Pöbel

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Zorn Hochmut Eitelkeit Vorurteile Studentenleben Dortmund

Pöbel
Kürzlich stand ich (25/Studentin) an einer U-Bahn-Haltestelle und wurde, warum auch immer, von einer umherstreunenden Herde prolliger Teenagermädels blöde angepöbelt. Von wegen: Ich sähe aus wie Barbie, was ich denn mit dem Aktenordner wolle, ob ich mit dem dicken Buch (im Übrigen Volkswirtschaftslehre - schaute aus der Tasche) auf Schlaumachen wolle und so weiter. Ich habe kurz überlegt, das Geschwätz zu ignorieren - aber nein. Ich drehte mich also um und sagte sinngemäß: "Ich mache nicht auf intelligent - ich bin es. Im Gegensatz zu euch, haben mir meine Eltern - die übrigens keine asozialen Säufer und Hartz-IV-Empfänger sind - eine vernünftige Schulbildung ermöglicht. Deshalb gehe ich jetzt studieren, damit ich minderbemitteltem, hässlichem und schlecht gekleidetem Pack wie Euch später mal mit einem Lächeln im Gesicht befehlen kann, meine Wohnung zu putzen." Sie haben etwas perplex geschaut und trollten sich tatsächlich - ich hatte eher mit weiterem Gepöbel gerechnet. Ich fürchte, ich habe den Mädels ein Stück Hoffnung genommen und es tut mir im Nachhinein irgendwie leid.

Beichthaus.com Beichte #00028450 vom 30.12.2010 um 23:14:20 Uhr in Dortmund (122 Kommentare).

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Überraschungsbesuch

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Fremdgehen Lügen Falschheit Waghalsigkeit München

Ich (m/22 Jahre/single) habe eine "Liebelei" mit einer vergebenen Frau meinen Alters. Vor ein paar Tagen wollten wir uns nun wiedersehen. Ich fuhr also zu ihr, klingelte und betrat die Wohnung. Wie immer begrüßte sie mich freudestrahlend und liebevoll. Der Anfang läuft bei uns immer sehr gezügelt ab, also unterhielten wir uns erst einmal ein bisschen. Nach 30 Minuten hörten wir dann ein Haustürklacken, was wir eher unbewusst wahrgenommen haben. Wir standen jedoch trotzdem beide, wie von der Tarantel gestochen, auf um nachzusehen. Sie öffnete die Wohnzimmertür und in dem Moment betritt auch schon ihr Freund den Raum. Eieiei! Normalerweise wäre er erst in zwei Tagen wieder in der Stadt gewesen. Wie sich aber dann später herausstellte, hatte er sich frei genommen um sie zu überraschen.

Meine ersten Gedanken waren: Verdammt, wie verhältst du dich jetzt? Körperlich bist du auf jeden Fall überlegen, wenn es dazu kommen sollte. Ich bin gute zwei Köpfe größer als er und habe auch allgemein eine sportliche Figur, aber dennoch wünschte ich mir das dies nicht passiert. Ich setzte also mein charmantestes Grinsen auf, machte einen Schritt in seine Richtung und strecke ihm meine Hand entgegen: "Hallo, Ich bin, es freue mich Dich auch einmal kennenzulernen. Ich habe ja schon so viel von dir gehört." Irgendwie schien das bei ihm funktioniert zu haben und er streckte mir ebenfalls, mit nach oben geneigten Kopf, die Hand entgegen. Ein verwirrtes "Hi..." brach er dann sogar auch noch über die Lippen.
Ich nutzte also die Gunst der Verwirrung und spielte meine Rolle weiter. "So...", sagte ich zu ihr, Dein Laptop ist nun wieder funktionstüchtig, aber du wolltest mir doch noch die zwei DVDs ausleihen." Sehr perplex ging sie dann schnell ins Wohnzimmer hinein, schnappte zwei Filme und drückte sie mir in die Hand. "Alles klar... Ich danke dir!" Ich machte die typische "Auf-die-Uhr-guck-Geste". "Guuut, wenn wir dann jetzt hier fertig sind, würde ich mich dann auch los machen. Du weißt meine Zeit ist kostbar." Ich klatschte ihren Freund ab und sie brachte mich noch zur Tür. Ich zog also meine Schuhe sowie meine Jacke an und ein Schweigen beiderseits machte sich breit. Wir verabschiedeten uns mit einen Küsschen auf die Wange und ich ging von dannen. Während der Rückfahrt machte ich mir wirklich die ganze Zeit Gedanken, was da wohl jetzt vor sich geht zwischen den Beiden. Am Abend bekam ich dann eins SMS von ihr, dass er nichts gemerkt hat und mich sogar richtig nett findet. Von Eifersucht oder sogar Betrugsgedanken also keine Spur, wunderbar.

Fakt ist: ich bin nicht das alleinige Arschloch, zu so einer Sache gehören bekanntlich immer Zwei und die Zeit, die der ganze Spaß auch schon läuft ist ebenso nicht recht kurz. Ich möchte keine Kommentare hören, wie "Wie kannst du nur! Sie ist in einer Beziehung!". Im Prinzip richtig, jedoch ist sie alt genug und sie weiß was sie da macht. Also warum sollte ich da verzichten?

Beichthaus.com Beichte #00028446 vom 29.12.2010 um 07:52:49 Uhr in München (71 Kommentare).

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“Beichte

Portemonnaie gefunden

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Ungerechtigkeit Habgier Zorn

Portemonnaie gefunden
Gestern habe ich ein Portemonnaie gefunden. Natürlich habe ich versucht, den Eigentümer zu kontaktieren, man will ja nichts klauen oder so. Da die Adresse aus dem Perso weit weg liegt, habe ich die Bank des Besitzers angerufen und diese gebeten, meine Nummer an den Typen weiterzuleiten. Bis heute Mittag tickte dann mein Kopf, ob ich das Geld einfach rausnehmen sollte. Es waren zwar nur 45 Euro drin, dass ist zwar nicht die Welt - aber gut gebrauchen könnte das wohl wirklich jeder. Da das Portemonnaie aber verriet, dass der Besitzer Kinder hat und wohl auch nicht besonders wohlhabend ist, lies ich das sein. Heute klingelte dann das Telefon und der junge Mann versprach, schnell vorbeizukommen. Noch mal habe ich kurz überlegt: Es hätte ja auch jemand das Geld rausnehmen können, bevor ich das Portemonnaie gefunden habe.
Aber nein, das wäre wohl wirklich scheiße von mir. Als er den Geldbeutel dann abholte, war er wirklich unfreundlich. Hat sich nicht mal wirklich bedankt. Nur die Hand geschüttelt und sofort wieder weggerauscht. Und ins Portemonnaie gesehen hat er auch nicht. Fuck ey, ich hätte das Geld doch nehmen sollen! Moral: Wenn Dir schon jemand dein Portemonnaie komplett wiedergibt, bedanke Dich wenigstens! Arschloch!

Beichthaus.com Beichte #00028442 vom 28.12.2010 um 14:51:25 Uhr (37 Kommentare).

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Mein erster Job

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Diebstahl Morallosigkeit Habgier Arbeit Restaurant

Ich möchte heute eine Beichte ablegen, die ich schon seit einigen Jahren mit mir rumtrage. Ich habe mit jungen Jahren angefangen zu arbeiten. Als ich mit 15 Jahren auf der Straße angesprochen wurde, ob ich nicht als Gast den Laden des nettwirkenden Herren mit meiner damaligen Freundin betreten möchte. Der Laden sei neu, hieß es. Ich wurde Stammgast und merkte, dass der Inhaber überfordert war mit dem Ganzen. Gesundheitlich, psychisch sowie finanziell bemerkte ich seine Last. Als er dann mal auf die schnelle was besorgen musste und in 10 Minuten wieder da wäre, bot ich ihm meine Hilfe an. In den nächsten Wochen machten wir das öfters und ich wusste immer schon vorher, dass wenn ich ihn als Gast besuche, er mich in seinen Tag mit einkalkulierte. Die Arbeit fand ich sehr interessant, jedoch hat mich bei ihm gestört, dass es für ihn inzwischen selbstverständlich geworden ist meine Hilfe in Anspruch zu nehmen ohne Bezahlung. So begann ein schwarzes Kapitel in meinem Leben.


Von einem Tag auf den anderen fing ich an einige Sachen, die ich inzwischen drauf hatte (sprich Kaffee, Cappuccino, Espresso etc.) nicht ins Kassensystem einzubuchen um so 5 Euro täglich in meine eigene Tasche zu wirtschaften. Später kam ich in die Routine stündlich 5 Euro zu ergaunern. Im Laufe der Zeit vertraute er (39) mir alles von seinem Leben an, unter anderem dass er keine Eltern und Verwandte hat und von Cottbus nach Dormagen gezogen sei um sich hier selbständig zu machen. Ich bemerkte, dass ich zu seiner Vertrauensperson geworden war und somit zu seinem einzigen Freund den er in dieser Stadt hatte. Er musste täglich mindestens 250 Euro umsetzen, um alle Kosten zu decken, hatte aber höchstens 180 Euro nach der abendlichen Abrechnung in der Kasse. Es vergingen 4 Monate als er mir mit schlechtem Gewissen sagte, dass er nicht mehr möchte, dass ich unbezahlt arbeite und so handelten wir 5 Euro die Stunde aus. Somit arbeitete ich dann erstmal eine Zeit lang und verdiente 5 Euro geklaut plus 5 Euro verdient die Stunde. Inzwischen hatte ich mir schon ein System ausgeklügelt, das undurchschaubar war für jemanden der nix davon wusste. Ihm ging es immer schlechter und ich bekam statt einem schlechten Gewissen einen Zwang zu klauen.


Nach einigen unbezahlten Wohnungsmieten zog er Hals über Kopf in sein Lager, was sich eine Straße neben seinem Laden befand. Nach einiger Zeit wurde es so hart, dass er sich nicht mal mehr krankenversichern konnte und deshalb seine nötigen Tabletten nicht mehr kaufen konnte und dann ging es richtig bergab. Ich habe ihn inzwischen sehr gemocht, konnte jedoch nicht aufhören zu klauen. Als er dann eines Tages mir weinend berichtete, dass er nicht weiter weiß und nicht in die Privatinsolvenz gehen wollte, war mir schon klar was in seinen Gedanken rumschwirrte. Ich motivierte ihn immer wieder und immer wieder weiterzumachen. Er sagte mir, dass es jetzt soweit wäre und der Gerichtsvollzieher kommen würde. Ich wusste jetzt das es vorbei war. Er sagte mir, dass er sich für eine von drei Sachen entscheiden müsste: 1. den Freitod, 2. in ein Kloster oder 3. das Land verlassen.

Er behielt den Laden noch die nächsten Tage offen und ich kam natürlich auch ganz normal arbeiten und klaute dann auch. Es tut mir im nach hinein so Leid. Als er mir sagte, dass er sich von mir verabschieden wollte, weinten wir beide. Er rufte mich nachts um 3 nochmal an und sagte, dass er mir alles gute wünscht und das ich ein Brief von ihm kriegen werde wo drin steht, wo er alles versteckt hat, was noch Wert hatte, so dass ich mir das nehmen sollte bevor es Gläubiger tun. Ich tat dies, aber anstatt zu gehen, war ich zu neugierig und fand ihn tot!

Beichthaus.com Beichte #00028426 vom 21.12.2010 um 16:52:05 Uhr (53 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Der Gong

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Hochmut Waghalsigkeit Schule

Als ich vor vielen Jahren die Unterstufe eines Gymnasiums besuchte, musste ich an einem Mittag für eine Doppelstunde nachsitzen. Der Grund ist eher banal: Ich habe eine Papierkugel aus dem Fenster geworfen. Die Lehrkraft wusste auch nicht so recht, wie sie mich für diese Lappalie bestrafen kann. Jedenfalls kam es dazu, dass ich an einem Tag, an dem ich lediglich vier Stunden Unterricht hatte, die nächsten beiden Stunden im Sekretariat verbringen musste.
Ich unterhielt mich ein wenig mit der Sekretärin und machte ein paar Aufgaben. Etwa 10 Minuten vor dem Ende der Doppelstunde verließ sie dann den Raum, um ein paar Sachen zu erledigen. Wenn es klingelt, dürfe ich gehen, so sagte sie.
Ich schaute auf die Uhr und bemerkte, dass mein Bus in 5 Minuten fahren würde (echt tolle Zeit für Schüler, die eigentlich noch 10 Minuten Unterricht haben). Ich erinnerte mich an die Worte der Sekretärin, dass ich mit dem Klingeln gehen dürfe und erblickte im selben Moment die Bedieneinheit der Lautsprecheranlage. Ich untersuchte sie genauer und stellte fest, dass sie jeder Affe bedienen könnte. Es gab lediglich vier Knöpfe: Durchsage, Alarm, Test und Gong. Jedenfalls überlegte ich nicht lange und drückte auf Gong, mit der Hoffnung, dass sich dieser nicht von der Pausenklingel unterscheidet. Alles klappte reibungslos, der Pausengong erklang, ich packte meine Sachen und ging. Die Sekretärin verabschiedete sich im Vorbeigehen noch freundlich und ich sprintete zum Bus (den unerstaunlicherweise auch viele andere Schüler noch erwischten). Ärger gab es später keinen. Leid tun mir heute jedoch die Schüler, die zu dieser Zeit eine Klausur geschrieben haben und somit wohl ganz schön ins Schwitzen geraten sind. Ich hoffe, ihr seid trotzdem fertig geworden.

Beichthaus.com Beichte #00028410 vom 16.12.2010 um 12:36:53 Uhr (12 Kommentare).

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