Geruchskampf in der Küche

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Verzweiflung Zorn Rache Studentenleben Ernährung Hamburg

Mein derzeitiger Wohnort ist ein Studentenwohnheim und ich habe zwei Mitbewohnerinnen. Die eine ist sehr sauber und darum geht es auch nicht. Die andere ist vor knapp drei Monaten direkt neben mir eingezogen. Ich selbst (m/26) bin aus Respekt vor den anderen relativ sauber, was die Küche angeht: Spüle zu 99 Prozent mein Geschirr sofort, räume es ein und lasse auch Töpfe und Ähnliches, in denen noch etwas Essbares ist, nicht im Weg rumstehen und mache den Deckel drauf, damit nicht alle meine Kreation riechen müssen. Naja, kommen wir zur Sache: Nachdem sie sich etwas eingelebt hatte, fing alles mit Kleinigkeiten an, der Teller hier oder der Topf da wurden ungespült über Tage rumstehen gelassen. Nun gut, dachte ich, vielleicht hat sie Stress beim Lernen oder so.


Aber weit gefehlt - mittlerweile habe ich festgestellt, dass sie trotz Semesterferien immer unordentlicher wurde. Es geht so weit, dass die ganze Spüle voll Dreckgeschirr zugestellt und der Abfluss voller Gemüsereste ist. Und alle Herdplatten sind tagelang zugestellt und versifft. Auch die restlichen Bereiche der Küchenzeile bzw. der Arbeitsplatte sowie der Esstisch sind anscheinend alleine Ablage für ihr benutztes Zeugs. Von Anfang an wollte sie aus vermeintlichem Ekel nur ihre eigenen Küchensachen benutzen. Ihre Sache. Umso dreister ist es, dass aber unsere Schwämme plötzlich nach ihrem viel zu späten Spülgang in ihrem "übersehenen Restsiff rumliegen (z.B Zwiebeln im Auffangsieb). Wegmachen ist ja nicht nötig. Zudem belegt sie 3/4 des Kühlschrankes und findet anscheinend unsere Gerüche nach dem Kochen ekelhaft. Dabei kochen wir relativ harmlos duftendes Zeug - also keinen Fisch in Knoblauch-Zwiebel-Kruste auf Harzer Rolle überbacken. Natürlich mache ich nach dem Kochen das Fenster auf Kippe auf, aber das reicht ja nicht - demonstrativ öffnet sie mit angeekeltem Gesicht das Fenster komplett. Ihre Sache.


Aber selbst kocht sie vergleichsweise "Stinkbomben": massig orientalische Gewürze, Knoblauchwurst und all das, was wirklich intensiv riecht. Das Fenster bleibt geschlossen und wird auch von ihr wieder verschlossen, nachdem man was gegen den Geruch tun wollte. Nach mehrmaligem dezenten Ansprechen für zwei Tage Besserung, danach die alte Situation. Ich beichte, dass ich einfach keine Lust habe, schon wieder mit ihr darüber zu sprechen, weil ich sie von ihrem Wesen so einschätze, dass sie das nicht so richtig versteht, nach dem Motto: "Ich mache doch alles korrekt, was will der Typ?" Stattdessen, wenn mir innerlich der Kragen platzt, übertreibe ich es manchmal aus Rache: Ich brate zehn Knoblauchzehen, Zwiebeln und dünste andere "Stinker" und lasse alles verdreckt liegen, sodass sie mit meinen Sachen konfrontiert wird. Nach zwei Tagen bereinige ich mein Vergehen frustriert, da null Besserung eingetreten ist. Ich beichte, dass ich mich nicht überwinden kann, bei so einer banalen Sache auf die Kacke zu hauen und stattdessen auf dem Niveau eines Fünftklässlers reagiere und dies sonst nicht meine Art ist.

Beichthaus.com Beichte #00035282 vom 20.03.2015 um 15:01:33 Uhr in 22415 Hamburg (Krohnstieg) (10 Kommentare).

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Schicksalsbegegnung im Zug

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Lügen Liebe Bahn & Co.

Ich (w/26) habe einem lieben und netten Mann böse das Herz gebrochen und ihn auch noch belogen, allerdings um es nicht noch schlimmer zu machen. Da ich eine Art Sozialphobie habe, lerne ich neue Menschen fast ausschließlich im Internet kennen. So auch diesen Mann. Er ist zwar 10 Jahre älter, lieb, verständnisvoll, sieht auch auf seine Art gut aus. Er wohnt von mir sieben Stunden mit dem Zug entfernt. Nach vielen Enttäuschungen wagt er es aber nicht mehr, zu einer Frau zu fahren, sondern möchte sich bei ihm oder wenigstens in seiner Heimatstadt treffen, was ich, nachdem er mir einiges erzählt hat, auch nachvollziehen konnte. Ich mochte ihn bald sehr und konnte mir durchaus vorstellen, trotz der Entfernung, mit ihm zusammenzukommen, ein Kribbeln im Bauch war definitiv da.

Jedenfalls hat er mich nach sechs Wochen des Schreibens, Telefonierens und Skypens so weit, dass ich, mit einem leichten Beruhigungsmittel ausgestattet, im Zug zu ihm saß. Eine Station weiter stieg ein junger Mann ein und setzte sich mir gegenüber in meinen Vierer. Anfangs beachtete ich ihn gar nicht, doch irgendwann sprach er mich an, ob es mich stören würde, wenn er seine Füße auf seine Tasche auf dem Sitz neben mir legen würde, er sei im Job viel gelaufen und sie täten etwas weh. Da sah ich ihn an und es machte ZOOOM! Ich hatte schon viel über Liebe auf den ersten Blick gelesen, es aber für Unsinn abgetan. Mein Herz schlug bis zum Hals, ich starrte ihn mit großen Augen an und stotterte ein Ja heraus. Ich hätte zu allem JA gesagt! Und zu meinem Erstaunen ging es ihm genauso. Wir unterhielten uns angeregt und stellten fest, dass wir in vielen Dingen einen ähnlichen Geschmack hatten und uns andere Dinge gegenseitig näher bringen konnten, die wir noch nicht kannten.

Um es kurz zu machen, ich fuhr an diesem Wochenende zwar zu meinem neuen Freund, aber es war nicht der Mann aus dem Internet. Mein Zugbegleiter war der perfekte Gentleman und fasste mich erst am Sonntagmorgen intim an, als ich ihn darum bat, mit mir zu schlafen. Meine Ängste vor Fremden waren wie weggeblasen, nach wenigen Stunden in dem Zug kannte ich ihn besser als jeden anderen Menschen in meinem Leben. Ja, ich weiß, es war ein Risiko, aber er bot mir auch an, ein Hotelzimmer für mich zu bezahlen und seinen Ausweis am Empfang vorzuzeigen, da fasste ich sofort Vertrauen zu ihm. Er war knallrot, als ich sagte, ich ginge mit zu ihm, und sagte er würde mir sein Bett geben und auf der Couch schlafen. Selbst heute, nach zwei Jahren, ist es immer noch so schön mit ihm, wie am ersten Tag, seit drei Monaten leben wir zusammen, und es ist einfach nur meine Traumbeziehung mit meinem Traummann. Ich zog zu ihm in dieselbe Stadt, in der auch meine Internetbekanntschaft lebte.

Dem anderen Mann habe ich damals jedoch erzählt, dass in dem Zug wohl das Noro-Virus herumgegangen wäre und ich zu seiner Sicherheit mit einem Mietwagen von der Hälfte der Strecke wieder nach Hause gefahren wäre. Ich wusste, dass er sehr anfällig dafür ist, weil er als Altenpflegehelfer arbeitet und es einmal jährlich mindestens bekommt. Zum Glück wohnt er in einem anderen Stadtteil. Auch wenn ich mir relativ sicher bin, dass er uns vor einigen Wochen mal zusammen in der Innenstadt gesehen hat, da er als er an mir vorbeilief, die Stirn runzelte und mir einen seltsamen Blick zuwarf, aber er sagte nichts. Er hat seit einem Jahr eine Freundin und ich gönne es ihm, denn ich war ja die Böse, die den Kontakt abbrach, nachdem ich um das zu rechtfertigen, einen Streit vom Zaun brach, aber ich wusste nicht, wie ich es ihm sagen sollte, ohne dass er sich zurückgesetzt und verarscht gefühlt hätte.

Beichthaus.com Beichte #00035281 vom 20.03.2015 um 14:32:33 Uhr (12 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Der Pascha, der unsere Freundschaft zerstörte

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Zorn Hass WG

Vor mehreren Jahren bin ich mit meiner damals besten Freundin in unsere erste eigene Wohnung gezogen. Wir kannten uns seit Jahren, ich hatte einige Zeit bei ihr und ihrer Mutter gelebt und wir waren wie Schwestern. Nun begab es sich, dass besagte Freundin eine Affäre […]
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Beichthaus.com Beichte #00035279 vom 19.03.2015 um 21:06:29 Uhr (21 Kommentare).

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Betrunken in Frankreich

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Trunksucht Schamlosigkeit Neugier Ekel Last Night

Ich bin gerade in einem Erasmusaufenthalt in Frankreich und wohne gezwungenermaßen in einem hiesigen Studentenwohnheim. Wie das als Ausländer - und vor allem als Erasmusstudent so ist, ist man quasi dazu verpflichtet, jede Festlichkeit, die sich bietet, mitzunehmen und natürlich auch das eine oder andere Bierchen zu naschen. Man hat ja als Deutscher die Bierkultur hochzuhalten, hört sich vielleicht komisch an, aber sobald man sich im Ausland bewegt, ertappt man sich des Öfteren, dass man sich auf dieses Stereotyp der unerreichten deutschen Braukunst beruft. Wie dem auch sei - zugetragen hat sich Folgendes: Der Zenit der Campusparty war längst überschritten und ich hatte demnach Unmengen von alkoholischen Leckereien inhaliert, wiedergefunden habe ich mich auf einer kurzen Afterhour im besagten Wohnheim. Wie das wohnheimtypisch so ist, ähnelt ein jedes Stockwerk exakt dem Anderen. Ich muss mich in der siebten Etage befunden haben, als mich der langsam anbahnende und immer stärker werdende Stuhldrang forcierte, mein eigenes Schlafgemach schnell aufzusuchen, eine Stange Lehm aus den Lenden zu pressen und in der Wonne meiner durchgelegenen Matratze in den Schlaf zu gleiten.


Praktisch, dachte ich mir beim Verlassen der Afterparty - der Flur ist ja meiner, 20 Meter dann links und dann bin ich ja schon da. Nur blöd, dass ich vergessen hatte, die vier Etagen zu meinem Reich runterzugehen. Mein Türäquivalent war offen und ich trat ein. Zuerst bemerkte ich nicht, dass ich mich nicht in meiner Wohnung befand, erst als ich mich auf dem Keramikthron platzierte, hemmungslos entspannte und mich vollkommen dem befreienden Gefühl der Erleichterung hingab. Mein Blick schweifte umher und ich erkannte zwangsläufig an Duschgel, Postern und Handtüchern, dass ich mich nicht bei mir befand. Nach vollendetem Geschäft erklärte ich die Toilette umgehend für Lebewesen mit funktionierendem Geruchsepithel als Sperrzone - für die kommenden drei Jahre. Eigentlich wollte ich mich schnellstmöglich auf den Heimweg machen, doch beim Verlassen der Toilettenräumlichkeit ergriff mich ein starker und unnachgiebiger Drang der Neugier, wer denn hier wohnt. Ich trat ein und eine ganz passable Brünette lag schlafend im Bett.


Ich fasste das nicht erschallende "raus hier" als Einladung, mich im Zimmer und Küche umzusehen, netterweise waren noch Crêpes da und ich snackte erst einmal gefühlte 37 der bretonischen Eierkuchen und bediente mich am Saftarsenal aus dem Kühlschrank, bis ich dann beschloss, schlafen zu gehen. Neben der Französin. Was das dann am nächsten Morgen für verstörende Blicke ihrerseits hervorgerufen hatte, könnt ihr euch sicher denken, mittlerweile ist einige Zeit vergangen und ich besuche diese Madame des Öfteren, man konzentriert sich dabei aber nicht auf Crêpes essen, so viel sei gesagt. Ich bereue, dass ich mit meinem unmoralischen Verhalten noch auf einen grünen Zweig gestoßen bin, und meine nächtliche Unverschämtheit noch erfolgreich war. Meiner Meinung nach sollte keine Tat folgenlos bleiben.

Beichthaus.com Beichte #00035274 vom 18.03.2015 um 23:13:10 Uhr (10 Kommentare).

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Der Gerichtsvollzieher bei den Nachbarn

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Engherzigkeit Rache Hochmut Nachbarn Cottbus

In unserem Haus ist es sehr friedlich, ich habe ein gutes oder neutrales Verhältnis zu unseren Nachbarn. Bis vor zwei Monaten. Unter mir zog ein Pärchen ein, sie vermutlich Studentin, er den ganzen Tag zu Hause. Und rund um die Uhr läuft Techno in einer asozialen Lautstärke, teils auch sonntags. Da ich schichttechnisch mal morgens, oder spät abends anfange, bekomme ich die Lautstärke somit immer mit. Nachdem ich das nun einige Tage mitbekommen habe, klopfte ich an deren Tür, um meine Situation mitzuteilen. Empfangen wurde ich von einem stark angetrunkenen Russen, Mitte zwanzig, der mich lallend mit gebrochenem Deutsch anblaffte, ich solle doch meine Fresse halten und ihn in Ruhe lassen. Selbst mehrere Anrufe bei der Hausverwaltung blieben erfolglos. Dann kam das Karma: An meiner Türe läutete es. Vor mir stand ein Gerichtsvollzieher, der mir einen Bescheid über eine fast vierstellige Summe unter die Nase hielt. Nach einem kurzen Schock sah ich auf den Namen und stellte fest, dass sich der Herr geirrt hatte. Die Freundin meines lieben Nachbarn trägt den gleichen Nachnamen wie ich. Wie praktisch. Ich verwies ihn auf den Irrtum und versicherte ihm, beim Nachbarn ist sicher jemand zu Hause, es läuft schließlich Musik. So zog der Herr von der Behörde ein Stockwerk weiter und ich ließ meine Türe offen, um mit Genuss das nun folgende Drama mitzuhören.


Zwei Tage später ging ich nach Hause, und siehe da, ein Umzugslaster stand vor unserem Haus und einige Möbelpacker räumten gerade die Wohnung meines Nachbarn aus. Meine Beichte: ich holte einen Klappstuhl aus dem Keller, öffnete eine Flasche Bier und setzte mich demonstrativ mit breitem Grinsen neben die Haustür. Mir tut seine Freundin etwas leid, da sie scheinbar auf einem Berg Schulden saß, vermutlich um seine Playstation und seinen Alkohol zu finanzieren. Aber wenn man sich auf so einen Versager einlässt...

Beichthaus.com Beichte #00035270 vom 17.03.2015 um 18:55:41 Uhr in Cottbus (11 Kommentare).

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