Die Sturmhauben-Männer

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Gewalt Rache Zürich

Ich (m/25) habe vor zwei Jahren etwas Ähnliches erlebt, wie der Beichter in Beichte 00029611. Meine Freundin, mit der ich bis heute zusammen bin und die charakterlich wirklich die menschliche Reinkarnation eines Engels und äußerlich die Schwester von Megan Fox sein könnte, erzählte mir damals an einem Abend, dass ihr auf dem Nachhauseweg aus der Arbeit ein großer, stämmiger Typ aufgefallen war, welcher sie im Bus immer wieder angestarrt hat und ihr auf dem Weg von der Busstation bis zu unserer Wohnung in größerer Entfernung gefolgt ist. Es handelt sich um die Endhaltestation für diese Region, wir wohnen ziemlich abseits.
Da sich der Vorfall nicht wiederholte, dachte ich mir erst mal nichts dabei. Rund drei Wochen später wurde meine Freundin wieder auf dem Wege von der Busstation zu unserer Wohnung verfolgt, diesmal von zwei Typen. Es war bereits dunkel, weshalb meine Freundin die Gesichter nicht erkennen konnte. Sie erhöhte das Tempo, wie sie mir später erzählt hat, worauf die beiden Typen sich mit je einer Sturmhaube vermummten und einen Sprint ansetzten. Die beiden holten natürlich meine Freundin in Kürze ein, nicht zuletzt, weil sie mit ungeeignetem Schuhwerk ausgestattet war.


Während einer ihr den Mund zu hielt, zerrten die beiden Typen sie in das danebenliegende Gestrüpp. Da wir wie gesagt ziemlich abseits wohnen, wäre meine Freundin wahrscheinlich vergewaltigt worden, wäre nicht das Folgende passiert: Ein junger Mann, der - wie ich später erfuhr - in der Nähe wohnte, und auf der anderen Straßenseite gerade um die Ecke bog, beobachtete die Szene und schritt beherzt ein. Dass er bereits einige Jahre aktiv Karate ausübte, dürfte ihm von Vorteil gewesen sein. Nur so viel: Die beiden Typen flüchteten mit schmerzverzerrtem Gesicht und einer von ihnen zusätzlich mit der Hand in der Lendengegend. Die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Wir leitete umgehend Anzeige gegen unbekannt ein und es fand sich nach ein paar Tagen ein Verdächtiger, aufgrund der Aussage eines weiteren Zeugen, der zwei fluchende Gestalten vorbeirennen sah und einen davon an der Stimme sogar erkannt hat.

Natürlich besorgte sich dieser ein absolut einwandfreies Alibi von - wie könnte es anders sein - diversen Kumpels.
Wieder ein paar Tage später - ich holte meine Freundin inzwischen immer persönlich von der Busstation ab - wurde der vorhin genannte Zeuge, welcher einen der beiden an der Stimme erkannt hatte - in unserem Ort von drei Typen übel zusammengeschlagen, wie wir erfahren haben. Für mich war sofort klar, dass da ein Zusammenhang bestand. Der Polizei waren dank hieb- und stichfesten Alibis wieder einmal die Hände gebunden. Mein Sicherheitsbedürfnis nahm weiter zu und ich holte meine Freundin ab sofort direkt von der Arbeit ab. Mein Chef fand es nicht so toll, dass ich immer früher nach Hause ging. Am nächsten Wochenende klingelte um circa 21:00 Uhr jemand an unserer Haustüre.


Meine Freundin öffnete die Türe aus Gewohnheit ohne vorher via Spion nachzusehen, und ein vermummter Mann versuchte in die Wohnung einzudringen. Ich reagierte schnell. Mit wenigen Sprüngen war ich bei der Türe und klemmte dem Typ die Hand zwischen Tür und Rahmen ein und begann seinen Arm zu verdrehen. Ich mache zwar kein Karate, seit geraumer Zeit aber eine russische Kampfsportart namens Systema. Er schrie vor Schmerzen. Leider passte ich nicht gut auf und er verletzte mich irgendwie mit einem Messer, dass er in der anderen Hand hielt. Ich ließ ihn los und er flüchtete fluchend die Treppen hinunter.

Ihr könnt es euch schon denken: Es wurde wieder der übliche Typ verdächtigt, aber irgendwie schaffte er es wieder, sich ein Alibi zu besorgen. Einige Tage später erhielt ich einen Anruf von dem jungen Mann, der meine Freundin gerettet hatte. Er erzählte mir, dass auch bei ihm jemand versucht hat, in seine Wohnung einzudringen. Wir kamen überein uns mal persönlich zu treffen und die Angelegenheit zu besprechen. Gesagt, getan. Wir waren uns sehr schnell einig, dass wir in dieser Sache selber die Initiative ergreifen müssten, wenn die Polizei dazu nicht im Stande war. Gewalt im Sinne von zurückschlagen würde bei denen nichts bringen, denn sie kamen ja immer wieder, auch nach diversen – für sie - schmerzhaften Situationen. Er erzählte mir, dass er in einer größeren Nachbarstadt einige Japaner kenne. Folglich trafen wir uns mal mit seinen Jungs und besprachen das Vorgehen. Wir baten jeden der Japaner am nächsten Tag bei mir im Anzug zu erscheinen. Wir mieteten einen schwarzen Wagen und schickten die Japaner dann zum Wohnort des Hauptverdächtigen – den erfuhren wir über den verprügelten Zeugen.


Sie parkten vor dem Haus des Typen und taten nichts, außer im Auto zu sitzen und gefährlich dreinzuschauen. Ab und zu stieg einer der Japaner aus und lehnte sich an den Wagen mit der Zigarette im Mund und starrte eiskalt zur Wohnung hinauf, so dass die Assoziation zu der japanischen Yakuza unverkennbar sein dürfte.
Wir wechselten täglich die Japaner aus (konnten auf insgesamt Neun zurückgreifen). Dabei konnten sie beobachten, wie die Kumpels vom Hauptverdächtigen bei ihm ein und aus verkehrten. Die Japaner folgten den Typen regelmäßig mit dem Auto. Ein paar Mal gingen zwei Japaner sogar ins Treppenhaus und lehnten sich an die Wand. Ich hätte wirklich liebend gern die Angst der Typen gesehen, als diese mal nach Hause kamen. Wie soll ich sagen: Die Typen haben sich nie mehr getraut auch nur in die Nähe von meiner Freundin, Wohnung oder dergleichen zu kommen. Ab und zu schicken wir immer wieder mal ein paar Japaner vorbei, um den Typen so richtig Angst zu machen.

Beichthaus.com Beichte #00029623 vom 16.12.2011 um 09:16:00 Uhr in Zürich (16 Kommentare).

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Patschehändchen geben

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Hass Ekel Falschheit Kollegen Arbeit

Ich möchte beichten, dass ich es hasse, wenn meine Arbeitskollegen jeden Morgen in mein Büro kommen und mir alle zur Begrüßung die Hand geben. Die Eine hat ziemlich raue Haut, eine Art Schuppenflechte, die andere hat eine missgebildete Hand und jemand anderes wiederum zerdrückt Dir die Hand. Jeder hat so seine Eigenschaft. Ich finde es jeden Morgen immer wieder zum kotzen. Kann man sich denn nicht einfach mit einem "Guten Morgen" begrüßen?

Beichthaus.com Beichte #00029622 vom 16.12.2011 um 07:52:00 Uhr (14 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Fitness Muffel

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Faulheit Trägheit Dummheit

Vor einigen Jahren wollte ich mich in einem etwas teureren Fitnessstudio anmelden, weil ich keine Lust auf die typische McFit-Klientel hatte. Dieses Studio hat ein ärztliches Gutachten verlangt, das bestätigt, dass man gesundheitlich in der Lage ist, zu trainieren. Ich habe nun also diesen Test gemacht, ein Leistungs-EKG. Dieser Test war total anstrengend, aber ich habe ihn bestanden. Das Ding war aber dann, dass ich dann irgendwie doch keine Lust mehr hatte, zu trainieren. Also habe ich mich total abgerackert, nur um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass ich Null Bock habe, mich abzurackern.

Beichthaus.com Beichte #00029621 vom 15.12.2011 um 23:36:35 Uhr (11 Kommentare).

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Der Mann aus Rumänien

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Morallosigkeit

Ich [m] muss etwas ziemlich bösartiges beichten. Mein sechzehntes Lebensjahr war eine sehr nervenaufreibende Zeit für mich. Ich hatte ständig Streitereien mit meinen Eltern und in meiner halbherzig ausgeführten Lehre als Bürokaufmann musste ich mich zusätzlich mit ätzenden Kollegen herumschlagen. Auch war ich damals ein verkappter Pubertärmisanthrop und dementsprechend gingen mir meine Mitmenschen, sowie die Gesellschaft tierisch auf den Geist. Dementsprechend war meine Laune, wenn mich irgendjemand auf der Straße ansprach.
Eines Tages saß ich, wie jeden Abend, nach einem anstrengenden Arbeitstag auf einer Bahnhofsbank und betete verzweifelt, dass der Zug endlich einfährt, damit ich endlich nach Hause darf. Da bemerkte mich ein ausländischer Bettler, der schon zu mir herüberschlürfte und mich um Geld anschwatzte. Ich kannte den Mann schon zu gut, da er mich fast jeden dritten Abend beharrlich ansprach, auch wenn er von mir meistens solange ignoriert wurde bis er aufgab und sich ein anderes Opfer suchte. Seine Masche war immer die selbe: Erst hielt er mir einen folierten Zettel vor die Nase auf dem stand, dass sein Haus in Rumänien von einem Sturm zerstört wurde und er jetzt hier in Deutschland betteln müsste um seine Familie zu ernähren. Nachdem ich den Zettel augenscheinlich gelesen hatte, ging er mir mit einem weinerlichen "Bitte, Bitte" minutenlang auf die Nerven. Mit Reden war nicht viel, da er keinen Brocken Deutsch konnte. Da ich damals einen verdammt schlechten Tag hatte, nahm ich dem Bettler den Zettel einfach mal aus der Hand. Ich schrieb mit meinem Edding ganz groß "Leck mich" darauf und gab ihm den Wisch wieder zurück. Er schaute mich zuerst verwirrt an, verstand aber anscheinend meine Botschaft und zog von dannen. Natürlich sprach er mich nie wieder an. Damals fühlte ich mich richtig gut deswegen. Heute allerdings tut mir diese kaltherzige und miese Aktion schon ziemlich Leid. Ich bitte um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00029620 vom 15.12.2011 um 18:01:55 Uhr (21 Kommentare).

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Das Fliegengitter

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Lügen Trunksucht Vandalismus Ungerechtigkeit Tiere Berlin

Ich war vor mehreren Wochen mit einigen Freunden unterwegs und wie immer, gab es jede Menge Hochprozentiges. Alle waren gut drauf und der Abend neigte sich dem Ende entgegen. Als ich dann irgendwann nach Hause getorkelt bin, fiel ich auch direkt ins Bett. Alles war gut und ich schlief ein. Nach ein paar Minuten wachte ich plötzlich mit einem unguten Gefühl auf. Ich verspürte einen starken Reiz mich mal gepflegt zu übergeben. Ich merkte auch sofort, dass ich es nicht mehr bis ins Badezimmer im Erdgeschoss schaffen würde. Meine letzte Rettung um nicht mein Bett oder den Teppich vollzukübeln - das Fenster. Als ich das Fenster öffnete sah ich das Fliegengitter. Da mir die Brühe schon wortwörtlich im Halse stand, riss ich das Fliegengitter mit Gewalt auf und entleerte mich aus dem ersten Geschoss unseres Hauses direkt in unseren Garten. Danach ging es mir sehr viel besser und ich ging wieder schlafen.


Am nächsten Morgen entdeckte ich dann das Chaos. Ich habe zwar die meisten Kotzbrocken in den Garten befördert bekommen, allerdings landete einiges auch auf der Fensterbank und in der Heizung. Vom Geruch ganz zu schweigen. Erstmal machte ich mich daran, die Fensterbank und die Heizung zu säubern. Wie es roch, wenn man die Heizung an machte, kann sich wohl jeder vorstellen. Den Rest im Garten beseitigte der Regen. Ein paar Tage später entdeckte mein Vater jedoch das zerrissene Fliegengitter und ich wusste erst mal nicht, was ich sagen sollte. Doch dann kam mir die Idee! Unser Kater. Ich erzählte meinem Vater, dass der Kater das Fliegengitter mit seinen Krallen zerfetzte und mein Vater glaubte mir. Ich kam also super aus der Sache raus. Unser Kater dürfte jedoch ein paar Tage in kein Zimmer, in dem Gardinen oder ähnliches waren. Danke Miezi, dass du mich vor einer verdammt peinlichen Situation bewahrt hast.

Beichthaus.com Beichte #00029619 vom 15.12.2011 um 17:06:52 Uhr in Berlin (Bahnhofsplatz) (10 Kommentare).

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