Nimm doch das Geld vom Arbeitsamt!

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Neugier Peinlichkeit Kinder Geld Freiamt

Motiviert von einer Beichte, die hier kürzlich veröffentlicht wurde, möchte ich eine ähnliche Begebenheit beichten. Geschehen ist das Ganze im örtlichen Discounter. Meine Mutter, sie arbeitete bei der "Agentur für Arbeit" war mit mir, ich war damals etwa vier Jahre alt, einkaufen. Nachdem der Wagen voll war und wir an der Kasse standen, fragte ich meine Mutter neugierig, wie wir die ganzen Waren bezahlen sollten. Zur Antwort bekam ich dann, ganz kindgerecht, dass ich mir darum keine Sorgen machen sollte. Ich überlegte und überlegte, bis mir auf einmal die glorreiche Idee kam, die ich meiner Mutter natürlich nicht vorenthalten konnte. Mitten in der Schlange fragte ich sie also lauthals „Warum nimmst du nicht einfach das Geld vom Arbeitsamt?“ Wie peinlich das für sie war, und welche Blicke sie kassiert hat, könnt ihr euch mit Sicherheit vorstellen, denn damals war die Akzeptanz in der Gesellschaft gegenüber Sozialhilfeempfängern längst nicht so ausgeprägt wie heute. Ich beichte also, dass ich meine Mutter mitten im Supermarkt-Geschehen heftig blamiert habe. Heute lachen wir darüber.

Beichthaus.com Beichte #00031736 vom 13.08.2013 um 03:38:06 Uhr in Freiamt (14 Kommentare).

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Mit dem Besen in die Urne

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Verzweiflung Engherzigkeit Tod Kinder Marktheidenfeld

Ich (w) beichte, dass ich etwas Schreckliches zu meinem Kind gesagt habe. Vor einigen Jahren starb mein Mann nach einem harten und langen Kampf gegen den Krebs. Mein Sohn war damals 15 Jahre alt und meine Tochter sechs. Mein Mann und ich diskutierten lange darüber, wie er beerdigt werden sollte. Ich konnte ihm die Verstreuung, um unserer Kinder willen, gerade noch ausreden, aber er wollte unbedingt verbrannt werden. Dann starb er und der Tag der Beerdigung kam. Meine kleine Tochter schwieg und starrte unentwegt auf die kleine Urne, in der sich die Asche befand. Ich war nach vier Tagen voller Trauer ganz ausgebrannt und abgestumpft. Nach einer Weile zupfte die Kleine an meinem Ärmel und fragte ganz leise: "Wo ist denn Papa?" Meine Antwort, dass Papa in der Urne sei, schien sie zu verwundern, denn sie fragte mich, wie er denn dort hineinpassen würde. Aus der Sicht des Kindes vermutlich eine logische Frage, immerhin war er ja knapp 1.90 m groß. Ich weiß nicht, was mich zu der Antwort "Mit einem Besen und einer Schaufel" getrieben hat, aber es tut mir inzwischen unendlich leid, so etwas zu meiner Tochter gesagt zu habe. Sie hat mich ganz komisch und verwirrt angeschaut, hat aber den Rest des Tages kaum ein Wort gesagt. Heute meint sie, dass sie sich nicht daran erinnern kann, was damals passiert ist, aber das macht es leider nicht ungeschehen.

Beichthaus.com Beichte #00031731 vom 12.08.2013 um 11:36:18 Uhr in Marktheidenfeld (16 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Die verheimlichte Schramme

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Feigheit Lügen Auto & Co. Familie

Ich beichte, dass ich unbeabsichtigt einen kleinen Autounfall mit dem Auto meiner Großeltern hatte und es verschwiegen habe. Ich hatte ganz frisch den Führerschein und habe mir das Auto geliehen, um kurz zur Videothek zu fahren. Mit der Gangschaltung hatte ich ziemliche Probleme und habe es deshalb öfter abgewürgt. Ich hätte merken sollen, dass ich mit dem Auto nicht klarkomme. Als ich wieder parken wollte, habe ich mich total im Abstand verschätzt und touchierte eine Wand ganz knapp. Ich war voll geschockt und habe sofort nachgesehen. Vorne am Auto an diesem Plastik-Teil waren ein paar Schrammen zu sehen. Ich hatte so Angst das zu beichten, dass ich es gelassen habe, in der Hoffnung, dass es nie rauskommt. Eine Weile später hat mich meine Oma dann darauf angesprochen, dass sie Kratzer entdeckt hätten und ob mir das passiert wäre. Sie hätten mich sicher nicht geköpft, aber ich habe mich nicht getraut, es zuzugeben, weil ich ja tagelang nichts gesagt hatte.
Ich fühle mich auch heute noch schlecht deswegen.

Beichthaus.com Beichte #00031716 vom 08.08.2013 um 15:11:06 Uhr (17 Kommentare).

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Ihr schreckliches Geheimnis

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Morallosigkeit Verzweiflung Lügen Verrat Innsbruck

Vor einigen Monaten hat mir meine Ex-Freundin anvertraut, dass sie keine schöne Kindheit hatte. Sie redete gut zwei Stunden und musste immer wieder pausieren. Da es Nacht war und wir beim Spazieren waren, habe ich erst später gemerkt, wie sehr ihr dies zusetzte und wie ihr die Tränen die Wangen runterliefen. Sie sagte mir von Anfang an, dass ich (w/23) es keinem erzählen darf und nach dem Gespräch war mir auch klar, warum. Natürlich versuchte ich, ihr schreckliches Geheimnis für mich zu behalten. Doch da ich mit der Situation total überfordert war und am nächsten Tag sogar einen Nervenzusammenbruch deswegen bekam, beschloss ich, mich einer Person anzuvertrauen: meiner Therapeutin, die ich ursprünglich wegen gesundheitlicher Probleme aufsuchte. Ich musste für die erste Zeit sogar Beruhigungstropfen nehmen, weil ich das Gesagte nicht aus meinem Kopf bekam. Es beschäftigte mich noch wochenlang und auch heute noch. Da ich immer und immer wieder von den schrecklichen Bildern heimgesucht wurde, und meine Therapeutin nicht erreichbar war, habe ich Rat bei meiner Mutter gesucht - und ihr einiges von dem Gehörten erzählt. Doch auch nach diesem Gespräch ging es mir nicht besser.


Ich bin nicht stolz drauf und es tut mir auch wahnsinnig leid, aber ich wusste mir nicht zu helfen. Es fraß mich auf, ich war fertig und hatte furchtbare Bilder im Kopf, also redete ich noch mit meiner besten Freundin darüber. Keinen der drei erwähnten Personen erzählte ich alles, sondern nur die Grundrisse, damit sie mich verstehen und mir eventuell helfen konnten. Meine Beichte ist also, dass ich meiner damaligen Freundin und jetzt guten Kollegin versprochen habe, ihr Geheimnis für mich zu behalten und es dennoch drei Personen erzählt habe. Auch wenn es unter diesen Umständen vielleicht nachvollziehbar ist. Es tut mir wirklich leid und ich kann ihr manchmal nicht in die Augen sehen, weil es wirklich ihre Geschichte war und sie mir sie im größten Vertrauen erzählt hat. Aber ich habe es auch nur weitererzählt, weil ich damit nicht umgehen konnte. Ich bitte um Absolution, dass ich in meiner verzwickten Lage gelogen, Vertrauen missbraucht und geredet habe.

Beichthaus.com Beichte #00031713 vom 08.08.2013 um 12:21:57 Uhr in 6020 Innsbruck (Bruneckner Straße) (31 Kommentare).

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Meine Strategie für den Büroalltag

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Faulheit Trägheit Lügen Feigheit Arbeit

Ich (m/25) hocke jetzt seit zwei Monaten jeden Tag während der Arbeitszeit vor dem Rechner und surfe nur sinnlos herum, besonders im Beichthaus. Eigentlich hätte ich etwas zu tun, aber ich werde so grottenschlecht bezahlt, dass mir das egal ist. Honoriert sowieso keiner. Der Trick, nicht erwischt zu werden, ist einfach: Man lasse ein Programm mit vielen Daten im Hintergrund offen, also zum Beispiel eine Excel-Tabelle und switcht, wenn jemand kommt, einfach schnell dahin und tut beschäftigt. Zum Glück habe ich ein Einzelbüro, eigentlich ist es für zwei Leute gedacht, aber meine Ex-Kollegin hat schon den Job gewechselt und ist jetzt Verkäuferin, weil sie dort mehr verdient.


Meine Beichte ist, dass ich anfangs so dumm und bescheuert war, zu glauben, dass die eigene Arbeit wichtig ist. Aber nein, dem Chef ist man egal, die Bezahlung ist unterirdisch und bei Fehltritten ist man sofort der Arsch, wenn es gut läuft, dann wird man ignoriert oder andere holen sich die Lorbeeren. Also mache ich keinen Finger mehr krumm, surfe herum und mache immer ausgedehnte Pausen, wobei ich dann, wenn jemand fragt, angebe, denn Programm X muss noch die Daten Y verarbeiten. Dabei habe ich mir extra eine Datei mit ausgedachtem Ladebildschirm programmiert, welche bis zu zwei Stunden imaginäre Abläufe durchgeht. Wenn wer fragt, sage ich, dass ich furchtbar viel zu tun habe und noch dieses oder jenes mache, dabei lasse ich mich hier richtig gehen. Ich hasse diese Bagage und habe schon ab und zu erschreckende Gedanken: Das Gebäude abfackeln, die Kreditkarte des Chefs entwenden, über den Parkplatz schlendern und dem Auto dieses gut verdienenden Sesselfurzers eine schöne neue Gravur mit einem Schlüssel oder einem Eispickel verpassen. - Oder ganz einfach in sein Großraumbüro zu gehen, die Einrichtung zu zertrümmern und ihm unter brennenden Ohrfeigen meine Kündigung ins Ohr schreien. Warum ich das nicht mache? Weil ich ein verdammter Feigling bin. Und warum ich nicht einfach kündige? Ich habe schon daran gedacht, aber meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind ziemlich schlecht. Und Hartz-IV will ich nicht. Nein - nicht aus moralischen Gründen, damit könnte ich gut leben und würde sogar mehr Geld bekommen als jetzt. Ich mache es nur nicht, weil ich stinkefaul geworden bin und keinen Bock habe, jedes Mal zum Amt zu rennen und diese Anträge auszufüllen. Oh scheiße, wenn ich das alles nochmal lese dann frage ich mich, wohin der ambitionierte, weltoffene und freundliche junge Mann verschwunden ist, der ich vor gefühlten Jahrzehnten mal war.

Beichthaus.com Beichte #00031711 vom 08.08.2013 um 11:03:44 Uhr (28 Kommentare).

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