Heimlich stricken

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Manie Feigheit Partnerschaft

Heimlich stricken
Jetzt muss ich mal was ziemlich Kindisches beichten. Mir (m) hat damals schon im Kindergarten und in der Grundschule der Kunst- und Bastelunterricht sehr gefallen. Vor einigen Wochen hat meine Freundin angefangen, zu stricken. Einfach so, zum Stressabbau und aus Spaß an der Freude. Dies weckte Erinnerungen an meine Kindheit und wie wir das in der Schule auch gemacht haben. Als ich dann mal alleine zu Hause war, habe ich mir das Strickzeug meiner Freundin geschnappt und habe geschaut, ob ich es noch auf die Reihe bekomme. Sah allerdings nicht so toll aus und ich habe es wieder aufgetrennt. Aber da man ja bei YouTube allerlei HowTo-Videos findet, hatte ich bald wieder den Dreh raus. Seitdem stricke ich heimlich bei meiner Freundin mit. Bei einem einfarbigen Schal war das gar kein Thema, wenn dieser am nächsten Tag zehn Zentimeter länger war. Im Moment macht sie jedoch so einen mehrfarbigen Ringelschal und wechselt alle paar Zentimeter die Farbe. Das macht es natürlich bedeutend schwieriger, ihr Werk unertappt zu vervollständigen. Irgendwann saß sie letztens auf der Couch und meinte nur "was habe ich denn da wieder verzapft?!" Ich hatte wohl eine andere Farbreihenfolge gewählt, als sie es vorher hatte. Irgendwie finde ich es total spannend, ihre Sachen heimlich zu vervollständigen und es macht mir auch einfach Spaß, zu stricken. Ich würde allerdings nie auf die Idee kommen, ihr zu sagen, dass ich auch gerne stricke. Stattdessen belächele ich sie währenddessen, um ihr das Gefühl zu geben, dass mich das überhaupt nicht anspricht. Das heißt, ich werde wohl weiter im Untergrund stricken müssen.

Beichthaus.com Beichte #00030873 vom 12.03.2013 um 15:55:56 Uhr (40 Kommentare).

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Terror des Mitbewohners

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Ekel Zorn WG

Ich möchte etwas beichten, was bereits mehr als anderthalb Jahre zurückliegt. Ich muss ein wenig ausholen, damit Ihr meine Verzweiflung verstehen könnt. Damals wohnte ich in einer WG mit einem Ex-Arbeitskollegen. Eigentlich habe ich mir immer geschworen, nie eine Wohngemeinschaft einzugehen. Wegen eines finanziellen Engpasses musste ich meine geliebte Wohnung auf dem Land kündigen und zurück in die Stadt ziehen. Mit meinen Katzen, welche ihren Freilauf brauchten, war es nicht wirklich einfach, eine passende Wohnung zu finden. Alles, was geeignet gewesen wäre, war für mich alleine schlicht nicht bezahlbar. Da kam mir die Frage des Arbeitskollegen, ob wir eine WG gründen wollen, gerade richtig. Dumm wie ich war, habe ich natürlich nicht auf die Warnungen der anderen Arbeitskollegen, welche mit ihm im gleichen Team arbeiteten, gehört. So kam es, dass wir eine tolle fünf Zimmerwohnung im Grünen gefunden haben und dort mit unseren Katzen, er hatte auch deren zwei, einzogen. Die ersten zwei Monate waren noch in Ordnung, dies änderte sich aber ganz schnell. Es fing damit an, dass er von der Arbeit nach Hause kam und als erstes mal seine Stereoanlage auf volle Pulle aufdrehte. Durch die ganze Wohnung dröhnte nun sein umz umz umz Sound, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn er Besuch hatte, blieb ich in meinem Zimmer oder ging zu Freunden, um ihn und seinen Besuch nicht zu stören. Da er oft Besuch von Frauen hatte, mit welchen er dann immer in die Kiste stieg, war ich mehrheitlich in meinem Zimmer oder nicht zu Hause. Hatte ich Besuch, blieb er allerdings einfach auf dem Sofa sitzen und hörte weiterhin seine Musik. Ohne Kopfhörer wohlgemerkt.


Zuerst dachte ich mir, okay, das ist halt so in einer WG. Man muss Kompromisse machen. Nach drei Monaten wurde er von der Arbeit freigestellt, wurde aber noch für zwei Monate bezahlt. Daher machte ich mir fürs Erste keine Sorgen wegen der Miete. Er musste mir die Hälfte überweisen, da der volle Betrag von meinem Konto abgebucht wurde. Er meinte noch, dass er nun zwei Wochen Pause machen und sich danach auf Arbeitssuche begeben würde. Weit gefehlt. Nach den zwei Monaten hatte er immer noch keine Stelle und als arbeitslos hatte er sich auch nicht gemeldet. Stattdessen verbrachte er Tag und Nacht vor seiner Xbox und spielte diverse Ego Shooter. War das herrlich die ganze Nacht das Geballere zu hören, am Morgen aufzustehen, zur Arbeit zu fahren und wenn ich nach Hause kam, ihn immer noch vor seiner Konsole vorzufinden. Er ließ sich auch so sehr gehen, duschte noch ein- oder zweimal in der Woche und ernährte sich von meinen Sachen, ohne diese zu ersetzen. Das Katzenklo putze er nur, wenn ich ihn dazu aufforderte. Er hatte auch nur ein Katzenklo für zwei Katzen. Und mein Glück war es, dass sein Bad, wo das Katzenklo stand, sich direkt neben meinem Schlafzimmer befand. Der Gestank war kaum noch auszuhalten. Am liebsten hätte ich ihm den ganzen Inhalt über dem Kopf entleert. Nachdem noch ganz viele andere Sachen vorgefallen sind, auf welche ich nicht näher eingehe, weil ich sonst morgen noch am Schreiben wäre und alles Reden nichts half, hatte ich beschlossen, meine Taktik zu ändern.


Als eine seiner Katzen wieder einmal auf den Boden im Eingangsbereich gekotzt hatte, habe ich es einfach dort liegen lassen, um zu schauen, wie lange es dauern würde, bis er es weg macht. Nach fünf Tagen war die Kotze immer noch nicht weg und da hat es mir gereicht. Zielstrebig ging ich in sein Badezimmer, griff nach seinen drei Zahnbürsten und putzte die Kotze damit weg. Da ich schon in Putzlaune war, fand ich, es wäre Zeit, sein Katzenklo zu reinigen. Dies habe ich dann auch getan. Jede Bürste habe ich zuerst über die Katzenkacke gezogen und dann das Klo damit richtig sauber gemacht. Echt praktisch, diese Zahnbürsten. Angetrieben von meiner Wut, habe ich dann noch seine Toilette auf Hochglanz gebracht und anschließend die Zahnbürsten wieder in das Glas gestellt. Als ich ihn am nächsten Morgen hörte, wie er seine Zähne putzte, musste ich grinsen. Das war eine Genugtuung sondergleichen. Nach knapp anderthalb Jahren Terror und weiteren Putzaktionen, war es Zeit für mich, zu gehen und mit meinem Freund zusammenzuziehen. Als Abschiedsgeschenk schmierte ich ihm die Kacke seiner Katzen, welche ich auf dem Balkon gefunden hatte, in seine Umzugskisten. Nach der Wohnungsabgabe habe ich ihn nie wieder gesehen oder gehört. Ich weiß, dass mein Verhalten extrem kindisch war. Heute würde ich wahrscheinlich anders handeln. Ich hatte einfach nach so langer Zeit keine Kraft mehr, mich anders zu wehren.

Beichthaus.com Beichte #00030872 vom 12.03.2013 um 14:39:26 Uhr (15 Kommentare).

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“Beichte

Hartz IV trotz anderer Möglichkeiten

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Zorn Neurosen Gesellschaft

Ich lese sehr oft auf Beichthaus, ich habe ja viel Zeit dafür und auch kaum andere Hobbies. Des Öfteren liest man Sachen von den blöden Hartz IV-Empfängern und dass sie dem armen Steuerzahler auf der Tasche liegen. Ich (w/20) bin auch so eine ungebildete, asoziale Schnepfe. Ich kann durchaus verstehen, dass man sauer ist, wenn einige Leute daherreden, wie geil das ist, auf Kosten des Staates zu leben, sie keinen Bock haben arbeiten zu gehen und trotzdem die neueste Spielkonsole und den größten Fernseher haben. Ich habe weder eine Spielkonsole, noch einen riesigen Flachbildschirm. Um ehrlich zu sein, besaß ich bis vor Kurzem nicht mal ein Bett. Ich bin keineswegs ungebildet und habe ansonsten auch recht gute Manieren, nur was ich nicht hatte, ist eine normale Kindheit und ein halbwegs ambitioniertes Elternpaar, das irgendwie Interesse an mir gezeigt hätte.

Vielleicht jammere ich gerade herum, aber wie sollte ich sonst erklären, dass ich eigentlich hochbegabt bin und es trotzdem nicht auf die Reihe kriege, mein Abitur zu machen?! Ich habe die Schule endgültig geschmissen und lebe von Hartz IV, weil ich einfach nicht mehr kann. Ich bin müde, sowohl physisch als auch psychisch und ich ertrage die Menschheit nicht mehr. Sie dumme Nüsse zu nennen wäre ein Affront gegen die Schalenfrucht! Ich ertrage meine Eltern nicht, die nicht nur dämlich sind, sondern auch noch unfähig, einen normalen, sozialen Kontakt zu ihrem Kind aufzubauen. Ich habe es sooft versucht und ich habe die Schnauze gestrichen voll. Ich habe mich abgerackert in der Schule, meinem Vater zu Liebe bin ich zum verhassten Klavierunterricht gegangen und meiner Mutter zu Liebe habe ich mich ganz euphorisch mit Kräutern und sonstigem Gestrüpp beschäftigt. Ich habe auf meine Geschwister aufgepasst, mit ihnen Hausaufgaben gemacht, mit ihnen geschimpft, wenn sie nicht aufgeräumt haben und für sie gekocht, weil meine Mutter ja so ultra beschäftigt ist. Ich hoffe, dass wenigstens aus ihnen halbwegs glückliche, normale Menschen werden. Ich bin mit letzter Kraft ausgezogen, habe mich trotz meiner übergreifenden Depression nochmal auf die Schulbank gesetzt und es nach eineinhalb Jahren wieder verbockt, weil meine ambivalente Stimmung und mein unterbewusstes, völlig paradoxes, kindliches Verhalten mich dermaßen demotiviert haben, dass ich es nicht mehr schaffte, morgens aufzustehen. Ich hatte sogar teilweise Angst, aus der Tür zu gehen. Manchmal bin ich wochenlang in meiner Wohnung geblieben und wäre lieber verhungert, als raus zu gehen und einzukaufen.

Vielleicht sollte ich bereuen, dass ich nichts dafür tue, um wieder auf die Beine zu kommen und ein normales Leben zu führen, aber ganz ehrlich, es ist mir scheißegal dass ich Hartz IV bekomme und es ist mir mittlerweile auch egal, wie sehr Psychologen und Ärzte daran glauben, dass ich meinen Weg schon mache, immerhin sei ich ja intelligent genug. Vielleicht habe ich Glück und sterbe bei meiner nächsten psychosomatischen Organschwellung und nein, ich bin nicht suizidgefährdet, ich bin es nur leid, gegen meine Psyche anzukämpfen. Ich fühle mich so extrem alt und gestresst, ich schlafe nicht mehr als zwei Stunden am Tag und mein Kopf quillt über vor lauter Sorgen und Problemen. Ich denke, es sei mir vergeben, dass ich euch allen "auf der Tasche liege".

Beichthaus.com Beichte #00030871 vom 12.03.2013 um 12:55:19 Uhr (46 Kommentare).

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Meine imaginären Freunde

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Lügen Verzweiflung Familie Frankfurt

Meine imaginären Freunde
Meine Beichte hat ihren Anfang vor etwa zwei Monaten. An einem sonst nicht weiter erwähnenswerten Freitagabend saß ich in meinem Zimmer vor dem Rechner und vertrieb mir irgendwie die Zeit, als mein Vater reinkam und mich fragte, ob ich nicht was mit meinen Freunden unternehmen wolle oder sonstige Pläne für mein Wochenende hätte, was ich verneinte. Das Gespräch ging dann noch eine Weile weiter, wobei er mich immer wieder nach Freunden und vor allem Mädchen fragte. Irgendwie habe ich es geschafft, seinen Fragen insofern auszuweichen, dass ich vermeiden konnte, ihm ins Gesicht sagen zu müssen, dass ich eigentlich keine Freunde habe und meine Erfahrungen mit Mädchen sich auf eine eher kurze Pseudo-Beziehung im Alter von 14 Jahren beschränken. Zu meiner Verteidigung könnte ich hier sagen, dass meine Familie sehr oft umziehen muss aufgrund des Jobs meines Vaters und ich deshalb nie wirklich "Wurzeln schlagen" konnte oder so was in der Art. Längere Freundschaften als ein Jahr hatte und habe ich nicht. Außerdem hat mich auch seit dem letzten Umzug vor einem halben Jahr irgendwie die Motivation verlassen, mich in diese Richtung zu engagieren, weil das Ende ja schon von vornherein absehbar ist und mir deshalb die ganze Angelegenheit leicht zwecklos erscheint. Ganz verbergen konnte ich meine Situation dann jedoch wohl doch nicht, weil mein Vater dann zwar glücklicherweise irgendwann klein beigegeben hat, sich jedoch nicht hat nehmen lassen, mir sein Auto anzubieten, sollte ich doch noch irgendwas unternehmen wollen. Nachdem ich dann eine Weile weiter meine Zeit verplempert hatte, bin ich irgendwann in die Küche gegangen, um mir was zu trinken zu machen. Als ich dabei an unserem Wohnzimmer vorbei kam, habe ich meinen Vater schluchzen oder leise weinen hören, wie auch immer man das genau nennen mag, es war jedenfalls klar als traurig auszumachen. Um ihn nicht zu blamieren, habe ich dann nur um die Ecke ins Zimmer geschaut, um herauszufinden, was denn los sei. Und dabei ist mir dann aufgefallen, dass mein vorhin in Anspruch genommenes schauspielerisches Talent wohl doch nicht im Ansatz so ausgeprägt ist, wie ich gedacht hatte, weil mein Vater auf der Couch saß mit seinem Freitag-Abend-Whiskey und sich das einzige Bild, das es von mir aus meiner Kindheit gibt, anschaute. Zugegeben, dass mag schon leicht abgedroschen klingen, aber selbst mir ist aufgefallen, woran es wohl liegen kann, wenn mein Vater sich das einzige Bild seines Sohnes als Strahlemann traurig anschaut.
Da ich mit der Situation so erst mal nicht umgehen konnte, habe ich mich mit meinem Trinken dann wieder in mein Zimmer geschlichen und bin dann auch erst wieder nach einer halben Stunde ins Wohnzimmer gegangen, wo sich mein Vater zum Glück mittlerweile wieder gefangen hatte. Ich habe ihn dann nach den Schlüsseln für sein Auto gefragt, weil sich imaginäre Freunde noch kurzfristig gemeldet hatten und wir was trinken gehen wollten. Das scheint ihn wirklich gefreut zu haben, denn so glücklich habe ich ihn schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Nachdem er mir dann freudestrahlend einen schönen Abend gewünscht hatte, bin ich dann losgefahren bis zu einem fünf Kilometer entfernten Wald, habe mich auf einen Parkplatz dann in den Kofferraum geschlichen und dann da den Rest der Nacht gepennt. Am nächsten Morgen habe ich dann noch ein paar Zigaretten abbrennen lassen, damit meine Klamotten auch einigermaßen glaubhaft nach Barbesuch gerochen haben und bin dann heimgefahren und habe meinen Eltern die tollsten Geschichten von meinen Freunden Lukas und Marius erzählt. Dass ich eine Nacht unangemeldet bei Freunden verbracht hatte, schien sie nicht einmal im Ansatz zu stören, sondern tatsächlich zu freuen.
Nun zu meiner eigentlichen Beichte: Solche Aktionen mache ich seitdem wöchentlich, wobei ich mir ständig neue Geschichten und angebliche Bekanntschaften ausdenke, mittlerweile ist sogar eine Marie hinzugekommen, mit der ich angeblich gemeinsam Mathe habe und in die ich mich ein wenig verguckt habe. Es tut mir ja einigermaßen leid, meine Eltern so dreist anzulügen, aber ich sehe ja, wie glücklich sie das macht.
Und ganz im Ernst, ich kann ihnen ja wohl kaum erzählen, dass ich seit den letzten zwei Jahren meine Tage nur noch damit verbringe, darauf zu warten, müde genug zum Einschlafen zu werden. So wie meinen Vater schon mein Mangel an sozialen Kontakten aus der Bahn wirft, würde das bestimmt zu einer ausgewachsenen Krise führen. Und davon profitiert ja auch keiner. Sollte es jemand tatsächlich geschafft haben, sich das alles durchzulesen, dann hoffe ich, dass er vielleicht ein wenig Verständnis für mich aufbringen kann; wenn nicht, hat es trotzdem gut getan, sich das alles mal von der Seele zu schreiben.

Beichthaus.com Beichte #00030868 vom 10.03.2013 um 21:49:37 Uhr in Frankfurt (Kaiserstraße) (33 Kommentare).

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Das letzte Geld vom Vater

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Diebstahl Morallosigkeit Habgier Familie Berlin

Meine (m/29) Eltern haben sich vor ein paar Jahren getrennt, ich hatte nie wirklich guten Kontakt zu meinem Vater. Als wir dann auszogen, entwickelte ich noch mehr Hass auf ihn. Er hat eine sehr gute Position in einer Automobilfabrik, dort wollte ich auch damals meine Ausbildung anfangen, was allerdings scheiterte. Die Absage war unterzeichnet von meinem Vater. Alles in allem ist der Kontakt dann auch abgebrochen. Meine Mutter hat ihn angezeigt wegen dem Unterhalt, weil er nicht gezahlt hat, war aber trotzdem noch so fair, nur das Geld anzunehmen, das uns, mir und meinem Bruder, zusteht. Ihren Anteil hat sie immer wieder zurück überwiesen. Irgendwann kam die Zeit, in der er gar nichts mehr zahlte, und meiner Mutter war das relativ egal. Sie sagte immer, dass wir alles haben, was wir brauchen. Ich allerdings war so stinksauer, dass ich einen echt ekligen Plan fasste. Ich wusste durch Bekannte und Freunde, wo mein Vater immer abhing: meistens in einer Kneipe oder in einem bestimmten Imbiss. Also ging ich regelmäßig dorthin. Offiziell wollte ich dort essen, aber eigentlich legte ich es auf eine Konfrontation mit ihm an. Nach einer kurzen Zeit trafen wir uns dann auch "zufällig". Ich redete mit ihm und tat so, als ob alles ganz normal sei. Tage/Wochen vergingen, bis ich dann bei ihm zu Hause war. Ich wartete auf den Moment, dass er auf die Toilette ging, rannte dann schnell zum Flur, wo er seit Jahren sein Portemonnaie deponiert und zog seine Bankkarte heraus. Die PIN Nummer hatte ich schon einige Male gesehen.


An dem Abend ging ich zu einem Freund, der Programmierer von Beruf ist, und wir kopierten die Bankkarte. Am nächsten Morgen ging ich wieder zu meinem Vater und sagte ihm, ich hätte etwas vergessen und ging ins Wohnzimmer. Ich tat so, als ob ich mein Handy verloren hätte und zog es dann vorführend zwischen den Kissen hervor. Im Flur steckte ich schnell noch die Bankkarte zurück ins Portemonnaie. Zur Sommersaison flog er endlich in den Urlaub. Und ich hatte freie Bahn. Ich ging halbmaskiert zum Bankautomaten und hob 2000 Euro ab. Mehr ging leider nicht. Am nächsten Tag tat ich das Gleiche nochmal, am dritten ebenso, am vierten Tag konnte ich dann nur noch 600 Euro abheben. So hatte ich innerhalb von vier Tagen 6600 Euro. Mit dem Geld habe ich meiner Mutter ein Bett (vorher schlief sie immer auf der Couch, und es tat mir immer so leid) und einen großen weißen Kleiderschrank gekauft, fürs Wohnzimmer eine neue Couchgarnitur. Und für den Rest des Geldes kleine Deko Artikel. Meine Mutter wunderte sich, woher das Geld kam. Ich erzählte ihr eine Menge Lügen darüber. Mein Vater weiß, dass ich es war, kann es aber nicht beweisen. Ich bereue es, meiner Mutter so viele Lügen erzählt zu haben, denn sie hat es wirklich nicht verdient, angelogen zu werden. Es tut mir auch leid, dass ich meinen Vater beraubt habe, aber zu dem Zeitpunkt dachte ich, es geschieht ihm recht. Seit der Aktion bin ich ehrlicher geworden. Allein, wenn ich Geld auf der Straße finde, gebe ich es dem ersten Bettler oder Musiker, den ich sehe und der es nötig hat. Aber an so etwas werde ich mich nie wieder heranwagen, es ist echt abscheulich!

Beichthaus.com Beichte #00030863 vom 09.03.2013 um 11:44:18 Uhr in Berlin (Bergmannstraße) (12 Kommentare).

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