Wir brauchen eine Revolution des Schulsystems!

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Zorn Dummheit Vorurteile Schule

Ich hätte ein genialer Astrophysiker werden können, wenn ich nur rechtzeitig erfahren hätte, wie sehr mich das Gebiet interessiert. Als ich noch zur Schule ging (so ca. 8. Klasse), hatten wir in Bio ein Projekt, bei dem wir Blätter von verschiedenen Bäumen im Wald suchen mussten, um sie anschließend zu trocknen und abzuheften. Stinklangweilig und überhaupt nichts, womit sich jemand, der 14 oder 15 Jahre alt ist, gerne beschäftigt. In Physik beschäftigten wir uns zur gleichen Zeit mit den Grundlagen der Mechanik und befassten uns mit staubtrockenen Formeln, die ich zwar verstand, aber mir im Prinzip doch am Allerwertesten vorbeigingen und die ich daher ziemlich schnell vergessen habe. In Chemie wiederum wurde ich ab der 9. Klasse über den Unterschied zwischen Säuren und Basen vollgequatscht und mit den chemischen Formeln von Alkalimetallen gefoltert, die ich damals einfach nicht verstanden habe, weil ich mich dafür nicht interessierte und mich mit so einem abstrakten Dingsbums einfach nicht beschäftigen wollte.

Das Resultat: Am Ende der 10. Klasse hatte ich in Chemie eine Fünf (wobei mein Leistungs- und Wissensstand eher einer glatten Sechs entsprach, aber mein Lehrer war zum Glück sehr gnädig) und in Physik eine Vier, wobei ich mir in Physik eher eine Fünf verdient gehabt hätte. Da ich aber trotzdem mein Abitur bestehen und studieren wollte, habe ich sowohl Physik und Chemie nach der zehnten Klasse abgewählt und mich mit Bio irgendwie durch das Abitur gequält, während ich vor allem in Sprachen und geisteswissenschaftlichen Fächern wie Geschichte und Politik ein bisschen glänzen konnte. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mittlerweile so ziemlich jede Astro-Doku auf Youtube gesehen. Ich weiß genau, was passieren würde, wenn der Mond verschwände, wie es zu den fünf bisherigen Massenaussterben kam, warum man glaubt, dass sich auf dem Jupitermond Europa Leben befinden könnte, wie Plattentektonik funktioniert, was Einsteins Relativitätstheorie besagt (so ganz grob), warum man nicht weiß, ob Schrödingers Katze tot oder lebendig ist, und warum es auf dem Planeten Erde in einigen Hundert Millionen Jahren unmöglich sein wird, zu überleben, obwohl die Sonne noch längst kein roter Riese sein wird.

Hätte man mich in der achten Klasse nicht mit Blättersammeln im Wald oder Grundlagen der Mechanik geärgert, sondern mir einfach ein paar solcher Dokus gezeigt, und mir noch dazu gesagt, dass Naturwissenschaftler im Vergleich zu Geisteswissenschaftlern richtig gut verdienen, dann hätte ich gesagt: "Boah geil, ich will Physik studieren!", und dann hätte ich auch den langweiligen Kram wie Mathe, Physik und Chemie gebüffelt, weil ich ein Ziel vor Augen gehabt hätte und gewusst hätte, warum es sich lohnt, sich durch abstrakte Formeln einfach durchzubeißen. Am liebsten würde ich diesen Text allen Bildungsministern in Deutschland schicken - mit dem Vorschlag, in der achten Klasse eines jeden Gymnasiums in Deutschland keinen regulären Unterricht stattfinden zu lassen, sondern Projekttage durchzuführen, bei denen es nicht darum geht, Schülern irgendetwas beizubringen. Stattdessen soll jedes Fach den Schülern präsentiert werden, es soll Interesse geweckt werden, die Schüler sollten in den 14 Tagen ihre Leidenschaft entdecken und dazu motiviert werden, sich in ihren Interessensgebieten zu absoluten Nerds zu entwickeln und darauf auch noch stolz zu sein, sodass sie sich voll und ganz ihren Interessen widmen.

Wenn man dies in Deutschland täte, verlöre man zwar zwei Wochen Unterrichtszeit, aber ich prophezeie, dass Deutschland nach 10 Jahren mindestens zwei oder drei neue Nobelpreisträger mehr hätte. Was mich betrifft: Aus mir ist nicht nichts geworden. Ich war damals sehr an Sprachen interessiert und habe demzufolge Linguistik studiert. Heute spreche ich fünf Sprachen fließend und arbeite als Sprachlehrer. Ich kann nicht sagen, ich wäre bei meiner Berufswahl nicht meinen Interessen gefolgt, aber wenn ich mein Leben noch einmal von vorne leben könnte, würden Sprachen nur mein Hobby bleiben, aber von Beruf wäre ich jetzt nicht Sprachlehrer, sondern Geologe, Vulkanforscher oder Astrophysiker.

Beichthaus.com Beichte #00040051 vom 16.07.2017 um 21:16:12 Uhr (36 Kommentare).

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Patrioten hetzen gegen Flüchtlinge

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Vorurteile Hass Zorn Gesellschaft

Ich hasse sehr viele Menschen. Obwohl ich normalerweise sehr tolerant bin, habe ich eine Schwachstelle. Wenn Menschen einfach dumm sind und das auch ganz offen ausleben. Es kann doch nicht so schwer sein, einen korrekten Satz wörtlich formulieren zu können. Da kriege […]
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Beichthaus.com Beichte #00040025 vom 11.07.2017 um 16:59:38 Uhr (11 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Arbeitslose sind Totalversager!

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Stolz Hochmut Arbeit Vorurteile Magdeburg

Ich muss endlich mal was loswerden. Und zwar kann ich irgendwie die Leute nicht verstehen, die arbeitslos werden oder sind. Ich meine, ich bin jetzt mit meiner Ausbildung fertig und wurde auch nicht übernommen. Aber ich habe mich schon während meiner Ausbildungszeit ab dem 2. Lehrjahr beworben, als ich wusste, dass mein Chef die Lehrlinge nicht übernimmt. Und ich habe mich richtig ins Zeug gelegt und habe nun einen sicheren Arbeitsplatz, von dem ich gut leben kann. In meiner Familie gab es noch keinen, der arbeitslos wurde, außer mein um einige Ecken entfernter Großonkel. Aber der will ja auch nicht arbeiten, denn sonst würde er ja Arbeit haben. Meine Eltern mochten den auch nie und wir halten von ihm auch nur, dass er ein Totalversager ist.

Ich hasse solche Leute, die sich einreden, sie können nichts hinkriegen, weil man ihnen Steine in den Weg legt. Er hatte genug Möglichkeiten, die er alle nicht genutzt hat und wodurch man ihn das Geld gestrichen hat. Das fand ich richtig gut, denn er merkte dann auch, dass er ohne Geld nicht leben kann. Leider weiß ich nicht, wie er heute lebt und ob er immer noch unsere Steuern fürs Rauchen ausgibt. Er ist ein Faultier, der keine Freunde hat. Ich finde auch, dass faule, arbeitsunwillige Leute keine Freunde haben brauchen. Ich selbst habe immer was getan, um ja nicht zu faul zu werden und darauf bin ich stolz. Meine Eltern schenkten mir nun eine USA-Reise, damit ich Auslandserfahrung sammeln kann, bis ich ab September meine neue Arbeitsstelle antreten kann. Ich bin dankbar und so glücklich, dass ich schon von der neuen Chefin zum runden Geburtstag eingeladen wurde. Denn ich kenne sie schon länger, da ich dort in meiner Lehrzeit mal ein Praktikum gemacht habe.

Beichthaus.com Beichte #00040005 vom 08.07.2017 um 11:11:51 Uhr in Magdeburg (26 Kommentare).

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Studenten sind faul und wollen nicht arbeiten!

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Zorn Boshaftigkeit Vorurteile Studentenleben Stuttgart

Ich halte Studenten meist für faule Idioten. Zum einen glaube ich, dass ein Großteil nur studieren geht, weil sie keine Lust haben schon so jung zu arbeiten (sprich eine Berufsausbildung zu machen). Zum anderen muss ich sie immer auslachen, weil sie denken, dass sie schon so viel im Leben erreicht haben, obwohl sie mit Ende 20 immer noch zur Schule gehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das oft Menschen sind, die im Erwachsenenalter noch keine Ahnung vom Leben haben und mit Burn-out und Depressionen zusammenbrechen, sobald sie in der Realität ankommen. Und am lausigsten sind jene Frauen, die bis 28 irgendwelchen Blödsinn studieren, um dann mit 30 Kinder zu gebären und nie wieder richtig in irgendeinen Beruf zurückzukehren.

Ich freue mich immer insgeheim, wenn ich dann auch noch mitbekomme, wie wenig viele Absolventen verdienen und wie lange sie ihre Studienkredite abzahlen müssen. Ich beichte zusätzlich, dass ich meine Kinder niemals bei einem Studium unterstützen und ihnen sogar noch Steine in den Weg legen werde. Meinen Segen und meine volle Unterstützung für ein Studium bekommen sie erst, nachdem sie etwas Vernünftiges gemacht haben, nämlich eine Berufsausbildung.

Beichthaus.com Beichte #00040002 vom 07.07.2017 um 17:15:07 Uhr in Stuttgart (16 Kommentare).

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Notfall-Termin beim Zahnarzt

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Ungerechtigkeit Dummheit Vorurteile Selbstsucht Gesundheit Arbeit Hamm

Ich (w/25) arbeite als Verwaltungsfachangestellte in einer Zahnarztpraxis. Ich liebe meinen Job, ohne Frage. Ich habe seit meiner Ausbildung darauf hingearbeitet. Aber manchmal, da bekomme ich echt eine riesige Wut. Es gibt Patienten, die meinen, sie könnten noch kurz vor Feierabend anrufen und sagen, sie hätten schon den ganzen Tag Zahnschmerzen. Diese Patienten wollen natürlich nicht warten. Sie wollen sofort dran kommen. Da Ärzte jemanden mit akuten Schmerzen nicht wegschicken dürfen, muss ich den Patienten kommen lassen. Dafür machen wir dann Überstunden. Wenn es arbeitende Patienten sind, kann ich es verstehen. Manche haben so bekloppte Jobs, dass sie vor Feierabend, selbst bei akuten Schmerzen, nicht weg dürfen. Aber es sind oft die Leute, die den ganzen Tag eh zu Hause sitzen und dann irgendwann merken, dass der Zahnarzt ja gleich schließt. Dann muss man sich ja mit dem Notdienst begnügen und es ist mühsam einen Notdienst zu finden, der auch nicht allzu weit weg ist. Notdienste sind auch dafür bekannt, dass sie die Schmerzen lindern, aber man muss ja dann trotzdem für eine vernünftige Behandlung zum Hauszahnarzt...

Am liebsten sind mir natürlich die Patienten, die anrufen und erzählen: "Mir ist vor vier Wochen ein Zahn abgebrochen und jetzt tut das weh." Diese Patienten wollen jetzt gleich behandelt werden. Wenn der Zahn vor vier Wochen abgebrochen ist, wieso bist du nicht dann schon zum Zahnarzt gegangen? Nein, da tat es ja noch nicht weh. Oder die Patienten, die sich OHNE anzurufen einfach zur Praxis begeben, und dann da vor einem stehen. Sie haben Schmerzen. Das muss jetzt gemacht werden. Hier eine kleine Beichte: Diese Patienten schicke ich meist weg und lasse sie eine Stunden später wieder kommen, auch wenn eigentlich gerade Zeit wäre. Es geht ums Prinzip. Oder noch etwas, ist mir heute Morgen in der Praxis passiert. Eine Patientin muss weit zur Arbeit fahren und will um 7:30 Uhr behandelt werden, da sie Schmerzen hat. Die Praxis öffnet um 8 Uhr. Um 7:30 Uhr sind die ZMFs gerade in der Praxis angekommen und machen die Zimmer Behandlungstauglich. Dass so etwas gemacht werden muss, versteht keiner. Die Stühle müssen vorbereitet werden! Das Ganze dauert nun mal.

Aber diese Patientin war der Ansicht, wir müssen unsere Arbeitszeit nach ihr richten. Nein, müssen wir nicht! Wir gehen unserer Arbeit nach! Das Gute ist, dass wir in solchen Fällen unseren Chef auf unserer Seite haben. Er verteidigt uns, wenn eine Patientin sich darüber auslässt, dass sie nicht direkt eingeladen wurde, wann sie es wollte. Dass sie eine halbe Stunde warten musste (da sie ohne Termin gekommen ist und ohne anzurufen). Sie hätten doch alle solche Schmerzen! Und am Schlimmsten sind die, die anrufen und sagen sie hätten akute Schmerzen und könnten nicht essen, haben nicht geschlafen und die Tabletten würden auch nicht mehr helfen. Diese Patienten haben oberste Priorität! Sie kommen in die für sie vorgesehenen Pufferzeiten! Und dann kommt einer von diesen Notfällen und im Behandlungszimmer stellt sich heraus: Der Typ hat überraschend frei bekommen und ihm tut gar nichts weh. Er musste nur mal wieder zur Kontrolle... Bei so etwas könnte ich ausrasten!

Ein Tipp an alle, die so etwas auch mal abziehen: Wir ZFMs und auch der Zahnarzt sind auch nur Menschen. Wenn ihr plötzlich freibekommt und sonst nicht zum Zahnarzt könnt, da die Arbeitszeiten sich überschneiden, sagt es einfach, Kontrollen bekommt man immer unter. Die dauern meistens 5-10 Minuten. Wenn überhaupt. Das ist kein Aufwand! Wenn ihr einen Termin habt und am Vortag feiern wart und euch deswegen nicht wohlfühlt, sagt es uns und sagt den Termin ab! Wir verstehen das! Wenn draußen super Wetter ist und ihr mitten am Tag oder nach eurem Feierabend einen Termin habt und ihr wollt lieber zum See gehen, statt beim Zahnarzt zu sitzen, könnt ihr es auch sagen! Wir würden auch lieber zum See als beim Zahnarzt zu sein. Wenn ihr euren Termin verpennt habt, dann ruft ruhig an und entschuldigt euch oder so etwas. Ich kann verstehen, dass das unangenehm ist, aber Fehler zu machen ist Menschlich! Ehrlichkeit ist so viel besser als einfach nicht zu kommen oder sich eine abenteuerlustige Geschichte auszudenken!

Wir sind Menschen, keine Sklaven. Wir sind wie ihr! Und das gilt nicht nur für zahnmedizinische Fachangestellte. Es geht um alle da draußen, die beim Arzt arbeiten oder irgendwo, wo man sonst noch Termine braucht. Behandelt uns menschlich! Nun ist es raus, aber irgendwie tut es mir immer wieder leid, dass ich mich so über diese Patienten aufrege und hiermit beichte ich das auch. Ich beichte, dass ich mich aufrege und diese Menschen dann etwas "fies" behandle. Ich lasse sie spüren, dass mir ihr Verhalten gegen den Strich geht - aber das zum Glück auch nur so lange, bis der Patient geht. Wenn er zum nächsten Termin kommt, bin ich wieder so freundlich wie es sich für eine Verwaltungsfachangestellte gehört.

Beichthaus.com Beichte #00040000 vom 07.07.2017 um 14:18:31 Uhr in Hamm (7 Kommentare).

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