Konservativ, sexistisch und rassistisch

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Unglaube Vorurteile Gesellschaft

Meine Beichte richtet sich wohl eher an mein altes Ich, denn an irgendeine spirituelle Instanz. Ich (m/35) möchte beichten, dass ich werde, was ich niemals werden wollte: konservativ, sexistisch und rassistisch. Ich merke dies zum einen an der derzeitigen Sexismusdebatte und der Entmannung des Mannes. Versteht mich nicht falsch: ich bin selbst kein Prototyp eines Klischee-Mannes. Ich liebe zwar schnelle Autos, aber verabscheue Fußball. Ich bin ein König beim Grillen, aber trinke lieber Wein als Bier. Ich bin ein Freund von Herrenwitzen, und dennoch erfreue ich mich lieber der Hochkultur denn den proletarischen Gehabe. Diese Aufzählung könnte wohl ewig so weitergehen.

Obwohl mein eigenes Selbst recht ausdifferenziert ist, empfinde ich die Diskussion, dass Mädchen nicht mit Rosa und Jungs nicht mit blau beworben werden sollen, und jeder zu sich selbst finden soll für anmaßend und falsch. Denn hier erwarten erwachsene und intellektuelle Menschen von Kindern eine geistige Leistung, zu der schon viele erwachsene Menschen nicht fähig sind: sich selbst zu finden. Ich bin der Ansicht das Kinder durchaus Schablonen und Rollenmodelle bekommen sollten, an denen sie sich orientieren und mit ihnen identifizieren können. Und ich find es auch nicht verwerflich, wenn sich Erwachsene lieber an bestimmten Rollenmodellen orientieren, und damit sich eine Identität adaptieren, anstatt sie sich selbst mühsam zusammen zu stellen. Ich finde es überheblich und abstoßend, dass sich die vermeintlich intellektuellen und progressiven Besserwisser anmaßen erwarten zu können, dass Menschen mit geringerer kognitiver Kapazität und Bereitschaft sich dieser Selbstfindung stellen, obwohl sie es gar nicht schaffen können und/oder wollen. Der mittlerweile herrschende Zwang zur Individualität überfordert viele. Aber statt sich den Individualisierungsmüden anzunehmen, auf sie zu warten und mit ihnen gemeinsam voranzuschreiten, beschimpfen die progressiven Individualisierungsbefürworter nur die abgehängten und verhöhnen sie.

Zum anderen merke ich es an der Diskussion über den Islam und die Migration. Ich werde immer rassistischer, und das obwohl (oder gerade weil) meine Partnerin auch einen - mehr als offensichtlichen - Migrationshintergrund hat. Ihre Eltern kamen mit nichts hier her, und haben sich eine gute Existenz durch harte Arbeit und Pflichtbewusstsein aufgebaut. Integriert sind sie zwar nicht wirklich - dafür blieb wegen der vielen Arbeit keine Zeit - aber dafür sind es ihre Kinder umso mehr: deutscher Freundeskreis und beruflicher Erfolg sprechen für sich. Zudem sehen sie sich als Deutsche und nicht als Asiaten. Ich kann mir daher nicht erklären, wie es sein kann, dass Türken in der dritten und vierten Generation immer noch nicht akzentfrei Deutsch sprechen können, und immer noch in den unteren sozialen Schichten herumlungern und durch ein nicht unbedingt gesetzestreues Verhalten auffallen. Bzw. eigentlich kann ich es mir schon erklären: Sie wollen sich einfach nicht integrieren, weil sie von klein an gesagt bekommen, dass sie besser seien als wir ungläubige. Wenn man allerdings sieht, zu welchem Wohlstand und welchem Fortschritt es die vermeintlich Unterlegenen schaffen, während man es selbst nicht hinbekommt, ist es ja klar, dass dieser Widerspruch zwischen Realität und Selbstwahrnehmung eine kriminelle Karriere als einfachen materiellen Aufstieg fördert.

Kurzgesagt: Ich bin abgestoßen von den Feministen, da sie von allen Menschen fordern, sich ihre eigene geschlechtsneutrale Individualität zu erschaffen, obwohl viele dazu einfach nicht in der Lage sind. Und ich sehe Migranten kritisch, die sich nicht integrieren und nicht nach unseren juristischen und sozialen Gesetzen handeln wollen. Mein links-progressives Ich vor 10-15 Jahren würde mich wohl als Feindbild sehen. Oh, diese Ironie.

Beichthaus.com Beichte #00041190 vom 17.04.2018 um 10:54:08 Uhr (32 Kommentare).

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Mein Leben geht bergab

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Maßlosigkeit Trunksucht Trägheit München

Im Februar 2015 ist meine Freundin nach 13-jähriger Beziehung jämmerlich an Krebs gestorben. Damals trieben wir gemeinsam Sport und ich war mit meinen 94 kg gut in Schuss. Nach Ihrem Tod habe ich mich gehen lassen. Im gut bezahlten Beruf funktioniere ich gut, privat läuft es nicht so toll. Abends komme ich auf 1-2 Flaschen Wein. 30 Zigaretten und mehr am Tag lasse ich in meinem Körper. Sport ist auf Null gefahren.

Seit Februar 2015 hatte ich 12 Frauen mit sexuellem Kontakt, davon waren zwei Frauen in der engeren Auswahl für was festes, was aber dann doch nicht klappte, weil mich irgendwas störte. Ja, die waren nett und sahen gut aus, aber für den letzten Kick hat es nicht gereicht. Jetzt wiege ich 118 kg, was auch das Thema Frauen fast zum Stillstand gebracht hat. Ich fresse von allem zu viel. Wenn es so weitergeht, mache ich mich selber kaputt. Hobby ist Fernsehen oder am PC sitzen, oder mit dem Auto blöd durch die Gegend fahren.

Ich könnte ein entspanntes und schönes Leben führen, aber ob ich das wirklich will, weiß ich nicht. Im Moment ist mir alles ziemlich egal. Ich mag mich gerade selber nicht und langsam aber sicher stürze ab in Alkohol, Faulheit, Nikotin und Fresssucht.

Beichthaus.com Beichte #00041185 vom 16.04.2018 um 07:56:40 Uhr in München (7 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland

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Ungerechtigkeit Zorn Arbeit Gesundheit Rheinland-Pfalz

Ich (34) bin Krankenpfleger in einem katholischen Krankenhaus. Seit vielen Jahren ärgert mich die Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland! Es ist für mich ein Hohn, wenn ich Politiker im TV sehe, wenn diese behaupten, dass ein gesetzlicher Kassenpatient genauso gut versorgt werden würde! Jeder in der medizinischen Branche weiß, dass dies nicht der Fall ist.

Bestes Beispiel heute: Samstag - Kassenpatient hat unklare Diagnose und muss bis Montag warten bis er ein CT und MRT bekommt. Bei einem Privatpatienten kommt natürlich der Oberarzt selbst ins Patientenzimmer und lässt seine Beziehungen spielen, dass jegliche notwendige Untersuchung veranlasst wird. Leider wurde bei dem Kassenpatienten festgestellt, dass er einen akuten Gefäßverschluss eines Blutgefäßes des Darms (Mesenterialischämie) hatte. Er ist einen Tag später verstorben. Wäre ein CT gelaufen, würde der Patient eventuell noch leben. Es ist schlimm.

Ich will beichten, dass ich schon seit Jahren keinen Unterschied zu Privat- und Kassenpatienten mache! Wenn Zugänge auf meiner Station kommen, welche nicht privat sind: Bestelle ich denen auch Obst- und Salatteller und das Beste von unserer Küche, was sonst nur Privatpatienten vorbehalten wäre. Daneben verplane ich manchmal auch die gesetzlichen Patienten in ein Zweibettzimmer (statt normalerweise Dreibettzimmer) ohne dass sie dafür zahlen müssen. Ein Krankenhaus ist ein Wirtschaftsunternehmen. Es geht nur ums Geld. Bei mir ist jeder Mensch gleich viel wert und sollte gleiche Behandlung verdienen. Natürlich könnte ohne die Leistung der Privaten das ganze System nicht aufrechterhalten werden - trotzdem stinkt mir das zum Himmel. Tja und bei der Versorgungszeit, welche ich für die Patienten zur Verfügung habe, ist das natürlich genauso.

Beichthaus.com Beichte #00041183 vom 15.04.2018 um 23:28:41 Uhr in Rheinland-Pfalz (22 Kommentare).

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Die geile Dauerkifferin

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Masturbation Maßlosigkeit Drogen Sucht Mainz

Ich (29) bin Dauerkifferin, dies ist allerdings nicht das Problem. Das Problem ist, dass ich durch Cannabis extrem geil werde, weshalb ich durch meinen Konsum immer rattig bin. Ich steh darauf mir Pornos in diesem Zustand anzusehen, da ich mich geistig richtig in die […]
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Beichthaus.com Beichte #00041182 vom 15.04.2018 um 18:49:44 Uhr in Mainz (27 Kommentare).

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“Folge

Ich bin süchtig nach dem Internet

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Sucht Maßlosigkeit Internet

Ich glaube, ich bin internetsüchtig und dabei habe ich Leute früher dafür verachtet, wenn sie oft am Gerät gesessen haben. PC und Tablet sind bei mir so gut wie immer an, Ladekabel sind stets griffbereit. Ständig hänge ich am Handy, in Foren, schreibe Nachrichten und Kommentare. Früher habe ich Antworten in Lexika oder Ratgeberbüchern nachgeschlagen, habe meine Wetterstation angeschaut - heute suche ich nur noch im Netz nach Informationen, nutze keine Kamera mehr, sondern das Phone, obwohl die Qualität schlechter ist. Es ist diese verdammte Bequemlichkeit, diese schnelle, unkomplizierte Verfügbarkeit zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne sich anstrengen zu müssen. CDs, DVDs usw. liegen alle rum, denn schließlich gibt es Youtube & Co.! Wozu in Läden oder Geschäfte gehen, wenn man sich nahezu alles nach Hause liefern lassen kann. Ich bin mit der Zeit träge geworden; vieles im Haushalt bleibt liegen, damit ich zwei, drei Stunden am Stück im Internet surfen kann. Meine Hobbys verfolge ich kaum noch, weil der Bildschirm so verlockend ist. Reale Kontakte finden seltener statt als zu chatten, mailen, posten- ich unterhalte mich mit jemandem und tippe nebenbei aufs Display. Jetzt auch gerade. Ich bin so geworden, wie ich nie sein wollte.

Beichthaus.com Beichte #00041181 vom 15.04.2018 um 12:12:27 Uhr (10 Kommentare).

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