Die Online-Sekte und die Einhornfabrik

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Engherzigkeit Morallosigkeit Falschheit Dummheit Internet

Ich beichte hiermit, dass ich mich vor über einem Jahr in einem Onlineforum angemeldet habe, das schon fast eine Sekte ist. Die Leute dort sind streng gläubig und in dem Forum geht es hauptsächlich um die Deutung von Träumen, Prophezeiungen und allgemein herrscht dort so eine Weltuntergangsstimmung, dass man es gar nicht glauben kann. Verschwörungstheorien sind natürlich auch immer gern gesehen. Die Leute sind total paranoid und springen da natürlich drauf an. Kleines Beispiel: Als das Flugzeug über der Ukraine abgeschossen wurde, haben sie sich sofort daran gemacht, alle möglichen Quersummen (Koordinaten, Anzahl der Opfer, Flugnummer, Start und Zielflughafen (1=A, 2=B) und so weiter) zusammenzuzählen, bis das Datum des Abschusses herauskam. Dazu werden noch diverse Bibelzitate missbraucht, um zu beweisen, dass das alles so geplant war. Jedoch sind sie nicht in der Lage, auch nur ansatzweise oder tendenziell wahre Vorhersagen für die Zukunft zu machen. Diese Leute sind also sehr empfänglich für allen nur erdenklichen Bullshit.


So weit zu den Rahmenbedingungen. Aber wo ist jetzt die Beichte? An den ganzen Scheiß glaube ich natürlich nicht und eine Kirche habe ich schon ewig nicht mehr von innen gesehen. Ich mache mir einen Spaß daraus, die Leute aufs Korn zu nehmen. Ich bin recht aktiv und schreibe regelmäßig den verrücktesten Blödsinn. Meistens schreibe ich von meinen "Träumen" und habe mir schon durchaus einen Namen damit gemacht. Mein Favorit bisher ist meine "Einhornfabrik". Ich habe einen "Traum" beschrieben, in dem ich in einer Einhornfabrik war. Dort wurden in riesigen Hallen Einhörner auf Fließbänder produziert bzw. zusammengeschraubt. Das habe ich total breitgetreten, jedoch habe ich bewusst Lücken gelassen. Das Horn wird beispielsweise in die Schädeldecke geschraubt, jedoch war es aus einem Material, das ich noch nie gesehen hatte. Ich war dann zwei Tage lang nicht mehr online und habe nicht schlecht geschaut: In meiner Abwesenheit wurden drei Seiten vollgeschrieben, teilweise mit ellenlangen Texten. Mein Traum wurde so gedeutet, dass sich die Industrie die Rechte über die Tiere und Pflanzen einverleibt und diese nicht mehr "biologisch korrekt gezeugt werden", sondern eben im Labor herangezüchtet werden. Das Fließband symbolisiert, dass das in sehr großem Umfang passiert. Ein Einhorn habe ich deswegen gesehen, weil ganz neue Designertiere gezüchtet werden und das Gewinde in der Schädeldecke soll mir zeigen, dass wir Menschen immer mehr zu Robotern werden.


Ich könnte hier ganze Romane schreiben, ich sterbe jedes Mal aufs Neue vor Lachen, wenn Leute auf meine heiße Luft anspringen und mich als einen besonderen Menschen ansehen, da ich mir so viel von meinen Träumen merken kann und das für unsere Zukunft sehr wichtig ist. Ich bereue es, dass ich mich auf Kosten verwirrter, paranoider und gesellschaftlich abgeschotteter Menschen belustige. Andererseits denke ich mir auch, dass die Leute besser Stunden damit verbringen sollen, auf meinen Blödsinn einzugehen - denn dann sind sie beschäftigt und stellen sonst keinen gefährlichen Mist an. Aber ich kann beim besten Willen nicht damit aufhören. Es ist immer wieder urkomisch, jedoch tun mir diese armen Teufel leid, die das ernsthaft zu glauben scheinen.

Beichthaus.com Beichte #00033775 vom 17.08.2014 um 20:51:51 Uhr (15 Kommentare).

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Babysitter mit kleinem Gehalt

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Neid Habgier Geld Studentenleben Garmisch-Partenkirchen

Ich beichte, dass ich als BAföG-Student früher für 5,00 Euro die Stunde gebabysittet habe. Zwei Kinder, meistens zwei Mal in der Woche für 4-6 Stunden, manchmal auch länger. Das waren richtig reiche Leute mit einem so unfassbar riesigen Haus. Es hat mir immer Spaß gemacht, dort zu sein. Ich kam super mit den Kindern klar und hatte beschlossen, dass ich später auch mal so ein geiles Haus will, so bescheuert das jetzt klingt. Als die Kinder an irgendeinem Abend schliefen, bin ich allerdings mal ins hauseigene Büro gegangen. Die Eltern haben am Wochenende von zu Hause aus gearbeitet. Ich habe mir die Akten angeschaut. Da sind mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen, als ich gesehen habe, dass der Vater 7.600 Euro netto hat und die Mutter 2.400 Euro. Und mich speisten sie mit nur 5 Euro die Stunde ab? Das fand ich schon irgendwie fies. Ab diesem Tag hatte ich keine Hemmungen mehr mit zu Abend zu essen. Ich hatte mich sonst nie getraut, diese ganzen arschteuren Lebensmittel aus dem Lafayette in Berlin zu verputzen und den teuren Wein zu trinken. Sie hatten mir mal angeboten, dass ich mir ruhig ein Glas genehmigen darf, wenn es länger dauerte - ich wohnte ja gleich nebenan. Das hätte ich alles eigentlich nicht machen dürfen und am besten wäre gewesen, wenn ich nie gewusst hätte, was die monatlich so verdienen. Vor allem, was die auf den Konten haben - das habe ich bei der Aktenschnüffelei auch gesehen und bin fast übergekippt. Das war nicht in Ordnung von mir.

Beichthaus.com Beichte #00033765 vom 15.08.2014 um 10:55:27 Uhr in Garmisch-Partenkirchen (13 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Das ungewollte Kind

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Verzweiflung Hass Falschheit Familie

Ich (w/21) verfluche meine Mutter. Warum? Folgende Geschichte dazu: Als ich drei Jahre alt war, trennten sich meine Mutter und mein Vater. Ich wohnte als Kleinkind mit meiner Mutter alleine. Sie heiratete dann erneut einen Mann und der Kontakt zwischen meinem Vater […]
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Beichthaus.com Beichte #00033734 vom 08.08.2014 um 09:27:46 Uhr (23 Kommentare).

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Von Spionage und Hundekacke

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Zorn Unreinlichkeit Ekel Tiere

Ich beichte, dass ich nie die Scheiße von meinem Hund aufhebe, weil ich es eklig finde. Ich habe es schon oft probiert und beinahe mitten in der Öffentlichkeit gekotzt. Also habe ich das Ganze nach vielen Versuchen einfach aufgegeben. Ich habe immer darauf geachtet, dass ich an Orte gehe, wo sehr wenig Menschen sind. In der Nähe des Waldes irgendwo an abgelegenen Ecken - und ich habe immer darauf geachtet, dass mein Hund am Waldrand scheißt, oder irgendwo hin, wo es eh niemanden stört, weil das Gras so hoch ist, dass da eh keiner drüber läuft. Doch so, wie es sich in einem kleinen Dorf gehört, muss man ja etwas zum Reden haben und man hat mich deshalb verfolgt - wohl nur ein Mal, aber ich wurde heimlich dabei beobachtet, wie ich die Kacke nicht aufgehoben habe, wie es sich normalerweise gehört. Heute kam eine wutentbrannte Frau auf mich zu, als ich wieder meine große Runde starten wollte, und sagte mir, dass ich nie wieder diese Runde laufen soll, sonst gibt es Ärger. Sie hat mich angemault, und mir zwei Hundetüten in die Hand gedrückt, und nebenbei hat sie erwähnt, dass sie mich verfolgt und mir heimlich hinterherspioniert hat.


Ich habe sie nur böse angeschaut und genervt geantwortet - schließlich kann ich ja keine Szene machen, sonst gibt es ja noch mehr Gesprächsstoff über mich, obwohl ich sie gerne auch angepampt hätte. Ich habe mir dann gleich mal eine andere Route ausgedacht und bin dann einen anderen Weg gegangen, viele Möglichkeiten habe ich ja nicht gerade, weil ich sonst immer nur auf Schnell- oder Landstraßen laufen kann. Ich hasse diese Frau, jetzt kann ich meine Runde nicht mehr laufen und muss jedes Mal aufpassen, dass ich nicht auf der Straße überfahren werde. Ich sehe zwar ein, dass es falsch war, die Scheiße nicht einzusammeln, ich sehe aber nicht ein, dass man mir hinterherspioniert. Und ich frage mich, was schlimmer ist: Ein Stück Scheiße, das irgendwo im hohen Gras liegt, oder wenn ich wegen der Scheiße mitten auf dem Weg kotze? Naja, man kann es sich ja aussuchen. Ich habe einen riesigen Hass auf alle im Ort, sollen sie doch reden, wenn ihr Leben so langweilig ist, dass sie sich mit anderen beschäftigen müssen.

Beichthaus.com Beichte #00033729 vom 07.08.2014 um 17:38:17 Uhr (18 Kommentare).

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“Beichte

Das Auto im Teich

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Faulheit Stolz Ungerechtigkeit Dummheit Auto & Co. Gescher

Ich (m/56) beichte, dass mein Bruder (59) und ich damals echt nur Mist gebaut haben. Damals, als ich 6 Jahre alt war, kam es vor, dass mein Bruder auf mich aufpassen musste, weil unser Vater damals oft beruflich unterwegs war. Er hat uns dann meist kleinere Aufgaben dagelassen. Jedenfalls war unser Vater recht früh alleinerziehend, da unsere Mutter mit einem anderen Typen abgehauen ist. In der Abwesenheit unseres Vaters haben wir seine Aufgaben natürlich recht schnell vergessen. Wir sind lieber mit anderen Kindern durch den Wald gezogen. Und wenn unser Vater dann wieder zu Hause war, hat er auch nichts zu uns gesagt, wenn die Blumen im Garten dann verwelkt waren. Es gab aber auch schlimmere Sachen, an die ich mich jedoch kaum noch erinnere. Jedenfalls wollte er uns, als wir älter waren, auch Verantwortung beibringen, und wie man arbeitet, deswegen mussten wir ihm damals in seiner Schlosserei helfen, was uns auch recht viel Spaß gemacht hat. Einmal gab uns unser Vater die Aufgabe, Holz im Garten zu verbrennen - das haben wir damals schon öfter gemacht. Später sind dann allerdings Freunde von uns zu Besuch gekommen und wir haben das Feuer vergessen. Als es uns dann wieder in den Sinn kam, stand der Apfelbaum schon in Flammen.


Später mussten wir dann in den Ferien jedes Jahr zu unseren Großeltern auf den Bauernhof an die Ostsee fahren. Damals waren mein Bruder und ich etwas Pummeliger und das konnte unsere Oma gar nicht leiden, deswegen mussten wir alles alleine machen und zu Essen gab es auch kaum. Verständlicherweise konnten wir unsere Großeltern daher auch nicht leiden. Unser Opa hatte damals in einer Scheune eine Autosammlung, und eines Tages wollte der B Manta nicht mehr starten. Und so kam es, dass mein Bruder, ein gelernter KFZ-Schlosser, sich dem Problem annahm und ich habe zugeschaut. Mein Bruder hat dann die Zündkerzen als Fehlerursache gefunden, was dazu führte, dass unser Opa uns bei voller Hitze zu Fuß in die Stadt schickte, um die Ersatzteile zu besorgen - und der Weg ist wirklich recht lang, zehn Kilometer sind es bestimmt. Der Weg war eine Qual, aber als wir zurück waren und das Auto wieder lief, waren unsere Großeltern nicht da. Also haben mein Bruder und ich beschlossen, dass wir uns den Manta mal für eine Spritztour "leihen", weil wir dachten, dass wir uns das nach einem harten Tag verdient haben. Später, als wir wieder auf dem Heimweg waren, versenkte mein Bruder den Manta allerdings in einem Teich, das Wasser stand vielleicht bis zu den Knien. Wir bekamen aber Panik und sind zu Fuß zum Haus gelaufen und haben uns Schlafen gelegt.


Am nächsten Morgen kam der Dorfpolizist vorbei, um meinem Opa mitzuteilen, dass sein Auto im Teich steht und dass er es doch rausholen solle. Bevor der Polizist kam, bemerkte unser Opa nichts vom Verschwinden des Autos - aber danach brannte echt die Luft. Wir mussten den Manta mit dem Schlepper aus dem Teich ziehen. Als wir dabei waren, das Auto zu bergen, kam ein Mann aus dem Ort vorbei, der uns dafür lobte, dass wir das Auto versenkt haben. Eigentlich konnte nämlich niemand im Ort unsere Großeltern leiden. Das hatte unter anderem damit zu tun, dass unser Opa bei der Stasi war und unsere Oma immer große Lauschohren hatte. Am Tag der Abreise hieß es dann, dass wir Nichtsnutze sind, genauso wie unser Vater, und seitdem haben wir unsere Großeltern gemieden. Nachdem mein Bruder und ich dann auf einer Party zwei Schwestern kennengelernt haben, die wir dann auch geheiratet haben, sind wir auch echt ruhiger geworden. Dann hatten wir auch keine Lust mehr, irgendwelchen Mist zu machen und irgendwann waren wir selbst Väter. Zum Glück sind unsere Kinder in dieser Hinsicht aber nicht nach uns gekommen.

Beichthaus.com Beichte #00033722 vom 06.08.2014 um 15:33:24 Uhr in Gescher (6 Kommentare).

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