Meine Katze trägt Zylinder

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Selbstsucht Zwang Gesellschaft Frankfurt

Seit Jahren verfolgt mich die Halluzination einer schwarzen Katze. Sie ist klein, vielleicht 1,50 Meter und läuft auf zwei Beinen. Außerdem trägt sie einen Zylinder und ein Monokel, das finde ich komisch. Warum ein Zylinder, aber keine Hose? Ein Anzug würde ihr stehen. Immer, wenn ich sie darauf anspreche, lacht die Katze und sagt, dass der Minimalismus der Weg zum Ziel ist. Auch das verstehe ich nicht, doch sie versichert mir, dass ich es eines Tages weit bringen würde. Die Katze begleitet mich durch den Tag, sie ist immer an meiner Seite - wenn ich aufwache, steht sie an meinem Bett und macht kryptische Andeutungen. Heute war sie gut gelaunt und schnurrte: "Geh spazieren und folge der Sonne, bis der Regen dich von den Straßen spült, wie ein Blatt im Wind." Ich habe ihre Anweisungen befolgt und bin Spazieren gegangen, sie lief grazil neben mir her und sang: "Well I see trees of green and red roses too, I will watch them bloom for me and you, And I think to myself: What a wonderful world!"

Over the Rainwow - passend zu meinem Spaziergang. Sie findet immer die richtigen Worte und ist mein treuer Begleiter. Die anderen Menschen sagen, ich brauche Hilfe, denken, ich würde Drogen nehmen. Dabei würde ich so etwas nie tun. Ich sehe diese Katze seit fünf Jahren und langsam frage ich mich, ob die anderen zu vergiftet von der Gesellschaft sind, um das belesene Tier nicht zu sehen. Ich beichte, dass ich den Termin beim Psychologen abgesagt habe, denn diese schwarze Katze mit Zylinder hilft mir, Glück zu finden. Jeder ihrer Ratschläge ist die pure Erfüllung und ihre Anwesenheit angenehm. Ich werde meinen pelzigen Freund nicht verraten, denn wenn jeder diese Katze sehen und auf sie hören würde, dann würde die Welt ein kleines bisschen besser werden.

Beichthaus.com Beichte #00040323 vom 18.09.2017 um 18:03:34 Uhr in Frankfurt (24 Kommentare).

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Nein, ich will wirklich keine Kinder!

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Lügen Falschheit Vorurteile Zorn Gesellschaft

Ich (w/23) habe keine Lust, Kinder zu bekommen. Klar, jetzt regnet es gleich Kommentare, von wegen das würde sich noch ändern, ich sei noch zu jung um so etwas zu entscheiden, bla bla. Fakt ist, dass mich der Gedanke, schwanger zu sein, würgen lässt und die Vorstellung, dieses Ding durch meine Vagina zu pressen, verursacht beinahe körperliche Schmerzen. Dazu sei vielleicht gesagt, dass ich auch bei normalem Geschlechtsverkehr schnell mal Schmerzen habe. Wenn das Thema Kinder zur Sprache kommt und ich sage, dass ich keine möchte, werde ich nicht ernst genommen. Dann wird abgewunken und gesagt "Jaja, in deinem Alter...", "Das war bei mir auch immer so, aber dann...". Interessiert mich nicht. Ich bin nicht du. Nur weil andere Leute ihre Träume für vollgeschissene Windeln aufgeben, heißt das nicht, dass ich genau so bin. Überall machen sie auf perfekte Familie, dabei hat mir der eine oder andere Kollege und Familienvater schon erzählt, dass es zu Hause ganz anders aussieht. Da ist nicht mehr viel von Liebe und Leidenschaft übrig, da wird einiges nur durch Verantwortungsbewusstsein und der Angst vorm Sorgerechtsstreit und den Alimenten zusammengehalten.

Jedenfalls bin ich vor einiger Zeit dazu übergegangen, den Leuten zu erzählen, dass ich immunologisch steril bin. So wird nicht einfach abgewunken und belehrt, ich werde ernst genommen. Sogar bemitleidet. Ich tue dann so, als ob mir das nichts ausmacht, weil das schon festgestellt wurde, bevor ich über einen Kinderwunsch nachdenken konnte und für mich das einfach Tatsache sei. Das habe ich auch den Eltern meines neuen Freundes erzählt. Wir sind zwar erst seit einigen Wochen zusammen und haben vor etwa einem halben Jahr begonnen uns zu treffen, aber die sind deswegen ganz aus dem Häuschen. Mein Freund ist zehn Jahr älter und hat schon ein Kind mit einer anderen, deswegen stört ihn meine angebliche Sterilität nicht. Er bemitleidet mich nur ein wenig, weil seine Eltern mich deswegen nicht so recht akzeptieren wollen. Das Einzige, das mir leidtut ist, dass ich ihn diesbezüglich auch belogen habe.

Beichthaus.com Beichte #00040321 vom 16.09.2017 um 21:07:20 Uhr (28 Kommentare).

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Wenn ich ein Drache wäre...

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Ungerechtigkeit Verzweiflung Gesellschaft Hannover

Wenn ich ein Drache wäre...
Ich wäre so gern ein Drache. Ein blauer und anmutiger, der sich jederzeit wieder in die menschliche Form verwandeln könnte. Wenn ich ein Drache wäre, würde ich den ganzen Tag durch die Stadt fliegen und Länder bereisen, Sehenswürdigkeiten von einer ganz anderen Perspektive sehen und die Freiheit spüren. Ich würde auf Wolkenkratzer fliegen und die Menschen beobachten, die von oben wie kleine Spielfiguren aussehen. Aber ich würde niemals Feuer speien, sonst würden alle Angst vor mir haben und mich jagen. Das will ich nicht, ich wäre ein freundlicher Drache.

Seit ich klein war, träume ich davon, mich zu verwandeln. Es ist mein größter Wunsch, auf jedem Fest, sei es nun Weihnachten oder mein Geburtstag gewesen, hatte ich gehofft, ein Drache zu werden. Doch es passierte nichts, nächtelang hatte ich deswegen geweint. Und irgendwann konnte ich nicht mehr mit den Menschen reden, war der Wunsch als Kind noch putzig, als Jugendlicher hätte man mich zu einem Therapeuten geschickt. Würde ich meine Sehnsüchte offenlegen, hätten meine Mitmenschen nur einen verständnislosen Blick und dazugehörige Kommentare übrig.

Was ist falsch daran, ein Drache sein zu wollen? Es ist mein Traum, mein Herzenswunsch, ich lache doch auch niemanden für seine Wünsche aus. Nun bin ich erwachsen und ohne Hoffnung, ich werde niemals meine blaue Drachengestalt bewundern können, niemals durch die Städte der Welt fliegen können. Ein Flugzeug ist kein Ersatz für das Leben als Drache. Wer will schon auf dem Boden bleiben? Die Luft wartet auf mich, ich will die Flügel ausbreiten und losfliegen, den Regen auf den bläulichen Schuppen spüren! Stattdessen sitze ich vor dem Computer im Büro und blicke aus dem Fenster, während ich mir ausmale, wie schön es doch wäre, zu fliegen.

Beichthaus.com Beichte #00040317 vom 16.09.2017 um 14:44:08 Uhr in Hannover (13 Kommentare).

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Ich werde seit Jahren von Männern belästigt und verfolgt!

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Zorn Verrat Verzweiflung Missbrauch Politik Gesellschaft

Obwohl ich in einem links-alternativen Umfeld lebe und meine Familie zum Teil aus - nennen wir es mal Fernost - kommt, wähle ich AFD. Da ich seit meinem 12. Lebensjahr - als ich 16/17 war begann die richtige Jagd - von Männern mit nordafrikanischen/arabischen Wurzeln angesprochen, verfolgt, festgehalten, angefasst, (sexuell) belästigt und bedroht werde, ist das einfach mein Ausdruck der Hilflosigkeit. Merkel hat Tor und Tür für noch mehr von ihnen geöffnet und ich bin in Panik. Die Innenstadt ist ein Spießrutenlauf.

Dieses Thema wird von den Medien und der Politik totgeschwiegen, ab und zu die richtigen Gräueltaten (Vergewaltigung und Mord), aber den täglichen Terror, dem wir Frauen auf der Straße ausgesetzt sind, dürfen wir nicht ansprechen, das ist ja rassistisch. Mädchen bekommen in Schulen Kleiderordnung für den Sommer, da sich die Lehrer nicht konzentrieren können. Der wahre Grund sind die Jungen mit einem bestimmten Hintergrund, die belästigen, beleidigen und bedrohen, wenn ein Mädchen Shorts trägt. Ich habe die Hoffnung, dass die Abschiebungen laufen, der Islam verboten wird und die Grenzen dicht gemacht werden.

Beichthaus.com Beichte #00040311 vom 14.09.2017 um 17:40:25 Uhr (43 Kommentare).

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Ich habe zu wenig Selbstbewusstsein zum Leben!

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Verzweiflung Begehrlichkeit Gesellschaft

Ich bin heute während einem Probearbeiten in einem sozialen Beruf abgehauen. Nicht, weil mir die Arbeit mit den Klienten nicht gefallen hätte, sondern weil der Chef in mir Panik ausgelöst hat mit seinen Fragen und Aussagen, was mir bewusst gemacht hat, wie wenig Selbstbewusstsein ich eigentlich habe. Ich lasse es zu, dass mich meine Mitmenschen mit Mobbereien kaputtmachen, das war schon in der Schule so und hat sich bisher nicht geändert. Nun trampelt meine Chefin auf mir rum, was dazu geführt hat, dass mein Arbeitsvertrag nicht nur nicht verlängert wurde, sondern die Alte sich auch noch mein letztes bisschen Selbstwertgefühl krallt. Ich liebe meinen Beruf und meinen Job mit den Klienten mache ich gut und mit Leidenschaft. Das heute war die Krönung einer langen Arbeitssuche. Ich vermassele alle meine Vorstellungsgespräche, weil mir Vorgesetzte Angst machen und ich mich so klein fühle. Dabei will ich so gerne arbeiten. Ich will nicht daheim rumsitzen und habe hart gekämpft für meinen Beruf, um aus meinen Verhältnissen rauszukommen. Coachings haben bislang nichts gebracht.

Da meine Geschwister durch Drogen ihr Leben mehr als in den Sand gesetzt haben (die eine hockt fast im Knast und der andere ist schwer schizophren), war ich bislang die Einzige, die ihr Leben einigermaßen im Griff hatte. Nun habe ich seit einigen Wochen Antidepressiva zu Hause herumliegen, die ich mich noch nicht getraut habe zu schlucken - aus Angst, so zu werden wie meine Geschwister. Ich will mein Leben im Griff haben, arbeiten, heiraten und Kinder. Doch daraus wird wohl nichts. Ich beichte also, dass ich ein kaputter Mensch bin, der sein Leben in den Sand setzt, durch fehlendes Selbstwertgefühl.

Beichthaus.com Beichte #00040308 vom 13.09.2017 um 17:53:39 Uhr (13 Kommentare).

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