Vom LKW geköpft

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Feigheit Auto & Co.

Seit beinahe zwanzig Jahren habe ich meinen Führerschein. Fast täglich sitze ich hinter dem Steuer und fahre bei jedem Wetter, egal ob geschlossene Schneedecke bei -20°C, Glatteis, Starkregen oder brüllende Hitze. Autobahn oder unbefestigter Waldweg - das ist mir auch egal. Und die letzten fünf Jahre in Köln haben mich auch gegenüber total bescheuerten Verkehrsteilnehmern abgehärtet. Aber in einer bestimmten Situation fühle ich mich immer sehr unwohl. Und zwar, wenn ich an einem stehenden LKW mit geöffneter, angehobener Ladebordwand vorbei muss. Ich gehe dann immer vom Gas und ziehe ein Stück zur Straßenmitte rüber, auch wenn eigentlich kaum Platz ist. Manchmal halte ich sogar an, lasse den Gegenverkehr vorbei und fahre dann ganz langsam weiter.

Als Koch, der manchmal umfangreiche Lieferungen bekommt, weiß ich, dass diese Dinger enorm praktisch und unverzichtbar sind. Aber immer wenn ich mit meinem Auto auf so eine große, stumpfe Klinge genau in Halshöhe zufahre, wird mir ganz anders. Ich habe dann oft eine Horrorvorstellung, dass ich durch einen dummen Unfall genau in diese Ladebordwand fahre und von ihr geköpft werde. Ich hoffe, dass ihr mir diese irrationale Vorstellung aufgrund derer ich manchmal den Verkehr aufhalte, verzeihen könnt.

Beichthaus.com Beichte #00039391 vom 23.02.2017 um 23:13:23 Uhr (6 Kommentare)

Karneval in Köln

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Hass Aggression Trunksucht Gesellschaft

Ich, ein gebürtiger Westerwälder, lebe in einem Wohndorf vor Köln. Dort ist es die meiste Zeit sehr ruhig, ja sogar beschaulich, Kinder fahren auf der Straße Fahrrad und zwei Nachbarn halten eigene Hühner. Doch leider ist ja ein Mal im Jahr Karneval, was bedeutet, dass man sich ein achwielustiges Kostüm anzieht und sich entweder in einen stickigen Saal setzt, um auf Kommando über Witze zu lachen, die in den Sechzigerjahren mal aktuell waren - oder sich an eine zugige Straße stellt, um mit billigen Süßigkeiten (Kamelle) beworfen zu werden. Bei der Kölner Jugend ist eine Art Karnevals-Disco üblich, bei der man besagte Kostüme trägt und überlaute kölsche Musik hört. Unglücklicherweise befindet sich in der direkten Nachbarschaft ein Gelände, auf dem jedes Jahr ein Zelt für mehrere Veranstaltungen dieser Art aufgebaut wird. Da es sich um eine Brauchtums-Veranstaltung (!) für die Jugend handelt, ist um Punkt Mitternacht Schluss. Dann geht der Stress für mich erst richtig los, denn nach kurzer Zeit torkeln die Ersten unter meinem Schlafzimmerfenster vorbei.

Dummerweise steht auch noch die erste Straßenlampe in unmittelbarer Nähe meines Fensters. Diese dient als Sammelpunkt für verstreute Gruppen, die Wartenden schreien in ihre Smartphones, rauchen, saufen und werfen ihre Kippen und leeren Flaschen auf die Straße. Wenn der Rest ankommt, wird dieser lautstark begrüßt, dann wird in derselben Lautstärke diskutiert, wie es denn weitergehen soll. Meist wird sich dafür entschieden, zur nicht weit entfernten Bushaltestelle weiterzugehen. Diese Bushaltestelle ist im Übrigen der Grund für den ganzen Ärger, denn sie ist die nächste in der Umgebung des Veranstaltungsgeländes. Die einzige funktionierende Methode zur Vertreibung dieser Gestalten ist es eine lichtstarke LED-Taschenlampe zu nehmen und ihnen direkt ins Gesicht zu leuchten - bei Gruppen suche ich mir dafür den Lautesten aus. Mein eigentliches Geständnis aber ist, dass ich rabiatere Abwehrmaßnamen plane. Seit Jahren habe ich vor an einer geeigneten Stelle Stolperdrähte zu spannen, damit diese Idioten sich auf die Fresse legen. Nur mein gesunder Menschenverstand hält mich noch davon ab.

Beichthaus.com Beichte #00039330 vom 09.02.2017 um 23:59:33 Uhr (17 Kommentare)

Mein genialer Taschentuch-Ersatz

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Faulheit Trägheit Ekel Köln

Beinahe jeden Morgen ziehe ich mein altes Unterhemd aus, hole tief Luft und benutze es als Taschentuch-Ersatz. Dann betrachte ich das Ergebnis und hänge es zum Trocknen über den Rand des Wäschekorbs. Abends werfe ich es dann komplett in den Wäschekorb. Nach der Kochwäsche sind die Unterhemden dann wieder alle schön sauber.

Beichthaus.com Beichte #00039312 vom 05.02.2017 um 01:42:30 Uhr in 50765 Köln (12 Kommentare)

Ich hasse Menthol

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Ekel Gesundheit Köln

Für mich gibt es nichts ekelhafteres als den Geschmack von Minze. Was andere Menschen als erfrischend empfinden, löst bei mir Brechreiz aus. Aus diesem Grund habe ich mir als Jugendlicher von circa 1995 bis 1999 nicht die Zähne geputzt. Erst als ich eine Zahnpasta ohne Menthol entdeckte, habe ich wieder damit angefangen. Dafür, dass diese Zahnpasta kein Methol enthält ist ihr Preis mit über 2,50 Euro ziemlich happig.

Besondes im Winter bereitet mir meine Abneigung Probleme: Manche Menschen schmieren sich mit derart viel Methol ein, dass ich ein bis zwei Meter Abstand zu ihnen halten muss, um noch Luft zu bekommen. Eine COPD habe ich nämlich auch noch. Außer mit Zahnpasta habe ich auch noch mit vielen anderen Kosmetikprodukten Probleme. Einmal habe ich meinen Eltern sechs Flaschen Duschgel aufgenötigt weil dieses unerwarteterweise Menthol enthielt. Eine Flasche davon steht noch heute im Gästebad. Ein anderes Mal habe ich eine neue Zahnbürste direkt nach dem Auspacken weggeworfen weil diese mit Menthol imprägniert war.

Beichthaus.com Beichte #00039279 vom 29.01.2017 um 00:23:06 Uhr in Köln (Greesberger Strasse) (12 Kommentare)

Klo-Reise durch Europa

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Fetisch Neugier Ekel Wuppertal

Ich denke, dass ich (m/25) einen kleinen Fetisch entwickelt habe. Vielleicht ist es in manchen Augen gar keiner, aber ich fühle mich in meinem Freundeskreis ziemlich speziell damit. Alles begann vor etwa drei Jahren, als ich nach einer Woche Malle richtige Magenprobleme hatte. Als wir wieder gelandet sind, verbrachte ich den ganzen Tag im stillen Örtchen, aber abends musste ich zwangsweise wieder raus. Wir waren verabredet - in einer Schlagerdisco in Köln, die nicht gerade für ihre Sanitäreinrichtung bekannt ist. Dort dachte ich mir, ich gehe besser direkt zu Beginn des abends, wo die Putzfrau noch frisch sauber gemacht hat. Gesagt, getan. Das Ganze hielt bei der billigen Freibierplörre gerade mal eine Stunde. Der stündliche Rhythmus stellte sich ein und der Ekel war zu Beginn ein ständiger Begleiter, aber ab der dritten Stunde war es mir egal und ab der vierten Stunde habe ich nur noch teilweise Erinnerungen.

Was danach folgte, war ein wahrer Eurotrip durch die WC-Einrichtungen. Mein Highlight ist das Mitarbeiter-WC einer kleinen Eisdiele in Kroatien - die armen Menschen dachten bestimmt, ich muss nur klein, als ich gefragt habe. Seitdem habe ich keine Möglichkeit ausgelassen, um einen Teil von mir dazulassen. Es ist sogar so weit gekommen, dass ich Stecknadeln in meinem Handy gesetzt habe. Meine engsten Freunde wissen davon und haben sich nach anfänglichem Gespött damit abgefunden. Manch einer beneidet mich, dass ich keine Scheu habe mein Geschäft ohne Skrupel auswärts zu verrichten. Für die Hygienefanatiker: Ich baue mir zu 99 % immer einen Thron aus Toilettenpapier. Diese Beichte schreibe ich natürlich von der Toilette in der Bib. Irgendwie habe ich heute wieder Magenprobleme. Ich bitte hiermit um Absolution dafür, dass ich manch einem ziemlich hohe Toilettenpapier-Kosten verursache. Die armen Putzfrauen müssen übrigens nicht darunter leiden!

Beichthaus.com Beichte #00039193 vom 09.01.2017 um 19:18:54 Uhr in Wuppertal (6 Kommentare)


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