Stuttgart 21 Superstar
Beichthaus.com Beichte #00028186 vom 05.10.2010 um 09:49:24 Uhr in Stuttgart (70 Kommentare).
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Er meinte es muss mit Widerstand gerechnet werden. Ich dachte für mich "den gibts doch immer" keiner findet es schön wenn wir Bäume fällen. Sogar von der Oma auf dem Land werden wir beschimpft wenn wir eine 150-jährige Pappel fällen. Das Gespräch ging circa eine Stunde und dabei raus kam: Wir bekommen Polizeischutz. Brauchen aber keine Angst um unsere Person zu haben, da man uns ja eh nicht erkennen könne (wir tragen Helme mit Gesichtschutz) Wir mussten z.B. unsere Namensschilder welche auf den Sicherheitsjacken aufgestickt waren "unkenntlich" machen. Geplant war es wie folgt: Anreise 6:00 Uhr, gegen 8:00 Uhr soll der erste Baum liegen. 20 Uhr Abreise. Am nächsten halben Tag frei.
Gekommen ist es so:
Anreisen mit einem gemieteten (neutralen) Sprinter ins Hotel. Einchecken ins 4-Sterne-Hotel unter eigenem Namen. Die ersten beiden Tage ist erst mal nix passiert. Außer Hotel, Sauna und Pool und etwas Demo-Sightseeing. Ach ja Bagger, Holzschredder sowie Container standen schon auf dem Platz und die Miete lief. Tag drei: 17:00 Uhr ich saß gerade in der Sauna, da kam der Chef runter ich solle mich fertig machen, 18:00 Uhr sei Abfahrt. Um 17:50 Uhr trafen wir uns in der Tiefgarage, zwei Polizisten kamen und fuhren den Sprinter und wir durften im Streifenwagen Platz nehmen - natürlich schon umgezogen und Helm auf. Die Polizisten kontrollierten ob auch die Namensschilder unkenntlich gemacht wurden.
Gegen 23 Uhr fällten wir dann den ersten der 3 Bäume. So recht wollte keiner von uns die Säge ansetzen, aber wenn die Säge erstmal läuft, der Gehörschutz auf den Ohren sitzt hört man weder BUUUHH-Rufe noch Trillerpfeifen.
Nun zu meiner eigentlichen Beichte:
Ich habe mich richtig gut dabei gefühlt. Ich kam mir vor wie ein Superstar. 3 Tage Hotel. Nix machen, nur relaxen. In der Tiefgarage abgeholt werden mit Polizeischutz. Während der Arbeit von so vielen Leuten beobachtet zu werden. Mit Polizeischutz wieder über Umwege ins Hotel, am nächsten Tag Abreise mit dem gemietetem Sprinter, wieder unter Polizeischutz bis zur Autobahn (wir sollten die ersten 100-150 km doch nicht anhalten).
Ich kann es verstehen, das einige Leute dagegen sind, aber es ist unser Job ich habe daheim eine Frau und Haus und die Bank will ihr Geld auch jeden Monat sehen, da kann ich nicht einfach sagen "Sorry Stuttgart 21". Und wegen der anderen Bäume werden wir wohl auch noch mal gerufen! Die einzigen Kosten, die ich hatte waren 20 Euro für einen Döner und Cola beim "Demo sightseeing", die FHM an der Tanke und eine Tageskarte fürs Fitnessstudio. Der Döner-Mann war übrigens auch sehr angetan von Stuttgart 21. Meinem Chef freuts und uns auch! Es war wie Firmenurlaub.