es sich bei ihnen um Flüchtlinge handeln muss. Sie hatten dunkle Haut, trugen meist Jeans mit farbigen Hemden und trugen Gepäck mit sich. Eine verschleierte Frau mit Kinderwagen war auch dabei. Zwar kam die Gruppe zu spät, trotzdem würde ich in so einem Fall normalerweise für andere die Tür aufmachen.

Aber ich wollte denen zeigen, dass sie hier nicht so willkommen sind, wie unsere nette Bundeskanzlerin vielleicht den Eindruck vermittelt hat. Außerdem war der Bus ohnehin schon relativ voll. Hinzu kommt, dass diese Menschen meist sehr laut auf irgendwelche mir unbekannte Sprachen reden. Ich habe es sogar einmal erlebt, dass eine Gruppe von denen im Bus laut gesungen haben, wobei sich kein Passagier getraut hat, etwas zu sagen! Ich habe sie daraufhin dazu aufgefordert, den grässlichen Gesang zu unterlassen. Mich stören diese Menschen und dazu stehe ich! Nichtsdestotrotz bin ich nicht rassistisch. Ich finde nur, sie sollten zurück in ihr eigenes Land gehen und sich selbst mit ihren Problemen befassen anstatt Fremde damit zu belasten!

Beichthaus.com Beichte #00005285 vom 17.02.2006 um 07:47:49 Uhr in Birstein-Lichenroth (12 Kommentare).

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Das Auto verliehen

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Trunksucht Waghalsigkeit Auto & Co. Allgäu

Ich (weiblich, 18) möchte hier nicht nur beichten, sondern mich auch bedanken, dass ich noch lebe. Da ja am Donnerstag ein Feiertag war, haben sich meine Freunde und ich dazu entschieden uns mal wieder so richtig wegzulassen. Nachdem wir im Auto bereits ordentlich vorgeglüht haben, ging es in der Bar erst so richtig los. Wir waren alle stockenvoll und gut gelaunt. Als es langsam hell wurde und alle Clubs zugemacht haben, entschlossen wir uns heimzugehen. Leider konnte keiner mehr von uns laufen, geschweige denn noch Auto fahren. Also haben wir - aufgrund unseres bereits sehr fortgeschrittenen Alkoholstandes - einfach drei wildfremde Kerle angesprochen, ob sie uns nicht mit meinem Auto heimfahren wollen. Da einer der drei zufällig aus meinem Dorf kam traf sich das super, weil wir dann zuerst die anderen heimfahren konnten, und am Ende in unser Dorf. So weit so gut. Jetzt kommt der Haken an der Sache: 1. Wir waren insgesamt zu siebt in meinem Fünfsitzer. 2. Derjenige der gefahren ist war ebenfalls total besoffen. 3. Der Fahrer war 16. So sind wir ungefähr eine Stunde durch die Gegend gefahren, bis wir endlich alle daheim hatten. Das Auto ist nur ca. 30mal abgestorben. Danke, dass ich das überlebt habe!

Beichthaus.com Beichte #00014296 vom 31.07.2006 um 03:36:45 Uhr in Allgäu (2 Kommentare).

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Die Friedhofsfotografin

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Morallosigkeit Zwang Manie Hanau

Ich beichte, dass ich ab und an über Friedhöfe gehe und Gräber abfotografiere, um Daten zu sammeln. Das Sammeln von Todesdaten beruhigt mich, weil es eine reine Routine darstellt, die durch nichts unterbrochen werden kann. Die meisten Daten entnehme ich allerdings via Internet. Angefangen habe ich damit 2004, als ich 14 Jahre alt war. Ich besuchte oft mit meinen Eltern das Grab meiner Oma und so bekam ich eine besondere Beziehung zum Thema Tod. Heute weiß ich, dass ich Autistin bin und kann mir daher dieses Verlangen nach der Routine erklären. Zudem warte ich auf meinen eigenen Tod, weil ich nicht gewollt bin.

Die Fotos an sich interessieren mich eigentlich gar nicht und ich lösche sie auch wieder, nachdem ich mir die Daten abgeschrieben habe. Zugriff auf die Daten hat keiner und es interessiert auch niemanden. Sie sind handschriftlich verfasst und nicht hackbar. Zudem erlischt das Persönlichkeitsrecht nach dem Tod. Einmal, als ich über einen Friedhof ging und die Gräber abfotografierte, beschwerten sich einige Friedhofsbesucher bei mir über mein Verhalten. Ich fand daran nichts Falsches.

Das Sammeln von Daten zu privaten Zwecken ist erlaubt und der Friedhof ist ein öffentlicher Platz. Folglich darf ich dort nach geltender Rechtsprechung Fotos machen. Selbst der Grabstein an sich gilt in Deutschland als Kunstwerk und darf daher ohne Probleme abfotografiert werden, da er auf einem öffentlichen Grundstück steht. Gleiches Verfahren bei Skulpturen etc. in Parks und auf sonstigen öffentlichen Grundstücken. Wenn ich mal in meinem Grab liege, hätte ich auch nichts dagegen, wenn mein Grab abfotografiert wird und ich hätte auch nichts dagegen, wenn Bilder von den Gräbern meiner Verwandten archiviert werden. Ich sehe es so, dass Gräber irgendwann sowieso geebnet werden, um Platz für Neue zu schaffen. Mit Fotos hat man dann wenigstens noch Erinnerungsstücke.

Beichthaus.com Beichte #00041835 vom 10.05.2019 um 01:46:28 Uhr in Hanau (41 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Das Kinderlied

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Falschheit Musik Köln

Ich bin Musikproduzent und habe ein bekanntes Lied produziert, das auch in den Charts lief. Als Sample für die Background-Voices habe ich im Loop ein sehr schlimmes deutsches Schimpfwort gesprochen, hochgepitcht und leicht verzerrt mit 2,5-facher Geschwindigkeit verwendet. Man versteht es wirklich nur, wenn man äußerst genau hinhört. Es sollte eigentlich nur ein Gag sein, aber dann hat es so gut gepasst, dass wir es behalten haben. Das Lied wird unter Garantie auch von Kindern gehört und ich frage mich, ob dieses wirklich schlimme Schimpfwort von ihrem Unterbewusstsein aufgenommen wird und sie so verdorben werden. Andererseits, mit RTL2 usw. kann man da wohl nicht mehr viel Schaden anrichten.

Beichthaus.com Beichte #00029610 vom 12.12.2011 um 20:10:01 Uhr in Köln (12 Kommentare).

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