Meine Angst vor dem Tod

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Drogen Verzweiflung Gesellschaft Neurosen Tod Potsdam

Nachdem ich (m/23) mittlerweile hunderte Beichten hier gelesen habe, möchte ich nun auch einmal etwas los werden, was mich seit Jahren bedrückt. Wenn mich jemand fragt, würde ich mich als Normalo bezeichnen. Normale Kindheit, normale Schulzeit, durchschnittliches Abi, danach Zivildienst und nun Studium. Am Ende meiner Zeit im Gymnasium, also in der elften und zwölften Klasse, fand ich Gefallen an Bewusstseinserweiterung, nicht zu verwechseln mit Bewusstseinsveränderung. Egal ob Alkohol, Gras oder psychedelische Sachen. Eigentlich wurde einmal in der Woche, meist Freitag oder Samstag, exzessiv gekifft und getrunken und alle paar Wochen durfte das Bewusstsein eine andere Dimension erleben. In dieser Zeit habe ich viel über mich gelernt. Das nur nebenbei. Ich schreibe davon, weil es eventuell meine jetzige Situation erklärt. Auch heute rauche ich noch gerne mal was Grünes, dabei bleibt es dann aber auch. Alkohol oder härtere Drogen sind die absolute Seltenheit. Jedenfalls ging alles seinen Gang und eines Abends, ich weiß nicht, wie lange das schon her ist, aber mindestens zwei Jahre, legte ich mich nüchtern schlafen und auf einmal wurde mir die eigene Sterblichkeit bewusst. Bähm. Das warf mich für ein paar Tage völlig aus der Bahn. Zu realisieren, dass ganz greifbar irgendwann der Tag da ist, irgendwann die Situation, der Moment kommt, wo ich mich plötzlich im Prozess des Sterbens, im Übergang zum Tod befinde und es kurz danach auch bin, war und ist für mich kaum zu ertragen. Klar, jeder stirbt irgendwann, das wisst ihr genauso gut wie ich, aber sich dem Thema Tod in all seiner Gänze bewusst zu werden, ist eine andere Geschichte.


Ich musste beispielsweise während einer Autofahrt plötzlich anfangen zu weinen, als ich einen Song von Pink Floyd hörte, den ich mit körperlichem Verfall in Verbindung bringe. Wenn Leute sterben, auch wenn ich sie nur flüchtig kannte, nimmt mich das schon extremst mit. Die Angst vor tödlichen Krankheiten treibt mich dazu, bestimmte Dinge zu essen oder nicht zu essen, zu tun oder nicht zu tun. Und so weiter. Ich kann mir vorstellen, dass viele mich in diesem Punkt nicht verstehen, daher habe ich diese Angst auch noch mit niemandem außer meiner Freundin und meinem besten Kumpel geteilt, aber es endlich mal aufzuschreiben und loszuwerden, hilft mir ungemein. Das Schlimme am Tod ist meiner Meinung nach die Ausweglosigkeit. Religiöse Menschen glauben wenigstens an irgendeine Art Weiterleben oder Wiedergeburt, für mich aber ist das alles Humbug, erfunden von Menschen wie mir, die wahnsinnige Angst vor dem unendlichen Nichts haben. Ich versuche mir einzureden, dass der Tod das Letzte im Leben sein wird, was ich erfahren darf, aber auch das ist kein Trost. Ich beichte also, dass ich als gestandener Mann und baldiger Familienvater wahnsinnig ängstlich bin und es wahrscheinlich auch noch bis zu meinem Ableben sein werde. Die Entwicklungspsychologie lehrt, dass die Angst vor dem Tod mit dem Alter abnimmt. Bei mir besteht da aber, glaube ich, keine Hoffnung.

Beichthaus.com Beichte #00030900 vom 19.03.2013 um 14:56:10 Uhr in Potsdam (Brauhausberg) (36 Kommentare).

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Die Suche nach dem unbekannten Mädchen

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Dummheit Verzweiflung Dating Berlin

Ich wollte auch mal was beichten: und zwar habe ich es vorgestern geschafft, mich selbst zu überraschen. Ich arbeite als Nebenjob bei einer bekannten Sandwichkette. In Berlin, beim Alexanderplatz. Jedenfalls suche ich hier schon länger nach einer interessanten Frau, leider mit wenig Erfolg. Versteht mich nicht falsch, ich bin weder zu schüchtern, noch zu hässlich oder sonst wie "vorbestraft". Aber ich suche eine Frau, die sich für die Natur interessiert und diese auch zu schätzen weiß und noch vieles mehr. Da bin ich leider sehr wählerisch, leider ist das in Berlin echt schwer zu finden, glaubt mir! Jedenfalls kamen vorgestern - also am Sonntag, gegen 20 Uhr - zwei Mädchen in den Laden. Da ich nicht viel zu tun hatte und ich auch sonst eine lockere Art habe, kam ich mit ihnen ins Gespräch. Sie erzählten mir, dass sie nur über das Wochenende in der Stadt sind und am nächsten Tag wieder abreisen werden. Eine der beiden hat mir auf sehr gefallen. Sie war niedlich, echt umwerfend, und auch sehr sympathisch. Sie hatte ein vegetarisches Sandwich bestellt, was ich mega klasse fand und hat mir einen Euro Trinkgeld gegeben. Das ist absolut untypisch für so einen Laden in Berlin. Wir kamen also ins Gespräch und redeten über die Natur, dass sie Kellnerin im Gastronomiegewerbe ist. Über ihr Alter (20) und so weiter. Sie erzählte mir auch, dass sie aus Tirol käme. Und jetzt zum eigentlichen Punkt meiner Beichte: Da Tirol so weit von Berlin entfernt war und ich so umgehauen von ihr war, habe ich weder nach ihrem Namen, noch nach ihrer Nummer oder wenigstens nach ihrem Facebook-Namen gefragt.
Auf jeden Fall waren nicht einmal drei Minuten vergangen, seit die Mädchen aus der Tür sind und ich hätte mich selbst ohrfeigen können wegen meiner Oberflächlichkeit. Ich möchte also hiermit beichten, dass ich seit Jahren, wirklich seit Jahren, das erste Mädchen getroffen habe, das ich richtig interessant fand und es nicht fertig gebracht habe, auch nur eine Information von ihr zu erfragen, die mir helfen könnte, sie wieder zu finden. Ich bereue das zutiefst. Ach, wenn Du das liest, unbekanntes Mädchen, bitte, bitte ruf in dem Laden an und frag nach mir. Und wenn wer weiß, wen ich meine oder eine Vermutung hat, sagt dem Mädchen bescheid, dass ich sie suche. Ich würde Purzelbäume auf dem Boden machen, Korken knallen lassen und Konfetti schmeißen.

Beichthaus.com Beichte #00030899 vom 19.03.2013 um 03:49:04 Uhr in Berlin (Alexanderplatz) (27 Kommentare).

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Meine Freundin ist zu dick

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Verzweiflung Ernährung Partnerschaft Rottenburg-Ergenzingen

Meine Freundin ist zu dick
Ich habe ein großes Problem: Ich finde meine Freundin seit längerer Zeit schon nicht mehr sexuell attraktiv. Seit wir uns vor vielen Jahren kennengelernt haben, nimmt sie immer mehr zu. Die grob geschätzt 65 Kilo von damals sind schon lange Geschichte - mittlerweile dürfte sie stramm auf 90 Kilo zugehen. Sie ist sich dessen zwar bewusst und sagt ständig, dass sie sich zu dick findet - Konsequenzen daraus zieht sie aber trotzdem nicht. Das schafft mich, und zwar extrem. So sehr, dass ich mittlerweile einfach keine Lust mehr auf Sex habe, was bei mir ein äußerst schlechtes Zeichen ist. Wobei das eigentlich nicht ganz stimmt: Ich habe große Lust auf Sex. Nur nicht mit ihr. Das Problem ist, dass ich selbst durchaus auf mein Äußeres und meinen Körper achte. Ich gehe ins Fitnessstudio, trage nicht gerade abgeranzte Klamotten und stehe auch finanziell ganz ordentlich da. Mit anderen Worten: Ich glaube, ich brauche mich eigentlich nicht zu verstecken und hätte, wenn ich mal ganz ehrlich bin (ist hier ja schließlich das Beichthaus), eigentlich etwas besseres verdient. Damit meine ich übrigens keine rappeldürren Models, die schon beim Anschauen zerbrechen, sondern einfach einen schön proportionierten Körper. Da ist mir dann auch egal, ob die Frau einen kleinen Bauchansatz hat. Hauptsache, das Gesamtbild stimmt. Ich brauche einfach eine Frau, die sexy ist.

Bevor Ihr jetzt die zu erwartende "wie kann man nur dermaßen oberflächlich sein"-Keule schwingt oder mir erzählt, es käme doch einzig und allein auf die inneren Werte an - was übrigens völliger Bullshit ist -, hier gleich mal die Erklärung, warum ich sie nicht einfach verlasse: Sie ist der wundervollste Mensch, der mir je begegnet ist. Noch nie hat jemand auf die Weise mein Herz berührt, wie sie das tut. Täglich. Und deswegen kann und will ich nicht gehen. Und genau dieser Konflikt zerreißt mich regelrecht. Übrigens: ja, ich habe schon mal versucht, das Thema behutsam anzusprechen. Da kann ich ebenso auf einem Minenfeld Wiener Walzer tanzen. Und nein, ich habe nicht vor, mir den Sex halt einfach an anderer Stelle zu holen. Ich bin in meinem Leben noch nie fremdgegangen und fange auch jetzt garantiert nicht damit an.

Beichthaus.com Beichte #00030887 vom 15.03.2013 um 01:54:50 Uhr in Rottenburg-Ergenzingen (75 Kommentare).

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Bitte leiser krank sein

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Ekel Zorn Gesundheit Nachbarn Hamburg

Bitte leiser krank sein
Ich wohne nun seit guten drei Jahren in Hamburg. Ich wohne in einer sehr kleinen Einzimmerwohnung, in einem uralten Haus mit sehr dünnen Wänden und verdammt vielen dummen, sehr gemeinen und nervigen Menschen. Seit ich ausgezogen bin, werde ich zwei- bis dreimal im Jahr krank und das meist mit einer schrecklichen Grippe oder Erkältung. Das volle Programm beinhaltet alle zehn Minuten zu niesen, schlimmen schleimigen Husten bis zum Erbrechen und natürlich alle paar Minuten die Nase auszuschnauben oder auf ekelhaftester Weise hochziehen. Dazu kommen natürlich Kopfschmerzen und Fieber, aber das macht ja keine Geräusche und darum geht es. Ich war das erste Mal in meiner neuen eigenen Wohnung krank und es haben sich tatsächlich andere Mieter darüber beschwert, dass ich nachts viel huste oder tagsüber zu oft und viel zu laut niese. Als 25-jähriger Mann gehört es sich natürlich nicht, so laut zu niesen und das Naseausschnauben ist ja auch sehr störend. Bei der ersten Beschwerde habe ich nur darüber gelacht und den Nachbarn einfach nicht ernstgenommen. Aber darauf folgten noch drei bis vier Beschwerden von anderen Mietern dieses Hauses.
Ich entschuldigte mich scheinheilig dafür und schloss wieder die Tür. Von anderen Mietern habe ich gehört, dass das wohl öfter so ist in diesem Hause. Und auch die nächsten Male, wo ich krank war, kamen die Nachbarn nur genervt an, um mir zu sagen, ich solle gefälligst gesund werden und nicht so laut sein. Und nun zur Beichte: Die Nachbarn beschweren sich, ich solle leiser krank sein, bringen mir aber nicht einmal einen Hustensaft oder eine Hühnersuppe vorbei, um mir dabei zu helfen, wieder gesund zu werden. Also habe ich mir etwas einfallen lassen, das mir die Beschwerden vom Hals schafft. Ich lecke nun jedes Mal, wenn ich krank bin, die Haustürklinke und/oder den Fahrstuhlknopf an, damit andere Mieter ebenfalls krank werden und sich keiner bei mir beschwert und mir vorhält, was mir denn dreisterweise wieder mal einfällt, krank zu sein. Es tut mir leid, dass ich zu so einer ekelhaften und abartigen Methode greifen muss, um meine Krankheit in Ruhe auskurieren zu dürfen.

Beichthaus.com Beichte #00030886 vom 15.03.2013 um 01:09:37 Uhr in Hamburg (Osterfeldstraße) (26 Kommentare).

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Meine Urlaubsfotos

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Peinlichkeit Kollegen Urlaub Spanien

Meine Urlaubsfotos
Mir (m/Anfang dreißig) ist vor Jahren etwas Dummes passiert. Da da ich die Kälte nicht mag, fliege ich im Winter immer in die Sonne. In einem Jahr hatte meine Freundin keine Zeit, also bin ich mit ein paar Freunden nach Playa del Ingles geflogen. Wir hatten einen echt schönen und chilligen Urlaub mit viel Sonne, faulenzen und ein bisschen Alkohol trinken. Da ich wusste, dass eine junge, nette Kollegin (für die ich keinerlei Gefühle hegte - hier muss man ja so etwas immer dazu sagen) quasi im Anschluss an meine Reise auch dort Urlaub machen wollte, dachte ich, es wäre nett, ihr ein Bild von dem schönen Wetter vor Ort zu schicken, um ihre Vorfreude weiter zu steigern. Also Foto gemacht, den kurzen Text "Hallo L., hier mal ein Bild, um dich in Stimmung zu bringen. Jetzt weißt du, was dich bald Schönes erwartet! Dein Lieblingskollege *Zwinkersmiley*" hinzugefügt, Bild angehängt und an ihre Dienstmail gesendet. Zwar kannte sie meine Privatmailadresse nicht, aber es gab ja nur einen ihrer bekannten Kollegen auf den Kanaren, dachte ich mir. Nach kurzer Zeit bekam ich eine Antwort von ihr. Diese war recht kurz: "Ich zeige dich an, du Schwein! Und deinen Job bist du auch los, wenn ich herausfinde, wer du bist!" Ich war verständlicherweise sehr verwirrt. Also öffnete ich noch mal die Mail, die ich ihr geschickt hatte, und stellte dann das Malheur fest: Ich hatte mit meiner Freundin während meines Aufenthaltes zur Beziehungspflege erotische Bilder ausgetauscht, und irgendwie muss ich mich beim Versenden der Mail wohl verklickt haben, sodass meine Kollegin kein Bild vom Strand und prallem Sonnenschein, sondern ein Bild von meinem erregierten - allerdings ebenfalls prallen - Penis bekommen hatte. Glücklicherweise ohne Gesicht. Und glücklicherweise bin ich, was elektronische Kommunikation betrifft, leicht paranoid: Meine Mailadressen sind meist Wegwerfadressen, und/oder nicht ohne weiteres auf mich zurückverfolgbar. Und nochmal hatte ich Glück, denn als ich einem der mitreisenden Freunde davon erzählte - er ist Personalabteilungsleiter - empfahl er mir, einfach alle Spuren zu löschen, was ich dann auch tat. Meinen Vorschlag, es richtig zu stellen und mich zu entschuldigen, empfand er als heikel bezüglich meines Rufs in der Firma und auch meines weiteren Verbleibs dort.

Als ich wieder aus dem Urlaub kam, erfuhr ich, dass meine Kollegin die Firma verklagte, weil sie sie nicht vor sexueller Belästigung geschützt habe. Sie verlor die Klage und kurze Zeit war sie auch aus der Firma verschwunden. Die Suche nach dem Sittenstrolch verlief trotz betriebsinterner Hexenjagd erwartungsgemäß erfolglos, unter anderem, weil ein Land im Atlantik nicht so recht bei den Ermittlungen helfen wollte. Was meinem Missgeschick allerdings noch eine kleine Note der Ironie verlieh, war, dass meine besagte Ex-Kollegin so scharf auf mich war, dass sie mich angeblich sogar meiner Freundin ausspannen wollte. Ich beichte hiermit, dass ich aus Versehen einer Kollegin ein Foto von etwas geschickt habe, was sie eigentlich begehrte, aber was ihr dann wohl doch nicht so gut gefiel und schlussendlich die Firma deswegen verlassen hat. Und ich beichte, dass mein bestes Stück für manche Frauen offenbar furchterregend ist. Aber wenigstens gefällt er meiner Freundin. Und das ist ja das, was wirklich zählt! Meine Freundin lacht übrigens auch nach mehreren Jahren noch über die Story, und mir tut es noch immer ein wenig leid... Aber darüber lächeln muss ich trotzdem hin und wieder.

Beichthaus.com Beichte #00030885 vom 14.03.2013 um 18:59:06 Uhr in Spanien (Playa del Ingles, Gran Canaria) (28 Kommentare).

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