Das unerwünschte Kind

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Gewalt Trunksucht Hass Familie Eggesin

Ich (m) beichte, dass ich meiner Mutter, meinem Bruder und meinen Großeltern eine Ewigkeit in der Hölle wünsche, Vater wartet dort bereits auf euch. Ich war, so mein liebevoller Kosename, das geplatzte Kondom. Unerwünscht war ich meist nur ein Dorn im Auge der anderen. Als ich 7 war verlor mein Vater bei einem Autounfall sein rechtes Bein unterhalb des Knies Er wirklich niedergeschlagen, denn er war leidenschaftlicher Fußballspieler. Aus Frust fing er mit dem Trinken an und steigerte sich immer mehr hinein. Meine Mutter ist ein Jahr später geflüchtet und mein großer Bruder hat sich, als er 16 wurde, zu unseren Großeltern verzogen. Niemand nahm mich mit, geschweige denn daran zu denken, also stand ich mit 8 dann tagtäglich vor meinem sturzbetrunkenen Vater, der mich beleidigte, schlug und auf viele erdenkliche Weisen quälte. Natürlich durfte ich mir nichts anmerken lassen und die blauen Flecken waren immer an Stellen, die die Kleidung verdecken würden.


Zahlreiche Anrufe an meine Mutter oder meine Großeltern blieben erfolglos, denn sie dachten alle, es sei mein Vater der wieder irgendetwas von der Leine lassen wolle. Als ich dann aufs Gymnasium kam, entspannte sich die Sache, denn ich hatte mich mit ein paar Leuten angefreundet und war wenig daheim. Irgendwann fragte mich einer meiner Bekannten, ob ich nicht auf eine Party kommen wolle, es gäbe dort viel Alkohol etc. Daraufhin bin ich irgendwie ausgeklinkt und habe ihn verprügelt. Es folgte eine Anzeige wegen Körperverletzung, welche von meinem Vater aber schlicht ignoriert wurde. Glücklicherweise lässt das Gesetz solcherlei nicht zu und so tauchte die Polizei bei uns auf. Sie fanden mich mit einer frischen Platzwunde und meinen Vater bewusstlos zwischen Bier- und Schnapsflaschen auf der Couch. Von da an wurde alles besser. Ich kam zu einer Pflegefamilie und mein Vater auf Entzug. Nicht lange, da kam die Nachricht, er habe sich das Leben genommen. Nun bin ich 17, mache mein Abitur, habe aber kaum Kontakt zu Leuten außerhalb meiner Pflegefamilie, demnach auch wenig Erfahrung was Intimitäten angeht, da ich mich nicht dazu aufraffen kann, auf jemanden zuzugehen. Der Gedanke, unerwünscht, gar verhasst zu sein, hat sich eingebrannt und so versuche ich es nicht einmal.

Beichthaus.com Beichte #00030537 vom 04.12.2012 um 13:20:45 Uhr in Eggesin (12 Kommentare).

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Den besten Freund betrogen

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Begehrlichkeit Fremdgehen Last Night Stuttgart

Alles begann vor rund drei Monaten. Um zu erzählen, was passiert ist, muss ich aber etwas weiter ausholen. Es hat mit meinem besten Freund und seiner Freundin zu tun. Ich verstehe mich mit den beiden echt super. Ihn kenne ich seit mehr als 15 Jahren und sie seit eineinhalb Jahren, eben seitdem er mit ihr zusammen ist. Sie ist ein sehr attraktives Mädchen und wie es das Schicksal so will, habe ich mich in sie verguckt. Ich habe die Gefühle, die ich für sie hege, eine lange Zeit unterdrückt, da ich mir eigentlich geschworen hatte, meinem besten Freund niemals die Freundin auszuspannen. Eines Samstags waren wir mal wieder feiern. Meinem Freund ging es irgendwann nicht mehr so gut und er ging nach Hause. Vorher sagte er mir noch, ich solle auf seine Freundin aufpassen und sie sicher nach Hause bringen. Er wünschte uns noch viel Spaß und verabschiedete sich. Als er weg war, ging alles ganz schnell, zumindest kam es mir da so vor. Seine Freundin lud mich auf einige Drinks ein und wir becherten ein wenig. Nach einer Zeit waren wir beide recht angetrunken und beschlossen irgendwann, tanzen zu gehen. Alle Blicke der männlichen Gäste waren auf sie gerichtet, da sie mit Abstand das hübscheste Mädchen vor Ort war. Wir tanzten eng und lange miteinander, bis sie mich schließlich küsste. Ich konnte überhaupt nicht realisieren, was passiert. Ich muss zugeben, dass es mir sehr viel Spaß machte, sie zu küssen. Ich war ja schon längere Zeit in sie verliebt. Nach einiger Zeit brachte ich sie dann nach Hause und dort landeten wir schließlich im Bett. Wir trieben es mehrmals diese Nacht. Morgens verabschiedete ich mich und fragte, wie das nun weitergehen soll. Sie sagte mir, dass sie sich selbst nicht sicher wäre, wie das passieren konnte und dass wir das unserem Freund niemals sagen dürften. Ich habe seit dieser Nacht so ein schrecklich schlechtes Gewissen meinem besten Freund gegenüber. Dennoch kann ich es ihm nicht sagen. Ich beichte hiermit, dass ich mit der Freundin meines besten Freundes mehrmals Sex hatte. Wir gehen nach wie vor zusammen weg und er ahnt nichts davon. Irgendwann werde ich es ihm sagen, nur wann, das weiß ich noch nicht.

Beichthaus.com Beichte #00030533 vom 04.12.2012 um 08:29:26 Uhr in Stuttgart (Hauptstätter Straße) (19 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Sesselbrand am Parkplatz

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Dummheit Trunksucht Verzweiflung Last Night Bad Camberg

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wie das dann eben so ist, man blickt auf sein Jahr zurück. Im Zuge dessen fiel mir eine Sache ein, die ich beichten möchte. Kennt jemand den Roman "Vollidiot" von T. Jaud? Es geht darin um einen Vollidioten, der nach und nach alles verliert und überall versagt, sei es im Beruf, in der Liebe, bei Freunden und so weiter. Nun muss ich zugeben, dass ich selbst eher pessimistisch veranlagt bin und mich entsprechend auch gerne mal als totalen Versager sehe, was auch nicht so weit hergeholt ist. Kein großer Erfolg bei Frauen, im Job oder sonst wo. Nun kam es, dass ich mal wieder alleine in meiner Wohnung sitzend und dem Alkohol fröhnend in meinem Selbstmitleid versank und mich selbst bedauerte. Mein Blick fiel dabei irgendwie auf mein Bücherregal und auf jenen Roman. Ich erinnerte mich daran, dass der Roman am Anfang ziemlich lustig ist. Also habe ich mir das Buch geschnappt und es durchgeblättert. Nun sind die ersten Kapitel auch wirklich lustig, wandeln sich im Nachhinein aber, um schlussendlich noch mal einen Funken Hoffnung aufkeimen zu lassen, wenn der Protagonist seinen Singlesessel verbrennt, als Zeichen des Umbruchs.


Und jetzt dürft Ihr mal raten, was ich, betrunken, mich selbst bemitleidend und dieses Buch lesend, festgestellt habe? Richtig, ich saß in genau so einem Sessel. Und ich war natürlich nicht so rational, um zu sagen: "Hey, das ist ein Roman!" Nein, der gute Herr muss in solchen Fällen direkt glauben, dass er das Drehbuch seines Lebens vor sich hat und kommt natürlich auf die blödeste Idee des gesamten Buches. Ich habe mir also den Sessel geschnappt, einen Benzinkanister und ein Feuerzeug und bin zum nächsten großen Parkplatz gefahren - zur nächsten Schwedenmöbelfiliale war es dann doch zu weit. Und da habe ich dann, feierlich, mit feinster Metal Musik im Hintergrund, meinen Singlesessel verbrannt. Gott sei dank war der Parkplatz leer, abgeschieden und hatte nichts Brandförderndes in seiner Nähe. Ich möchte also beichten, dass ich eines Nachts sturzbesoffen Auto gefahren bin, um anschließend meinen Sessel auf einem Parkplatz mit Benzin zu tränken und zu verbrennen, um damit meinem Singleleben eine Wendung zu verpassen. Die Aktion hat allerdings nichts genutzt, ich bin immer noch genau so ein großer Vollidiot, mit der Ausnahme, dass ich jetzt ein Dreier-Sofa habe. Da kann man auch allein bequem drauf liegen.

Beichthaus.com Beichte #00030532 vom 04.12.2012 um 07:39:11 Uhr in Bad Camberg (10 Kommentare).

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Das Geschäft mit der Kartoffelkanone

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Boshaftigkeit Ekel Unreinlichkeit Gesellschaft Wacken

Auf einem sehr bekannten Festival in Norddeutschland habe ich mit einem Kollegen eine Kartoffelkanone aus zwei Colaflaschen, Panzertape und Rohren gebaut, die eigentlich den Pavillon unserer Gruppe halten sollten. Eine Kartoffelkanone ist eine gasbetriebene Kanone nach Explosionsprinzip. Also Deo rein, zumachen, vorne Köttbullar, Ravioli, Erde und diverses andere Zeug rein und zünden. Wir sind damit herumgegangen und haben die Leute unterhalten. Jeder durfte für zwei Zigaretten oder ein Bier ein paar mal auf die besoffenen Pinkler auf der anderen Seite des Pinkelgrabens schießen. Daraus ist ein richtig lukratives Geschäft geworden. Ich entschuldige mich für meine unverantwortliche Handlungsweise, da ich ziemlich besoffen war und Kartoffelkanonen unter das Waffengesetz fallen. Ich entschuldige mich auch im Nachhinein für sämtliche Pinkler, die währenddessen vor Schreck fast in den Graben gefallen wären oder morgens mit Erd-Ravioli-Matsch im Gesicht aufgewacht sind. Ich entschuldige mich ebenfalls bei dem vegetarischen Bassisten meiner damaligen Band, den ich durch gutes Zielen spontan zum Fleischesser gemacht habe und bei dem Gitarristen, der eine Zeit lang dachte, er hätte sich eingekackt, weil wir Erde direkt in seine Unterhose geschossen haben, während er auf dem Boden bäuchlings seinen ersten Rausch ausschlief.

Beichthaus.com Beichte #00030527 vom 03.12.2012 um 21:30:12 Uhr in Wacken (14 Kommentare).

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Späte Reue

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Engherzigkeit Ignoranz Verzweiflung Kinder Schule

Als ich (w) noch zur Schule ging und in der achten Klasse war, hatten wir einen Jungen in der Klasse, den keiner so richtig leiden konnte. Er war viel jünger als wir und hatte ein paar Klassen übersprungen, aber obwohl er so intelligent war, war er eben gut zwei Jahre jünger als wir. Das macht in dem Alter schon etwas aus. Welche 14-Jährigen wollen schon mit 12-Jährigen abhängen? Er war einfach vom Denken und Verhalten her noch ein Kind und kein Teenager wie wir und so kamen viele nicht mit ihm klar. Er fuhr morgens immer mit dem selben Bus wie ich, aber stieg ein paar Stationen früher ein und konnte mir so immer einen Platz frei halten, was ich auch gerne in Anspruch nahm. Der Bus war morgens meistens völlig überfüllt. Für diese 20 Minuten Busfahrt waren wir sogar so etwas wie Freunde. Wir unterhielten uns, aber sobald wir im Klassenzimmer waren, waren wir Fremde. Und ehrlich gesagt fand ich das okay so. Ich habe mir nie großartig Gedanken darüber gemacht. Aber eines Abends, mein Vater und ich waren im Kino und fuhren gerade über die Autobahn nach Hause, sah ich weit hinten aus den umliegenden Feldern Rauch aufsteigen. Ich dachte mir natürlich nichts dabei und sagte sogar noch: "Guck mal Papa, da brennt was!" Am nächsten Tag rief mein Klassenlehrer an und wollte meine Eltern sprechen. Ich hatte schon Schiss, dass ich unwissentlich irgendwas ausgefressen oder eine schlechte Note hatte oder sonst was, aber mit dem, was meine Mutter mir dann mitteilte, hatte ich nicht gerechnet. Ich habe ihre Worte noch genau im Ohr: "Du hast mir doch gestern von dem Rauch erzählt, den du auf dem Rückweg gesehen hast..." Dieser kleine, arme Junge hatte mit seinen Freunden in einer Scheune, weit draußen auf dem Feld, gespielt und war zwischen zwei dieser riesigen Strohballen gerutscht, diese zylinderförmig zusammengebundenen Dinger, die man öfter mal sieht, wenn man zur Erntezeit an Feldern vorbeifährt. Seine Freunde konnten ihn nicht herausziehen und bei dem Versuch, einen Strohballen weg zu wuchten, fiel einer der Ballen direkt auf den Spalt, in dem er steckte. Und anstatt Hilfe zu holen, haben sie versucht, die Stricke, die das Heu zusammenhalten, mit einem Feuerzeug durch zu brennen, damit sie das lose Heu besser wegräumen können. Aber logischerweise fing das ganze trockene Stroh Feuer und bis sie es geschafft hatten, nach Hause zu rennen und die Feuerwehr zu alarmieren (Handys waren noch nicht so populär, schon gar nicht unter Kindern), war der Junge qualvoll erstickt und halb verbrannt.


Ich weiß noch, wie mir der Toast aus der Hand fiel und ich total geschockt nicht mal imstande war, zu weinen. Ich konnte es einfach nur nicht fassen. Ich konnte auch nicht begreifen, dass ich fröhlich vergnügt im Kino war und dann im Auto an dem Ort vorbei fuhr, an dem gerade mein Klassenkamerad und Bus-Sitznachbar starb. Aber am schlimmsten hat es mich gequält, dass ich mich nicht mehr entschuldigen konnte. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wie dieser Junge sich jeden verdammten Morgen gefühlt haben muss. Erst setze ich mich neben ihn, unterhalte mich nett und ignoriere ihn dann. Ich habe zwar nie mitgemacht, wenn die anderen ihn geärgert haben, aber ich habe auch nichts dagegen gesagt. Trotzdem glaube ich, dass das, was ich gemacht habe, seelisch noch viel grauenvoller war. Die Tage der totalen Ohnmacht zogen sich lang hin, und irgendwann habe ich angefangen, einen endlosen Brief zu schreiben mit allen Emotionen, mit allen Gedanken, und bat ihn um Verzeihung. Ich glaube, der Brief umfasste zum Schluss sechs doppelseitig beschriebene Blätter. Ich fühlte mich so schlecht wie noch nie und fand es fast erbärmlich, wie wir dann geschlossen als Klasse zu seiner Beerdigung gingen. Wir alle, die wir ihm das Leben schwer gemacht hatten.


Die Kirche war voll bis unter das Dach, ich saß oben auf der Empore und konnte nicht sehen, was unten vor sich ging. Erst als wir aufstanden, um zum Friedhof zu gehen, sah ich den weißen Sarg und das Foto daneben. Ich musste fürchterlich weinen. Wir mussten fast durch das halbe Dorf, alle Straßen waren abgesperrt, wegen der Leute von der Presse, die auch ausführlich über den Unfall berichtet hatten. Auf dem Friedhof bildeten wir eine lange Schlange, die nach und nach am Grab vorbei ging und Erde hinein warf und danach den Eltern die Hände schüttelte. Ich warf neben der Erde noch den Brief hinein und auf einmal hörte ich auf zu weinen. Es fühlte sich an, als hätte er mir genau in diesem Moment vergeben. Trotzdem möchte ich hier beichten, was ich diesem Jungen angetan habe und wahrscheinlich habe ich es sogar verdient, mich schuldig zu fühlen, weil ich mich nicht mehr entschuldigen konnte.
Außerdem hoffe ich, dass mein Erlebnis vielleicht auch eine Mahnung ist an alle die, die andere auf übelste Art und Weise ärgern. Zum Ersten habt Ihr verdammt noch mal keine Ahnung, was so ein bisschen "ärgern" in einem anrichten kann und zweitens habt Ihr vielleicht irgendwann nicht mehr die Chance, euch zu entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00030524 vom 03.12.2012 um 14:33:39 Uhr (19 Kommentare).

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