Stadtleben statt schwäbisches Dorfleben

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Verzweiflung Gesellschaft

Im Sommer hatte ich (w/31) vier Wochen Urlaub. Während dieser Zeit habe ich immer spontan das gemacht, worauf ich gerade Lust hatte. Mal war ich ein paar Tage zelten und Fahrrad fahren, mal Freunde besuchen, mal habe ich eine Städtereise gemacht und dann war ich wandern in den Bergen. Es war ein richtig toller Monat. Währenddessen habe ich mir auch viele Gedanken darüber gemacht, ob ich mit meinem aktuellen Leben zufrieden bin.

Mein Ergebnis ist, dass ich mich deutlich verändern will. Ich möchte raus aus der Provinz und endlich wieder das Stadtleben mit all seinen kulturellen Angeboten genießen, abends Alkohol trinken und mit der Straßenbahn heimfahren statt immer nüchtern zu bleiben und mit dem Auto aufs Dorf zurück fahren zu müssen. Ich möchte umgeben sein von offenen freigeistigen Menschen statt von engstirnigen schwäbischen Tratschweibern. Ich beichte, dass ich am liebsten meine Beziehung, meine Freunde, meinen ruhigen Job und mein Ehrenamt hinter mir lassen würde, um woanders komplett neu anzufangen. Je länger ich in der Provinz wohne desto mehr eingesperrt fühle ich mich, da ich sehr oft anecke wenn ich meine ehrliche Meinung sage. Deshalb muss ich sehr oft meine Meinung für mich behalten. Ich will nur noch weg, denn so kann ich nicht weitermachen.

Beichthaus.com Beichte #00040171 vom 11.08.2017 um 23:16:17 Uhr (10 Kommentare).

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Die günstigen Artikel der Hilfsorganisation Brockenstuben

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Vandalismus

Vor einigen Jahren ging ich als Teenie zum ersten Mal in einem HIOB Brockenstuben. Dazumal wusste ich noch nicht, dass die Schweizer Brockenhäuser von anderen Leuten die Artikel meistens gratis bekommen und der Verkaufserlös karitativ verwendet wird. Ich dachte irrtümlicherweise, dass die Ladenbesitzerin die Artikel gekauft hatte und sie aus Gutmütigkeit gegenüber den anderen versuchte, sie billiger zu verkaufen.

Jedenfalls wollte ich mir an besagtem Tag einige DVDs ansehen, da ich gehört hatte, dass man sie dort billig bekommt. Gleich nebenan war die Bücherabteilung, und aus reiner Neugier blätterte ich einige Exemplare durch. Die Preise überraschten mich: Viele guterhaltene Bücher zum Preis von bloss 1,00 Franken! Andere reichten von 3-5 Franken, was eher meiner Vorstellung von bereits gekauften Bücher entsprach.

Wegen meines im Vorfeld beschriebenen Fehlkonzepts tat mir die freundliche Besitzerin des Ladens leid. Wieso verkaufte sie Dinge so billig, wie konnte sie jemals Gewinn erzielen? Auch der Laden sah mit den alten Möbel irgendwie trübselig aus, dass ich plötzlich Mitgefühl empfand. Um irgendwie helfen zu können, holte ich den Minenbleistift aus meinem Etui raus und schnappte mir nach und nach und unbemerkt die 1-Franken-Bücher. Die Preise waren nämlich auf der ersten Seite des Buchs mit Bleistift notiert, und so radierte ich den alten Preis aus und schrieb einen neuen Beitrag. 5, 6 Franken, in etwa so, bei einem waren es sogar 10. Scheinbar bin ich nie erwischt worden. Schlussendlich diente mein Hilfsbeitrag weder den Käufern noch der Besitzerin. Vielleicht ist es auch aufgefallen. Aber wenn irgendein doofer Heini, wie ich, damals so ein überteuertes Buch dennoch gekauft hat, hat sich der Schwindel gelohnt. Es war für einen guten Zweck.

Beichthaus.com Beichte #00040167 vom 10.08.2017 um 14:39:22 Uhr (2 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Warum hat der Busfahrer für mich gebremst?

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Feigheit Selbstverletzung Gesellschaft Bonn

Heute Morgen wäre ich (20) fast von einem Bus überfahren worden, hätte der Busfahrer nicht angehalten. Nun bin ich zu Hause und frage mich, ob es besser gewesen wäre, hätte er mich übersehen oder ignoriert, wenn er weitergefahren wäre. Es wäre ein Unfall gewesen, einer von vielen und vielleicht hätten sich all meine Probleme gelöst. Niemand hätte sich mehr über meine ungeschickte, schüchterne und unfähige Art lustig machen können. Höchstens die Tatsache, dass ich zu dumm war, um eine Straße zu überqueren, hätte für ein paar Lacher gesorgt. Ich hätte endlich aufgehört, mir Sorgen zu machen, dass jemand erfährt, dass ich das Kind eines Kriminellen bin. Diebstahl, Drogen und Geldwäsche. Man hätte einen anderen Grund gefunden, um mich zu beleidigen. Denn niemand kommt mit mir klar, obwohl ich keinem etwas tue. Und trotzdem bin ich das dumme Ding, was sich nicht wehren kann und bei Nervosität zittert.

Die einzige Freude finde ich, wenn ich kleine Geschichten schreibe, doch auch das wird nur belächelt. Aber etwas anderes kann ich nicht, ich habe keine Talente und bin nichtsnutzig. Meine Beichte ist, dass ich zu feige bin, mich umzubringen. Dass ich mit meinen gerade einmal zwanzig Jahren das Geschenk des Lebens nicht würdige und selbstsüchtig bin, wenn ich sterben würde, würde zumindest meine Mutter um mich trauern, sie würde damit nicht klarkommen und das kann ich ihr nicht antun.

Beichthaus.com Beichte #00040164 vom 09.08.2017 um 16:30:12 Uhr in Bonn (36 Kommentare).

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Ich bin ein introvertierter Mensch - na und?

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Zwietracht Aggression Familie Düsseldorf

Ich bin ein introvertierter Mensch - na und?
Ich (m/20) war mit fünfzehn nie besonders extrovertiert gewesen, zwar hatte ich ein paar Freunde, mit denen ich manchmal etwas unternahm, doch allein hat es mir immer besser gefallen. Fälschlicherweise wurde ich von Fremden damals als für einen schüchternen, einsamen Jungen gehalten und wurde deshalb regelmäßig von Freunden der Familie genervt. "Du hast am Wochenende nur gelesen? Warum warst du denn allein im Kino? Bei meinem Sohn war das damals auch so, viel zu schüchtern, der Junge!"

Ständig wurde auf mich eingeredet, als ob es unnormal wäre, wenn ich lieber allein war. Auf Dauer wurden mir andere Menschen einfach zu anstrengend, was sich bis heute nicht verändert hat. Beziehungen halten dadurch nicht sehr lange, was mir auch leidtut. Nun zu meiner eigentlichen Beichte. Als ich letzten Samstag auf der Geburtstagsfeier meines Onkels war, waren da auch die tollen Freunde, die mein Leben mit ihren geistreichen Kommentaren bereichern.

Wir saßen alle am gedeckten Tisch, alle unterhielten sich und meine Cousine malte ein Bild als plötzlich einer der Freunde anfing, mich auszufragen, der Kerl ging mir auf die Nerven. "Es ist doch nicht normal, dass du nichts mit anderen Menschen anfangen kannst! Vielleicht solltest du mal eine Therapie besuchen?" Nach diesem Kommentar reichte es mir. Kurzerhand nahm ich eine Farbtube meiner Cousine und spritzte ihm die dunkelblaue Farbe auf das weiße Hemd. Danach stand ich auf und ging mit den Worten: "Kein Wunder, dass ich nichts mit anderen Menschen anfangen kann, durch Arschposaunen wie dich habe ich einfach keine Lust auf Gesellschaft!" Ich bereue es, durch meine Kurzschlussreaktion halten mich nun wirklich alle für einen Psychopathen.

Beichthaus.com Beichte #00040152 vom 05.08.2017 um 00:53:49 Uhr in Düsseldorf (23 Kommentare).

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Wie im Gefängnis: Arbeiten für meinen Vater

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Arbeit Familie

Ich kriege langsam einen totalen Hass. Mein Vater lässt mich in fast jeder freien Minute für sich arbeiten für seine Firma. Neben meiner normalen Arbeit. Obwohl ich keine freien Tage mehr habe, verdiene ich kaum etwas, da die normale Arbeit nicht gut bezahlt ist und ich kaum was von meinem Vater bekomme.

Er erlaubt mir zwar, zum Sport zu gehen, aber danach arbeite ich sofort weiter. Mittlerweile liegt er mir immer in den Ohren; ich soll mir doch eine Freundin suchen und macht sich immer lustig, weil ich nie eine Freundin habe. Der Kerl ist doch auf Stoff. Wann sollte ich Zeit haben für sowas? Ich bin zwar über 18, er hat aber immer die Leier, die Firma bräuchte mich und sonst hätte er bei Krankheit Probleme, dann muss ich ihn vertreten. Ich hasse langsam alles immer mehr. Ich kann zwar kurz das Haus verlassen, bin aber wie ein Gefängnisinsasse. Ich kann nirgends hin, kann nicht nachts wegbleiben wegen der Arbeit, und bin wie ein Gefangener.

Beichthaus.com Beichte #00040145 vom 02.08.2017 um 19:53:13 Uhr (9 Kommentare).

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